Monthly Archives: April 2011

Die Reise beginnt

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Mittwoch, den 20. April

Noch für eine Stunde ins Bett fallen…dann aufstehen. “Mein” Hauszwerg Geramain schaut mich an. Er hat seinen weiblichen Anteil gezeigt und das kleine Naturwesenbaby, das vor einigen Tagen zurückkam bei sich persönlich aufgenommen. Das Kleine gähnt. Uah, gut geschlafen? Ja, danke der Nachfrage. Dim-Hie-Trie, schon seid TAGEN auf gepacktem Koffer sitzend schaut erwartungsfroh. Dim-Hie-Trie, so feinstofflich wie er ist kommt selbstverständlich mit, aber die beidem im Filz auch? Hm, was wenn sie am Flughafen bei der Kontrolle…oder “abhanden” kommen…? Aber echt hier lassen…? Schnell einpacken und dann Richtung Freiburger Bahnhof. “Juhu, wir dürfen MIT !!!” Psst…. 10.00 Abfahrt, Gepäck verstauen und schon rollt der Zug los. Stephan Lunaris winken, autsch. Mir ist mehr als nur etwas klamm zumute. Ob das alles gut geht….? Geramain und das Baby freuen sich und schauen aus dem fahrenden Zug. In Offenburg steigt ein älterer, sehr sympathischer Herr ein. Sein Platz ist neben unserem. Auf der Weiterfahrt schreibe ich noch meinen Eltern eine Mail. In Baden-Baden wurde ich geboren. Wir fahren daran vorbei. Am Bahnsteig kann ich den Namen lesen. Erinnerungen steigen hoch. Ich schaue in die Weite der Landschaft. Hier bin ich aufgewachsen…. Ich schicke liebevolle Gedanken hinaus. Die Landschaft rast vorbei. Schnell fährt der Zug Richtung Frankfurt. Dort werde ich auf Guido und Tanja treffen. Silke schreibt eine Mail. Sie wandert gerade von Haslach nach Freiburg und schickt mir gleich dazu noch ein Bild mit. Ein Waldweg inmitten von Bäumen. Ein Blätterdach. Die Sonne scheint sanft durch die Blätter. Glitzerlicht. Oh ist das schön. Ich freue mich sehr über ihre Nachricht und über das Bild. Ich spüre die lieben Gedanken, das “an mich denken”, die Kühle im Wald, das sanfte Moos, die Stille….Zwischenstopp in Mannheim. Ich denke an meine Schulfreundin Susanne. Hier hat sie mal eine Zeitlang gewohnt. Ich denke an unsere gegenseitigen Besuche: Schwarzwald-Mannheim. Mannheim-Schwarzwald. Ich denke an Fabriken, an Uferspaziergänge und Bergbesteigungen. Wie unterschiedlich! Geramain und das Kleine trällern im Chor Grüße und bewundern den Bahnhof.

12.06 Einfahrt nach Frankfurt. Wie kann man sich nur so ausbreiten! Ich packe alles zusammen. Der Herr fragt mich freundlich und interessiert, wo es denn hingehen wird…? Nach Indien. Oh, Indien? Ja wie schön! Wohin denn genau? Nach Bangalore. “Na so was, vor haargenau einem Jahr war er auch in Bangalore! Also welch´ ein Zufall!” erfreut er sich. Es sei unwahrscheinlich heiß gewesen dort, so um diese Zeit. SEHR heiß. Er wünscht mir alles Liebe. Ich steige aus. Tanja und Guido zu finden ist ganz leicht. Ein gutes Zeichen. Es ist schön, dass Tanja mitgekommen ist. Ich freue mich sehr sie wieder zu sehen. Sie hat ihr Haar zusammengebunden. Es sieht super aus. Guido trägt einen Strohhut. Es sieht verry britisch aus.

Wir gehen zusammen ein Stück. Nehmen einen von den Rollwagen für unser Gepäck. Guido schiebt. An eine der Rolltreppen bleiben wir stehen. Hm….DA runterfahren….? Ob das geht….? Sogleich kommt jemand und zeigt, wie das geht. Fährt gleich die ganze Rolltreppe mit runter. Wie freundlich! Er wünscht uns lachend eine gute Reise. Dann heißt es….Laufen, laufen, laufen. Wo ist das Gate? Welches Gate war das nochmal gleich? Immer weiter laufen. Hoch zur Schwebebahn. Hier ist der Zeitpunkt, wo sich auch Tanja verabschiedet. Wir steigen ein, die Tür schließt sich. Tanja steht am Bahnsteig und winkt.

Indienreise-Meine Vorgeschichte

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Nun, ich hab mir lange, ich habe mir sogar SEHR lange überlegt, ob ich das, was ich gleich schreiben werde wirklich öffentlich schreibe. Einige wissen viel, viele wissen nichts oder nur wenig. In ein paar Stunden bin ich auf dem Weg nach Indien und frage mich: Was hab ich denn zu verlieren? Hat man überhaupt etwas zu verlieren?

Friedenskongress am Seepark in Freiburg 2004

Der Verein „Heiler Mensch heile Erde“ läd Natives und Elders ein. Häuptlinge, Medizinmänner, jemand aus Findhorn. Ich stehe hinter der Bühne und lerne Chief Elk, Rod Skandore, Häupling der Black Food kennen. Ich hatte die Gastgeschenke gestaltet und geräuchert, er gab mir von seinem Süßgras. Die Wesenentsprechungen, Faune und Naturwesen werden feierlich an die Elders überreicht. Vor 800 Menschen. Alle wollen mich daraufhin kennenlernen. Doch ich flüchte in den Park. Eine kleine Gruppe jedoch folgt mir. Ich setze mich hin und erzähle von den Naturwesen. Und vom Materialisieren. Wie das geht? Nun, so halt, ganz einfach. Und materialisiere einen Feenstein. Er glitzert regenbogenfarben in der Sonne. Ahhh…man will mehr sehen…ich flüchte….zu Rod, der gerade eine Zeremonie durchführt. Vorher zog ich eine energetische „Unsichtbarwand“. Alle denken, ich häbe mich aufgelöst. In dieser Gruppe sind zwei junge Frauen. Ich gehe später hin und kläre das auf. Die zwei Frauen sind dennoch so begeistert und so perplex, dass sie daraufhin nach Indien pilgern. Zu Sai Baba. Dieser, so hatte man gehört, könne materialisieren. Sie wollen erkunden, wie sowas geht. Dort erzählten sie, was sie hier gesehen haben. Ich hier erzähle jedoch nur meinen Schülern, was ich „kann“. Ansonsten halte ich mich unauffällig und bedeckt. Nicht auffallen, das ja immer mein Credo. Ich gebe lieber ganz „unauffällig“ und praktisch an Schulen, Kindergärten, Fachhochschulen und in Kinderwerkstätten Filz und Färbekurse, halte Vorträge über das Wirken von Naturkräften, gründe ganz im Stillen die „Akademie für die hohe Schule der Naturwelten“, wir rennovieren das Haus, bauen dort ein Lädchen, eine Werkstatt, ein Medizinrad ein und hüten Edelsteine. Das Leben ist abwechslungsreich, aber auch super anstrengend. Gesundheitlich gehts bei mir bergab. Erst beachte ich das nicht, doch es geht mir zusehends schlechter. So gehe ich dann eines Tages doch lieber mal zum Arzt. Nach vielen Untersuchungen wird bei mir die Diagnose „Krebs“ gestellt. SCHOCK. Doch ich lasse mich nicht operieren und suche lieber nach den Ursachen. Sie sind, „wie alle Krankheiten auf der seelischen Ebene zu finden und wollen der Seele auf ihrem Weg helfen“ so Maria. Gesund essen, regelmässig schlafen….( oh, ich bin gemeint…?) Viel Arbeit. Ich erzähle diese Diagnose nur einem kleinen Kreis verlässlicher Menschen, möchte es nicht zementieren. Ich mache große Fortschritte. Bald „vergesse“ ich, was war. Doch nun, nach all den vielen, vielen, vielen Ereignissen, die eine Gruppe Menschen und ich innnerhalb nur eines halben Jahres erlebten, was eindeutig in ein einziges Leben passen würde, denn JA, SO VIEL war es… erbreche ich Blut. Die Diagnose ist wirklich niederschmetternd. Sogar ich komme nun an meine Grenzen. Eine der beiden Frauen ruft in der Oragnisation an. Daraufhin erhalte ich eine persönliche Einladung. Ich höre: „Das eine Licht zündet das andere wieder an.“

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Freitag den 8. April

Viel Arbeit die letzten Wochen. „Wochen? SIAN…“ so Dim-Hie-Trie “ …es sind Monate….nein Jahre !!! “ Jaaaa, zugegebenermaßen doch letzeres. Egal. JETZT zählt. Die letzten Vorbereitungen für das Festival laufen. Koffer packen wollte ich auch noch.  Es ist schon weit nach Mitternacht. Habe immer noch nicht alles gepackt und bin doch auch gar nicht müde. 5.00 Uhr ist aufstehen angesagt.  Also warum überhaupt hinlegen? „Ach“ meint Dim-Hie-Trie mit einem süßen Lächeln „ein bisschen kann ja nicht schaden.“  4.30 Uhr. Der Wecker klingelt. Also doch eingeschlafen. Fühle mich erfrischt, als hätte ich 10 St geschlafen. Wie er DAS wohl wieder gemacht hatte…?  Es ist noch sehr kühl draußen. Die Luft riecht wie immer wundervoll im Schwarzwald. Schlängelnd fahren wir langsam die steilen Kurven den Berg hoch. Oben, auf der Villinger Hochebene liegt Nebeldunst über dem Land. WOW. Faun hatte mal ein Lied geschrieben….“…zaghaft reckt sich… am Rand der Welt… die Sonne und auf den frühen Nebeln des Morgens reitend verließen die Männer das Dorf..“ So genau fühlte sich das hier an. Dann geht die Sonne auf. Glitzernde Lichtpunkte, überall. Wundervoll. 7.00 Uhr, Autobahnauffahrt Richtung Stuttgart. Ich fühle im ganzen Körper, wie Sai Baba mit mir einen Dialog hält. Er ist jung und erzählt mir aus seiner Jugend. Es ist sehr, sehr SEHR intensiv.

Um und in Stuttgart holt mich dann die Realität ein. Denn wir stehen…. im STAU. Dahinter dann: Stau. Hinter dem Stau: oh, sowas Stau!  Um  9.30 habe ich den Eindruck, dass wir uns noch Lichtjahre von München entfernt befinden. Meine Freundin Danni sagte mir, dass ich aber um SPÄTESTENS 10.30 Uhr den Visumsantrag abgegeben haben sollte. Selbstverständlich muss man da vorher eine Nummer gezogen haben, also bis dahin. Also wie egsagt SPÄTESTENS. Dann, aber nur dann könne ich das Visum auch um 16.00 abholen. Blick auf die Uhr. Blick nach vorne: STAU. Oh je, meine Nerven liegen blank. Wie soll denn DAS gehen? Ich bekomme eine SMS: „Hab von Dir und Erzengel Mi´Chael geträumt. Hab Vertrauen.“ Ah, schön, hab ich ja, aber ich steh im Stau! HALLO !! Hm, ich bräuchte statt einem Auto wohl eher einen Flugdrachen. Oder keine Autos. Binnen 3 Minuten sind ALLE Autos verschwunden. WOW. Freie Fahrt. München, wir kommen!

 

Man glaubt es nicht, aber in München scheinen alle, alle Zeit der Welt zu haben. Das Navi schickt einen in Sackgassen…die Uhr tickt… ahhhhh…..doch….3 Minuten vor halb elf stehe ich tatsächlich vor dem Gebäude. Unfassbar. Ich renne rein, stemple „die Zeit“ erhalte dadurch eine Nummer. Ich lache über diese Komik. Die Uhr zeigt auf 10.29. Ich muss nur ganz kurz warten um dann von einem sehr freundlichen Herrn bedient zu werden. Dieser bearbeitet meinen Visumsantrag. Zaghaft frage ich höflich an, ob es möglich ist, dass mein Antrag noch heute… bearbeitet werden könnte…? Er schaut auf. Mein Herz klopft bis zum Hals, ich atme nicht. Er lächelt plötzlich und sagt, dass er die letzten Tage sehr viele Anträge gehabt habe. Und dass im Vergleich zu heute nur sehr wenig los gewesen sei. Es also möglich ist. Ich strahle und wäre fast um den Schalter gelaufen um ihn zu umarmen.

Ich bin sehr glücklich und möchte daher beten gehen. Ich wünsche mir eine Kirche. Nur einen Katzensprung entfernt ist eine wundervolle Kirche. Ein Parkplatz wird frei. Direkt gegenüber. Vor der Kirche ist eine Feuerwehrprobe und in der Schule neben der Kirche ist gerade große Pause. Lachende Kinder spielen im Pausenhof. Eine entspannte Atmosphäre. In der Kirche ist es still. Die Stimmen von draußen erscheinen weit weg und sind gedämpft. In der Kirche, sie ist Anna geweiht (Ana heisst auf elbisch Licht) ist ein wunderschöner Marienaltar. Gekachelt aus blau-grün-rosa-goldenen Blumenornamenten. Die Maria schaut uns an. Egal, wo immer wir stehen. Aus ihrer Himmelskrone strahlt ein helles Licht. Stephan Lunaris  zündet eine Kerze an.  

Dann fahren wir in die Stadt. Auf dem Weg dahin kommen wir an der goldenen Engelstatue vorbei. Ah Berlin lässt grüssen! Dim-Hie-Trie freut`s. Ich frage ich mich unterdessen, ob es wirklich klug ist, in meinem „Zustand“ nach Indien zu gehen…? Heilung geschieht doch innen, dann die lange Reise, der Weg…  genau in diesem Momet fahren wir an dieser nicht übersehbaren Statue vorbei:

Hm, ich sage, wenn wir in die Stadt rein „sollen“ dann wird auch ein Parkplatz frei. Genau in diesem Moment wird ein Parkplatz frei. Eine Rikscha fährt vor. Ich muss lachen. Das ist ja schon wie in Indien, und das mitten in München!

Ich fühle mich nun sehr fit und möchte in den Münchner Dom gehen. Auf dem Weg dorthin wird es mir schlecht. Ich übergebe mich fast. Nur mit Mühe erreiche ich den Dom. Dort angekommen bin ich völlig erschöpft und spüre große Schmerzen. Aber auch Marienenergie. Sehr lebendig die Maria. Ich höre, wie sie über den Rosenkranz spricht. Sie hatte darüber in ihrer ersten Durchgabe in der Krypta gesprochen. Es gibt einen Stand mit Rosenkränzen. Ich mag mir einen aussuchen und spüre daher in jeden hinein…welcher liegt gut in der Hand? Die Verkäuferin spricht englisch mit mir. Aha…? Ich habe mir einen von den bauen ausgesucht. (Unten auf dem Bild sieht man ihn) Er ist so blau wie ihr Umhang. Maria lässt ihre Energie hineinströmen. Es ist wundervoll. Es geht nicht um „gebenedeit“ sondern um Kraft, Liebe und Hoffnung. Es geht darum, sich mit seiner Kultur, seinen Wurzeln zu verbinden und dies mit dahin zu nehmen, wo man hingehen wird.

Um 16.00 Uhr stehe ich inmitten anderen Wartenden wieder vor dem Gebäude, wo das Visum ausgehändigt wird. Eine Gruppe junger Männer, die sich wohl bereits vom Vormittag kennen. Sie lachen miteinander, bilden einen Halbkreis. Dann singen sie zusammen. Es hört sich wunderschön an.