Monthly Archives: Oktober 2011

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gibt es denn überhaupt einen „falschen“ Weg?

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Wir reihen uns in diese Schlange ein. Es ist nicht so recht ersichtlich, wo man hier konkret für was genau anstehen muss. Eine blonde Frau mit einem dünnen Rucksack läuft an uns vorbei. Hm, war SIE das? Ich bin mir nicht sicher. Mein Kopf tut aber auch so weh. Mysore-Mysore sagt monoton die Stimme. Sie kommt aus einem Lautsprecher. Sie sagt noch mehr, aber ich verstehe es nicht. „Wohin jetzt?“ frägt Guido. „Das sind doch eindeutige Zeichen. Wir hatten ein gutes Gefühl bei Mysore mit den Zetteln, weißt Du noch?“ Hm, ja, da war doch was…ach Mist, mein Kopf dröhnt. Doch! Stimmt! Wir hatten ja Zettel gemacht, die Tage zuvor. Hatten Namen mit Städten draufgeschrieben, zusammengefaltet und hineingespürt. Bei Mysore hat es sich harmonisch angefühlt. Bei einer anderen Stadt spürte ich.- Durchfall. „Alle schwärmen von Mysore, egal, wen man frägt. Weisst Du noch, die Inderin am Flughafen?“ Ja, ich erinnere mich. Sie hat Mysore in den höchsten Tönen gelobt. Sie sagte, dass es das Romantischste überhaupt in ganz Südindien sei. Der meines Erachtens nach aufdringliche Mann bestätigte das. Hm. Aber den mochte ich eh nicht. Subjektiv. Sowas kann die Entscheidung bekanntlich sehr beeinflussen. Zählt also nicht. „Und weil es sooo romantisch sei darum alle Verliebte nach Mysore gehen würden“ sagte sie noch. Warum hatte ich sie gefragt, was da das Besondere sei? „Wegen dem Maharadhschapalast“ hat sie gesagt. „Weil da abends Tausende von Lichter an sind. Weil die Stadt so schön sei. Und dass es da einen heiligen Berg gäbe, auf den man pilgern könne und von wo man über die ganze Ebene schauen könne. Das sei besonders abends wundervoll, weil die Stadt dann in ein funkendes, glitzerndes Lichtermeer eingetauscht sei.“ Ja, so genau sagte sie das. Damals schon. Am Flughafen. In Dubai. Hm…..

Also ja, soweit schon vorher wurde uns Mysore genannt….warum wohl? Vieleicht DARUM, wegen dieser Entscheidung…und ja, das würde ich schon gerne erleben da hoch gehen….aber….ABER…. das BEGRÄBNISS !!!! Ich sehe gerade so deutlich die Augen der Inderin vor mir, wie sie mich mit schwärmendem Ausdruck in den Augen angeschaut hatte und nochmals betonte: „sehr romantisch.“- „Sie meinte auf dem Berg den Durgatempel.“ sagt Guido und das holt mich in die Realiät. „Da wollten wir doch hin.“ Ja, da wollten wir hin. Ich spüre, das ist eine wirklich wichtige Erfahrung, die ich da machen werde. – Ah, ich kann gar nicht richtig nachdenken, mein Kopf, mein Arm….wie nervig. -“ Ok. Wir versuchen es so: Siehst Du uns da Sian?“ -Ja. Ich sehe uns da. Und es ist eine einschneidende und sehr wichtige Erfahrung, die ich da machen werde…. scheint wirklich wichtig zu sein im Tempel diese Erfahrung zu machen. Und Feuer, ich sehe und spüre Feuer…. „Und im Maharadschapalast? Siehst Du uns da?“ Ja, da sehe ich uns auch. Ebenfalls eine sehr intensive, eindrückliche Erfahrung. Ich sehe eine glühende Sonne… und Menschen, die uns grüßen… Guido zählt nochmals auf, wie anstrengend es wäre, zum Begräbniss zu fahren. Und dass er die Energien da nicht spüren will. Er Sai Baba lieber in seinem Haus besuchen mag. Ja, spürt sich gut an, richtig….ach ich bin hin und hergerissen. Die eine Stimme sagt. „fahre zum Begräbniss“ Dann spüre ich all das, was ich geträumt habe und auch, dass alle Taschen weg sind und es vom Körper her nicht gut geht.  Die andere Stimme sagt „das Land anschauen. Mysore-Nilgiris. Kommt an in Kodaikanal“.

Auf welche hört man? Welcher Weg ist denn überhaupt im Leben „DER Richtige“? Gibt es überhaupt sowas wie „fasche“ Wege? Dim-Hie-Trie sagt da immer: es gäbe nur sowas wie Umwege und die machen ortskundig. Und dass es egal sei, was IST denn das sei nur Auswirkung. Wichter sei vielmehr, WIE reagieren. Ich lasse mich überreden nach Mysore zu fahren. In der Schlange sind wir falsch. Die Tickets gäbe es nebenan. Dort steht auch, wie soll es anderst sein, das Pärchen. Hui.

Die blonde Frau steht auch am selbigem Schalter an. Ist SIE das? In diesem Moment holt sie aus ihrem Rucksack – eine Wasserflasche heraus während Guido und ich gerade denken : Ist sie alleine unterwegs? Das ist ja mutig… Ich schaue auf ihre Hand: Sie hat – einen Indienführer in der Hand. Klar, alles klar. Das Pärchen redet unterdessen ganz lieb miteinander. Ich höre ihnen zu, verstehe aber kein Wort. Guido bittet mich, aufs Gepäck aufzupassen. Er würde dafür am Schalter anstehen um die Tickets nach MYSORE zu erwerben. Ja, Mysore, beschlossen jetzt. Irgendwann MUSS man sich ja mal entscheiden. Ach mich schmerzt, dass ich nicht zum Begräbniss komme. Dass es nicht geht. Ich bleibe daher noch eine ganze Weile im Herzzschmerz stehen und schleppe dann die beiden großen Rucksäcke, unsere zwei Schultertaschen und all die Tüten mit unserer kostbaren Fracht, den Sari´s und Kurtha´s für die Darshan´s an einen Pfosten. Ja DEN Pfosten und beobachte die Menschen. Trotz all dem Gepäck scheint mich niemand zu sehen. Als sei ich unsichtbar. Alle gehen drumherum, aber keiner scheint mich wahrzunehmen, wie überaus praktisch. Ich stehe am Pfosten… bewache das Gepäck… und niemand – NIEMAND, auch Guido nicht, der gerade 2 Meter von mir entfernt steht und mich sogar schon dreimal angeschaut hat sieht mich NICHT !!! HIHI, bin ich – UNSICHTBAR ??? Belustigt schaue ich mir das an. Guido´s fragender Blick: Wo ist sie bloss hin? Dabei stehe ich doch genau vor ihm! Erst als ich winke, winke, winke und lache sieht er mich.“Ich hab Dich gar nicht gesehen!“ sagt er  und frägt nach einem Kugelschreiber. Ah, wieder was ausfüllen…



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Fahrt zum Bahnhof

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Der Taxifahrer hat´s nicht eilig. Er kommt sowieso nur im Schrittempo voran. Die Zeit verrinnt. Im Viertelstundentakt. Dabei ist´s zum Bahnhof gar nicht mal weit, also luftlinienmässig gesehen. So aus der Vogelperspektive heraus betrachtet. Doch das zählt nicht, wir sitzen ja im Taxi. Und das fährt eben auf der Strasse und nicht in der Luft. Hm, ob wir da wohl ankommen? Immerhin weiß ich jetzt, warum unser Hotelier am Nachmittag zuvor bereits telefonisch für uns auf 7.00 Uhr das Taxi bestellt hat. Er hat sicher auch eingeplant, dass er fast 1 St zu spät kommt….Tags zuvor hatte ich mich noch gefragt, warum denn so früh…? Der Zug, mit welchem wir fahren wollten fäht doch erst um halb elf…? Er sagte, dass man Ferntickets am Schalter 2 St vorher kaufen muss. Und dass man nie weiß, wie lange man zum Bahnhof brauchen würde. Hm, er hatte doch NOCH etwas gesagt, was war das bloß? Ich schließe die Augen um mich besser erinnern zu können. Ah, dass man lange anstehen muss sagte er noch. Ich mag zu Sai Baba fahren. Ich will wissen, ob wir den Zug nach Mysore oder in die andere Richtung nehmen…

Das, was ich jetzt gleich mache, ja das kann ich machen, aber… es hat auch Auswirkungen… egal…. ich beginne zu atmen… ganz tief in den Bauch…. ein… aus… eiiiiin… auuuuus…. der Herzschlag wird langsamer. Kontinuierlich langsamer- die Geräusche dröhnen, alles wird langsamer, wie in Zeitlupe…. es wird bunt, die Welt beginnt sich zu drehen…ich schwebe…. Nullpunkt. Ich bewege mich energetisch aus dem Taxi, halte den Kontakt nur über die Silberschnur. Sehe das Taxi. Von oben. Wo will der Fahrer hin…er kennt doch die Strecke…ich folge der Strasse…Wums-Schlagloch- ich sehe einen markanten Baum, wow, was für ein Baumfaun…er sieht mich….ich halte Blickkontakt …auch mit bestimmten Personen, mit einem Hund, er laüft ja sooo derart lustig….wir biegen ab…das Haus da an der Ecke, eine Frau mit einem weißem Kopftuch davor fegt, sie schaut mich fragend an…ihr Gedanke: „ich kenne diese Frau, ich habe sie gerade gesehen…“ autsch, was ist denn mit meinem Kopf…. Stände mit Taschen, mit Essen…das Taxi biegt in den Bahnhof. Busse, Taxi´s, wieder Stände mit Taschen…ich sehe sie mir an. Boah, nur 450 Rupie´s…eine Tasche für die Sari´s und Kurtha´s wäre praktisch…doch keine Zeit…weiter weiter…ich sehe, wir steigen aus dem Taxi…mein Kopf tut voll weh…ach jeh, so viele Taschen…jemand spricht uns an…nach Mysore? Wollt ihr nach Mysore? Mysore?

Viele Menschen, viele Gleise… eine Schlange… es geht nichts vorwärts…eine blonde Frau mit einem dünnen Rucksack…Mysore-Mysore…die Frau holt aus ihrem Rucksack – eine Wasserflasche heraus.. ist sie alleine unterwegs…? Sie hat einen Indienführer in der Hand… ah, das Pärchen…. sie stehen an einem Schalter….  reden… ich höre ihnen zu, niemand sieht mich, wie überaus praktisch.. ich stehe an einem Pfosten… bewache das Gepäck… und niemand – NIEMAND, auch Guido nicht, sieht mich, ich bin – UNSICHTBAR. Dann ein Ruck. Ich stosse mir den Kopf an der Decke des Taxi´s an. Versuche mich wo festhalten und stosse mir den rechten Arm. Mein Arm, mein Kopf tut weh. Autsch, was war das? „Nicht aufgepasst Sian? Da waren Löcher in der Strasse.“ Ich habe mir den Kopf angestossen, es tut voll weh. Löcher in der Strasse, der Fahrer scheint darüber zu schimpfen. Er hupt. So ein Mist, eine Schramme! Wird schon blau am Arm…“Pfoah, was für ein blöder Spruch…“Nicht aufgepasst Sian?““ Da ist er wieder, dieser fast überhebliche Unterton im Satz. Ich bin verletzt.  Ach, ich will mich jetzt nicht so aufregen.

Jedenfalls bin ich wieder ganz da jetzt. Ich denke, dass wir bestimmt den Zug verpassen, weil dass so lange dauert…Doch dann sehe ich den Baum. Der Faun schaut mich an. „Oh, den kenne ich!“ sage ich laut. Ah Mist, ist mir herausgerutscht. Wollt gar nichts sagen! He, warum habe ich meinen Mund nicht unter Kontrolle. „Ahso..?“ Dann läuft da dieser kleine Hund. Oh wie lustig ist das denn. Ich freue mich total, weil er so lustig läuft. „Gug´mal, wie lustig der Hund da lauft. Den hab ich schon mal gesehen.“ Mist, das war ja schon wieder laut. Der Hund schaut mich entgeistert an. Dann biegt der Fahrer in eine andere Strasse. Das Haus da an der Ecke! Die Frau steht davor- und fegt. Weißes Kopftuch. Sie schaut genauso überrascht wie der Hund.  „Oh, sie kenne ich auch, das alles habe ich schon gesehen!“ – „Ahso.“ sagt Guido. Er ist genervt. „Da, die Taschen! lass uns eine kaufen…“ jetzt halte ich mir aber den Mund zu. Denn fast hätte ich noch dazu gesagt: „kosten auch nur 450 Rupis!“ Aber ich will ja nicht als verrückt gelten. „Wir müssen weiter, wir können jetzt nicht anhalten Sian. „Klar, weiß ich…viele Taxi´s, viele Busse, viele Menschen…wir steigen aus dem Taxi. Ich hatte zuvor Taschen angeschaut…ob ich jetzt hingehe und deshalb eine kaufe? „Nein, wir haben keine Zeit.“ sagt Guido. Mist, hab ich schon wieder was laut gesagt? „Hat eben Auswirkungen Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie und putzt sich die Nägel. Ein Mann kommt angelaufen. Er wird doch jetzt nicht sagen…doch, er sagt-“ Mysore. Ihr fahrt nach Mysore.“ Unfassbar. Guido schaut wissend. Das hat er also gerade gesagt. Weiß ich hätte ich fast gesagt. „Na, noch ein Zeichen bräuchte ich.“ Wir gehen in den Bahnhof.

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Was für eine lange Schlange…wer steht denn hier wo an? „Wohin jetzt?“ frägt Guido gereizt. Er ist angespannt. Ich bin ebenfalls gereizt. Mein Kopf tut weh. Ich kann nicht denken. „Mysore-Mysore.“ sagt monoton eine Stimme.


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die letzte Ehre erweisen

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In der Nacht träume ich von einem Massenandrang an Menschen die sich ohne Rücksicht auf Verluste durch enge, verstopfte Gassen drängeln. Tausende, die sich in den engen Strassen hin zu Sai Baba´s Wirkstätte vor drängen. Jeder scheint dabei sich selbst der Nächste zu sein…. Polizei. Überall. Die Stimmung ist angespannt, ja fast gefährlich. Überall Menschen, die drängeln, die versuchen zu laufen, zu stehen, dicht an dicht. Die Luft – stickig und erfüllt mit den verschiedensten Gerüchen. Polizei, Pilger, Staatsanwesenheit, alles scheint auf EINS fokusiert…. Auto´s, Moped´s, Limousinen, die sich hupend durch die Gassen vordrängen… entsetzlich – und dabei schwebt doch Sai Baba über allem! Unbemerkt, vermeindlich unmerklich aller, schwebt er als reinweisse Energie über allem – schenkt Gelassenheit, Ruhe und Kraft. Er berührt die Menschen, Strahlen gehen von ihm aus. Diese Strahlen berühren die Menschen und genau diese fallen in eine Art Trance – Es ist eine unbeschreibliche Energie da! Sai Baba scheint auch nicht tot, sondern nur befreit aus dem Körper. Es ist alles so real, so „echt“, so kraftvoll… ein unbeschreibliches Gefühl …. Ich folge dem Drängen der Menschen, wo es sie hinzieht und erreiche eine Art Halle, die erfüllt ist mit Blumenduft und Räucherwerk…. die Energie dort ist hochenergetisch… wieder so real, so echt und wirklich unbeschreiblich… Ich schließe die Augen und tauche ein in diese Energie – WOW…

Dann öffne ich meine Augen. Sai Baba steht neben einem Sarg aus Glas, in dem ER liegt !!! Ich sehe ihn da liegen- und denke: „wie bei Schneewittchen“ Sie ist auch nicht tot, nur schlafend….

Schweissgebadet wache ich auf. Im Zimmer ist es stickig. Die Luftfeuchtigkeit am frühen Morgen beträgt-ah keine Ahnung, jedenfalls für Europäer nicht zum aushalten. Ich mache den Ventilator an. Surr surr, kostant und den Kopf befreiend, sehr beruhigend. Puh, das Begräbniss! Du lieber Himmel !!! DAS BEGRÄBNISS !!!! Haben wir das jetzt etwa verpasst? Wo waren wir nur die ganze Zeit? Wann ist das Begräbniss!? Ich fahre hoch. Ist heute eine Zeitung da? Nein. Seid Tagen wurde keine Zeitung mehr unter die Tür gelegt. Nervös gehe ich im Zimmer auf und ab. „Was ist los?“frägt Guido.  Zweifel und Bedenken kommen in mir auf, ob es passend ist, statt zum Begräbniss heute nach Mysore zu fahren… denn das ist ja eine ganz andere Richtung und das kann´s ja jetztwohl nicht sein: He, wir sind nur wenige Autostunden entfernt, wir sind im Land….und gehen nicht zu seinem Begräbniss??? Mann, was ist denn nur in uns gefahren! Ja sicher gehen wir da hin, das ist ja wohl klar! -STILLE. „Wie, Du willst jetzt da hin fahren…? Weißt Du, was da los ist?“ Ist mir doch völlig egal! He, wir sind im Land, wir gehen da hin! Wir werden Sai Baba bei seinem letzten Weg begleiten! Hallo !!! ??? Mein Herz klopft wie verrückt, ich kann mich gar nicht unter Kontrolle halten, meine Hände zittern.

Ja, das ist nun alles rein irdisch gedacht, ich weiss, aber ich mag ihm doch von ganzem Herzen die letze Ehre erweisen… das empfinde ich als richtig, als anständig….ich weine, wie schlimm das alles… Zusammenbruch. Meine Nerven versagen komplett. Mich schüttelt es durch. Sai Baba ist tod, tod, tod… mich überkommt es, auf der STELLE will ich jetzt endlich zu ihm !!!

„Aber Sian, Sai Baba ist doch gar nicht tod in diesem Sinne und Du weisst das auch!“ versucht Guido mich zu beruhigen. – Ja, weiß ich wohl. „…und da sind doch Tausende von Menschen…“- „alle wollen da hin.“ Na und? Ist mir doch egal, dass Tausende das gleiche vorhaben! „..aber stell Dir das doch mal vor, wie sich das in der Realität dann anfühlt, vor Ort…“ Ja, schlimm, das spüre ich auch! „..und sicherlich wird es daher auch keinen Platz zum Schlafen geben…“ Wie kann man denn da jetzt nur an´s schlafen denken! Das bringt mich total in Wallung. Na und, dann schlafe ich eben auf der Strasse! Ich spüre, dass ich das machen werde – notfalls eben alleine. Kann er ja sonstwo hinfahren und durchs Land tingeln… Sai Baba ist TOD. Ich will nicht durchs Land tingeln !!! STILLE.

„…aber da muss man auch erst mal hinkommen, stell Dir doch vor, Du siehst das doch, wie es da aussieht..“ Ahso, also DAS soll ein logisches Argument sein? Ich kann mich gar nicht beruhigen. Alle Argumente erreichen mich nicht. „Schau, alle Zufahrten sind sicherlich verstopft…“ Pah, das soll ein Hinderniss sein? Dann laufen wir eben da hin. „…mit all dem Gepäck? Die Sari´s für die Darshan´s sind schwer, schau, da stehen 6 Tüten….“ Ach, das ist mir ist doch egal, ich schleppe sie da hin. Ich will auf der Stelle da hinfahren. Und ich gehe auch alleine! STILLE

„Kannst Du Dir vorstellen, was das kostet?“ Ich hab Geld. “ Ich mache Guido total nervös. „…und dass Dein Körper so schwach ist ist Dir auch egal? Wie soll denn das gehen? Was für eine Belastung für den Körper! Und all die Energien!“ Das pack ich ja wohl. „Hm, wirklich?“  Ich sehe, dass ich ihn total aufreibe damit, dass ich jetzt alles über den Haufen werfen will. „Wir sollten uns doch das Land anschauen Sian…die Nilgiris…Kodaikanal…“- Ich sage nichts mehr. Ich fühle mich wund. „…das Taxi ist auch bestellt Sian.“ Ich kann nicht sehen, dass er versucht zu helfen. Doch immerhin, dass er sehr wohl spürt, wie wichtig mir das ist. Ich lenke daher ein. Wir reden. Er ist, auch wenn er anderer Ansicht ist, bereit es mitzumachen. Das stimmt mich ruhig. Lange spüren wir gemeinsam hinein. Es fühlt sich total chaotisch an, da hingehen. Aber das ist doch kein Argument! Ja, das stimmt. Wenn es „sein soll“ werden wir einen Weg finden. Ja. Wir beschließen, es so wie immer zu handhaben. Es ganz einfach „nach oben“ abzugeben. Was wäre das Beste? Wir beschließen, ins Vertrauen zu gehen. In das Vertrauen der göttlichen Führung und somit Fügung. Vertrauen haben. Einfach auf die Zeichen achten. Wie immer. Sich führen lassen. Ja, genau. Ruhe kehrt ein.

Packen. Erst mal packen. Gut. Dann runtergehen und das Zimmer bezahlen. Ja. Dann das bestellte Taxi besteigen und zum Bahnhof fahren. Gut, von da kann man weiterschauen. Puh. So machen wir es! Wir packen. Bezahlen. Das Taxi lässt auf sich warten. 10 Minuten. 15 Minuten. 20 Minuten. Eine halbe Stunde! Es macht nervös. Was bedeuet das? Umschauen. Gut. Im Foyer liegt – eine Zeitung. Eine Zeitung !!! Aufschlagen! Ein großer Bericht:

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Sai Baba liegt-tatsächlich in einem GLASSARG und erhält – ein Staatsbegräbniss. Mit allen Ehren. Tränen steigen mir in die Augen. Mein Kopf droht zu zerspringen. Alle erweisen ihm die letzte Ehre…und ich? Ich nicht? Ich will auch !!!! Das Taxi fährt vor. Das ist ja wohl DAS Zeichen! Wir lassen uns statt zum Bahnhof einfach da hinfahren! „Jetzt erst mal zum Bahnhof.“ Wir sagen kein Wort. Ich kann an nichts anderes mehr denken….als daran, Sai Baba die letzte Ehre zu erweisen.

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im Museum

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Über das Goverment and Art-Museum wird gesagt, dass man eine Mischung aus historischen Ausstellungsstücken Karnatakas, die üblichen Tonscherben,  Musikinstumente, Schwerter und Gemälde im goldgeschmückten Mysore-Stil vorfindet. Im direkt angrenzenden Art Museum, das mit der gleichen Eintrittskarte angeschaut werden kann, sich wertvolle Bildhauereien und Landschaftsmalereien berühmter indischer Künstler befinden. Hui, ein richtiger Schatz also! Der Eintrittspreis von 4 Rupies, das sind 10 Cent, erscheint uns verschwindent gering. Vor dem Museum steht ein Mann, gekleidet mit dem klassischen steif gebügeltem weissem Hemd, die Hände hinter dem Rücken.

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Mit strengem, ernsten Blick mustert er uns, während er die 8 Rupies entgegen nimmt, das dann eine weitere Angestellte in Empfang nimmt. Eine alte zahnlose Frau mit streng zurückgekämmtem Haar. Wir sind drin, im MUSEUM.

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Hui, ja, Schwerster und Säbel liegen da und mit ihnen die Erinnerung an alte Schlachten, die damit geschlagen wurden. Ich spüre die Schärfe von Klingen, auch wenn sie alle NUN rostig darliegen. Lange her, die Schlachten, in denen sie zum Einsatz kamen, aber es erzählt ein jedes Stück seine Geschichte….

Ich sehe eine kleine friedliche Stadt am Meer, umgeben von Mauern, Türmchen und Zinnen, auf denen Fahnen im Wind wehen. Ich sehe Kinder, die miteinander scherzen, zusammen Versteck spielen. Lächelnde Mädchen mit bunten Blumen im Haar. Ich sehe Schiffe, die anlanden und große Aufregung unter den Bewohnern. Die Schiffe bringen Leid, Verderben, Plünderei, Brandlust, Verstümmelung von Gliedmassen und Vergewaltigung über die Stadt. Ich sehe alles und halte dabei die Energie fast nicht aus. „Das gehört zum Leben“ sagt Guido. Ich schleife mich zu den Tongefässen.

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Auch sie erzählen eine Geschichte. Ein Tontopf erzählt, dass in ihm wertvolle Gegenstände verborgen waren und wie sie von einer Frau vergraben wurden.  An einen sicheren Platz am Stamm eines markanten Baumes. So, dass sie ihn auch wiederfindet. Es ist schön, all den Geschichten beiwohnen zu dürfen! Ich freue mich und fühle, wie jedes Museum Geschichten zu erzählen weiss, und hier in Indien, wo es so viele Dynastien gab ist es besonders greifbar. Der Zugang ist ganz schnell da. Schwebend laufe ich die alten schweren Eichentreppen hoch. Sie knarren. Gleich hinter den Trepen sind in alten staubigen Vitinen die Musikinstumente.

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Guido bleibt wie angewurzelt vor einer der Vitrine stehen. Seine Aura wird hellgelb. In ihr tanzen Lichtglitzerpunkte. Uih, schön! Um sie herum ist es weiss mit einem zarten Grünschimmer. Der Körperelf beginnt zu musizieren.  „Darauf habe ich schon gespielt“ sagt er lachelnd und scheint sich zu erinnern….. Es liegen mehrere Musikinstrumente da. „Auf welchem?“ frage ich. „Auf der Sitar“antwortet er leise.  – „Welches ist die Sitar?“ frage ich flüsternd. „Diese da.“ sagt er und zeigt auf das bauchige Musikinstrument.  Das Instrument erfreut sich und. Uih, ich denke an Atron, das musische Wesen, das im Flügel in Berlin, wo Dim-Hie-Trie einst war lebte. Lange Jahre schlafend, bis eines Nachmittages der Musiker das Haus des Anwalts betrat…Ich darf in in Guidos Aura eintauchen…und sehe ihn mit übergeschlagenen Beinen auf einem dicken Brokatkissen sitzen. Ihn kleidet eine Kurta aus gelb glänzendem Seidenstoff, der reich mit Goldstickerei verziert ist. Eine wunderschöne, kunstvoll gearbeitete Sitar ruht dabei an seiner rechten Seite auf seinem linken Fuß. Mit dem rechten Unterarm, der auf dem Resonanzkörper ruht, das er  schräg vor den Körper hält, greift seine linke Hand Saiten hinter den Bünden. Ich höre ihn singen und spüre seine tiefe Verbundenheit zu dem Land Indien. Uih, schön!

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Noch ganz berührt davon, mit dem Körpereelfen in Kontakt gekommen zu sein, der den Menschen daran erinnert, was er schon erlebt hat gehen wir an schönen Bildern vorbei und kommen an diese Stelle:

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Wir laufen einmal um die Ballustrade. Bilder verschiedener Dynastien erzählen ihre Geschichte. Menschliches Schicksaal offenbart sich, während wir uns dem Herzstück des Museums nähern:

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Mysore, da steht Mysore. Wir wollten einen Hinweis, wo wir hingehen….

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Die Bilder sind reich verziert, kunstvoll und dabei so alt, es raubt fast den Atem, das hier zu sehen und zu spüren! Alles Originale wie mir scheint. Einfach so, hier! Unglaublich!

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Wir spüren uns hinein, in die verschiedenen Energien. Guido weiss viel über die Bilder zu erzählen. Es ist die Zeit, wo die „Götter“ auf Erden weilten…

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Weh tut dann die Menschenherrscher auf den anderen Bildern zu sehen, welche ich nicht fotografieren wollte zu sehen. Verrat, Macht und eine Energie des „MEINS“ und „haben wollen“. Oh so anders! Gier ist spürbar. MENSCHEN…denke ich nur. MENSCHEN MENSCHEN MENSCHEN, wie sie alles an sich nehmen. Versuchen, den Platz der „Götter“ zu füllen, selbst „Gott“ sein wollen, sich so fühlen, aber nur eine vage Ahnung, einen schattenhaften Glanz dessen zu fühlen vermögen dadurch, was SIE ver-suchen mit Werten zu füllen…Gold, Edelsteine, alles war so üppig….doch dann, wie sie die Schätze an sich reissen, wie sie Prachtbauten bauen…ah, das HERZ tut weh dabei, weil man sieht und wahrnehmen kann, so deutlich, wie einst einmal alles soooooo schön war….und für ALLE da… „So geschieht Untergang.“- Es ist so deutlich, wie die Menschen versuchen, die Lücke zu füllen….Diese Statue nimmt es so, wie es ist…

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Ich werde wieder ruhig. JA sagen, nehmen, wie es ist. Eingetaucht in diese Energien, angefüllt mit all den Erlebnissen, begehen wir das Art Museum. Dort stehen die Statuen. Sie scheinen auch mit Leben gefüllt, noch mehr als die Bilder und Schwerter, Säbel und Tonkrüge…eine ganz eigene Energie geht von ihnen aus, sie scheinen fast zu leben….

Vor dieser hier bleibe ich stehen, weil ich es anzüglich finde. Guido erfreut es, wie man sich so öffnen und hingeben kann. Hm, ahso…? Ich verschrenke meine Beine, fühle mich total unwohl….“Probleme mit der Sexualität?“ Nun, das ist wohl offensichtlich. Das anschauen? Puh, NEE !!! Doch, doch denn DAS gehört zum Leben wesentlich dazu….oh jemine….

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Ich finde es anzüglich, und das so zur Schau stellen….also ich fühle mich unwohl, mag am liebsten kein Foto machen. „Doch“ sagt Guido, „dann kannst Du es Dir anschauen. Wir wollen ja schließlich noch zum Durgatempel nach Mysore….“ Schnell ein Foto und weiter. Hach, ERLEICHERUNG, Entspannung…. denn SIE mir lieber:

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Ich bin nun total geplättet. Laufen geht gar nicht mehr. Wir gestatten uns, eine Rigsha zu nehmen. Ach tut das gut, die Erlebnisse im Sitzen nachwirken zu lassen. Es riecht wieder nach Abgasen, die Luft stinkt. Die Strasse ist holprig. Gut dass wir fahren, wenn ich mir die Wege der Fussgänger anschaue…schaut mal unten….Neben uns kommt auf einem Roller eine Frau angefahren. Mit drei Kindern. Auf einem Roller. Also insgesammt- vier Peronen. Oh, ich denke schon wieder an unsere Verkehrsvorschriften. Also DAS da gänge schon mal gar nicht! Die Kinder lachen zu uns in die Rigscha hinein. Was für ein Strahlen, das von ihnen ausgeht! Sie freuen sich, dass ich ein Bild von ihnen mache. Da ich nun weiß, wie das so vor sich geht mit den Bildern, nämlich dass man den anderen daran teilhaben lässt, an dem Bild, wo er drauf ist, zeige ich es ihnen auch gleich. Oh, die Freude ist noch größer, als sie es anschauen dürfen.

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Einfach leben, den Fahrtwind spüren. Die MUTTER fährt.

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Zeittunnel

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LIEBE kann man nicht erzwingen und sie ist sowieso immer da. Durch genau solche schmerzhaften Gefühle, Erlebnisse wird man sich wohl eher bewusst, dass man im karmischen Netzwerk unterwegs ist. Das Karma, die Erde, das ALL, die Dualität innerhalb des Netzwerkes, es ist in der LIEBE alles da, doch Gungnir wurde entfesselt… ich spüre Weh und Schmerz. JA, ich werde mir weiterhin alles anschauen. Der Schmerz lässt nach und ich bin froh, eine Sonnenbrille aufzuhaben. Hier steht er, Mi´Chael und erinnert mich an das Bruderthema. Und im Grunde ist das noch viel schlimmer für mich als das Mutterthema. Aber dies bitte bitte ein anderes Mal.. gerade wenn ich nun weiss, auch dem geht es einfach nicht mehr auszuweichen… ich wische mir heimlich die Tränen weg. Dann spüre ich TROST. Doch woher kommt das? Ich schließe die Augen. Ein schöner Duft ist da. Es ist Sai Baba! Welch eine Freude, gerade JETZT. Ich „sehe“ ihn lächeln und wie er die Hand hebt. Spüre und fühle, wie er sagt: „Ihr seid hier….das ist gut …alles ist gut….nehmt, wie es ist… haltet inne und segnet, was gewesen ist…“  Seine Hand nähert sich dabei unseren Köpfen. Die Energie ist so sanft und gütig. Ich spüre seine Hand, fühle die Energie. Oh, sie beruhigt mich. Ich schöpfe neue Kraft.

„Nun macht Euch auf den Weg… kommt zu mir… folgt dem Pfad… Zeichen… seht Euch das Land an… die blauen Berge…Einweihung erhaltet ihr… Heilung geschieht.. durch Annahme… Elefanten…. in die Urwälder gehen….Ursprünglichkeit erleben…“

Die Energie fliest. Informationen, die ich nicht verstehe… wohin sollen wir gehen? Was für Berge? Blaue Berge? Das soll es geben? Ist das nun kosmisch oder irdisch gemeint? Zu ihm gehen…in den Himmel…? Zu welchen blauen Bergen… im Himmel…? So viel Information fliest. Ich kann es nicht mehr aufnehmen. Mein Kopf zerspringt fast. Mein Herz rast. Ich lechtze nach einem Baum, der mir Halt geben kann, damit ich mich erden kann. ER streckt sich mir entgegen:

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ER steht da und reckt sich entgegen, ich mache ein Foto. Wie gut, dass mir ein Fotohandy von meiner Familie geschenkt worden ist! DANKE nach zu Hause…. Sagt, könnt ihr das auch sehen? Wie seine Füsse…halt, man sagt ja zu den Füßen Äste..ach egal jetzt… wie auch immer, ob Äste oder Füße, könnt ihr das auch sehen? Ich nehme auf. Es geht etwas besser.

Wir gehen zurück. Ich kann Guido nichts sagen, nur dass ich Sai Baba hörte. Was er sagte? Nun, ich bekomme es nicht gesagt, ich muss mich erst sortieren, ordnen, einfach ZU VIEL gerade, sobald ich zu denken beginne wird mir schlecht. Ich versuche „normal“ zu gehen denn torkle ich nicht schon wieder? Ich glaube fast, dass ich total schief in der Luft hänge. Ach so ein Zustand ist für Jungfrauen schon schwer auzuhalten…. warum habe ich denn augerechnet dies Sternzeichen… ich denke daran, wie ich am gleichen Tag wie mein Bruder geboren werden soll und wie man darum über eine Piste fährt, dass die Wehen einetzen, ach echt, alle einfach unfassbar…ich laufe durch ein Dickicht, im wahrsten Sinne…

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Wir laufen und währenddessen denke ich, das ich auslaufe. Wir wandlen durch das Dickicht. Ich sehe Tore. Gehen wir durch einen Tunnel….? Um ihn herum rast es. Und in der Mitte ist es ruhig. Könnt ihr rechts und links dies Rasen sehen? Links noch mehr als rechts. Und die Tore? WOW! Andere Welten, andere Zeiten. Irgenwann sind wir aus dem Tunnel draussen. Dann aus dem Park. Die Grillen zirpen nicht mehr. Oder doch? Ich habe DURST. Es gibt diese zuckrigen Süßigkeiten. Der Sinn steht mir NICHT mehr danach. Vorbei. Weitergehen. Wir laufen. Sehen ein rotes Gebäude. Es ist ein Museum. Guido hat die Idee, dass wir da hineingehen könnten. Ich weiß, dass es wichtig ist und dass sich da weiteres offenbart. Doch ich brauche ganz dringend eine Pause und WASSER…

Weil ich immer auf Bäume schaue sehe ich dies Schild:

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Ah, ein Restaurant! Wie wunderbar. Wie die Schenke zwischen den Welten. Etwas „normales“ also machen, bevor man weitergeht. Es schaut gemütlich aus. Gelbe Schirme wehen im heissen Wind. Darunter sitzen Menschen. Unwillkürlich denke ich an Restaurants bei uns. Eine gewisse Vorstellung macht sich daher in meinem Kopf nun breit. Ich „sehe“ eine Bedinung, die das Essen bringt. Eine klassische Vorstellung eines Restaurant eben.

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Doch niemand kommt. In dem kleinen Gebäude holt man sich das Essen. Frische Samosas gibt es. Und Reis mit Curry auf Bananenblättern. Auf einem Tablett. Hm, auf einem Tablett… Bananenblätter…. lieber doch nur Wasser…. Und wegen der nicht vorhandenen Bedinung… vielleicht stand das alles ja auch alles auf dem Schild..?

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Die Familie neben uns isst. Und geniesst. Familien. Glückliche Familien. Das, was einen beschäftigt sieht man? Wie wenn man schwanger ist. Auf einmal sind alle schwanger….

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Die Mädchen lächeln uns an. Zu uns an den Tisch setzt sich nun ebenfalls eine Familie. Zeit aufzubrechen? Ja,  in das Museum….

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Fühlen müssen, wie weh fehlende Liebe in der Kindheit sich anfühlt

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Nun bin ich es, der sich erst mal hinsetzen muss. Ich bin aufgewühlt. Die Liebe verzeiht, ist gleichmütig und freundlich. Ich lebe das und nun sagt Dim-Hie-Trie….hm, ja warum sagt er denn, dass ich meinen Fokus jetzt darauf legen sollte, was ich NICHT hatte? Wem nützt denn das? Also ich verstehe gerade die Welt nicht mehr.

Neben uns ist eine kleine Familie, die den heissen Nachmittag unter den schattigen Bäumen geniesst. Sie haben eine Kleinigkeit zu essen dabei und teilen sich redlich. Derweil hören wir neben dem Piepsen der flinken Streifenhörnchen, die um Bananenstücke auf dem Boden zanken, immer wieder das Lachen der kleinen Mädchen.

Nach dem Essen steht ihnen dann der Sinn nach sich bewegen, toben, tanzen und so tanzen sie um die Bäume herum und kommen immer wieder in den Schoss der Mutter, die sie jedesmal mit offenen Armen empfängt. Es ist so schön. Mitanzusehen, wie diese kleine Familie sich begegnet. Wie sie Freude, Lachen, Spass und Leichtigkeit miteinander teilt. Man kann so deutlich sehen, wie sehr sie ihre Kinder lieben und wie sehr sich die Eltern darüber freuen, dass es sie gibt.

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Doch nach einer Weile wird es der Ältesten langweilig. Die Mutter hält daraufhin der Jüngsten die Augen zu und die Schwester versteckt sich derweil hinter dem Baum. Die Jüngste geht sie suchen. Lautes freudiges Lachen hallt aus ihr, als sie die Schwester endlich gefunden hat. Dann steht auch noch der Vater auf und versteckt sich ebenfalls hinter dem Baum. Die Freude ist riessengroß, dass jetzt auch der Vater beim Spiel mitmacht.

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Nach einer Weile wird der Großen das Spiel dann aber auch wieder zu langweilig…immer die gleiche Stelle, wo er sich versteckt…. Sie beginnt zu qängeln. Ich warte gespannt, wie die Eltern jetzt reagieren. Der Vater lässt sich durch das Gequängel gar nicht erst aus der Ruhe bringen. Er bindet sich einfach  in aller Seelenruhe den rosa (!) Schal des Panjavidress um und geht in die Knie, auf Augenhöhe der Kinder und spielt mit ihnen blinde Kuh. Die Mädchen johlen vor Freude! Der Vater spielt mit ihnen! Er stellt sich bewusst tapsig wie ein Bär im Dunkeln an…

HAHA, sooo schön !!!!!

Schau Guido, so einen Vater…Ja, hatte er nicht…wir sinnieren darüber nach…Kann man halt nicht ändern, aber DAS da sehen ist echt schön !!!

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Die Mutter lächelt glücklich. Sie ist total entspannt und geniesst. Ah, ist DAS schön sagen wir beide, während die Streifenhörnchen um unsere Füße flitzen. Dim-Hie-Trie schaut die ganze Zeit schweigend mal abwechselnd zu uns und dann wieder zu der Familie hin. Er sagt kein Wort, keinen einzigen Ton. Hm…. also DAS ist immer komisch, wenn er so darsteht und schweigt….Doch ich bin so dermassen gerührt und stubse ihn sanft an: „Hey, freust Dich denn gar nicht?- „Ich weiß, dass Dich das freut Sian, aber das hier ist gerade für EUCH. Für Euch beide.“-  Ah, wie schön!- Seine Mütze wallt. Sie zittert, vor Aufregung wie mir scheint. Hm, was hat er denn nur? Ist also schon komisch, das mit seiner Mütze. Etwas scheint ihn sehr aufzuregen…“Hattet ihr das auch?“ – „Nein Dim-Hie-Trie, und das weißt Du auch.“- „Oh ja, das weiß ich! Und ihr versteckt das gut, ihr beide. Das lasst ihr nicht raus. JA, so ist das nämlich! Und? Was habt ihr davon? Es zerfrisst Euch. Schaut hin, ihr seid krank. Ihr beide. Hörst Du? IHR BEIDE! Und ihr sitzt im gleichen Boot. Wollt ihr nicht das Ruder in die Hand nehmen und rudern?!“ Ja wie jetzt, was soll das denn nun bitteschön bedeuten….hallo? -„Wir machen das sehr wohl! Wir sind HIER, in Indien, wir haben also sehr wohl das Ruder in die…“ Er unterbricht mich schon wieder… „SAGE mir…wie fühlt sich der Schmerz an?“- Ich weiß genau, was er meint… „Na es schmerzt… aber…“ Weiter komme ich nicht. Ich wollte sagen, dass es mich eben freut, dass diese Familie sich so lieb hat, dass ich mich freue,-soooo sehr-, dass wir das gerade erleben dürfen, aber ich komme ja nicht dazu. Dim-Hie-Trie hat sich vor uns aufgebaut. Er erscheint mir riessengroß. Das da ist nicht mehr nur Dim_Hie-Trie. Ich  spüre die Energie von Erzengel Mi´Chael, die hinter ihm steht..oh jeh…das BRUDERTHEMA…ich sehe das Schwert. Es leuchtet in der Sonne so hell wie tausend lichte Diamanten. Er holt weit aus…..und reisst mir die Wunden auf, so dass alles wieder da ist, alles, was ich so sorgsam vor der Welt mit Lachen versteckt hatte….ich versuche zu flüchten, wenigstens aufzustehen, doch es geht nicht. Ich versuche mich wenigstens zu verschliessen, doch ich kann nichts mehr schließen, diese Wunde geht einfach nicht mehr zu….

Mi´Chael sagt, dass sie solange nicht zugeht, BIS ICH MIR DAS ANSCHAUE WIE WEH MIR ALLES TAT. Es ist schrecklich….ich mag das nicht…..

„Das muss sein“ sagt er.

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Dialog mit Dim-Hie-Trie dort, wo alle Energien zusammenlaufen

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„Stimmt, das ist mir tatsächlich passiert! Weisst, das oder ähnliches haben jedoch soooo viele Menschen erlebt! Geschehnisse durchlebt, die sie tief innen immer noch schmerzen! Sag mir wer kein Verlust, Abweisung, Liebesentzug erlebt? Und was ist mit Folter, Vergewaltigung, Schmerzen, Qual? Also ich kenne soooo viele Menschen, die Schlimmes erlebt haben! Es ist sogar alles dazu noch im Körperelementarwesen gespeichert und ich kann es sogar SEHEN, WIE latend es darinnen verborgen schlummert, und gerade dann, wenn man es nicht mag kommt dies Gefühl, die Erinnerung hoch! Genau darum werden doch wohl Stellvertreterkonflikte provoziert. Ach Dim-Hie-Trie, wenn dies passiert hilft doch nur noch die LIEBE! Sie vermag alles zu heilen! Man kann den/diejenigen einfach liebevoll in den Arm nehmen und ihn/sie spüren lassen, dass er/sie nicht alleine ist! Also weisst: so JETZT! Denn niemand kann etwas daran ändern, was bereits geschehen ist! In der Imagination ja, man kann sooo vieles tun und sooo viele tun doch, auch wenn man es manchmal nicht meint, auch ich. Ach Dim-Hie, ich weiß, das braucht halt auch Zeit mit den Menschen.“

„Aber ja doch Sian, ich weiß, dass Du verstehst.“ Er sortiert wieder Steinchen mit dem Fuß. „Seid ich Dich kennengelernt habe, so damals in Berlin, weißt Du noch?“ „Ja. Natürlich, wie könnte ich denn DAS jemals vergessen.“- „Ich wollte Dir helfen, und das will ich immer noch. Ich sehe immer nur, dass DU-also verstehe mich jetzt richtig, dass DU-immer, also IMMER alles, ja ALLES machst, dass es ALLEN anderen gut geht.- Und DU? Wo bist denn DU dabei geblieben?“ „Hör mal, das findest Du doch nicht etwa schlecht!“ Nun rege ich mich langsam, aber sicher auf während Guido auf eine Spinne, die getarnt am Baum sitzt zeigt. Er frägt, ob ich meine, dass sie giftig ist. Spinne? Ich schau sie an. Sieht giftig aus. Aber sie  macht schon nichts.

Dim-Hie-Trie lässt einfach nicht locker. Er bohrt weiter: „Und? Nahm denn nun Deine Mama das kleine Mädchen, was Du mal warst jemals in den Arm? So jemals meine ich? Wenigstens einmal?“-  Ja was soll ich denn da darauf noch sagen, ich kann mich nicht erinnern, dass das so war. „Und? Sie vermochte es halt nicht! Und, kann ich da was daran ändern? Ich kann es doch nur „besser“ machen! Sie hat doch selbst so viel Schlimmes erlebt!“- „Du verteidigst das Verhalten sogar. Sagst sogar, das sei Deine Schuld! Warum soll das DEINE Schuld sein? Du sagst das so oft! So viele Jahre schon höre ich das von Dir. Das ist ungesund und nicht in Ordnung so.“- Boah, ich fasse es nicht, er kann´s echt nicht lassen! „Natürlich tut mir das weh, herrgottnochmal , aber ich kann es doch nicht ändern und doch einfach auch nur verstehen warum das so war…“

Inzwischen hat Guido einen wundervollen Baum entdeckt. Er ist riesengroß. Der Urvater aller Bäume hier im Park. Ich bin automatisiert weitergelaufen und bleibe für einen Moment stehen. WOW, was für ein Baum! Ich sehe, dass bei ihm alle Energien zusammen laufen. Guido ist voller Freude und möchte gerne, dass ich ein Bild von ihm und dem Baum mache. Aber ja! Ich mache mich ans Werk und versuche, ihn mitsamt dem Baum auf ein Bild zu bekommen. Dabei gehe ich rückwärts und falle in eine Grube hinein. Ich versinke in Unrat, das in der Grube mit Laub abgedeckt war. „Siehst Du Sian, genau so.“ sagt Dim-Hie-Trie. Ich weiß nicht, was mich gerade mehr beschäftigt; ob ich mich über diesen Kommentar ärgere oder mich darüber schäme, wie ich so versunken bin, im stinkenden Abfall versunken, doch einfach nur vieleicht auch, weil ich nicht konzentriert genug war! Und dass es auch gleich klar ist: das war ja meine Schuld, dass ich da versunken bin! Nur, weil ICH nicht geschaut habe. ICH bin doch für mich selbst verantwortlich, da kann ja keiner was für, also echt!

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Aus dem Nest gefallen

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Sai Baba sagte am Beispiel des Mädchenheimes ja sehr viel über die Energie des Wachsens von etwas. Dass es wichtig ist Grenzen zu setzen um Raum schenken, Raum geben zu können. Dass DANN darinnen und dadurch erst etwas wachsen, gedeihen kann und genährt wird… Was hatte ich gerade für ein Gefühl? Ich spüre Zusammenhalt. „Da war noch mehr Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie und ordnet mit seinem Fuss Steinchen an. Hm, was genau spürte ich? Geborgenheit! Ah! Es geht um Geborgenheit! Inmitten dieser Kinder spürte ich die Energie, wie sich Geborgenheit unter Menschen anfühlt. Ja, da war auch Stolz dabei, Spass und Freude, auch wenn man beim „Bild machen“ ganz ernst drein schaut, das ist aber davor und danach nicht so gewesen. Zuvor waren die Frauen und all diese Kinder am lachen und am sich freuen, dass es Menschen gibt, die aus Deutschland gekommen sind. So weit weg! Zu ihnen! Das Land anschauen! Besuch! Dass sie nun gleich auf jenem Bild sind, das dann, eines Tages, in einem weit entfernten Land der Familie, den Freunden gezeigt wird. Dass SIE da drauf sind. Man schaut dann wenn das Bild gemacht wird zwar in dem Moment ernst, weil es sich wohl so gehört. Eine ernste Angelegenheit eben aber danach und zuvor wird man berührt und in der Mitte aufgenommen. Geborgenheit, das ist ja so wichtig zum wachsen. Ohne Liebe geht man ein, wird krank….

Mir kommen die Worte von Dim-Hie-Trie von gerade eben wieder in den Sinn „aus einem anderen Jahrhundert eben“ Ja, meine „Probleme“ kamen tatsächlich aus einem anderen Jahrhundert! Etwas Karmisches, etwas Mitgebrachtes ist in diesem Leben wirksam! Mitgebracht hatte ich das, hinein in dieses Leben. Das, was ich erlebe und wohl bisher nicht lösen konnte muss erst gelöst sein! Ich muss „erst an die Wurzeln gehen“ sagte einmal Dim-Hie-Trie, „und dann zeigt sich der Weg von ganz alleine.“

„Ja wo genau sind denn die Wurzeln?“ frage ich ihn. „Nun, das wirst Du schon sehen.“ -„Wie? Wie offenbart sich das?“ – „Na, WILL es.“ sagt er mit Nachdruck. Aber ich will doch! „Nicht genug.“- Ja klar will ich, hör mal! „Na dann schau hin. Gerade hier in Indien wird euch doch genau dies vergegenwärtigt, es ist so intensiv und so deutlich sehbar, spürbar, dass man sich doch gar nicht entziehen kann! Der baufällige Pavillion, wo es Dich hingezogen hat steht für „das Haus=den Körper“ und Dir kam da in den Sinn, dass man bei uns ein rotes Band davor ziehen würde und ein Schild: „Betreten verboten-Eltern haften für ihre Kinder“. Man würde es nicht begehbar machen. Zuvor saht ihr Menschen, die verkrüppelte Gliedmassen haben, die arm sind, am verungern und dass man sich auch einfach auf dem Boden legt wenn man nicht mehr kann. Wenn man entkräftet und ermattet ist. Bei uns sieht man das nicht. Jaja, ich weiß, dass wir ein „reiches“ Land sind, mit Infrastruktur, mit Bildung… doch ich wage zu sagen: Bei uns sperrt man das Leid, die Alten, die Kranken weg. Hier nicht. Hier wird es daher deutlicher erlebt, es ist überall zu sehen und daher sehr viel intensiver erlebbar als bei uns….“

Ein lautes Gezetere untermalt diese Erkenntnisse. Ich kann mich fast nicht mehr konzentrieren denn ich höre: „He, Finger weg, Finger weg !!!“ und „Hier bin ich, hier bin ich !!!“ sowie: „Halte durch, halte durch !!!“. Woher kommt denn das jetzt? Von oben. Aus dem Baum, welcher wunderschöne violett-blaue Blüten trägt und unter dem wir gerade durchlaufen.

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Was für ein großer Vogel! denke ich und stolpere fast über den Vogel, der da auf dem Weg am Boden sitzt.

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„Ah, aus dem Nest gefallen“ denke ich sogleich. Ich bin berührt. Eine Mama, die nach ihrem Jungen schaut! Und WIE wehhement! Sie kann sich gar nicht beruhigen, wird immer lauter. Sicher hat sie Angst, dass jemand das Junge anfassen oder gar fressen würde. Das ist gelebte Mutterliebe-oder ist das reiner Instinkt? Vieleicht auch beides. Die Natur hat das jedenfalls schon schön eingerichtet finde ich. Wenn jeder SO eine Mutter (oder Vater/Schwester/Bruder/Freund/in…hätte, ja dann kann man sich doch geborgen fühlen! Ich spüre ein Ziehen im Bauch. Hat jeder so eine Mutter/Vater/Bruder/SchwesterFreund/in….? Nun vieleicht ja nicht, aber man kann es, wenn man es nicht hat(te) ja einfach selbst leben! Ich fühle meine große Liebe für meine Kinder, wie sehr ich sie liebe….mein Herz fliesst über vor Mutterglück…Kinder, so feine Wesen……ach und all die Natur, die Erde, das Wasser, die Luft, all die Tiere in den Elementen, die Bäume…mein Herz ist voller Liebe, am überfließen….

„Vergiss nicht das ausheilen, dass DU keine Geborgenheit erlebt hast. Dass Du aus dem Nest GEWORFEN worden bist“ sagt Dim-Hie-Trie.

Autsch, das tat aber jetzt weh! „Ja, das spüre, Du willst schließlich gesund werden.“

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…nun schreibe ich wieder….

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Habt ihr Euch schon gefragt, wie es denn nun weiterging mit der Reise? Ob ich letzendlich doch noch ankam, in Sai Babas Haus am See von Kodaikanal? Wollt ihr wissen, wie es weitergeht? Mitkommen, wenn wir mit dem Zug nach Mysore fahren? Wissen, wie es sich dort anfühlt und mit auf einem Elefanten sitzen, in einer spekatulären Nachtfahrt auf den heiligen Berg mit fahren um in den Durgatempel zu kommen um dort vor Ort das heilige Feuer zu empfangen? Wie es war, durch die weiten Ebenen einer spekatulären Sumpflandschaft zu fahren um zu den Nilgiris, den blauen Bergen zu gelangen? Dort die Einweihung von Sai Baba zu erfahren, mit den dort freilaufenden Kühen und den Affen im Wald? Mitkommen in den Dschungel des Elephant Valley? Von dort den Beginn des Kalifestes miterleben, um deshalb schließlich in Sai Baba´s Haus am See in Kodaikanal anzukommen? Ja, eine lange Zeit ist seither vergangen… ich konnte einfach nicht mehr weiterschreiben. Doch nun geht es wieder und gerne lasse ich Euch an all diesen wundersamen Ereignissen, die auch EUCH heil-en können teilhaben. Wenn JA, dann lade ich Euch hier und jetzt ein, weiterzulesen, zurück zu gehen mit mir an jenen Tag, wo ich aufgehört hatte zu schreiben…

…denn mit einem warmen Gefühl im Bauch läuft alles einfach besser! Ausgesöhnt spüre ich beim Weitergehen, wie ich Hunger bekomme. Hunger, was für ein Glück! Das ist immer gut, ein gutes Zeichen! Ist ja essen da…. STOP, sooo viel ist auch wieder nicht da. Wir hatten ja das ganze Brot verschenkt… aber da war doch noch was…. eine FRUCHT! Wie passend, eine Frucht! Eine Mango um genauer zu sein. Oh ja, eine Mango! Eine köstlich duftende Mango, gereift am Baum und erst dann gepfückt, wenn sie reif ist. Hach, wie passend. Wie wunderbar. Bei uns kennt man die Früchte ja auch, aber sie werden grün vom Baum heruntergeholt und reifen erst auf dem WEG zu uns aus. Der Geschmack ist nicht der gleiche, hier ist es „echter“…mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen… wo war sie doch gleich? Im Geiste krame ich bereits in der Tasche...Wir wollen uns gemütlich wo hin setzen. Da vorne, schau, da ist ein schöner Baum und an ihm ein kleines Bänkchen, da könnten wir doch hingehen! So ein großer Baum, mit ausladenden, in sich verschlungen Ästen und Zweigen. Wie schön er doch so in den Himmel ragt!

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Ein Baumfaun wächst von der Erde als Samen in den Himmel hinauf. Das, was wir sehen und Baum nennen sind quasi seine Füße. Das ist jener Teil des Faunes, den wir sehen, sein Wesen an sich ist im Erdreich, das sich über den Stamm hinauf verteilt… Vom Erdreich in den Himmel… Daher fällt mein Blick nun auch auf den Boden. Im spärlichen Gras liegt ein Mann. Abgemerkelt. In Lumpen gehüllt. Seine Augen – geschlossen. Auf ihm – Fliegen. Ich erschrecke – er wird doch nicht…ntod sein…? Warum sollte er sonst da so liegen, auf dem Boden? „Nein, er atmet noch.“ sagt Guido. Ja – er atmet. Im Busch hinter ihm – liegt noch ein Mann. Dann ist er sicher auch nicht tod…oder…?- „Nein.“ Na Gott sei Dank! Dahinter liegt zusammengekauert noch ein Mann und dahinter… ich mag aufstehen. „Ach komm, Sian, wir bleiben.“ sagt Guido.  „Aber all die vielen Männer…“ Gleich sooo viele. Auf den anderen Bänken auch.. überall…also ich spüre Unbehagen und hinter dem Unbehagen auch die Präsenz VIELER Männer…Immerhin habe ich gesittete Kleidung an, aber dennoch..“Ich habe keine Angst vor Männern“ sagt Guido. Ja, stimmt, ich vergass. Es tut gut, das gerade jetzt so von ihm zu spüren. Darf ich spüren, wie sich das anfühlt? Ja. Ich begebe mich in sein Aurafeld. Ja, tatsächlich – keine Angst vor Männern! Ich entspanne mich, habe aber immer einen Seitenblick. Krame nun in meiner Tasche. Wasserflasche, Taschentücher, Medizin, Pass, und und und. Aber wo ist denn bloss die Mango hin? Das Messer taucht auf. Wunderbar, das lasse ich schon mal da, auch die Serviette mit der fünf drauf. Christuszahl. Dann was Weiches. Wie passend zu der fünf! Mitgefühl, Menschlichkeit. Ah, da ist sie ja. Ich weiß ja nun, wie das Messer auf und zu geht, hi klasse! Gleich mal ausprobieren. Mit der anderen Hand die Mango auf das Tuch. Der Magen knurrt. Erst alles schälen,  aufscheiden und DANN genüsslich essen. Sie schmeckt fantastisch. So eine Köstlichkeit, wer braucht denn da schon Brot?!

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Ohhhhhhh, wie köstlich! Ich bin im Paradies und esse MangoFRUCHT! Und was für eine Farbe diese köstliche Mago hat- goldgelb. Mangos sind doch echt was ganz feines! Ich LIEBE sie. Hmmmm. Unsere Finger werden vom vielen Zuckergehalt ganz klebrig. Am liebsten mag ich meine Finger in den Mund stecken, doch das lasse ich wohl besser! Wir laufen zur gegenüberliegenden Wasserstelle. Dort waschen sich die Menschen ihr Gesicht und trinken von dem Wasser. Wie mutig ist das denn! Das machen wir aber dann doch mal besser nicht…nee….nur waschen.

Und dann, wohin zieht´s uns jetzt? Zu den schlanken lustigen Bäumen da vorne? Ach, was für lustige Bäume! Bäume sind immer wunderbar! Und gleich so viele, die man gar nicht kennt. Immer schön, diese Energien zu entdecken! Sie wehen im Wind, als würden sie winken. Wir schauen eine ganze Weile den Bäumen zu. Es klingt schön, wenn der Wind durch sie weht.

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Und wohin zieht´s uns jetzt, so gestärkt und glücklich? Also mich definitiv zum Pavillion. Ich schaue ihn schon die ganze Zeit an. Die Kuppel, verziert im vikorianischen Stil, erscheint mir wie aus einem anderen Jahrhundert. Also das mag ich mir unbedingt anschauen gehen. Da mal drunter stehen ist doch bestimmt schön. Stimmen von lachenden Menschen wehen herrüber.  Während wir da hin gehen lachen und scherzen wir darüber, weil wir immer schauen, wo es uns hinzieht um dann darüber nachzuspüren, warum das so war und was das uns sagen möchte. Ich freue mich einfach über den Pavillion, denke ich. Sowas gibts bei uns nicht, oder zumindest hab ich so einen noch nie gesehen.

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Uih, Überraschung. Je näher wir kommen, desto mehr fällt uns die Baufälligkeit auf…das Dach ist durchgebogen, als würde es jeden Moment herunterfallen können. Die Seitenteile sind es teilweise schon…und darunter stehen all diese Menschen… oh jeh, wie gefährlich. Sieht man das denn nicht…? Bei uns wäre ein öffentlich genutzes Gebäude in solch Zustand sicherlich gesperrt. Definitiv. Ein rotes Band wäre davor. Und ein Schild, wo draufsteht: „Betreten verboten-Eltern haften für ihre Kinder.“ Magst hingehen?“ frägt mich Guido. Oh nein, lieber nicht! Das Haus- steht für den Körper…Während wir weiter laufen denke ich über das Haus – den Körper nach. Also da hat es mich hingezogen. Nun, mein Körper, was will es mir sagen? Auf den ersten Blick anziehend und gesund aussehend? Doch der Putz blättert ab? Baufällig…? Stürzt fast zusammen…? Ja, so ist das. Ganz genau. „Das ist eben aus einem anderen Jahrhundert.“ sagt der Dim-Hie-Trie tocken. Wir lassen uns weiterziehen. In der Sonne glänzt hell, fast blendend, eine Löwenstatue. Na sowas, schon wieder ein Löwe? Ein königliches Tier, der Löwe….Ja, die Königlichkeit, da ist sie wieder…und dann ist dieser Löwe da auch noch golden…Gold=Aurum. Es steht für Edelkeit, Weichheit, Schutz…Er schaut uns regelrecht an. Sein Mund ist geöffnet und ich denke fast, er würde gleich zu sprechen beginnen…

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Der Glanz des Löwen ist so hell, dass ich meine Sonnebrille aufsetze. Es blendet mich fast. Während ich die Sonnebrille aufsetze fällt mir auf, dass ich bisher noch keine indische Frau mit einer Sonnenbrille gesehen habe. Hm. Ich schließe kurz meine Augen, da sie zu tränen begonnen haben. Sie brennen regelrecht, seltsam… „Atmen Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie. Nun gut, atmen. Ich atme ein. Hm- Zedernholzduft. Und denke daran, was der Faun der Zeder sprach…

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 Der Faun der Zeder sprach:

Was der Löwe in der Tierwelt ist, das ist mein Wirken in der Welt der Dryarden. Der Löwe ist ein wahrlich königliches Tier. Er scheut sich nicht, dies auch zu zeigen. Und schau, so bin auch ich. Ich scheue mich nicht, Raum einzunehmen, das kannst Du an meinen Ästen sehen. Und ich suche mir auch meinen Platz aus, wo ich ihn einnehmen möchte. Ich gebe mich nicht mit weniger zurieden, als das, was ich brauche um zeigen zu können, wie man sie einsetzt, die Königlichkeit: nämlich zum LEBEN um dann weitergeben zu können an jene, die des Schutzes bedürfen. So ist es denn, dass ich ausladende Äste gestalte, die zwar viel Platz in Anspruch nehmen und dennoch Schatten spenden für jene, die unter mir sitzen mögen um in der Mittagshitze einen schattigen Platz genießen zu können. Ich komme und helfe Dir, Deine Königlichkeit annehmen zu können mein Kind und spende Dir Schatten unter meinen Ästen, auch in der Hitze des Alltages.

Meine Affirmation für Dich lautet:

„Ich geniesse das Leben und nehme das Leben als Geschenk an.

Ich suche mir meinen Platz aus und nehme meinen RAUM ein! Dann kann ich auch weitergeben.“

 

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