Monthly Archives: Juni 2011

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Mutter Maria spricht über einen Teil der Ursachen von Krankheiten und über Gesundung

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Unsere Stimmen verschmelzen….während wir singen erinnere ich mich an Mutter Maria´s Worte…

„Wenn Stimmen miteinander harmonisieren erzeugt es ein mehr an Kraft und setzt ungeahnte Möglichkeiten frei. Wie ein Instumentenstimmer mit Hilfe seiner Stimmgabel die schwingende Saite stimmt kann das gemeinsame Singen oder Rezessieren eines heiligen Liedes Heilung bewirken, weil man sich dadurch an die LIEBE….an das göttliche Potenzial…an sein eigenes Potenzial anschließt und so die Energien wieder leicht und frei durch einen fließen kann. “

Mutter Maria sprach viel darüber, als sie mir einst das Buchmanuscript, wo es darum ging, welche Krankheit welche Ursachen und Lernaufgaben hat diktierte. Sie betonte wieder und wieder, wie wichtig es sei, sich „einzuschwingen“. sich „auf den Weg zu machen“ und dass es nicht das „hinfallen auf dem Weg, das straucheln, zweifeln, stehenbleiben, inne halten, nachspüren/nachdenken“ sei, sondern das nicht wieder aufstehen wollen und nicht mehr weitergehen wollen. Sie sagte, wie wichtig es sei, sich in seinen „Ton“, in seine „Wellenlänge“ einzuschwingen um die Energien durch sich ziurkulieren lassen zu können….

Sie sagte, dass ALLE EINS sind mit allem, was IST …. und dass nur das Verleugnen oder nicht anerkennen-wollen der eigenen Gaben sowie eine begrenzte Vorstellung, wie etwas beschaffen sein könnte jenen abtrennt von all dem Schönen und Gutem, das nur darauf wartet, von uns wahrgenommen und gefühlt zu werden…

Sie sagte, dass wir alle gewisse und spezielle Gaben in uns tragen….und wenn wir jene GABEN, die wir uns erarbeitet haben, die wir für uns und andere hierher in dieses Leben mitgebracht haben einsetzen, sie als jene Kraft sehen werden, die das INNERE voranweht. Dass wir DANN sehen, dass es unser Werkzeug, Pozenzial ist, die uns Tür und Tor öffnet. Ob einst erarbeitet, in früheren Leben oder es bereits mitgebracht haben in diese Welt, oder gar in dieses Universum… wir erst dann, wenn wir dieses Potenzial anerkennen, in es eintauchen, es frei fließen lassen, wir spüren können, dass der Kraftfluss magnetisch ist und wir ein Strom, der frei fließen kann….

Sie sagte, dass wir Energiewellen von unserem Land, von unserer Umgebung, von unseren Vorvätern, von unseren Eltern, Verwandten und Freunden empfangen….doch wenn die Harmonie dieser Energiewellen disharmonisch sind es unsere Zellen und die Funktion des inneren Herzens, der Verdauung und des Kreislaufes stört. Dass wenn wir unsere Gaben nicht einsetzen, unser Potenzial nicht frei fließen lassen können dies ein mehr an Energie als üblich verbraucht…

Sie sagte, dass jeder Körper einen eigenen Ton, eine eigene Signatur mit sich führt, er in einer bestimmten Energie schwingt und wer nicht in „seiner“ Energie schwingt krank wird, weil er ein mehr an Energie benötigt, um sich im einer uns „fremden“ Energie halten zu können. Angst, Wut, Trauer, Zwietracht würde ebenso den natürlichen Fluss der eigenen Weisheit des Herzens stören und so die natürliche Handlungsfähigkeit herabsetzen. Ein mehr an Energie wird auch dort gebraucht, um den inneren Frieden aufrecht erhalten zu können….

Sie sagte, dass wenn wir uns selbst vergeben können… wir unsere Gaben einsetzen…wir dadurch im Fluss sein werden und so auch den sakralen Ton, der mit dem Puls des göttlichen schwingt hören werden…. wenn wir den Mut aufbringen, in „unserem“ Ton zu leben,  ihn in uns erklingen lassen, ihn leben, zu ihm stehen….wir wieder gesunden können, weil dann die Energie wieder frei durch uns fließen kann….

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Auf dem Dach

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Es ist Abend. Draußen ist es bereits schon dunkel. Ein Gewitter zieht auf. Es ist unsagbar drückend und schwül im Zimmer. Die Klamotten kleben auf der Haut. Ein bisschen frische Luft schnappen wäre doch jetzt gut. Aber rausgehen? Weniger. Durch das Fenster dringt nur feuchte und heisse Luft herein. Das ist keine Hilfe. „Hm……wir sind doch in einem Haus…..“- “ Ja, und?“- „Jedes Haus hat ein Dach.“-“ Und…?“- “ Ob wir mal hochlaufen und schauen, ob man hier auf´s Dach kann?“ Das wäre doch jetzt fein! So frische Luft schnappen….runterschauen…. Ausblick… „Wir könnten doch mal schauen..?“- “ Nun ja, warum nicht.“- Hach, das ist doch mal ein Wort, ich freue mich!  Gleich umsetzen. Schuhe anziehen….

Beschuht betreten wir das Treppenhaus und laufen leise die Treppenstufen rauf. Es wird immer dunkler, je höher wir steigen. Ganz oben ist nur noch eine Steige aus grob gegossenen Beton. Die Treppenstufen sind unregelmässig und haben Löcher. Einfach aufpassen. Dann, als es nicht mehr weiter geht sehen wir bereits duch eine schmale Tür das helle Licht vom beleuchteten Nachthimmel hereinscheinen. Ein frischer Wind weht. Hm…..schön…..“Ob wir da raus können?“-“ Weiss nicht. Einfach mal schauen?“ – “ Ob man das darf?“- “ Weiss nicht. Aber sieht ja keiner!“- “ Also einfach wagen?“- “ Ja, klar!“ Dennoch Herzklopfen. Wir haben das Gefühl, wieder Kind zu sein. Etwas wagen, nicht wissend, ob es funktioniert. Die prickelnde Freude, etwas Neues entdecken zu können. Der Mut, durch die Türe zu gehen wird belohnt mit einer Dachterrasse. Ca 80 cm hoch ist die Ballustrade aus Beton. Macht einen stabilen Eindruck. Erleichertung. Also da kann man ja mal runterschauen….oh….unten sind die Auto´s ganz klein. Wie kleine Machboxautos! Die Motorräder, die Menschen, die Bäume, alles ist ganz winzig klein!

Hubs, lieber mal nicht so weit rauswagen. Oh, was ist das da neben uns? Sonnenkollektoren. Links von uns sind Sonnenkollektoren angebracht. Ist ja richtig umweltbewusst! Klasse! Dim-Hie-TRie hatte mal erwähnt, dass man von allen Hotels, die es so in Bangalore gibt hier die Zähne mit dem Wasser bedenkenlos putzen könne, da das Wasser hier von der Sonne gewärmt wird. Meint er das? Dim-Hie-Trie lächelt still vor sich hin und geht hinter den Sonnenkollektoren entlang. Wo will er denn bloss hin? Hinter den Kollektoren ist ein schmaler Gang. Er führt zu einer schmalen steilen Eisentreppe. Er geht hoch. Sie führe auf eine weitere Terrasse. Aha…? Das ist ein Wasserbassain. Wie schön! Wasser auf dem Dach. Wie…da hochgehen? …. Mein Herz setzt fast aus bei dem Gedanken, doch ich laufe bereits hinterher. Hui,  geht´s da runter…na, da lieber mal nicht hinschauen. Lieber hoch in den Himmel schauen. Oh wie shön der Himmel ist! So samtenschwarzblau! Und der Wind, so köstlich frisch, eine Wohltat. Hier ist der Wind NOCH frischer und der Himmel NOCH dunkler. Da muss der Park sein, den wir noch nicht gefunden haben! Hinten am Horizont ist das Gewitter in den Wolken zu sehen. Sterne leuchten glitzernd und funkelnd am Himmel. Der Mond leuchtet hell. Er ist ganz nah. Der Himmel ist so wundervoll samtenschwarzblau.

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Wir setzen uns auf das Wasserbassain. Schauen in den Himmel, schauen auf den Horizont. Auf die bunten Lichter, den schönen Himmel. Wir sind in INDIEN! Wie wunderbar! Ein Herzensmoment. Ein überwältigendes Gefühl! Ganz besonders. Ein wundervoller Abend. Wir sind glücklich, genießen den Moment und singen gemeinsam das Gayatri Mantra.

Gayatri kommt aus dem Sanskrit und ist die weibliche Form von gāyatra. Bezeichnend im Hinduismus ist das Gayarti Mantra die bedeutendste vedische Hymne. Gayatri ist das Versmaß, in dem das Mantra geschrieben wurde und wendet sich an Savitar, dem Licht der Sonne bei ihrem Auf- und Untergang.

oṃ bhūr bhuvaḥ svaḥ

tát savitúr váren yaṃ

bhárgo devásya dhīmahi

dhíyo yó naḥ pracodáyāt

 

Om, wir meditieren über den Glanz des verehrungswürdigen Göttlichen,

den Urgrund der drei Welten: Erde, Luftraum und himmlische Regionen.

Möge das höchste Göttliche uns erleuchten,

auf dass wir die höchste Wahrheit erkennen.

 

In diesem Sinne: Urah lag Nuah, ihr Lichter, wo immer ihr auch seid!

 

 

 

 

 

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Traum oder Realität?

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In der Nacht träume ich von den Nugrisblumen. Sie klingen wie Glöckchen, wenn der Wind durch sie streift. Ich fühle mich in der Landschaft stehen. Fühle, wie ich sie berühre. Es kitzelt sie, so dass sie lachen. Dann neigen sie sich in den Himmel und schweigen andächtig. Denn die Weltenuhr erklingt. Es durchfährt mich ein Schauer, ich bin in der altvorderen Zeit! Bevor der Fall von Lugh Zifhr war. Ich spüre den Frieden der nie frägt weil er IST. Ich spüre die Liebe. Die Liebe, die ohne Zwang IST. Ich nehme diese Energien in mich auf und erinnere mich dabei an meine Heimat: Das Lughland. Die obere Himmelswelt. Heruntergestiegen von dort in die altvordere Zeit.

Dann wird es still. Millionen berstender Teile in der oberen Hemisphäre. Ich sehe die Nugrisblumen, wie sie das letzte Mal blühen. Wie alle andächtig stehen, als das letzte Mal die Weltenuhr erklingt. Wie unsere Gewänder im Wind wehen. Am Himmel kreisen die Wenlas, die Drachenreiter, um die Dimensionstore. Prister/innen in ihren Gewändern stehen da und schauen hinauf in die Himmel. Einhörner schicken aus ihrem Sinusstrahlhorn Energie in den Himmel hinauf. Es duftet dabei nach Gräsern, Wald und Blumen. Ein letztes Mal. Dann wird es dunkel. Ich höre Trommeln. Trommeln in der Nacht. Die Erde öffnet sich und gleissendes Licht entströmt aus ihr. Das Turkvolk ist gekommen. Flammende Feuerwesen der Innererde. Sie entsteigen aus der Erde. Sie sind viele. Sie sind dem Ruf gefolgt. Sie sind gekommen. Gekommen um zu helfen. Die Flammenwesen der Elored, was soviel wie „im Sein sich befinden“ bedeutet. Ein Zustand der Erde, als jene noch im Wandel war. Ich sehe sie, die Zeit scheint still zu stehen, wie sie. Ich sehe: sie sind nicht alleine: Sie haben ihre Feuerdrachen dabei. Sie sind unsere letzte Rettung. Sie sind gekommen um zu helfen. Und nichts kann sie dabei aufhalten oder schrecken. Denn sie sind die mutigsten. Die mutigsten von allen Wesen. Ich denke gerade im Traum: Das sind die wahren Löwen! Sie haben keine Angst. Sie können Drachen aus Feuer reiten. Sie verglühen alles, was sich ihnen in den Weg stellt. SIE lassen nichts herrein, was nicht hineingehört. Ich sehe mich erleichtert hinauslaufen und weitere Schlüssel einsammeln, die Erinnerungen der damaligen Bewohner an all das Gute, Wahre und Schöne. Die Erde brennt. Ich laufe durch die verbrennende Welt. Doch ich werde gesucht, gefunden und hineingebracht in die Erde. Aramis ist es, der mich hält. Ich verbrenne nicht. Denn das Feuer erkennt mich. Er bringt mich zum Eingang in seine Welt. Hinter mir werden die Türen verschlosen, von außen, von innen und von den Hütern alte Worte gesprochen. Versiegelt daher nun für alle Zeit. Stufe um Stufe hinab. Durch die Feuerwelt. Weiter und weiter hinab nach unten in die Innererde. In die Kristallstädte der Erde. Weg von den klirrenden Geräusche, deren, wenn man ihrer zuhört glaubt taub davon zu werden. Oben tobt das GRAUEN. Es ist ein Kampf. Und er ist ohne Gande. Wir können es spüren. Zeitlose Jahre vergehen, es ebbt nicht ab….die Welten verschieben sich….und dadurch wird auch das Tor zur Elbenwelt geöffnet. Ich betrete voll mit Schrecken erstmals elbisches Land. Es ist wundervoll dort. Voller Licht.  Nichts drang von alle dem jeh hinein. Ich weine und bade im See….stehe auf weichem Moos unter alten Bäumen, spreche mit den Faunen und singe für die Blumen…

Jahre vergehen, die wiederum ganz zeitlos sind und ich wachse heran. Ich sehe mich in meinem Seelengewand zum Schloss laufen, die weißen Marmorstufen hinauf, das Geländer voller Verzierungen. So kunstvoll…ich sehe an den Fenstern Vorhänge, zart wie Nebel wehen und höre Musik, Stimmen, Lachen….es wird Nacht. Der Himmel ist voller leuchtender Sterne. Sie glitzern so hell, ich habe Heimweh und mag so gerne nach Hause gehen. Doch es geht nicht. Ich muss die Schlüssel zurück geben. Dann Trommeln. Trommeln in der Nacht….ich schließe die Augen und erwache in einem Zelt. Ich bin nicht alleine. Heisse Steine glühen. Eine Schwitzhütte? Ja, und es ist heiss. sehr heiss. Ich bekomme fast keine Luft. Ich spüre Feuerenergie. Die Steine glühen rot. Ich höre den Ruf eines Adlers. Und Trommeln. Trommeln in der Nacht. Sternenlicht dringt aus mir, ich leuchte. He, wo bin ich? „Bei mir.“ Es fühlt sich alt an…so alt wie die Welt…ich wache darüber auf. Schweissgebadet. Und spüre Schmerzen. Ganz arge Schmerzen. Eine klaffende Wunde ist in mir. Ich spüre sie. Es tut so weh. Ich fühle das Loch. Ist alles weg? Oh das wäre soooo schön! Alles heile! Ich schließe die Augen. Um mich sehe ich jedoch das dunkle schattenlose WESENHAFTE des Krebses. Es sieht schwarz und spinnwebenmässig aus. Ein Schauer durchfährt mich. Mir wird eiskalt. Ich erinnere mich….sehe mich als Kindergartenkind, wie ich das erste Mal ein solches Krebswesen erblickte. Es war in und um Birgits Mutter. Birgit war meine aller, allerbeste Freundin in der Kindergartenzeit. Wir waren viel zusammen, verbrachten viel Zeit miteinander, die Birgit und ich. Ihre Mutter hatte Krebs. Sie sagte es nicht, verbarg ihren Schmerz. Meist lag sie ermattet und entkräftet in ihrem Bett. Ein vom Sonnenlicht abgedunkelter Raum. Unheimlich. Ich hatte das Wesen um sie gesehen und sie darauf angesprochen. Es sprach damals mit mir, dass es nicht ohne sie von hier gehen wird, dass es sie mitnehmen wird ins Schattenreich. In Birgits Mutter waren ganz viele Ankerpunkte für das Wesen, an welchem es sich in ihrem Körper festhalten konnte. Das Wesen hatte eine eigene Blutversorgung und lebte sein eigenes Leben in ihr, es war grauenvoll. Sie ist  eines Tages unter großen Schmerzen verstorben. Birgit und ich waren damals gerade mal 5 Jahre alt.

„Nur ein kleiner Teil des organischen Krebes sei noch da, ja , aber das WESEN, noch voll und ganz da. Bereit, sich neu aufzubauen.“ höre ich das Wesenhafte des Krebes um mich sagen. Mein Leben -es ist mir nicht egal-. Doch ich fühle mich schwach. So entsetzlich schwach. Und das Krebswesen sagt: es hingegen sei daher sooooo mächtig. Was? Was sagt es da? Also echt, was für ein blöder Film, der da läuft- Ich hab echt keine Lust mehr darauf und mag endlich das Programm wechseln, die Frequnz sozusagen. Das kann ich ja wohl. Ich überlege, wie ich die Frequnz wechseln könnte. Ich höre in mein Herz. „Heimat spüren“ fühle ich.

Hach, jetzt mag ich gerne zu Hause anrufen und fragen, wie es daheim so geht. Einfach mal was Gutes hören. Von der Heimat sozusagen. Schluss jetzt mit dem Mist hier! RAUS aus mir KREBSWESEN und auch mal gut ist. So. Und dann mal PUNKT hier, runterkommen Was Nettes machen und zu Hause anrufen. Juhu! Eine super Idee! In Deutschland ist´s eh 3,5 Stunden früher. So, und nun Stephan Lunaris Stimme hören. Ich mag von Herzen gerne wissen, wie es ihm geht, wie es den Kindern geht, wie es überhaupt so zu Hause zugeht. Keine SMS. Nein, ich mag jetzt telefonieren. Ist mir auch völlig gleichgültig, was das kostet. Ich packe also mein Handy aus und rufe in Deutschland übers Handy an. Stephan Lunaris freut sich total und ich mich auch. So tröstlich. Doch dann erzählt er mir, dass unsere Hündin Flora in der Nacht als Sai Baba starb und es mir so schlecht ging ganz arg gewinselt hatte. Dass er daher mit ihr in die Notaufnahme gefahren ist. Hierfür musste er mit ihr nach Haslach fahren, also über den Berg. Dort wurde festgestellt, dass aus ihrer Gebärmutter Eiter qillt. Äh, was? Was sagt er da? Moment, ich muss mich erst mal hinsetzen, denn nun wird mir noch schlechter als schlecht. Ich sehe das wie immer gerade bildlich vor mir…Eiter, der aus der Vagina qillt….ah jeh…entsetzlich…wie muss sie sich, wie er sich gefühlt haben-ich fühle es- er erzählt, dass eine Not-OP sie vor dem sicherern Tod bewahrt hatte….. Oh mein Gott, wie furchtbar ist das denn! Oh jeh, die arme Flora! Wie schrecklich! Mir ist total übel. Ich bin hellauf entsetzt und glaube felsenfest daran aus dem Horrorfilm ERDE und ERDENERLEBNISSE nie NIE mehr heile herauszufinden. Am liebsten mag ich auch JETZT sofort nach Hause fliegen. Ab in den Flieger und Schluss hier mit Indien. Nach Hause gehen, helfen, dasein. JETZT gleich. Ich hab´s eh so dermassen satt, denn kapiere ich etwa meine Lernaufgabe hier ? Ach und überhaupt, was soll das Ganze! Das ist doch glatt sowieso alles ein HORRORFILM im dem ich da gelandet bin. Nee echt: Wie soll das denn überhaupt mal alles gut werden? Alles nur SCHRECK-lich auf der Erde !!!!!!!!!!!!!! – Ich werde von Dim-Hie-Trie angestubst. „Hallo? Sian? Bist Du da? Hallo, hallo, Erde an Sian. Hörst Du mich, SIAN? “ – „Ja klar hör ich Dich !!!“ –  „Ja? Sicher? Schön! Darf ich anmerken, dass Flora lebt? Hast Du das gehört? Sie LEBT. Ach, ja: Und DU lebst ebenfalls! So. Und Du bist so dem Stephan gerade gar keine Hilfe, und das bräuchte er jetzt aber dringend. Er ist ganz am Anschlag, hörst Du? Er benötigt jetzt Deinen Zuspruch. Also halte Dich zusammen Sian!“

Aber ja, alles gut. Ich bin da. Spreche ruhig und besonnen. Hat er doch voll gut gemacht! Die richtige Entscheidung getroffen! So gut, dass er zum Tierarzt gefahren ist! Überhaupt, wie er das alles macht! Meine Bewunderun steigt mit jedem Wort, das ich sage. Ich fühle Achtung, Liebe und Anerkennung. Dann kommt der Josua. Er freut sich so sehr, die Mama hören. Aus Indien! Die Mama ruft aus Indien an! Er ist ganz aufgeregt. Ich erzähle ihm vom riessigen Flugzeug, von den riesigen Turbinen, von den heissen Treppen im Tempel, vom Rigschafahren, vom Essen….er freut sich total und erzählt von der Schule….KINDER…hach ja, alles gut….ich liebe sie…alles ist gut.

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Von der Löwenenergie

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Ein schriller Pfiff mit der Trillerpfeiffe und energisches Armefuchteln als ich die (unbefahrene) Strasse zur Toilette überqueren möchte. Huch, was war das denn? Der Wachmann winkt energisch und bedeutet mir an, dass ich weiterzugehen habe. Alle anderen reihen sich schnell ein um ganz züchtig und gesittet auf dem Bürgersteig entlang zu gehen. Eine Frau zeigt mit dem Arm, dass man erst den ganzen Weg nach unten zu laufen hat und erst ganz unten die Strasse überqueren darf um dann das ganze Stück den Hang wieder zurückzulaufen. So was unsinniges! Aber nun ja, Vorschrift eben. Gibt das Sicherheit? Ich denke darüber nach, ob das Sicherheit gibt. Noch ganz versunken in diesen Überlegungen empfängt mich eine Wolke aus Urin, Kot und Jasminblütenduft. Aha, die Toilette ist nicht weit. Ich betrete sie und im zwielichten Gang stehen Frauen, die sich die Sari´s umbinden. Ich kann fast nicht atmen, so beissend ist der Geruch. Kinder stehen an den Becken um sich die Hände zu waschen. Es ist total dunkel, und daher braucht es eine Weile, bis sich die Augen an das Dunkel gewöhnen. Ich stelle fest, dass meine Füsse nass werden, warum das denn…? Ich schaue nach unten, sehe eine Pfütze, doch die Pfütze ist auf der ganzen Fläche. Ah nee, das ist KEIN Wasser….das ist….Urin…. Wie jetzt….die Kinder da an den Becken stehen im Urin? Ja, einschließlich ich und die meinen, weil die gesammte Toilette unter Urin steht…. Wie….ich soll hier auf Toilette gehen? Oh nee, dass ich aber auch so arg muss, nichts zu machen. Ich muss eben. Doch so schnell komme ich eh nicht rein, denn mitten drinne, also im Urin wohlbemerkt, sitzt im Zwielicht noch diese zahnlose Frau ohne Finger, wie ich nun sehe, die mich mit strengem, fordernden Blick um Geld anbettelt. Die anderen Frauen werden in Ruhe gelassen, aber ich sehe wohl aus, als ob es sich bei mir lohnt. Ich lächle sie liebevoll an und bedeute ihr, dass ich keine Rupies mit mir führe. Sie glaubt mir das aber nicht und wird böse, begehrt auf und alle weichen erschrocken darüber vor ihr zurück, holen schnell ein paar Rupies raus. Doch das kümmert sie nicht, sie berührt mich am Saum, hält mich mit ihrem Unterarm fest und funkelt mich mit ihren dunklen Augen an. Zischelt Worte. Die anwesenden Frauen erschrecken noch mehr und weichen noch weiter zurück. Ich weiss nicht so recht, wie ich mich verhalten könnte, fühle einfach in mein Herz und berührte  ganz sanft und liebevoll ihre Haare. Ich schaue ihr dabei fest in die Augen und sage ihr nochmals, dass ich keine Rupies mit mir führe, denn JA, ich habe tatsächlich keines, denn Guido hatte den Geldbeutel und warum um Himmels Willen sollte ich sie denn anlügen? Sie schaut mich entgeistert an, ihre Augen werden ganz weit. Sie sagt etwas, aber ich versteh´ es nicht. Alle schauen mich an…. ich husche ins Klo …. als ich rauskomme wasche ich mir schnell die Hände. Dabei werde ich von allen Frauen und Kindern zaghaft berührt und die Frau, welche mich wohl gerade erst verflucht hatte bietet mir nun ihre Rupies an….unfassbar, warum das denn…? Ich mag doch ihr Geld nicht haben, sie braucht es so viel viel viel mehr als ICH.. !!!! Also hallo NEIN, das möge sie bitte behalten …. ich bedeute ihr das mit Gesten an, berührte nochmals ihr Haar, streichle sanft über ihr Gesicht, ganz faltig, und spreche ein paar Worte in der Elbensprache zu ihr. Nun weint sie, schluchtzt laut auf, beugt sich nach unten, oh jehmineh NEIN, der Urin…nicht im Gesicht bitte….

Draußen Sonnenschein und eine Pfütze frischen Regens für die Füsse. Oh tut DAS gut, wie schön, dass es frisch geregnet hatte! Dann ein warmer Windhauch, der durch mein Haar weht und zarter Blumenduft aus den Sträuchern. Hach DANKE ihr lieben Sylphen in der Luft und ihr fleissigen Blumenelfen. „Immer gerne, liebe Sian!“ Bussi an die Sylphen in der Luft und Küsschen an die Elfen. Dann aber schnell die Schuhe holen und weiterlaufen!

Unten buhlen die Rigschafahrer um die Wette. Man hört sie schon von weitem. Denn es ist total laut und aggressiv. Sie scheuchen sich gegenseitig weg, zerren an den Kitteln.. uah, wie laut und aufdringlich, ich weiß schon wieder nicht, wie ich mich verhalten soll und überlasse das Guido. Er handelt einen Preis aus. Ich bemerke, dass wir mal wieder über´s Ohr gehauen werden. 200 Rupies…? HALLO, das ist zu VIEL…ich mache meinen Mund auf und ernte von Guido genervtes Augenverdrehen. Huch jeh, darf nicht sagen? Warum tut mir das nur so weh? Schluck. Atmen, Sian. Na gut, atmen. Anschauen. Der Fahrer, hm….nun ja…ich hab echt mal wieder gar kein gutes Gefühl…sag ich auch…die Mundwinkel von Guido fallen nach unten….ach Mensch, tut mir das weh…wenn ich nur wüsste, was hier das Lernstück ist! Es muss ja wohl ein Lernstück sein… Mist. Ich bekomm´vor lauter Kloss im Hals mein Mund nicht mehr auf, schluck das, was ich nicht benennen kann runter, steige in die Rigscha ein, nehme mein Handy raus und filme die Fahrt.  Sie endet im Nirgendwo. Denn die Rigscha hat kein Sprit mehr. Wir müssen aussteigen. Es sei nicht mehr weit sagt der Fahrer, streckt seine Hand aus und begehrt das ausgehandelte Geld. Wie jetzt, das GANZE Geld? Wir sind doch noch meilenweit vom Hotel entfernt… Guido zückt den Geldbeutel…wie…er wird doch nicht…? Der Geldbeutel ist nun offen, der Fahrer sieht das ganze Geld….seine Augen weiten sich, sein Mund fällt nach unten, die Mundwinkeln zucken auf….voller Gier schaut er auf die vielen Scheine, oh jeh! Ich sage es dem Guido, dass der Fahrer das ganze Geld sieht…Guido fühlt sich unter Druck, ich spüre es und entschuldige mich auch gleich dafür. Ach scheisse, ich hab´s einfach nur verhindern wollen, aber ja, ich mach´ wohl alles einfach nur falsch. Wenn ich nur wüsste, wie´s „richtig“ geht. Schweigen ist´s doch auch nicht !!! Wir laufen, sprechen darüber. Haben auch VIEl Zeit zum sprechen, denn heh, es ist LANG, das angeblich kurze Stück noch. Wir laufen, laufen, laufen und laufen. Werden ständig angequatscht, ob wir was kaufen wollen. Eine Uhr Sir? Eine Sonnenbrille? Eine Mango? PUH. NEIN. Ah vergessen? Nein gibt es ja nicht. Soso, gibt es nicht, aha. Ich beschließe, dass es das DOCH gibt und werde resoluter: – N E I N!  – Ausrufezeichen.  – Hui, funktioniert! Ha! Brüllen wie ein Löwe muss man wohl!

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Bem Laufen hat man dann auch noch jene Zeit, sich alles anzuschauen. Hier hat jemand ein Bild gemalt, an einer ansonsten nackten Betonwand einer Unterführung, 10 m auf 5 meter groß. WOW, so viel Kunst und ausgerechnet ein Löwenpärchen! Einfach mal brüllen, dann sitzen und genießen. Ausstömen, dass man weiss, was man tut und dann auch mal genießt, wie diese beiden Löwen da. Jeder erfüllt seinen Part. Schön. Das wäre also der Idealfall. Ich lächle, dass außgerechnet dies´ Löwenbild da gemalt wurde.

Doch dann spüre ich Schmerzen beim Laufen und mag mich am liebsten einfach mal hinsetzen. Ausruhen. Etwas trinken. Wo sind wir nur? Ach, keine Ahnung. Jeder sagt was anderes. Laufen, laufen, laufen. Komm mir vor wie in der Savanne. Zwei Stunden später bin ich am Ende meiner Kraft anbelangt. Ich spüre, wie Teile meinen Körper verlassen. Ich schwebe mehr als ich gehe und kann auch meinen Körper nicht mehr kontrollieren. Mir wird alles egal. Ich kann einfach überhaupt nicht mehr und torkle durch die Gegend weil meine Beine versagen. Guido macht sich Sorgen. Ich spüre, dass er das ernst meint. Ich versuche mich daher zusammenzureissen. Mit Ach und Krach kommen wir im Hotel an. Ich bin total am Ende meiner Kraft und habe wahnsinnige Schmerzen. Guido fackelt nicht lange rum und behandelt mich. Ich spüre, wie sich die Energie durch die Hände über die Bauchdecke bis hin zum Krebs vorbewegt. Er greift in mich hinein. Uah, ich kann es total spüren. Ich bemerke, dass es Guido auch so wahrnimmt. Eine Ebene. Gleichklang. Dann umfasst er es, bis es in seiner Hand liegt. Ganz ruhig ist er dabei. Mein Herz rast. Mein Atmen kommt und geht stossweise. Ich fühle, wie er es umfängt und wie es da in seiner Hand liegt. Ich fühle, dass er vorhat es herauszuziehen und halte mich an seiner Hand fest. Er schaut mich unentwegt an und zieht es dann, ohne etwas zu sagen, mit einem Ruck heraus. Ich erschrecke und krümme mich vor Schmerz. Oh mein Gott, tat das weh. Ich schließe meine Augen und sehe auf energetischer Ebene, wie ein dunkelroter blutiger Fetzen in seiner Hand hängt. Ahhhhhhhhhhhhhh sind das Schmerzen. Ich weine. Das ist nun sicher nicht löwig, aber ja, ich bin ja auch keiner.

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Radha Krishna Tempel, Bangalore

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Aus einem Schockzustand herauskommen ist klar eine Herausforderung. Oft schafft man das auch nicht alleine. Muss man auch nicht. Es gibt Hilfen. Die Hilfen zu erkennen ist ebenfalls ganz klar eine Herausforderung. Und man kann sie annehmen diese Hilfen oder auch nicht. Beides ist möglich. Ich achte gern auf Zeichen, das hilft mir. Für mich ist dies die ursprünglichste Art von Magie. Mit Magie meine ich nicht, was man heutzutage darunter zu verstehen glaubt. Mit Magie meine ich die ursprüngliche Absicht dessen. Das Wort Magie kommt, wie ich schon erwänte, aus dem persischen und bedeutet soviel wie: „die Zeichen richtig deuten“ Ein Magier kann, aber er braucht keine Handlungen betreiben, er kann auch lediglich einfach nur die Zeichen richtig deuten. Zu einer Zeit, als dies so gehandhabt wurde verhalf dies zu Frieden, auch zu innerem, da es Kriege verhinderte. Es ließ die Menschen erkennen, wann was ansteht, wie z.B.: auch rechtzeitig die Ernte einzuholen oder die Feldfrucht einzupflanzen. Es half Krankheiten als Hilfmittel der Seele zu erkennen sowie alle Art von Zuständen auszuheilen. Ab einer gewissen Adeptenschaft lege ich daher meinen Schülern nahe, ihre liebgewonnenen Hilfsmittelchen wie all die wunderschönen Karten, die es so auf dem Markt gibt, all die prachtvollen Wahrsagekugeln, all die kunstvollen Pendeln und so weiter einfach mal getrost bei Seite zu legen, und sich trauen „sich auf den Weg zu machen“, sich trauen, auf sich selbst zu vertrauen, sich intensiver verbinden mit sich selbst, wieder mehr auf seine innere Stimme zu hören, auf die der Umwelt, auf die Natur zu achten, um sie so immer besser zu versteh´n. Um so die natürliche Verbundenheit wieder zu erlangen. Um die Natur, ihre Sprache wieder zu verstehen, ganz natürlich, ganz einfach um ohne Hilfsmittel, ohne Krücken  laufen zu können, ganz frei. Um URSPRÜNGLICHKEIT wieder zu erlangen.. Darum: „auf die Zeichen achten“ Und darum lasse ich nun auch wieder eine kleine Revue passieren. Rufe mir in Erinnerung, wie das ALLES überhaupt zu Stande kam… die Reise… die Zeichen… der Tag, wo ich das Visum beantragt hatte… ( und da hatte ich Euch noch nicht alles erzählt !!!…)… aber weiter: nochmals genau fühle ich hin, was heute Nacht war, was da genau geschehen ist. Dann lasse ich Revue passieren….meine Wahrnehmung am Morgen… das Sehen von Sai Baba, wie er so friedlich mit geschlossenen Augen ganz entspannt da lag… am Karfreitag hatte er am See von Lalbagh gesagt, dass er sterben wird und an diesem Vormittag ging bei meinem geliebten Rosenkranz das Kreuz ab… „es ist Karfreitag Sian“ sagte Dim-Hie-Trie. Nie sagte er etwas „nur so“ es ging um… das Kreuz…das Leid…. Leiden. Sünde. Schuld…am Kreuze gestorben…“für unsere Sünden“ doch das Kreuz..fällt ab…. die Zeit da?— ich erinnere mich, wie ich schon als kleines Kind den leidenden Jesus von ALLEN Kreuzen abhängen wollte, nein sogar tatkräftig gemacht habe, was meine arme Mutter fast zur Verzweiflung trieb… als Kindergartenkind hatte ich bereits den Dorfpfarrer damit genervt, dass ich glaube, es käme mal ganz sicher eine Zeit, dass man das tun MUSS denn Jesus kann doch nicht für alle Zeit für unsere Sünden büßen…..das das überhaupt so ein Quatsch sei und es mir weh macht, im Herzen, so weh macht….und heute ist was für ein Tag? Ostersonntag! Das bedeutet doch  im klassischen „christlichen“ Sinne: Die Auferstehung und das Leben! Dann schaue ich weiter, was ich gerade für „ein weltliches Problem“ habe: Ich habe ein offenes Messer in der Tasche !!! Und genau darum stehen wir auch gerade hier, weil wir gesehen haben, dass es NOCH eine Sicherheitsschleuse gibt. Doch dann erreichte uns diese SMS mit dem Tod von Sai Baba und ich fiel in diesen Schockzustand, aus dem ich jetzt aber raus möchte. Daher schaue ich mir das mit dem Messer an. Messer bedeutet? Schneiden. Abtrennen. Was? Oder auch „will ich mit dem Messer „ins offene Messer laufen“?….oder „nicht unter´s Messer kommen“? Ihr fragt Euch gerade: Was für ein Messer? Ah, hatte ich ja noch gar nicht erwähnt, stimmt!

Für den Tempelbesuch hatten wir wie immer genügend Dinge mitgenommen, die man so braucht/brauchen könnte. Diesmal neben den üblichen Dingen wie den Medikamenten, Geld, Pass, tausend wichtige Kleinigkeiten wie auch Kekse, Getränken sowie auch eine Mango. ( Hach ja, die gab´s drüben frisch vor „unserem“ Supermarkt…) Nun für diese wundervoll duftende Mango braucht´s zum schälen, so dachte ich mir das halt mal, ein Messer. Stephan Lunaris hatte mir für die Reise seines mitgegeben. Und er mag gerne Kanufahren und solche Sachen. Es handelt sich also um ein äußerst stabiles Messer. Genauer gesagt um ein orginal schweizer Taschenmesser. Sehr robust also, auch das Messer und die Klinge, frisch geschärft! Oh ja, sehr scharf. Denn Tags zuvor hatte ich es sogar noch ausprobiert und dann…nun ja dann….ähm…nicht mehr zubekommen. Ja wie peinlich, aber ich hatte das eben noch nie benutzt. Weil ich es nicht zubekommen hatte war es offen in der Tasche dabei. Ich hatte mir gar nichts dabei gedacht! Ich hab´s halt nicht zubekommen, aber wie schaut das denn aus, wenn ich mit diesem Messer im Tempel ankomme? Nicht auszudenken! Nur für die Mango, soso. Nun gut, wir sind also vorhin beim unteren Tempeleingang angekommen. Nichts ahnend, dass man da kontrolliert wird. Wie am Flughafen muss man da die Taschen vorzeigen. Die Kontrolleuere haben extra große, runde Metalldedektoren, mit denen sie in die Taschen gehen. Fieberhaft versuchte ich daher auch diese rießige scharfe Klinge mit der Hand in der Tasche zumachen, doch es ging nicht! Ich sah uns schon verhaftet….nein, aber so ähnlich….doch Dim-Hie-Trie hatte es tatsächlich fertig gebracht, dass weder das Messer, noch die Bleifüße der Naturwesen „entdeckt“ wurden! Auch Kameras sind übrigens strengestens verboten….und ich habe beides noch. Weil ich nun also begonnen habe, alle Zeichen und Eindrücke zu sammeln und zu deuten sammelte ich auch mich, so innerlich, wieder ein. Die Verbindung zu meinem Herzen kommt zurück. Wie wundervoll! Erleichtert stelle ich fest, dass meine Verbindung zum Herzen wieder steht. Und das bedeutet Vertrauen. Vertrauen in die göttliche Führung. Genau in diesem Moment weiß ich auch, wie das Messer zugeht. Einfach so! Schnapp, zu. Aha!

Sai Baba hat also den Körper verlassen. Ich bin dankbar, dass ich rechtzeitig hier war, dass ich noch rechtzeitig geflogen bin. Ich bin dankbar, dass ich so viele intensive Erlebnisse mit ihm erfahren durfte. Ich spüre, WIE SEHR es wichtig war herzukommen, zu Hause hätte ich es NIE so intensiv fühlen können. Ich habe es „richtig“ gemacht, die zechen richtig gedeutet! Ich fließe über vor Dankbarkeit! Dann spüre ich WIE SEHR ich dankbar bin, dass er der Welt so viel gegeben hat, er so viel zurückgelassen hat. Ein Schatz, unbezahlbar! Wissen! LICHT. geteilt. Geschenkt. Angezündet. „Das eine Licht entzündet das andere“. Mir wurde ein geschenk gegeben. Welch Gnade, dass ich das efahren durfte und tatsächlich in jenem Land weile, in dem er seinen Körper verlassen hat! Welch Gnade, dass wir verbunden waren und ich von seinem Licht geschenkt bekam ! Ich ströme über vor Dankbarheit und darum möchte ich jetzt beten gehen. DANKE sagen, im Tempel, für diese Geschenke, für diese Gnade. Doch sehe ich uns im Tempel? Ich spüre hinein. Sehe uns Treppen laufen, auf einem Boden sitzen, Statuen anschauen, etwas wahrnehmen…Dann habe ich jetzt also gefälligst auch Vertrauen, dass wir reinkommen. SO. PUNKT. Die zweite Sicherheitsschleuse ist noch aufwendiger und noch besser kontrolliert. Und das ist er, der Tempel, wenn man bereits drinne war und das waren wir. Denn wir haben Glück.

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Die Wesen freuen sich. Bevor man den Tempel betritt gibt der Mensch seine Schuhe ab. Dafür gibt jeder für ein Paar Schuhe zum versorgen 2 Rupies und bekommt einen Sack und eine Nummer. In den Sack macht man seine Schuhe rein und gibt diesen dann ab. Reihen über Reihen voller Säcke, in denen Schuhe hängen. Dann kommt die innere Sicherheitsschleuse. Eine für die Frauen, eine für die Männer. Wenn dies geschafft ist geht man eine Wassertrasse entlang. Da werden einem mittels angebrachten Düsen an den Treppenaufgängen die Füße gewaschen. Es ist wundervoll kühl und herrlich erfrischend. Dann läuft man einen überdachten Gang entlang und weitere Treppen hoch. Diese Treppen sind dann wenn die Sonne scheint ( und das tut sie ) sehr heiß. Wir hatten uns jedoch ja belesen und daher Socken dabei, welche wir also rauskramen und anziehen, was sehr zur Belustigung führt. Man kommt anschließend an verschiedenen Statuen vorbei. Sie haben eine wundervolle Ausstrahlung. Wenn viel Betrieb ist kann man nicht verweilen, weil an jeder ein Mann steht, der die Menschen antreibt weiterzulaufen. Wir haben aber auch hier Glück, denn nur wenige Menschen stehen davor und wir können so genauer schauen. Wundervoll, einfach wundervoll. Es berührt das Herz. Es duftet nach Räucherstäbchen. Vor jeder Statue sind Plexiglaskästen, wo man Geldscheine hineingeben kann. Blumen stehen davor. Es schaut so schön aus. Im Tempel haben wir auch Glück, denn nur wenig ist los und das an Ostersonntag. Wir haben sogar freie Sicht auf die goldenen Statuen. UND einen Sitzplatz in der Mitte auf dem Boden. Können so in aller Ruhe beten, die Energien spüren und aufnehmen, die Deckenbilder betrachten..und darauf achten…eine sattgrüne Wiese amFluss…Kinder, die spielen…eine weisse Kuh…ich spüre…so alt das Bild…so warm das Land…das alte Indien…VerbINDung… Elbenland… herübergekommen….

Die Statuen….

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eine Stunde, zwei Stunden einfach vor Ort sein, dasein, dasitzen, spüren, wahrnehmen, beten, verweilen…

…dann weitergehen, mit all den Eindrücken, die so intensiv waren, die Türen geöffnet haben zu inneren Kammern….in dieser Energie weiterlaufen, weiterschauen und die süßen Ladhukugeln sehen, sie kaufen, essen….und wer kein Geld hat erhält am Ausgang Reis aus einem großen Topf.. im Bananenblattschüsselchen.

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zum Abschluss erhalten wir ein Kärtchen, mit dem Krishna als Kind. Und diesen Himmel.

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Begegnung mit dem Tod. Die Nacht auf Ostersonntag. 8 Uhr Ortszeit. Sai Baba stirbt.

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Südindien. Halb acht abends ist es bereits stockfinster. Es hat wieder zu regnen angefangen. Die Rigschafahrt ist daher sehr teuer. Es ist anstrengend, dieses Ausnutzen aber für das Aushandeln eines Preises haben wir keinen Nerv. Nach dem, was gestern war, die Überschwemmung von Bangalore, die Nässe und Kälte, das alles steckt noch als Erinnerung in den Knochen fest. Schnell „heim“ ins Hotel, welches wir bereits total lieb gewonnen haben. „Unsere“ kleine Oase. Die Naturwesen, entspannt auf dem Nachttischchen stehend trällen ein erholtes  „Hallo“ im Chor. Sie lassen sich alles erzählen und bereuen ein wenig, nicht mitgekommen zu sein. Wir gehen früh schlafen. Dann, mitten in der Nacht wache ich auf. Mir ist total übel und mein Oberbauch fühlt sich sehr druckempfindlich an. Der Ventilator ist aus. Im Zimmer ist es schwülheiss. Ich will den Ventilator anmachen und merke, dass ich das nicht schaffe, weil ich meine Beine nicht mehr spüre. Auch aufstehen geht nicht. Mein Eindruck, es käme vom Rücken wird abgelöst durch das Empfinden, meine Verbindung zur Erde sei aufgehoben. Ich atme und versuche mich zu entspannen. Sai Baba. Es geht ihm wohl nicht gut? Vieleicht ein wenig frische Luft schnappen? Irgendwie schaffe ich es zum Fenster. Die Luft ist feucht vom Regen, doch heute rieche ich den Abgasdunst und mir wird noch schlechter. Auf allen Vieren krieche ich ins Bad. Dieser seltsame Geruch im Bad ist nun noch stärker. Mir wird nun so übel, dass ich mich übergeben muss. Ach jeh, mag ich gar nicht sowas. Am liebsten mag ich duschen, aber dann schleiche ich mich wieder ins Bett, ich bin ja nicht alleine und will niemanden wecken. Mein Atem geht schwer, der Rücken, der Bauch, die Nieren, alles tut höllisch weh. Ich suche in meiner Tasche nach den starken Schmerzmitteln und nehme mehr als genug davon. Nach und nach wird es besser. Erleichtert schlafe ich wieder ein. Wie schön, wenn der Schmerz nachlässt!

Doch dann wache ich erneut auf. Mit einem metallischen Geschmack im Mund. Oder ist er nur eisenhaltig? Ich spüre, dass es in meinen Magen gepumpt wurde. Dort kann ich auch die Galle spüren. Ich will es ausspucken, doch die Beine versagen, als ich erneut zur Toilette gehen will. Es ist schrecklich. Ich habe den Eindruck innerlich zu brennen und spüre, wie die Schmerzen anrollen. In Schüben. Wie eine Welle an Land kommen sie daher. Unaufhaltsam wie das wogende Meer rollen sie an. Es kommt einfach, mit solch einer Kraft, dass ich es nicht aufzuhalten vermag. Sobald ich fühle, dass eine solche Welle anrollt atme ich hinein, wie bei den Geburten meiner Kinder. Welle um Welle rollt an. Doch dann überrollen sie mich, ich kann es nicht mehr aushalten, verliere die Kontrolle. Sie sind nun so stark, dass ich mich vor Schmerz krümme. Meine Beine sind wie abgestorben. Ganz kalt. Alle Wärme konzentriert sich nun auf den Bauch. Ich spüre die Wärme und wie sie zur Hitze wird. Dann das Glühen. Ich fühle es. Und spüre die Präsenz von Mi´Chael. Er steht da und schaut mich an. Durch seine Augen sehe ich das Licht der Sterne, wie sie im samten Dunkel der Nacht glitzern. Er sagt nichts. Kein Lächeln ist in seinem Gesicht. Ich habe das Gefühl zu verbrennen. Die Glut des Flammmenmeeres ist stark. Es brennt. Verbrennt es mich? Ist es Zeit nach Hause gehen? Ist er deshalb da oder geht es darum, dem standzuhalten? Die nächste Welle überrollt mich. Ich winde mich vor Schmerz und schreie laut auf. Das ist mir in meinem bisherigen Krankheitsverlauf noch nie passiert.

Guido wacht darüber auf. Und erschreckt sich über meinen Zustand sehr. Es ist mir total arg, dass er das jetzt mitbekommt. Ich versuche es herunterzuspielen, mich zusammenzureissen und mich zu beherrschen. Stückweit gelingt es mir auch, bis mich dann die jeweils nächste Welle erreicht. Er hält seine Hand an die Bauchspeicheldrüse und schenkt mir Healing touch. Er macht darin eine Ausbildung und kam gerade von einem Intensivkurs, wo er nochmals sein Wissen verstärkt und intensiviert hat, auch mit Körperübungen den Körper gestärkt hat. Diese Eindrücke des Kurses, die Erfahrungen, das dort sich Erarbeitete ist noch ganz frisch und das Healing Touch hatten mir die Tage über bereits sehr geholfen. Ich nehme es dankbar an, auch wenn es mir total arg ist, ihn mit dem Ganzen hier so zu belasten. Ich spüre, dass es sehr anstrengend ist und wie viel Kraft und Energie es braucht, um dem entgegen treten zu können. Wie viel Arbeit es bedeutet, so viel Energien bereit zu stellen, sie durchlaufen zu lassen, durchzuströmen aber je mehr er hineingeht, desto mehr kommt durch. Ich kann die Energien spüren. Und ich kann sie sogar annehmen. Warum? Keine Ahnung, ich kann es einfach. Vergangenheit ist vergangen. JETZT ist was zählt. JETZT. Die Zukunft wird aus dem JETZT geboren. Ich bin wach, präsent, stell mich, lasse geschehen, nehme an. Dann sehe ich Sai Baba. Wie wir durch ein Band, in dem Energie hin und herfließt miteinander verbunden sind. Und Mi´Chael. Ich sehe sein Schwert. Ich spüre, wie sich etwas in mir löst. Und wie er sich in den Bauch ergießt. Es tut wahnsinnig weh. Wir werden sterben. Wir werden beide sterben. „Nein. Es ist ein Austausch. Es geht um Leben UND Tod.“ sagt Mi´Chael. Guido hilft mir ins Bad zu kommen. Er hält mich, als ich Blut erbreche. Viele Stunden vergehen so. Draußen beginnt es bereits zu dämmern. Der Muizzin ruft zum Gebet. Es ist so tröstlich. Die Schmerzwellen verebben langsam. Wir sind total erschöpft und schlafen bereits, als draußen die Sonne aufgeht und am Himmel aufsteigt.

Ich wache auf und weiß, dass mir Leben geschenkt wurde. Ich kann das nicht erklären, doch ich weiß es einfach. Ich sehe Sai Baba: Seine Augen sind geschlossen. Er hat keine Schmerzen. Ich bin so erleichtert, dass er keine Schmerzen hat und sage zu Guido: „Wenn Sai Baba gehen möchte, von mir aus kann er das. Er hat solche Schmerzen, ich habe erlebt. wie sich das anfühlt heut Nacht. Es ist unmenschlich und egoistisch von den Menschen, ihn halten zu wollen, nur weil man das so möchte. Er hat so viel gegeben. Es ist mehr als genug.“ Wir gehen hinunter und sitzen am Tisch. Es ist Ostern. Von der Kirche aus der Church Street sind ganz viele Menschen da um nach dem Gottesdienst nun im Restaurant zu frühstücken. Männer mit ROSENKRÄNZEN (!) um den Hals. Frauen in prachtvollen Sonntagssari´s mit Goldkreuzen um den Hals. Draußen wird Stück für Stück von oben herab die Hainbuche gefällt. Wir sehen es und es tut mir weh. Wir fahren mit einer Rigscha in den Tempel zum beten. Dort erreicht uns um halb drei nachmittags eine SMS aus Deutschland. Guido liesst zuerst und wird bleich. Er gibt sie mir zum lesen. Es steht da geschrieben, wie „froh man darüber ist, dass wir in jenem Land weilen, in dem Sai Baba seinen physischen Körper verlassen hat.“ Ich verstehe das erst gar nicht. Als ich dann die Worte verstehe muss ich weinen. Es schmerzt mich. Doch dann sehe ich wieder das Bild von heute Morgen, wie ich Sai Baba mit geschlossenen Augen sah, ganz entspannt und wie er ohne Schmerzen war. Sai Baba ist um acht Uhr Ortszeit gestorben.

Und ich stehe da – und lebe – „ich schenke Dir mein Licht.“ sagte er. Ich bin unter Schock.

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Entscheiden FÜR das Leben. Vinodhini.P. und Lakshmi

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Schon beim Übertreten der Schwelle wird klar, dass dies nicht nur ein schöner Tuchladen ist, sondern dass hier Schätze lagern. Du suchst sie aber nicht, die Schätze, Du lässt sie Dir zeigen. Du setzt Dich einfach hin und deutest mit dem Finger auf einen Stoff. Dann wird er flugs rausgeholt und vor Dich hingelegt. Dann hast Du zwei Möglichkeiten: Entweder Du knickst heftig mit dem Kopf, was  „ja, schön!“ heißt oder Du knickst weniger heftig mit dem Kopf, was soviel wie „Hm, nicht so ganz was ich wollte“ oder „vieleicht“ heisst. Ein „nein“ gilt als unhöflich hatte ich im Reiseführer gelesen. Wenn mir also was gefällt knickse ich begeistert mit dem Kopf. Wenn mir etwas nicht gefällt knickse ich nur leicht mit dem Kopf. Wenn ich begeistert knickse freut das alle drumherum und der Stoff bleibt liegen. Dann wird gefragt, was für eine Farbe Du gerne hast und schon geht´s weiter. Wenn mir was nicht gefällt knicke ich also nur schwach mit dem Kopf. Doch es bleibt dennoch da liegen und weiteres wird rausgesucht, was mir nicht gefällt. Es geht also nicht lange und die ganze Ablage ist voller Stoffe. Hm, hab´ ich da was mit dem Knicksen falsch gemacht…? Ich wende mich verunsichert an Guido. Ich bin erleichtert, dass er vermittelt, was mir gefällt und was weg kann. Ah, jetzt geht´s auf einmal! Stoffe werden auch wieder weggeräumt! Vieleicht übernimmt das hier den Mann? Nur wenn Guido sagt, was weg kann wird es auch tatsächlich weggebracht. Ich versuche dennoch besser zu werden mit dem Kopf knicken. Mittlerweile hat der Chef höchstpersönlich übernommen und lässt gleich drei Menschen flitzen. Ich registriere, dass mich das ganz schön nervös macht. Erstens dass überhaupt jemand auf Geheiss flitzen muss, dann gleich sooo viele und dann außgerechnet für MICH und zweitens kann ich nicht zuschauen, wie er die drei in seinem Barschton hin und her scheucht und zu uns dann wieder so freundlich ist. „Nur auf die Stoffe schauen Sian.“ Oh herrjeh. Ich drehe und wende mich von Pobacke zu Pobacke. Puh, macht mich das nervös, was ist es denn, das mich NOCH stört? Genau hinschauen, vieleicht, dass ich`s mal wieder nicht ändern kann? Oder geht´s um´s aushalten dessen? Aushalten können? Oder kann ich doch einfach gehen? Dann wird mir ein wundervoller Stoff hingelegt. Ich werde sofort ruhig. Er schaut wunderschön aus. Ich fasse ihn an, es ist um mich geschehen….er fühlt sich ganz weich an. Wundervoll! Er sieht aus wie fließendes Wasser mit zierlichen, rostbraun-goldenen Oranmenten, wie als würden diese auf Wasser….Wasser, so alt wie die Welt….schwimmen! Also WENN ich einen kaufe, dann DIESEN. Er ist so wundervoll, ich bin tief glücklich. Gefunden! Doch was ist jetzt? Noch mehr in dieser Art wird gebracht! Hallo? Keiner ist so schön wie DIESER, hört ihr? Haalooo, versteht mich denn keiner? Stoff um Stoff landet vor meiner Nase. Ich hab´ Angst, dadurch DEN EINEN aus den Augen zu verlieren und halte ihn daher krampfhaft fest. Nicht, dass DEN noch jemand wegpackt und man ihn dann nie mehr wieder findet…. Aber es nützt nichts, man will wohl nicht verstehen DASS ICH DEN EINEN BEREITS GEFUNDEN HABE. Nein, Stoff um Stoff landet vor meiner Nase. Ein BERG türmt sich vor mir auf. „NEIN.“ sage ich mittlerweile. „Nein, ich mag nicht den oder den da, denn ICH WILL DEN DA.  Ach ja, vergessen, nein gib´s ja nicht. Also geht´s weiter.

Wenn ich in Deutschland in einem Stoffgeschäft bin suche ich mir IN RUHE selbst aus, was mir gefällt und DANN sage ich: ich kauf den und gut ist. Bei Ikea schneidest ja sogar selbst ab….aber das ist hier undenkbar. Ich stelle fest, wie unangenehm mir das alles ist: -Das fordernde SCHAU her, -dann wie alle springen müssen, wenn ich auch nur eine kleine Andeutung eines Lächelns im Gesicht habe, – dabei gefällt mir das meiste doch gar nicht, -und auch wenn ich mittlerweile dennoch sage, dass es mir NICHT gefällt wird es mir dennoch angepriesen, wie toll das doch ist. Ach ja, es gibt ja kein NEIN. Hatte ich schon vergessen.  AHHHHHHHHH, wo ist der Ausgang! Also das wird mir definitiv zuviel. Ich muss aufstehen. Ich mag ja schon gerne weiter schauen, denn ja, ich spüre, da wäre noch etwas, aber was? Wie soll ich jedoch herausfinden, was es ist, wenn ich so bedrängt werde. Ich muss aufstehen, mag einfach selbst schauen, selbst drauf kommen, was es ist, was ich hier eigendlich suche und mag auch selbst schauen und entscheiden, was mir gefällt und was für mich passt und zwar OHNE  ZWANG und MUSS. Also stehe ich auf und laufe auf die andere Seite. Doch alle flitzen hinterher. Außer die rechte Hand vom Chef. Wie angenehm, es fällt mir auf, das dezente Zurückhalten, sie hat also verstanden. Drüben steht man aber auch auf. SCHWITZ. Weiterlaufen, nicht beirren lassen, doch huch, ich werde gebremst durch ein Podest. Ja du lieber Himmel, wofür ist denn das Podest? Ich beherrsche mich, NICHT draufzustehen und selbst die Stoffe aus den Regalen rauszuholen, denn ich habe da zwei total besondere Stoffe entdeckt: Einen rosa-grünen und einen blau-orangenen, sorgsam mit Perlen bestickt. Ich zeige auf diese beiden Stoffe. So, diese beiden will ich mir noch anschauen und keine anderen. PUNKT. Ja gerne! Das seien die besonderen Stoffe, wo von Hand die Perlen aufgestickt seinen. Ganz viel Arbeit! Oh ja, das denke ich mir! „So etwas nehme man auch nur für einen sehr besonderen Anlass, wie z.B eine Hochzeit.“ Ehrfürchiges andächtiges Staunen, eine besondere Atmosphäre. Ich werde von der rechten Hand des Chefs gebeten, auf das Podest zu stehen. Die Frau lächelt mich liebvoll anund freut sich offensichtlich, dass ich solch einen Stoff anziehen mag. Sie kommt auf das Podest mit mir und bindet mir auch schon den Stoff um. Es ist der blau-orangene. Mein erster Sari, den ich angelegt bekomme. Ich sehe die Frau an, die ihn mir anlegt. Alle schauen. ALLE. Wie peinlich ist das denn jetzt schon wieder !!! Ich versuche das zu ignorieren und mich auf den Stoff zu konzentrieren. Die Frau lächelt mich mit tiefem ruhigem Blick an. Wie ein Felsen in der Brandung. Ich entspanne mich. Dann schaue ich an mir herunter: Also da fehlt ja die Hälfte….man ist ja halbnackt! Da schaut doch der Rücken und der Bauch raus……oh jeh…. Guido übersetzt. Da käme ja noch die Bluse dazu, keine Panik. Die Bluse ist orange und und und…den Rest bekomme ich gar nicht mehr mit, denn ich WEISS auf einmal, warum ich diesen Stoff anhabe: Das ist genau DER Stoff, aus dem der Sari für die Darshan´s geschneidert wird !!! WOW, wie klasse! Ich sehe mich in ihm…aber auch in dem rosa-grünen, welcher sich ganz anders anfühlt….dann wieder in dem blau-orangenen….und spüre die Menschen drumherum, die bei den Darshan´s helfen. Sie finden statt! Die Darshan´s finden statt denn heiraten…? Ich spüre….und höre…. Musik….wunderschöne Musik, jeweils zwei verschiedene Energien sind das! Im rosa-grünen spüre ich zärtliche und im blau-orangen kraftvolle Energie. Ich schließe die Augen und rieche den Duft im jeweiligen Raum….eine jeweils wundervolle Energie….. Dann macht es auf einmal KLICK im Kopf und es schaltet sich der Verstand ein. Er sagt, dass ich als todkrank eingestuft wurde. Warum also Sari´s kaufen? Hat der Arzt, hat der Michael nicht gesagt….ich spüre, wie Kälte mich ergreift, EIS kalte Finger in der Nacht mich ergreifen und einen gellen Schrei. Sehe, wie das Krebswesen die Oberhand gewinnt. Es frisst mich auf, zersetzt meinen Körper. Was, wenn ich gar keine geben kann !!! Ich spüre Schmerzen. Auah, wie weh das tut! „SPÜRE das“ sagt der Verstand oder was auch immer das ist, „denn DAS ist die Wahrheit !!!“ Ich spüre es! Wie schnell jetzt die Kälte Oberhand gewinnt. Wie um mich herum die Farben verschwimmen, wie sich alles dreht, wie ich falle und die Menschen mich nicht mehr halten können, ich spüre mich zusammenbrechen und wie die Energie im Raum kippt. Wie jemand voller Sorge meinen Namen ruft. Wer war das? Jemand hält mich, doch ich gehe aus dem Körper. Ich riehe, wie der feine Geruch sich auflöst. Wie vom Duft nur kalter Rauch zurückbleibt, schal und feucht. Wie es zwielichtdunkel wird, als hätte jemand das Sonnenlicht ausgemacht. Es wird immer kälter. Ich stehe- in einer Ödniss. Mit abgestorbenen Bäume….spüre, wie meine Kraft schwindet…wie ich kalt werde und mein Odem weicht.

Ich sehe, wie ich in der Ödniss stehe und wie ich auf die abgestorbenen Bäume schaue. Abgestorben? Nein, da ist doch etwas grünes dran. Hm, den Baum da kenne ich doch. Ich habe ihn schon einmal gesehen. Wo? WO? Ich versuche mich zu einnern und dadurch kommt ein Funke Sonne zurück. genau auf das Grün. Ob das Grüne von der Sonne kommt? Sicher, das ist wohl wie in einer Höhle, wo Sonne hinkommt. Wenn da auch noch Wasser ist-da wird es grün und grün heisst? HOFFNUNG, das sage ich doch meinen Schülern immer! Der Baum ist also noch gar nicht tod? Was bedeutet das für mich? Und woher kenne ich bloss diesen Baum? Dann steigt die Erinnerung in mir auf: Es ist ein Posting von Danny Gross gewesen, das er im Facebook gepostet hat….ja genau! Ich komme zu mir. He, mal halblang hier, es gibt noch Hofnung Verstand. Meine Beine sind ganz kalt, ich habe Schmerzen. So ein Mist.Was tun? Ich fühle in die Energie. Ich spüre HOFFNUNG. Daran will ich mich festhalten „wie ein Ertrinkender am Strohhalm“ sagt der Verstand. „SEI SILL“ sage ich dem Verstand. Ich spüre Hoffnung. DAS ist EBENFALLS eine Wahrheit! Und ich kann mich entscheiden, so wie es die Tamarinde auch nochmals so deutlich gesagt hatte gestern! Ich verstehe nun NOCH tiefer, dass ICH mir meine Zukunft selbst kreiere, wenn ich daran festhalte, was der „Verstand“ sagt. Oder wer auch immer sowas zu einem sagt. Willst Du leben? JA, ich will. So, und darum kaufe ich jetzt ein. Ich nehme alle drei. UND Kurthas noch dazu. Wir bekommen Tee mit MIlch serviert. Aus einer Tasse, nicht in Plastikbechern. Wir finden Kurtha´s, schön verziert wie zu Hause und wie im Elbenland. Oh wie SCHÖN….. Ich vergesse, dass ich todkrank bin. Ich sehe nun das Elbenland vor mir. Laufe barfuss über das weiche Moos durch die tiefen Wälder zum See, welcher die Weltentore miteinander verbindet. Ich singe der Welt Lieder und sehe, wie die Bäume sich neigen und wie die Schwertlilien am See aufblühen…

Beim Nach-unten laufen sehe ich die Panjavidressabteilung. Oh, nur mal schauen, so „was für den Alltag“? Ich endecke ein wunderschönes zartrosafarbenes. Dann einen Traum aus Strass und Spitze in weiß. Sieht aus wie eine Brautausstattung, so wow, aber ich heirate ja nicht. Das zartrosane vieleicht? „Hm nein, das ist so Mädchen.“ Oh, aha, autsch. „Nimm doch mal das türkis- rote.“ „Anprobieren!“ besteht der Verkäufer. Hm, anprobieren. Ich wollte einfach kaufen und dann….“Doch, anprobieren!“ Eine Frau nimmt sich die Dress und zieht mich mit in die Umkleide. Ich bin so perplex und dann noch mit jemand mitgehen….also ich hatte doch nicht darum gebeten! Sie geht einfach mit! Sie dreht sich weg, als ich mich umziehe. Dann zieht sie mir die Hose an…ah jeh….kann ich doch alleine. Nein, das macht sie gerne versichert sie. Dann das Oberteil. Oh wie schön sagt sie, ich würde ja so schön aussehen. Kopfknicksen. Ich traue mich damit raus. Das ist definitiv NICHT Mädchen! WOW.  Als ich noch eines anprobieren mag und sie das nicht gleich mitbekommen hat erntet sie einen barschen Rempler vom Chef, der ebenfalls nun da ist. Ah, ich spring ihn gleich an. Die kleine zierliche liebe Frau anrempeln, das geht ja gar nicht! Sie erschreckt, schaut zu Boden und entschuldigt sich bei ihm, ich verstehe nur die Geste, aber es ist offensichtlich. Ich zeige ihr mit meinen Augen, dass ich das von ihrem Chef NICHT gut heisse. Sie lächelt und geht wieder mit in die Umkleide. Dann fasst sie meine Haare an. „Wie Gold“ sagt sie voller Strahlen im Gesicht. „So golden wie die Sonne und fließend wie ein Wasserfall.“ Ich werde rot. Wie sie heisst frage ich sie verlegen, sie freut sich darüber sehr, ihre Augen stahlen. Ihr Name sei Lakshmi. Ob ich den Namen kennen würde, er sei berühmt. Sie wächst mindestens 10 cm. Wie schön, ihren Stolz, ihre Würde sehen, ohne Arroganz! Ich bin berührt. WOW! Oh ja! Und wie! Ich LIEBE Lakshmi sage ich ihr, das freut sie noch mehr. Ich verstehe, dass sie mir den Namen erklärt. Nun ist sie nicht mehr zu halten. Sie hilft bei allen Schritten. Bringt raus, bringt rein….

….dann kommt der Schneider mit dem Maßband….

Als wir dann noch zu den Schal´s gebracht werden können wir noch so rigeros sagen, dass wir genug haben, man ist tatsächlich eingeschnappt, als wir nach all den Stunden sagen: NEIN keine Schals mehr !!! Nur Lakshmi versteht, aber sie ist ja nicht der Chef und hat zu schweigen. Und die rechte Hand vom Chef versteht. Sie findet den günstigen Moment und errettet uns. Geleitet uns nach unten. Puh, Gott sei Dank kam sie vorbei! Sie lächelt, als wir sie nach ihrem Namen fragen. Wird nicht müde, uns nach all den Stunden auch noch zu zeigen, wie man den Sari dann bindet WENN ich dann den Unterrock und die Blusen habe….Halt, stop, WIE meinte sie das….die Blusen habe…? „Alles wird zum Schneider gebracht. Am Mittwoch könnten wir abholen.“- Wie, Mittwoch? Wir wollen doch zu Sai Baba…. „Aber morgen sei doch Sonntag, Ostern!“ Ich sage: „Dann eben in vier Wochen, auf dem Rückweg, wenn wir wieder fliegen“ – „Aber dann wären wir gebunden, nicht frei, müssten wieder nach Bangalore reinfahren“ sagt Guido. Hm, was tun? Gut, dann Dienstag 18 Uhr sagt der Chef. Zugzwang, was tun, ENTSCHEIDEN. „Auf drei Tage kommt es jetzt auch nicht mehr an. Noch in den Tempel gehen könnten wir und es gibt ja noch den Park, den wir noch nicht gefunden haben. Vieleicht geht es Sai Baba bis dahin dann soweit besser, dass wir zu ihm gehen könnten.“ Hm. „Die Zeitung informiert uns ja“- und ich bin doch mit ihm verbunden. Ja, warum Stress machen. Ok, Dienstag 18 Uhr.

Vinodhini. P. :

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geleitet uns bis zur Türe. Sie ist so schön!

Lakshmi ist oben geblieben. Doch in Herzen ist sie mitgekommen. Ich spüre so viel Liebe. Ich werde sie nie vergessen. Es war heute so eindrücklich gewesen und diese beiden Frauen haben uns all die Stunden begleitet. Ich liebe sie. Ich liebe sie beide !!!

Lakshmi (Sanskrit, f., लक्ष्मी, Lakṣmī) ist die hinduistische Göttin des Glücks und der Schönheit, nicht nur Spenderin von Reichtum, sondern auch von geistigem Wohlbefinden, von Harmonie, von Fülle und Überfluss, Beschützerin der Pflanzen. Sie ist die Shakti, die erhaltende Kraft des Vishnu, und dessen Gemahlin. Vom Namen her ist Lakshmi in der indogermanischen Sprachfamilie etymologisch verwandt mit der schwedischen Lichterheiligen Lucia, dem lateinischen Lux (Licht) sowie dem englischen luck (Glück). Alle Begriffe sind die Attribute der Göttin.

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Das Spielzeugeschäft und wie man in Indien über eine Strasse geht

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Weiter die Strasse runter ist ein Spielwarengeschäft. Bei seinem Anblick denke ich an meine Kinder und an die Kinder, die ich alle kenne. Und an all die Kinder, die mir hier schon begegnet sind. ich frage mich: Mit was spielen indische Kinder gerne? Mal schauen gehen, was es da so alles gibt? Doch es ist gar nicht so einfach, da reinzukommen, „mal so zum schauen“.  Denn zuerst ist da diese Sicherheitsschleuse. Mit Sicherheitsbeamten. Rechts und links vom Eingang. Die Männer haben einen düsterem Gesichtsausdruck. Viele müssen, bevor sie reindürfen noch zusätzlich ihre Tasche abgeben. Es sieht aber eher willkürlich aus, wer sie abzugeben hat. Wer barsch darauf angesprochen wird geht ohne mit der Wimper zu zucken zurück und gibt sie am Schalter draußen vor dem Geschäft ab. Ich habe nicht vor, meine Tasche abzugeben und bin mal gespannt, was passiert, wenn ich sie nicht raurücke. Doch keiner sagt was. Wir dürfen unsere behalten. Das Privileg der „Westler“? Hm. Drinnen ist es sehr kühl. Die Klimaanlage läuft auf Hochtouren. Es gibt Musik und alles schaut erst mal so aus wie bei uns. Es gibt so die klassischen Rollenverteilungen: was für Jungs, was für Mädchen. Die Mädchen gehen mit ihren Müttern rechts zu den Puppen und finden dort Puppenzubehör, Schmuck, Rätzelspiele und Puzzles, die Jungs gehen links des Einganges zu den Games, Autos und Videospielen. Gemeinsam genutzt wird der Mittelgang mit Spielsachen, die für beide gleichermassen interressant sind. So, alles wie bei uns? Nein. bei genaurem Betrachten sieht man all die Kleinigkeiten. Dass die Täschchen aufwendig Perlenbestickt sind, die Regenschirme mit feingeblümten Rüschchen versehen sind (oh, wie NIEDLICH der rosa-violette oder der türkis-blaue… !) die Barbie´s  in der Mitte der Stirn einen Punkt tragen und stilecht mit Sari bekleidet sind und goldene Ohrringe, die schlichte lange goldene Halskette, an beiden Füßen Fusskettchen, am Arm goldenen Armbänder tragen, der männliche Begleiter ist mit einer Kurtha bekleidet, das Kind kurze Haare hat und mit Schmuck ausgestattet ist sowie einen Panjavidress trägt. Es gibt auch die westliche Variante mit Jeans und weißer Bluse. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. Es gibt ihn hier, den klassischen Hulahopreifen, die gelbe Quitscheente, das obligatorische Hüpfseil, die bunte Kreide für die Strasse. Wir arbeiten uns Regal um Regal durch. Schauen alles genau an und erreichen die Stofftiere: „Hi, schu mal, eine schwarze behaarte Spinne…ihhhhh….“ dann ein Affe mit einer lustigen Schnauze und ein… „hm, was is´n  das da? Ein Tapier?- Ha, und gugg mal da: überdimensionierte Käfer !!!“ Unten in einem Behältniss sind statt Taxies oder Bussen Rigscha´s, stilecht in schwarz oder grün. Mit einem Fahrer drinn. Dann gibts da so robuste gegossene Plastiktiere für „draußen“. Statt den üblichen Bauernhoftieren wie Kuh, Pferd, Hund und Katze hier der Tiger, Elephant, Affe, Heuschrecke, Spinnen. Bei jedem Spielzeug, das ich in Händen halte fällt mir ein Kind ein, das ich aus Deutschland kenne, dem ich am liebsten gerne dies da und das da bringen mag.

Also ich weiß echt nicht, wie lange wir da drinne waren, aber das war schon lange. Und weil wir eh´ keine Rupies mehr haben verlassen wir den indischen Spielwareneinkaufstempel und suchen eine Wechselstube auf. Das geht ja bestimmt flott denke ich so bei mir: Reingehen, Dollars geben, Rupies dafür erhalten. Punkt. Nichts weiter. Ganz einfach. Ja von wegen!  Zuerst geht man an einem Wachmann vorbei, dann wartet man unter Kamerablick vor der Sicherheitsscheibe. Man gibt seinen Ausweis ab, dieser wird dann kopiert. Dann füllt man ein Schreiben aus. Wo man wohnt, die Telefonnummer, wie lange das Visum gültig ist, und und und. Und dann wartet man. – Und wartet. – Und wartet. Ja auf was denn nun genau? Man wartet eben. Da hat man Zeit, so alles anschauen. Es hängt ein Blatt aus. Mit den wichtigsten Notrufnummern. Unter anderem steht da eine Notrufnummer für – PEST. Äh, was, die Pest….? Der Mann hinterm Schalter hat bei Guido´s Reisepass die versteckten Euros rausgenommen. Er zahlt das Geld aus und „vergisst“ doch das nicht wieder heraus zu geben…? Man muss ihn ansprechen darauf und die Antwort: „Aber ja sicher, das hätte er gemacht.“ Hm wirklich…?

Dann möchten wir gerne über die Strasse gehen. Da ist auch ein Zebrastreifen-doch keiner hält an. Wir warten brav. Wird ja mal einer anhalten. Wir warten. Und warten. Zwei Polizeibeamte schauen uns zu. Und lachen. Es scheint unmöglich über diese dicht befahrene Strasse zu kommen. Die Auto´s rasen. Ich streichel derweil eine Kuh. Wir werden von einer Frau beobachtet. Sie kommt auf uns zu, schnappt sich meine Hand und zieht mich über die Strasse. Ahhhhhhhhhhhh. Was macht sie da? Sie lacht. Sie sagt was, doch ich verstehe sie nicht. Sie gestikuliert, mit ihren Händen  (und so auch einer von meinen) Dann spricht sie mit den Augen. Ah, Anhalten, jetzt laufen, warten, langsam weitergehen, anhalten, eine Handbewegung mit einem strengen Blick, weiterlaufen, anhalten, weiterlaufen. Wir kommen heil drüben an. Die beiden Polizisten lachen. Ich danke ihr, wer würde bei uns sowas machen denke ich. Ich bin bewegt, wie lieb! Dann kommen wir an einem Sarigeschäft vorbei. Und stundenlang nicht mehr heraus. Als wir herauskommen ist es bereits finstere Nacht und es regnet wieder in Strömen. Ihr könnt Euch schon denken, dass die Rückfahrt super teuer war? Ja, das war sie!

Wir haben da etwas sehr wichtiges gemacht und erlebt. Und was da genau war erzähle ich Euch dann morgen.

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23. April. Church Street

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Noch lange sind die Aufregung und das Chaos von draußen zu spüren und zu hören. Neben dem gewohnten Oberbauchschmerzen habe ich nun noch mit dieser Schwere, dem Alter und den Nierenschmerzen zu kämpfen und so ist mir der verlässliche Ruf des Muizin Beruhigung und Trost zugleich. Dann, nach vielen Stunden verebbt der Regen allmählich und Ruhe kehrt ein. Schon früh am Morgen scheint munter die Sonne und trocktet fleissig die nassen Häuser und Strassen. Was tun heute? Noch ein Tag Entspannen und dann überlegen, wie es weitergeht. Was könnten wir heute tun? Ich hab Lust, die Church Street anzuschauen und Du? Ja, klingt doch gut. Ich mag so gerne schauen, ob es eine Marienkapelle oder so etwas da gibt. Ich mag so gerne beten gehen. Die Naturwesen schauen entsetzt. Wie, schon wieder rausgehen? Also darauf haben sie keine Lust, wer weiß was heute wieder ist. „Nein, danke der Nachfage. Wir wollen heute mal lieber im Haus bleiben.“ Das war ihnen wohl too much. Verstehe. „Von der Art her bin ich ja immerhin ein Hauszwerg.“ trumpft Geramain noch auf. Jö, was hab ich ihm da zugemutet. „Und das Baby braucht Ruhe!“ sagt er noch hinterher. Oh, das Baby! Ja!- „Ich bin kein Baby mehr“ quäkt das Baby und versucht in seinem Körperkleidchen zu stehen. Hui, wie lustig das ausschaut! Ich nehme es hoch und herze es, was es zum Lachen bringt, da meine Haare so kitzeln. Die beiden lassen sich mit Keksen und Auraspray eindecken und winken munter zum Abschied. „Viel Spaaas“ trällern sie uns nach, als wir wie üblich bepackt das Zimmer verlassen. Wie üblich mit unseren prall gefüllten (und schweren) Taschen, in denen wir wieder so allerlei drinne haben, was man so im Notfall alles brauchen würde/könnte. Ich habe bereits rote Scheuerstellen an den Schultern vom Tragegurt, aber was tut man nicht alles, ich liebe ja schließlich meine Tasche und selber laufen kann sie ja nicht. Also trage ich sie eben. „Tschüüüüß“ rufen die beiden. Dann rein in den Fahrstuhl, nach unten fahren, ins Foyer zum…ja, genau. Er steht auf, wie gewohnt. Und das ist er, so sieht er aus. Darf ich ihn Euch vorstellen:

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Sonst lacht er, aber so ein Foto ist eine ernste Angelegenheit, ja. In der Zeitung waren der Überschwemmung zwei volle Seiten gewidmet. Bilder von dem Chaos auf den Strassen, angespannte Gesichter, Menschen, die versuchen ihr Hab und Gut zu retten. Der blanke HORROR. Also was wird uns draussen erwarten? Wie gehen hinaus – und ein atemberaubendes Erlebniss empfängt uns. Die sonst abgasgeschwängerte Luft ist heute brilliant. Nicht der kleinste Staubpartikel wirbelt durch die Luft. Die Strassen, sonst staubig und voller Müll, sind heute blitzeblank. Oh wie schön sich das anfühlt. Heute atmen Bangalores Bewohner und Besucher reine, saubere Luft ein, zumindest solange, bis der Abgasdunst die Luft erneut beschwert. Hm, noch einen tiefen Atemzug nehmen. WOW. Und schauen, solange es so ist. Schön, einfach schön. Alles glänzt!

Wir laufen zur Church Street. Das ist gar nicht mal so einfach, wenn es keine Strassenschilder gibt, aber ja, wir finden sie dennoch. Und wir finden auch eine Kirche. Rechts davor steht, behütet von diesen wundersamen ausladenden indischen Bäumen eine weisse Marienstatue mit einem Opferstock davor. Ich bin überglücklich und danke, danke, danke Maria. So eine schöne Marienpräsenz ist hier, ich mag am liebsten den ganzen Tag einfach nur hier sitzenbleiben und in der Stimmung weilen. Ich bestaune dieses wundersame  Kleinod. Mein Herz ist ganz weit. Das Antzlitz der Marienstatue ist lichtvoll, fein und weich. So sieht also die indische Version einer Marienstatue aus. Die Stimmung ist wundervoll, die Luft ist voller Flirren und Licht:

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Dann gehen wir rüber zur Kirche und da wir nicht wissen, ob man, wie in einem Tempel üblich, auch bei einem Kirchenbesuch ebenfalls die Schuhe auszieht,  ziehen wir also brav die Schuhe vor der Kirche aus. Man kann ja nie wissen. Drinnen ist es warm und Männer sitzen in den Reihen zum beten. Dahinter gibt es noch einen Raum, in diesen gehen wir hinein und setzen uns hin. Die indische Version einer Kirche ist ebenfalls ganz anders als ich es gewohnt bin. So ist also schon alles üblich an seinem Platz, aber die Energie ist eine andere. Also schon SEHR ungewohnt. GANZ anders! Es fühlt sich ganz anders an als bei uns. Dann kommt eine Nonne (oh, eine „richtige“ Nonne !!! FREU!!!) herrein. Ich sitze da, staune, bete und spüre, wie glücklich es mich macht, dass ich das erleben darf, wie es sich in einem anderen Land anfühlt, wie da das Christentum gelebt wird! Einfach nur SCHÖN. SCHÖN. SCHÖN.

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Ach ja: p.s: wir waren die einzigsten, die ohne Schuhe in der Kirche saßen.

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Karfreitagabend. Monsumartiger Regen überschwemmt Bangalore

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Sai Baba, verkündet außgerechnet am KARFREITAG seinen Tod? Ich bin am zittern, frieren und Nierenschmerzen spüren. Was tun, nach solch einer Ansage? Ich fühle mich hilflos und bin furchbar taurig.  NEIN! Ich will das nicht – wahrhaben. Sicher war das nur eine Illusion….“Ah so ist das, Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie. „Denkst Du nun als Mensch? Niemand mag gerne solch ein helles Licht „verlieren“, doch sag: Was fühlst Du wirklich?“ Ich fühle in mich. Drinnen ist es ruhig. Draußen tobt der Orkan. Ich höre Gebete. Es wird gesungen. Es sind Mantren. Ich sehe Menschen. In weißen Gewändern, mit der blauen Schärpe. Mit dem Goldmedallion am Hals. Ich sehe Frauen. In Saris. Immer mehr Menschen. Sie strömen von überall her. Es sind – oh, Tausende Menschen. Es ist schwülheiss. Fliegen summen in der Luft. Ein Ventilator kreist an der Decke. „Tiefer in Dich.“ sagt Dim-Hie-Trie. Was? NOCH tiefer? Ich spüre dicke und dünne Schläuche, die ihn mir stecken. Sie sind mit Pflasterband fixiert. Ich kann es fühlen. Ich höre den Laut von Maschienen. Sie sind mit meinem Körper verbunden. Das Atmen fällt mir wahnsinnig schwer. Oder werde ich beatmet? Ich habe das Gefühl von bleierner Schwere, die auf meinem Körper lastet. Mein Herz, wie kann es so schlagen? Wer beschlägt es? Hält es in Gang? Jegliche Leichtigkeit scheint außerhalb von mir zu sein. Ich fühle, dass ich gealtert bin. Es ist ganz anders als vorhin. Warum bin ich so alt? Ich erinnere mich an meine Jugend. Doch ich bin- ein Mann! Ich strotze vor Kraft. Mein Haar ist unbändbar. Das Leben – es liegt noch vor mir. Ich genieße, in vollen Zügen und bin soooo relaxt. Dann tut wieder alles grauenvoll weh. Meine Lunge. Meine Nieren. Sie scheinen nicht zu funktionieren. Ich fühle meine Beine nicht. Oh mein GOTT, was ist das denn !!!!

„Alles gut Sian.“ beruhigt mich Dim-Hie-Trie. „Du spürst Sai Baba. Jetzt, wo Du doch mit ihm verbunden bist.“ Ich kann fast nicht laufen, mein Herz pumpt wie verrückt. Meine Beine, was ist nur mit denen, ich spüre sie fast nicht. Ich versuche mich abzulenken und schaue daher in den Himmel. Oh, das wird ja immer dunkler da droben!  „Mit Dir kommt der Regen.“ sagt Sai Baba.

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Ich bin gerade sehr versunken, als ich wie weit in der Ferne Menschen hellauf erregt schreien höre. Männer rennen weg. Etwas hat sie aufgeschreckt. Trillerpfeiffen gellen wie Warnrufe durch das Dunkel der Wolken. Sicherheitsmänner, oder sind es Polizisten? halten mit erhobenen Händen Schlagstöcke. Guido sagt, dass einige Gewehre tragen. Wie er das meinen würde. Gewehre? Hier? Ja wie jetzt. Wo? „Da vorne!“ Er zeigt es mir. Oh, ich hatte das erst gar nicht mitbekommen und bin nun hellwach. Was ist da nur los? Wir wissen es nicht, verstehen ja kein Hindi, aber es sieht so aus, als wäre etwas im See. Hu, bin ja grad froh, dass wir nicht auf die Insel sind, wo ich mir doch sogar überlegt hatte, einfach drüberzusteigen…gut dass mich Guido davon abgehalten hat….wir laufen an den Ausgang. Genug Lalbagh jetzt. der Himmel ist nun ganz schwarz. Wir haben Durst und nichts mehr zu trinken. Hach, am liebsten hätt´ ich jetzt gern´ einen von diesen Mangosäften. Eisgekühlt. Hm, das wäre jetzt fein!

Gerade schaffen wir es noch bis zum Glashaus, als es richtig heftig zu regnen beginnt. Menschen stömen von überall ins Glashaus herrein. Ein Mann steht oben und hat einen Karton in der Hand. Bei genauerem Betrachten, (achten, ha, also drauf achten) sehe ich, dass da „Magosaft“ auf englisch drauf steht. OH, wenn er DAS jetzt auch noch verkaufen würde denke ich so bei mir …. und sehe, er verkauft sie …und JAJAJA…!!!… wie kaufen zwei, na KLAR!!! Wie klasse ist das denn! Beim Anfassen spüre ich, dass sie gekühlt sind. Wie hat er DAS Kunstwerk nur geschafft…? Oh wie lecker, so gut hat noch KEIN Mangosaft geschmeckt!

Zuerst finden wir´s lustig, hach ein bisschen Regen! Die Stimmung im Glashaus ist entspannt. Wir sitzen in der rechten hinteren Ecke des Glashauses auf einer Holzdiele. Bis der Wind den Regen herreinweht. Dann stehen wir eine Weile im hinteren Mittelgang und beobachten die Menschen. Wir lachen, scherzen und haben es richtig nett miteinander. Ich bin glücklich. Am Boden bilden sich Pfützen. Hm, woher die wohl kommen..? Wir schauen nach oben, Glasdach. Wie kann´s denn da hinein regnen? Durch die Schraublöcher, gugg mal! Ja haha. Lustig. So stehen wir mal hi, mal da, lachen, scherzen, es ist total schön, so da stehen, zwischen all den Menschen. Doch am Boden bilden sich immer mehr Pfützen. Vorne müssen die Menschen schon weichen, da die Strasse bereits so voll mit Wasser ist dass es bereits in Strömen die Treppe herunterfließt. Bald wird im Glashaus der ganze Boden überschwemmt sein. Autos fahren an, Menschen rennen hin, Gehupe, Chaos. Die Kinder werden unruhig. Ich beginne, mit den Wolken zu sprechen. Singe ihnen das „Es lichtet sich und der blaue Himmel kommt duch“ Lied in der Elbensprache vor. Doch sie lassen nicht mit sich reden. Im Gegenteil, sie erwiedern schroff: „JETZT REGNET ES.“ Boah, wie resolut sind die denn hier in Indien! Ich werde also resoluter, doch die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Es regnet noch mehr. Krass. Also da ist nichts zu machen. Es wird mir erst jetzt klar, dass es nicht aufhören wird zu regnen. Wir sehen, dass es langsam schwierig wird, noch länger hier zu bleiben und beschließen daher, hinauszulaufen. Ich find´s total lustig, so durch den Regen laufen, die Pfützen…zu spüren, wie ich erst trocken bin und binnen zwei Sekunden total durchnässt werde. Doch dann versinke ich inmitten der Strasse in ein Loch. Das Wasser reicht mir fast bis zur Kniekehle. HUCH. Überall stehen Menschen und wissen nicht wohin. Eine ernste Sache, ist nicht lustig. Doch immer noch find´ ich s  wie in einem Abendteuerfilm, nur „live“ und lache weiterhin. Doch Guido findet es nicht mehr lustig. Ihm ist total kalt und ihn nervt mein….ich entschuldige mich. Sehe: Er hat ganz bleiche Lippen und zittert am ganzen Körper. Dann stößt er sich auch noch an den Wurzeln unter dem Blütendach den Kopf an. Auah! Ich empfinde den Schmerz wie als hätte ich mich gestoßen und mag ihn trösten. Ich strecke meine Hand aus und berühre ihn, was ich besser hätte lassen sollen, da ja alles am Körper klebt. Ich erschrecke bis ins Mark über das heftige anbarschen. HUCH, das ist mir noch nie passiert, ich kann es gar nicht einordnen. „NICHT ANFASSEN !!! “ Ist es eklig, wenn ich berühre? Oh heftig, so fühlt sich das also an.  „Nur anschauen.“ Ah, ok. Was war das? So heftig. Kindheitstrauma? Warum wird das als schrecklich empfunden? So, nasse Klamotten auf der Haut? Nichts anfassen dürfen? Nicht geliebt werden? Man, was ist DAS denn jetzt, was macht das mit mir. Abgelehnt werden? Ist es das? Ich bin wieder ganz versunken und bekomme daher die Kälte, die in mich kriecht gar nicht mit. Das Verhalten seinerseits mir erklärend registriere ich zwar dankend, aber es dringt nicht so recht in mich vor.  Ich habe mich zu sehr erschrocken. Wir steh´n im Regen. Und ich fühle lange die Kälte nicht. Bis ich sie spüre, ist sie schon in den Knochen, ein schreckliches Gefühl.

Der erste Rigschafahrer lässt uns ein wenig sitzen. Er sagt, dass noch nie so früh der Monsum eingesetzt häbe, einen Monat vorraus und dass es nun nicht mehr aufhören wird zu regnen. Der nächste Fahrer, den wir anhalten verlangt einen unverschämt hohen Preis. Ich bin nicht berreit, das zu zahlen und er fährt weiter…..das sorgt für Ärger. Der nächste Fahrer, der bereit ist uns mitzunehmen nützt es ebenfalls voll aus, dass wir so frieren und verlangt von vornerein das dreifache von dem, was wir heute morgen bezahlt hatten. Um weiteren Ärger zu vermeiden schweige ich aber nun. Wir steigen ein. Der Fahrer ist mir total unsympatisch. Seine Ausstrahlung lässt sogar meine Nackenhaare aufstellen, ein seltenes Phänomen. Ich bin in höchster Alarmbereitschaft. Er fährt eine andere Strecke. Vorbei an dunklen Häusern, wo schattenhafte Gestalten huschen. Überall sind riessige Pfützen auf den Strassen. Dann fährt er in eine Strasse, wo massenhaft Autos, Mopeds und Rigscha´s stehen. Es gibt kein Weiterkommen, denn die Strasse ist unterspült. In der Mitte schwimmt ein weisses Auto, man sieht nur noch das Dach. Wir beide haben das Gefühl, in einem Horrorstreifen zu sein. Das kann man sich gar nicht vorstellen, es ist echt wie in einem schlechten Alptraum. Nur eben live. Er fährt Gasse nach Gasse. Eine dunkler als die andere- Die Hauptstrasse ist in einer Senke ebenfalls komplettt unterspült. In einer noch dunkleren Seitenstrasse, bei einem Grabmalverkäufer, bleibt er stehen und lässt uns alleine in der Rigscha zurück. Neben der Gasse verläuft der Fluss. Er ist ein reissender STROM geworden, wo im schlammigen Wasser haufenweise Müll schwimmt. Diese Gasse ist so ganz der blanke Horror und die dunklen Gestalten regen meine Phantasie an. Ich sehe uns schon ausgeraubt und zusammengeschlagen hier in einer Ecke liegen….ich will daher aussteigen…doch dann geht es weiter. Vorbei an entsetzten Menschen, überspülten Strassen, wo Autoreifen, Plastikmüll und Bananenschalen schwimmen. Nach schier endlos lang erscheinender Fahrt kommt der Tower. Ich registriere: Wir sind da! Wir sind ja soooo erleichtert. Wir danken dem Fahrer. Er dreht sich rum, seine Augen taxieren uns. Er macht sie zu Schlitzen und er sagt, dass er 100 Rupies mehr haben will. Wir sind verunsichert. Sagen freundlich, was abgemacht war und dass es bereits das Dreifache war….doch dann erhebt er drohend seine Hand, die Augen funkeln dunkel. 100 Rupis mehr als abgemacht will er noch zusätzlich haben. BASTA. GIB MIR. Wir sind vor den Kopf gestoßen. Ich traue ihm zu, dass er zuschlägt und will nur noch abhauen. Wir beschliessen auszusteigen und zu geben, was abgemacht war. Doch der Fahrer wird immer lauter. Während Guido ruhig spricht webe ich ein Unsichtbarnetz, klettere über die Absperrung auf der rechten Seite und stehe daher „plötzlich“ neben der Rigscha. Darüber ist so verdattert, dass er mit offenen Mund das abgemachte Geld von Guido annimmt. Eine weitere Salve böser Worte lassen wir über uns ergehen und laufen mit sicherem Schritt hinein in „unser“ Hotel. Ob er uns verfolgt? Lieber mal nicht umdrehen. Nur weiterlaufen. Aber mit Herzklopfen. Erleichterung pur, das „drinnensein“. Die Dusche, sonst immer so heiss, dass man Eier hätte kochen könnten ist heute mal nur lauwarm. Huh, das ist SOO kalt. BRRR, ich zittere voll. Aber immerhin sind wir im sicheren Hotelzimmer. Draußen tobt derweil der Regen. Bangalore versinkt im Regen. Es wird komplett überschwemmt.

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