Monthly Archives: November 2011

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die Nilgiris-aus dem Kausalkörper heraus betrachtet

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Wir sind nun vollzählig, kein Platz ist mehr frei, außer auf dem Sitz zwischen dem Busfahrer und dem Reiseleiter, aber das stimmt so auch wieder nicht, denn darauf sitzt ja der Dim-Hie-Trie, der still vor sich hin lächelt, weil sich nun endlich der Bus in Bewegung gesetzt hat. Wir tuckern, gemütlich vornübergebeugt von einem Schlagloch ins nächste hinein. Menschen mit Handkarren ziehen rechts und links der gewaltigen Schlaglöcher geschickt darum herum jonglierend daran vorbei. Wenn man da hineingerät ist es nicht leicht, den Karren wieder heraus zu bekommen denke ich so bei mir, da passt man also lieber auf! Wums, nächtes Schlagloch. Sag mal, kann der Busfahrer nicht besser aufpassen? Nein, er schaut auch nicht auf die Strasse sondern auf das bunte Treiben draussen. Ein wildes Durcheinander. Ob es wohl überhaupt sowas wie eine Strassenordnung gibt? Wums, nächtes Schlagloch, ich spüre Schmerzen im Bauch. Boah, warum macht man denn nicht einfach die Strasse? So ein Unding! Man muss ja ständig auf der Hut sein! Stört das niemand? Immer wachsam, immer voll und ganz „da“…. wie im „richtigen“ Leben. Ich spüre, wie man es als gegeben hinnimmt, nun,  man kennt es eben nicht anders, nimmt es darum wohl auch als so selbstverständlich, als gegeben hin. Ich schaue in die Gesichter der Menschen, während ich die Hand auf meinen Oberbauch presse und die Naturwesen festhalte, dass sie nicht noch aus ihrem Jasminblütennest auf den Boden herausfallen, während wir schon im nächsten Schlagloch landen. Oh man, die armen Stossdämpfer denke ich so bei mir…. wums, nächstes Schlagloch….ahhhhh, mein Bauch tut nun voll weh…ich versuche mich abzulenken, in dem ich rausschaue. Überall sind Menschen unterwegs, ein sehr geschäftiges Treiben, die Stadt brummt und flimmert vor Hitze. Ich mag nach einer Woche Gefängniss im Hotelzimmer aber weder das bunte Treiben, noch das Flimmern. Ich mag auch den ewigen süsslich verwesenden Gestank nicht mehr riechen….ich mag nur noch heraus, endlich die Weite spüren und kann es kaum noch erwarten, die weite Ebene und das sumpfigs Grasland zu fühlen, wie es Hunderte von Wasservögel anlockt. Das endlich links und rechts neben mir zu spüren wäre so herrlich….und tatsächlich, irgendwann sind auch wir aus der Stadt heraus! Es erstreckt sich eine unglaubliche Weite…

…es schaut alles so wunderschön aus, nur dass man es nicht genießen kann, weil die Strasse einfach nur eine einzige Katastrophe ist….das Sitzen ohne Schmerzen ist mir und Guido unmöglich. Ich habe das dringliche Gefühl, dass er wirklich einen Bandscheibenvorfall hat. Die ganzen Symtome kenne ich von Stephan, als er vor Jahren diesen schlimmen Bandscheibenvorfall hatte….doch ich kann ihm nicht helfen, zumindest jetzt nicht, denn mich zerreisst es innerlich vor Wundheit, mir ist schon ganz schwindelig vor Schmerzen und ich schließe daher die Augen….atme und lasse Weite in mich strömen. Schon befinde ich mich in meinem Ätherkörper. Da ist es einfach besser zum aushalten, ein gewohnter Rückzugsort scheint mir das zu werden….. Ich frage mich, ob ich das wirklich schaffe, diesen wunden Körper wieder gesund zu bekommen. Ob es mir tatsächlich möglich ist, ihn jemals wieder gesund zu bekommen? Dim-Hie-Trie dreht sich herum. „Aber ja doch“ sagt er. „Da muss und wird halt noch viel passieren müssen, aber Du bist nah dran und hast große Hilfen.“ Ja, das spüre ich und es fühlt sich dennoch weder einfach noch leicht an. Es wird noch jede Menge Arbeit sein…ich muss mich sehr zusammenreissen, nicht dem wunden Körper zu entschwinden, denn es erscheint mir so leicht, ihn verlassen zu können, alles hinter mir zu lassen… einfach zu sterben….nein, ich will meine Kinder wieder sehen Herrgottnochmal…ich atme heftiger und versuche, einfach an „gesund sein“ zu denken. Das kann man am besten im kausalen Körper. Also schwinge ich mich da hinauf. Doch es fühlt sich schwer an, so da drinnen. So viele Farben, Eindrücke und Wesenheiten, alles „schwingt“…. ich „sehe“ die Landschaft und die verschiedenen Epochen…und beginne alles von oben zu betrachten….zu reisen….zu sehen…

…wohin gehen wir…? Wir reisen nun in die Nilgiris, wo auch Sai Baba ein Haus am See hat….wenn ich mich mit meinem kausalen Körper auf die Nilgiris, die „blauen Berge“ einschwinge sehe ich eine blau schimmernde Aura, fühle eine tiefe Ruhe, aus der wie ein Quell eine heilsame Kraft in alle Körper, die ihn bereisen zu strömen scheint. Es fühlt sich wundervoll an… darum gehen wir da hin….? Ich sehe uns da durchlaufen….es ist warm, wir sind barfuss, das Moss fühlt sich feucht und unendlich weich unter den Füßen an….ich fühle mich in der altvorderen Zeit… und alles ist blau schimmernd…. welch eine wundervolle Aura, in die ich da eingetaucht bin! Es fühlt sich fast an, wie als sei da eine Schnittstelle zwischen den Welten, als könne man von der einen in die andere hinüber laufen. Es ist wie damals, im Elbenland und der Menschenwelt, wo man an bestimmten Tagen, an bestimmten Stellen zwischen die Welten reisen konnte… ich falle hinein in den Emotionalleib und sehe pflaumenblauviolette, lilalichtgrüne Kelchblumen, die sanft im Wind wehen.  Sie sehen fast aus wie die Nugrisblumen und Tränen laufen daher in meine Augen….sie wehen hin und her, als ob sie tanzen würden, im sanften kühlen Wind, der über die Berge herrüber weht…. auf einer dichten, wolligen Graslandschaft stehen sie, wo wilde Pferde friedlich grasen….ich versinke komplett in dieser Landschaft…. sehe mich von oben da liegen….und gehe dabei im Zeit-Raum Gefälle hin und her… lande bei den Toda´s….dass es energetisch ein sehr hochschwingender Ort ist haben sicher auch sie, die Toda´s gefühlt. Ich spüre sie als die Hüter des Platzes.  Das Gebiet um Udagamandalam war ganz sicher nicht umsonst Heimatland der Toda´s, einem Bergstamm von Hirten, die in fast völliger Isolation von den Städten des umliegenden Flachlandes lebten…. „Auch heute noch soll es vom Stamm der Toda´s ein Volk geben, das in der Stadt ihre Wolldecken und Ponchos verkauft.“ sagt Guido. Doch zuerst einmal halten wir mitten in der Landschaft auf einem Rastplatz an.

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Der Reiseleiter erklärt durch das Mikro in zwei Sprachen, dass wir nun nach dieser langen Fahrt ( wie lange sind wir denn schon gefahren….? ) hier nun eine dreiviertelstunde Rast machen werden. Dass wir etwas essen können und die tolle Seide von Mysore sowie das berühmte Sandelholz einkaufen können. Natürlich zu einem supergünstigen Preis. Während er lauthals ins Mikro schreit komme ich mir vor wie auf einer Busfahrt. Mit integrierter Möglichkeit eines „supergünstigen“ Einkaufs…es ist eine scheusliche Energie, weil sie so derart verlogen ist. Wir können herauskommen und uns die Beine vertreten sagte er weiter. Wir können aber auch im Bus sitzen bleiben sagt er, süßlich lächelnd und treuherzig dreinschauend. Alles ganz wie wir wollen. Das Herumlaufen auf dem Platz würde dann 70 Rupies kosten. Guido frägt nach. Das wäre hier so, weil wir den Platz nutzen. Es sei sozusagen Standmiete erklärt er. Ich bin noch gar nicht ganz da. Mich verwirrt es, so ruckartig wieder „dazusein“ und dann gleich so einen verlogenen Mist zu hören. Ich sehe es ihm einfach an, dass er lügt, denn seine Abstrahlung in den Körpern stimmen in der Energie nicht im geringsten überein. Mein Kopf schwirrt. Ich bekomme es gar nicht sortiert. Was sagt er da alles alles? Die Menschen steigen eins nach dem anderen aus. Sie bekommen gar nicht mit, was „wirklich“ ist.  Wie auch. Sie sind ja wie abgeschnitten von ihren Körpern. Eine „moderne“ indische Familie, ohne die schöne traditionelle Gewandung sondern in westlicher Kleidung läuft gerade an uns vorbei. Der Junge spielt auf seinem Gameboy ein Ballerspiel. Sein Gesicht zuckt. Wie alt mag der Junge wohl sein? Vieleicht 12 Jahre alt? Höchstens. Das Mädchen trägt ein quitschrosa Hemd mit aufgeprägtem Silberdruck. Es fühlt sich nicht schön auf der Haut an. In der Haut auch nicht. Klar. Juhu, Tod durch Kopfschuss freut sich der Junge und ist stolz auf sich. Der Vater lächelt. Autsch. Viele würden jetzt sagen „ist doch nur ein Spiel“ Für Kinder? Oh man, wie abgestumpft. Und egal, man zahlt halt, wenn man zahlen „muss“ und schaut sich dafür dann um: was wird einem dafür denn geboten? Von jedem, den der Reiseleiter herauskommen sieht lässt er sich 70 Rupies bar auf die Hand geben und lässt dabei das Geld in seiner Hosentasche verschinden. Während er das Geld einsteckt wird sein Grinsen im Gesicht immer breiter. Das gierige Funkeln in seinen Augen schaut gar nicht schön aus. Ahhhh…… warum sind nur so viele Menschen immer so gierig aufs Geld…??? Mich schmerzt das, gerade jetzt kann ich das gar nicht brauchen, immer alles sehen zu können, denn dann kann man es AUCH FÜHLEN und das ist gar nicht schön, das immer alles fühlen zu können, denn es SCHMERZT. Ich will aus diesem „immer alles sehen können“ endlich aussteigen und steige daher aus dem Bus aus. Mir ist einfach nur speiübel.

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Auf nach Udagamandalam

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Sai Baba´s Haus am See, wo wir hinwollten liegt geborgen auf einer Hochebene in den Bergen der Nilgiris. In Kodailkanal. Kodaikanal ist eine der Hill Station und es gibt derer drei. Wir wollen zuerst in einer Rast machen, uns annähern um dann schließlich als Höhepunkt unserer Reise in seinem Haus am See in Kodaikanal anzukommen. Früh am nächsten Morgen machen wir uns daher nun auf zu den Nilgiris, den blauen Bergen. Steil sollen sie aus der Dekkan Hochebene 2200 Meter in die Höhe pitoresk herrausragen und blau schimmern, wenn man aus dem heissen, sumpfigem und savannenartigen Grasland kommt, das wir durchfahren werden. Da, wo wir zuerst hinwollen lebten einst die Toda, denn ursprünglich war das Gebiet um Udagamandalam Heimatland der Toda´s, einem Bergstamm von Hirten, die in fast völliger Isolation von den Städten des umliegenden Flachlandes lebten. Erst 1799, nach der Niederlage von Tipu Sultans im 4. Mysore Krieg, fielen die mystischen blauen Berge unter britische Herrschaft. Seither waren sie Rückzugs sowie Erholungsort, wenn in der Ebene hohe Temperaturen erreicht werden. Wir wollen die Energie, wo die Todas lebten sowie die Energie dieser Berge spüren. Wegen seiner abgeschieden Lage in den Bergen sind die Nilgiris verhältnismäßig dünn besiedelt. Darauf freue ich mich ja am allermeisten! Nun, Teeplantagen, Kaffee, oh ich bin ja so gespannt auf Kaffee…wie er aussieht, am Strauch und auf die überall erhaeltliche selbstgemachte Schokolade in allen Variationen… und ganz schön: sauber soll es da sein, und kühl, und frisch…hmm… um da hin zu kommen müssen wir zuerst einmal Bundesstaaten durchqueren denn der Distrikt der Nilgiris liegt im Westen Tamil Nadus, an der Grenze zu den Bundesstaaten Kerala und Karnataka. Mit dem Auto des Hotels werden wir zu der Sammelstation, wo der Kleinbuss wartet gefahren.

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Unsere Gepäckstücke, ein ganzer Kofferraum voll, werden vom Taxi des Hotels auf das Autodach eines Kleinbusses gepackt, zusammen mit all den anderen Gepäckstücken, die noch aufgeladen werden.

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Es ist noch früh am Morgen, doch auch schon früh morgens ist ganz viel los, auf den Strassen von Mysore und der Kleinbuss hält an vielen Hotels an um weitere Gäste, die ebenfalls in die Berge fahren werden aufzunehmen. Bis jeder Platz besetzt ist. Es dauert den gesamten Vormittag.

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Immer wieder steigt der Busfahrer dann auch einfach mal aus… telefoniert…und daher bleibt auch genügend Zeit, noch schnell ein paar Bananen zu kaufen.

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Mich wundert´s, dass wir sogar an UNSEREM Hotel vorbeikommen, warum also mussten wir so früh raus und an eine Sammelstelle fahren…? Nun, man muss ja nicht alles verstehen…aber das ist schon anstengend….doch keiner wundert sich hier über was, sind das etwa nur wir…? Und keiner hat´s eilig, keiner drängelt. Alle haben alle Zeit der Welt. Schon anstrengend, weil in dieser Zeit ja der Bus steht, man nicht weiss, warum und wie lange das noch geht…aber auch lustig, das zu spüren! Doch ich kann fast nicht sitzen, habe wieder arg Schmerzen im Bauch. Guido kann auf dem kleinen Sitz aber noch viel weniger gut sitzen wie mir scheint, der Rücken schmerzt ihn. Ich mache mich klein, so dass er mehr Platz hat. Ich bin total froh über den Fensterplatz, den er mir überlassen hat und ich kann ja in den unmöglichsten Positionen dennoch entspannt sitzen, Raum und Weite spüren, wie auf dem Hinflug nach Bangalore im Flugzeug auch. Einmal bin ich sogar stehend in einer Disco eingeschlafen… was die beiden gerade sehr belustigt, wie ich so daran denke. Weil es hier aber über Enge und Raum geht finden es bald auch zu eng und quäken, aus der Tasche raus zu wollen.

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Da es so stark riecht, nach, nun  ja…ihr wisst sicher schon, was ich jetzt gleich wieder sagen würde hier an der Stelle…jedenfalls mögen sie die Jasminblütengirlande, an denen ich ständig rieche und so gebe ich sie ihnen…

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Ein schönes Nestchen, in denen sie bequem sitzen können habe ich ihnen gemacht. Aus meinem Strohut und erzähle ihnen, dass Tamil Nadu über seltene Pflanzen und eine reiche Tierwelt verfügt. Dass die noch teils urwaldartigen, dicht bewaldeten Bergregionen im Westen und Norden Rückzugsgebiete für asiatische Elefanten und Großkatzen wie den Königstiger und Leoparden sind. Wir sind uns sicher, dass wir in den bewaldeten Bergen, über die wir fahren werden zumindest Elefanten sehen werden. Oh, Elefanten sehen….wo? Nun, vieleicht ganz oben, im Naturschutzgebiet, oder in der Savanne, hm, ich weiss auch nicht? Also ich weiß noch nicht, aber wir fahren ja quer durch das Naturschutzgebiet! Und da gibt es Elefanten? Ja! Und Tiger, aber die bekommen wir wohl eher nicht zu sehen, da müsste man sich schon eine Weile aufhalten. Wo, in den Wäldern? Ja, aber anders als bei uns…Urwälder. Wir gehen in die Urwälder? Hm, ja spüre ich….Nun, ich hatte gelesen, dass rund 18 Prozent der Fläche Tamil Nadus bewaldet ist und dass aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte in den Tiefländern sich größere, teils  zusammenhängende Waldgebiete befinden sollen. Aber  jedoch fast nur noch im Bergland soll es sie geben, da sie zu steil sind für eine Abholzung. Und da fahren wir ja hin. Uih! In den Lagen über 1500 Meter der Nilgiri-, Palani- und Kardamomberge sollen sich die immergrünen tropischen Regenwäder in Stufengiederung aufbauen. Was ist eine Stufengliederung, Sian? Wollen sie wissen. Die oberste Stufe kennzeichnet so hohe, schlanke Bäume, die teils mehr als 40 Meter hoch aufragen. Die zweite Stufe erkennt man an den niedrigeren Bäumen, an der dritten dann, dass am Boden schließlich nur noch Sträucher und krautartige Pflanzenwesen vorzufinden sind. In den niedrigeren Lagen sind dann Mischlandschaften aus Grasland und – je nach Niederschlagsmenge – ein immergrüner oder laubabwerfender Feuchtwald. Für die Übergänge in die Tiefebenen sind laubabwerfende Trockenwälder kennzeichnend. Im Tiefland dominieren savannenartige Grasländer, die größtenteils in Acker- und Kulturland umgewandelt wurden. Da werden wir sicher auch durchfahren. Vieleicht Flamingos sehen. Reste der ursprünglichen Trockenwaldvegetation finden sich nur vereinzelt an Flussläufen und in unebenem Gelände. Immergrüne Trockenwälder waren einst die kennzeichnende Vegetationsform für einen schmalen Streifen entlang der Koromandelküste. Heutzutage sollen sie aber bis auf verstreute Haine, die weniger als ein Prozent der ursprünglichen Waldfläche ausmachen zerstört oder zumindest stark degradiert. Aber dennoch gibt es diese Haine und zu denen werden wir gehen, da bin ich mir ganz sicher. Wie, nun das wird sich zeigen. Ich weiss ja nur DASS. Und dass wir es mit eigenen Augen sehen werden. Daran baue ich mich auf. Heilige Haine, wie schön…. die Energie hiflt mir, Raum und Weite spüren zu können. Und ich bin soooo gespannt….und die beiden sind es ebenfalls. Die Reise nach Udagamandalam beginnt…

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Über die Ressonanz des Körperelementarwesens, das Pferd, die Feuertaufe im Tempel und der Chamundi Hill

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Es ist ein total seltsames Gefühl zu spüren, dass sich im Körper nun fremde „Lebenwesen“ befinden ….Viren, Bakterien, Kleinstlebewesen, oder auch „Dämonen“… ??? Man spürt, wie das Körperelementarwesen alles daran setzt, es „in den Griff zu bekommen“… während ich die ganze Zeit nur daran denken kann, dass sich in nur drei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums der 1062 Meter hohe Chamundi Hill erhebt, auf dessen Spitze sich der Sri-Chamundeshwari-Tempel befindet….

….und ich beim besten Willen einfach nicht hinkomme…

Ich „sehe“ ihn andauernd vor mir, wie wir da am Bahnhof ankamen….so wunderschön, so präsent sah er aus und ich hatte gar nicht richtig Zeit ihn zu begrüßen….die Präsenz geht mir so durch und durch und darum träume ich wohl so oft von ihm. In den Träumen bin ich dort, aber nie alleine, mit sehr vielen anderen Menschen, in ganz alten Zeiten, zwischen Himmel und Erde…. spüre die Energie, die von der damaligen Zeit ausgeht und höre alle Wesenhaften und damaligen Bewohner in der alten Sprache sprechen. So deutlich ist die Präsenz der Lugh, es durchwebt in Strahlen alles mit Wärme, Licht und taucht alles ein in goldenen Sonnenglanz. Die „Dämonen“ spüren, dass ich „keinen Schiss“ vor ihnen habe….der Durchfall hält sich daher in Grenzen. Zumindest das! Doch das Loch im Bauch tut brennen und schmerzen. Ich mag den Guido nicht belasten und versuche still zu sein, wenn die Schmerzen kommen und ich gehe die Dusche an machen, dass er mich nicht hört…doch er hört es und hilft. Ich nehme wieder die starke Medizin und habe dennoch das Gefühl, sterben zu müssen. Oft sacke ich weg, gleite hinein in das goldene Licht und auch in die Schattenwelten…. Guido macht healing touch, kämpft, zieht mich aus den Welten wieder in den Körper zurück. Dabei geht es ihm in seinem Prozess von Stunde zu Stunde schlechter. Man kann ihm regelrecht ansehen, wie die Farbe aus ihm weicht, wie das Blut sich verändert. Kreidebleich, auch der Mund, kein gutes Zeichen! Tiefe Ränder unter den Augen, die Augen ohne Glanz, ganz stumpf, voll krass! Er hat wahnsinnige Bauchkrämpfe, ich wünsche mir Medizin für ihn, einen Arzt…doch er will keinen Arzt … „Du willst ja auch nicht ins Krankenhaus“ Stimmt, ich respektiere also auch seinen Wunsch. Ich gebe „meine “ Medizin. Sie ist nicht so spekakulär wie das healing touch, es ist eine stille Medizin, während ich auf die Pflanzen, die vor dem Fensterloch stehen schaue

….PFLANZEN….

SIE, die uns´ren Lebensweg säumen

SIE,  die in der Nacht vom Wachsen träumen

Wassertropfen

erwünschen ich mir für sie,

und freie Sicht

auf´s köstlich helle Sonnenlicht!

Strahlen voller Licht durch graue Schatten mag ich zu ihnen lenken

auf SIE, die uns so wundervoll mit ihrem SEIN beschenken!

Fest im Stamm, grün im Blatt, bunte Blumenkelche,

all die wundervollen Pflanzen welche

sich wenden , zur Sonne hin.

und alles Sein macht Sinn

wie gut, wie licht

es in Wirklichkeit doch alles IST

dabei die Natur, uns nicht einen Tag vergisst!

Hui, sie freuen sich. Schenken Gelassenheit und machen sich ganz grün. Heilung, Heilung schenken sie….Hoffnung, Hoffnung schenken sie…GRÜN wie das LEBEN, die Hoffnung….ich tanze innerlich, denn körperlich ausdrücken, bewegen im Tanz kann ich mich nicht. Ich sehne mich nach TANZEN TANZEN und glaube, nie mehr tanzen zu können….nein sagen die Pflanzen, hab´ doch HOFFNUNG HOFFNUNG….ich mag die Hoffnung nicht verlieren, ich sehe mich tanzen….

Doch was immer wir beide da in diesen 5 Tagen im Zimmer auch veranstalten… entweder Guido ist von Zeit zu Zeit schmerzfrei und versucht aufzustehen oder ich habe gerade keine Schmerzen, aber beides zusammen geht nicht…Das Zimmer entwickelt sich zum Horrortripp. Es ist wahnsinnig laut, die Nachbarn feiern bis spät in die Nacht, der Fahrstuhl kleppert und scheppert und draußen ziehen dunkle Wolken auf. Es ist schwül, feucht und riecht nach diesem seltsamen Mittel, total eklig. Ich bin daher ständig am erbrechen, am Blut spucken…. wir singen das Gaiatri Mantra und schauen uns an „warum das nun so ist wie es ist“ und auch, was es mit uns macht…wir geben 100 % aus diesem Gefängniss rauszukommen, aber spätestens beim Foyer angelangt… nein, beim besten Willen-es geht NICHT. Dann bekommen die beiden Frauen von der Rezeption mit, wie krank wir eigendlich sind. Sie geben Guido sofort von ihrer Medizin und genaue Anweisung, was wir ihm kaufen sollen.“Cord“ mit Zucker und nur noch schwarzen Tee mit Zitrone und „sweet coconud“ trinken , wir verstehen das letztere als „süße Kokosmilch“. Stirnrunzeln von ihrer Seite, dass wir das nicht verstehen! „Nein, nein, das meint sie nicht !!! “ und wiederholen….energisch, dass man das überall an der Strasse kaufen kann. Süsse Kokosmilch….??? Und was bitte ist denn Cord…. ??? Die kleine „Mama“ runzelt die Stirn immer mehr, sie liegt mittlerweile so sehr in Falten, dass es ihr die Brille hebt. Dann wird es ihr zu bunt. Sie ordert in der Küche ganz energisch diesen Cord und sagt, mit erhobenem Zeigefinger, dass wir kein Brot mehr essen dürfen und schwarzen Tee mit Zitrone trinken sollen. Sie kommt sogar eigenhändigst ins Zimmer hoch, setzt sich aufs Bett und rührt für den Guido den Cord mit Zucker an. Ah, Joghurt ist das ! Guido ist total glücklich, dass „endlich eine Mama“ nach ihm schaut. Ich glaub´ nicht richtig zu hören….Ich war die ganzen Tage und Nächte da, in jedem Prozess….und bin auch Mama…also AUTSCH, warum sagt er denn das…nein stop, ich will das doch wohl nicht persönlich nehmen !!! Tue ich aber, so ein Mist. Na super, ein weiterer Prozess, ahhhh….. doch ich bin bereit, mir auch DAS anzuschauen. Sai Baba höre ich, das sei „dass ich selbst nicht von meiner Mutter gesehen und wertgeschätzt wurde“ Ah, aus der Kindheit… ein Programm also. Nur eine Schublade geöffnet. Nicht persönlich nehmen. Nur betrachten, wo „sitzt´s“, hinschauen….

Ich erkenne und spüre große Dankbarkeit, da ich sehe, wie gut es dem Guido tut. <<seine Mama hat IMMER nach ihm geschaut denke ich und spüre Tränen, was ist denn jetzt los? Ich mag auch gerne solch eine Mama…Ich schicke in Gedanken aus, dass ich auch so gerne eine Mama hätte….und drücke ein DANKE mal hochzehntausend an die kleine Mama aus, die hier auf dem Bett sitzt….hach, die kleine Mama….bin ich froh! Ich muss sie drücken, herzen, umarmen…sie lacht verlegen…Guido erholt sich schnell. Ich freu mich und bin gleichzeitig unendlich traurig, dass er „meine“ Medizin nicht mal gesehen hat…. aber froh, dass diese wirkt. Wie weggefegt ist ihm das Bauchweh und so beschließen wir, den Gang auf den Berg erneut zu wagen. Ich mag für den Tempelbesuch den Sari anziehen und so fragen wir unten an. Sie kommt sogar ins Zimmer und… bindet mir den Sari. Doch nicht genug, sie mag mich auch noch schminken, doch hm, ich hab´ja gar nichts…außer dem türkisenen Kajal, den ich total klasse finde und zeige ihn ihr. „Wie, keinen schwarzen?§ frägt sie. „Na passen wenigstens zu den Himmelaugen“ sagt sie. aber das ist doch keine Schminke, auch kein Puder und was „man so hat“! Sie kann es gar nicht glauben. Stolz zeige ich ihr auch noch meinen hellblauen Lidschatten. Hm, na wenigstens das aber wo ist das rot für die bleichen Wangen? Ich habe kein Rouge. Also schon, für die Zwerge, aber für mich? Nein. „Und wo ist der Puder?“ Hm, ich habe keinen Puder. Stirnrunzeln. Dann frägt sie, wo denn mein Schmuck sei? Ich werde doch wohl wenigstens SCHMUCK haben?! Auch keinen Schmuck, also das geht gar nicht, dass eine verheiratete Frau keinen Schmuck hat! Nun ist sie fassungslos und schaut entsetzt. Schnell hole ich meinen Rosenkranz raus, der ohne Jesus am Kreuz ist, denn das KREUZ riss ja am Karfreitag ab. „Ah“ sagt sie und drapiert alles hin. „Ohrringe?“ Oh, ich hab keine Ohrringe….Schnell hole ich die Kettchen für die Füße raus, „ah doch noch Schmuck!“ sie bindet ihn an meine Füße und lächelt zufrieden. Und er soll mir „Ringe, und Blumen für die Haare kaufen“ sagt sie und schaut dabei-Guido an. Warum sollte er mir denn Schmuck kaufen, wir sind doch gar nicht verheiratet und Guido, nun das wäre doch wohl in diesem Falle eher als „Freundin“ zu sehen…ich spüre Tränen aufkommen, was ist denn nun schon wieder mit mir los…anschauen…“wo ist denn „mein“ Mann, der mir Schmuck schenkt….“ Gott, das ist ja NOCH schlimmer zu ertragen, als das Mutterthema! Schnell raus jetzt…DANKE DANKE DANKE und hopp, raus auf die Strasse, das gleiche Szenario wie am ersten Tag….daher laufen ohne anzuhalten. NO Fotos. Weiter, weiter. Wir schaffen es sogar, einen Bus zu ordern, oh was für ein Act. Die Menschen sagen ja nicht, dass sie was nicht wissen, wenn sie was nicht wissen… letzendlich haben die Pferde geholfen. „Da entlang“ sagten sie und zeigten mit ihren Köpfen. „Danke, liebe Pferde!“- „Gerne“ sagen sie und wir steigen in den Bus. „Wird schon passen!“ sage ich. „Hm ja gut.“ sagt Guido. „Ich warte hier auf Euch hier.“ sagt beim Einsteigen eines der Pferde. „Aber nein, das brauchst Du nicht“ sage ich ihm. „Doch.“ nickt das Pferd. Der Busfahrer ist wie unter Strom, er fährt in einem Affenzahn den Berg hoch, ich stosse an die Busdecke !!! Sowas habe ich noch gar nie erlebt und dabei bin ich jahrelang 5 Mal die Woche jeden Morgen 1 Stunde mit dem Bus ins Gymi gefahren …. und wieder zurück. Die Busfahrer waren auch NIE zimperlich, also ich bin da einiges gewohnt… doch hier, auf der Energiebahn zum Chamundi Hill geht echt was vorwärts…. zweimal haben wir fast einen Zusammenstoss mit der Gegenseite…wie sinnbildlich das alles, ich kann gar nicht aufhören zu lachen….

Kaum aus dem Bus raus empfangen die Pilger Stände mit Kram und Menschen, die etwas verkaufen wollen. Dichtes Gedränge. Geruch von Kot, Unrat, Schweiss und Fettgebackenem. Und Brot, ah ein Brot…doch dann sehe ich den Zeigefinger von den beiden Frauen und höre: KEIN BROT !!! Na gut, kein Brot, 5 Tage ohne Essen, warum nicht…wir gehen zum Tempel. Man muss lange anstehen und soll die Schuhe ausziehen. Hm, ich mag sie schon ausziehen, aber doch erst im Tempel.. NEIN_ hier Schuhe aus. Es sind aber doch meine Lieblingsschuhe, gelb mit Glitzersteinen, ich mag meine kostbaren Schuhe nicht auf den Haufen dazulegen! „Keine Schuhe im Tempelbereich!“ Sonst also NIX Tempel. Hm, ich ziehe sie brav aus und als er wegschaut verstaue ich unsere Schuhe in der Tasche. Wir reihen uns ein. Kinder fragen uns, wo wir herkommen und freuen sich, dass wir antworten, in unserer Sprache. Nein, das war Englisch! Nein, das ist anders. Denn englisch hört sich anders an! sagen die Kinder und sind verunsichert. Der Papa erklkärt, dass wir das englisch anders aussprechen…ach, alles ist so lustig…am Eingang müssen wir die Schuhe rausmachen. Er sagte doch_keine Schuhe, Puh, wann hat er DAS denn mitbekommen…

Drinnen ist ein Innenhof und eine andere Welt, Ich finde alles genauso vor, wie in meinen Träumen, spüre die Präsenz von Feuer. Es lebt. Die Menschen werden wie Tiere zusammengepfercht. Guido bekommt Platzangst. Wir verlieren uns, Kinder werden fast zertramelt, ich spüre nur das FEUER…es lodert, flüstert…ich werde vorgelassen, von einem Sicherheitsmann, halte aber nur Ausschau nach Guido, er hat doch Platzangst. Bin echt erleichtert, als ich ihn seh´lächle aufmunternd und gehe weiter, alleine, hin zu den Mönchen, den Feuerhütern. Sie tragen nur einen weissen Rock, schwitzen, es ist auch so unglaublich heiss hier. Die Möche, Feuerhüter, halten den Menschen das Feuer hin, der Gesang, der den Raum erfüllt kommt nicht nur vom Feuer, er kommt auch von ihnen. Ich bekomme die Flamme hingehalten. Es spricht in der Sprache der voralten Zeit. Ich spreche zurück. Es verbindet sich mit mir. Es sagt, dass es in mich kommen mag. Ich spüre keine Angst vorm Feuer und nehme es in mir auf. Esse, was mir der Feuerhüter hingehalten hat. Ein mystischer Moment. Unbeschreibbar, Millionenfache Licherfunken, doch ich muss weiter laufen, hier bleibt niemand stehen, es ist sicher ein Privileg, dass ich so lange stehen durfte, mehrere Minuten….“Hast Du das etwa gegessen..?“ frägt mich später Guido. „Ja.“ Draussen auf dem Innenhof lehnen wir uns erschöpft an die Rückseite des Tempels. Während die Energie uns durchdringt schaue ich auf einen Baum. Er weht im Wind, er TANZT, er verbindet die Welten, ach die Bäume….es sieht aus wie wenn FEUER tanzt…

Wieder ganz draussen auf dem Platz sind jetzt überall Lichtkugeln.

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…und Kühe, Hunde…oh, ich mag sie alle kraulen. Ach Tiere….ich beginne damit, alle Kühe am Ohr zu kraulen, zu streicheln. Das gefällt ihnen, alle lassen sich streicheln, auch die Stiere. Während ich eine Mama Kuh am Ohr kraule kann die kleine weisse Kuh gar nicht mehr aufhören mich anzustubsen….immer mehr Tiere kommen….

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man bleibt stehen, schaut, lacht. Warum streichelt denn keiner die Tiere? Versteh ich gar nicht. Die Tiere finden es jedenfalls voll schön.  Es beginnt zu regnen. Hm, schon wieder Regen. Unten in der Ebene zucken grelle Blitze. Keiner stört sich. Keiner hat Angst. Bei uns wäre der Platz spätestens jetzt leer gefegt, hier nicht. Alle sind gelassen, was soll schon passieren, hier an diesem Ort…

Wir  schauen, wo wir hin müssen, wohlweislich haben wir ja angefragt, wann der letzte Bus nach unten fährt. Wir finden den Platz, den Bus, aber ohne den Busfahrer…dafür ein mit Jasminblumen behangener Beschützer:

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Ausrangiert wäre dieser Bus, einhundertpro. Ob da die Bremsen…??? Am besten gar nicht nachdenken, einsteigen.

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Bezahlen tut man auch nicht beim Busfahrer, da kommt einfach jemand , egal wie voll der Bus ist, der weiss dann immer, wer von all den vielen Leut´ schon bezahlt hat…. Der Bus füllt sich. Wo sollen den nur all die Leut`stehen, die da den Bus besteigen, wo sich nur festhalten…oh so eng….der Busfahrer steigt ein, schließt die Tür und fährt langsamer, aber immer noch in einem Affenzahn den Berg runter….

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Irendwann beginnen wir zu realisieren, dass Mysore groß ist. Und wo wir wohl aussteigen müssen? Es ist rabenschwärzeste Nacht. Überall sieht es gleich aus. Lichter, Strassen..Ein Mann lächelt und sagt, dass er uns Bescheid sagt..und dann steigt er aus…weg ist er. Hätten wir etwa aussteigen sollen? Panik. Jeder lächelt, sagt, dass er uns Bescheid sagt und steigt aus….Oh jemine, was nun…“ Vertrauen haben. Dich erinnern. Hm an was? Ruhig bleiben. Nach Vertrautem schauen.“ Mein Herz und der Verstand halten Zwiesprache. Hach, sie sind sich auch mal einig, wie wunderbar. Erinnern. Hm, sieht doch alles gleich aus…Ausschau halten. Ich halte Ausschau. Ausschau nach was Vertrautem. Eine Häuserreihe gleicht der anderen. Eine andere Strecke ist´s auch noch. Ich komme ins Schwitzen. Was tun? Ausschau halten. Ich drücke die Nase am Fenster platt. Wo und nach was denn nur, wenn alles gleich aussieht! Ich finde lustig, dass an einer der Bushaltestellen ein Pferd steht. Wie, als würde es auf jemanden warten. Moment mal… hat  das Pferd nicht gesagt…? Doch ja, hat es, aber kann DAS sein? Jedenfalls ist es genau DAS Pferd! „Guido, schau! Da steht das Pferd!“ Es sind STUNDEN seither vergangen. STUNDEN.  „Meinst Du, das ist das gleiche? Es gibt hier überall Pferde!“ erwiedert Guido. Ich spüre und verstehe die Skepsis und als er dann noch sagt, dass es ja jetzt auch woanders stehen kann…was ja auch sein kann, ohne Frage ABER, es hat doch selbst gesagt…will ich fast sagen, doch ich hab ihn ja nicht mal gesagt, dass…denn ich will ja nicht als verrückt gelten, reicht doch eh schon, was ich immer sehe und höre….ach egal jetzt, ich beharre jedenfalls aufs Aussteigen. „Oh, Du liebes, liebes, liebes Pferd“ Ich muss es gleich umarmen. „Da seid ihr ja.“ sagt das Pferd und freut sich, dass es gestreichelt wird. Ich kann gar nicht aufhören es zu streicheln….so ein liebes Pferd, steht da, STUNDENlang und wartet…

„Ich sagte Dir doch, dass ich hier auf Euch warte“ sagt das Pferd.

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Alles kommt nun zusammen. Eine Woche geschieht an einem Tag

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Die Fahrt mit dem Taximann beginnt zuerst harmonisch. Wir können uns entspannt zurücklehnen. Ich spüre und rieche jedoch mehr als deutlich, dass das Schattenwesen auch mitfährt, es wohnt ja schließlich mit in ihm. Hm. Auf Höhe der Einkaufsmeile entwickelt sich die Fahrt dann zum Spießrutenlauf. Immer lauter preist der Taximann „sein“ Hotel an, es sei „viel billiger, viel besser“. Beim Erzählen quillen seine Augen fast aus den Höhlen. Ich fahre mein Nordschild hoch, biete die Stirn. Daraufhin ist er ruhig, entspannt sich um dann, wenn ich wieder lockerer werde wirder lauter zu werden. Ein Hoch und Niederfahren der Schilder, wie in einem Kampf. Mann, wie anstrengend, ich hab echt gar keine Lust auf solche Spiele! Man muss ganz deutlich wieder und wieder sagen: „Nein danke. Wir wollen zu unserem Hotel.“ Für kurze Zeit ist es immer wieder gut, bis das Schattenwesen wieder in ihn greift und er wieder laut und dominat wird, man wieder das Nordschild hochheben muss. Vor ganz vielen Geschäften wird er richtig hektisch, während seine Stimme sich fast überschlägt.  „Aha, da bekommt er also Prozente, von denen Miriam sprach.“ sagt nur ganz trocken mein Verstand, dem ich gerade sehr dankbar bin, dass es ihn gibt, ich könnte ihn küssen. Da lockt er seine Kunden hinein… Miriam hatte uns eingebläut, dass wir da ja nicht drauf eingehen sollen. Sie hat gesagt, dass es ein abgekatertes knallhartes Buissness ist und man da sehr dominat und resolut mit einem NEIN !!! reagieren muss. Machen wir, aber he, ist DAS anstrengend, es kostet jede Menge Energie! Er lässt auch nicht endlich mal locker, macht wie eine Marionette weiter und weiter, wie motorisiert (klar, wird er ja auch, er „hängt“…also man mag schreien, ihn anbrüllen, das würde sogar bestimmt auch noch helfen…doch das machen wir nicht. Nach vielen Anpreisungen, in welchem Geschäft man was am besten JETZT kaufen kann kommen wir endlich an. Doch wir haben uns ja am Bahnhof noch breitschlagen lassen, erst mal das Hotel anzuschauen und falls das nichts ist wir dann „seines“ anschauen, da wollte er gleich noch eine Stadtrundfahrt dazugeben. Wie die dann ausschaut, nun ja, DAS hatten wir gerade erlebt, also nein danke. Wir schauen das Hotefoyer an. Es schaut sehr edel aus. Hm, teuer schaut es aus…wir lassen uns daher lieber erst mal ein Zimmer zeigen. Klimaanlage haben die Zimmer. Was für eine Steigerung! Die Zimmer sind kühl und sehen auf den ersten Blick edel und gemütlich aus. Mit Teppichboden, richtiger Dusche und Toilette. Ein weiteres Zimmer liebt der Page, der uns das Zimmer zeigen soll, man kann es ihm in seinem leuchtenden Blick ansehen. Er redet in heissen Tönen und ich bin gespannt, warum er das Zimmer so gut findet, denn verstanden habe ich ihn schon rein aktustisch nicht. Guido erklärt mir auf dem Weg dahin, was er gesagt hat, als ich es schon selbst sehe: Das Zimmer hat eine indisches Toilette, also mit zwei Fusspuren im Boden zum Hinknien. Puh. Ja. Ich will nicht unhöflich erscheinen, aber man sieht mir sowieso an, was ich davon halte. Ich weiß einfach nicht, was man daran finden kann, denn ich für meinen Teil finde es anstrengend und unbequem. Wir lehnen auch dieses Zimmer ab. Der Page lächelt nicht mehr, schaut genervt. Warum immer dieser Blick, das scheint bei vielen so zu sein. Hm. Seltsam. Wie beim Ego: Bekommt es keine Aufmerksamkeit wird es „böse“. Das dritte nehmen wir.

Der Taximann gibt uns, wieder ganz friedlich und heruntergefahren in der Energie, genauso „lieb“ ausschauend, mit treuherzigem Blick wie am Bahnhof, also mit jenem Blick, wie da, als wir aus dem Zug ausstiegen seine Karte „falls wir es uns anders überlegen“ oder „eine Stadtrundfahrt buchen wollen. „Er hat auch einen Bruder mit einer Rigscha, die uns überall hinringen kann. Ah so, einen Bruder, ausgerechnet…. “ Alles möglich, kein Problem“ sagt er. „Und das Hotel ist zu teuer!“ sagt er noch. „Danke. Ja. Bis dann.“ Puh. Nun müssen wir erst mal das Anmeldeformular ausfüllen. Und das dauert. – Und dauert. – Eine kleine Ewigkeit verstreicht. Dann endlich der Page, der mit aufs Zimmer geht. Gott, sind wir froh, als uns das Zimmer nach -einer Stunde- übergeben wird! Endlich wieder Privatsphäre! Das Zimmer abschließen und erst mal aufs Bett fallen lassen. Ahhhhh, so schön kühl…eine reine Wohltat…welch ein Luxus….

Wir genießen diese Kühle, nach all den Strapazen und Energien ist das einfach nur eine Wohltat. Man kann schnell viel Energie auftanken. Auch genießen wir die Stille, die jedoch bald von einem metallischen Klappern unterbrochen wird, das immer lauter und aufdringlicher wird. Was sind denn das für seltsame Geräusche? Guido schaut nach. Direkt gegenüber von unserem Zimmer befindet sich der Lieferantenfahrstuhl… das ist ja blöd jetzt! Aber nochmal um ein anderes Zimmer anfragen wollen wir dann auch nicht. Wir gehen davon aus, dass es schon nicht sooo schlimm wird und packen nach einer Weile dann schon mal ein paar Dinge aus, richten uns ein wenig heimelig ein. Geramine und die Kleine wollen auf das Tischchen und bekunden Durst zu haben. Spätestens da stellen auch wir fest, dass auch wir durstig sind. Wir gehen davon aus, dass es einen Laden in der Nähe gibt, wo wir Wasser kaufen können. Und man könnte doch mal den Sari anprobieren….und zum Palast laufen…einfach mal die Umgebung anschauen…

Gesagt getan. Nach einer Stunde haben wir den „Alltagssari“, also den blau-goldenen, wunderbar weichen mit den kupferfarbenen Glitzerwassermuster gebunden. Gott sei Dank ist da eine Klimaanlage im Zimmer, sonst hätte ich gleich wieder duschen mögen. Wir sind echt fix und fertig, was für ein Akt ist das denn, einen Sari zu binden….aber nun ist er  ja gebunden uns so gehen wir hinaus. Ich fühle mich dabei aber halbnackt, denke an den Rücken, den man ja sieht…und ich weiß auch nicht so recht, wie das nun ankommt, dass ich als Europäerin einen Sari trage… ich bin sehr verunsichert und will mir aber auch das selbstverständlich anschauen, fahre darum auch nicht Fahrstuhl sondern wähle den Gang zur Treppe, laufe darum auch bewusst in der Mitte der Treppe nach unten. Die Treppe ist gigantisch breit. Wie im Märchen, wie in Aschenputtel…. Man könnte ja jetzt am Rand gehen, aber das will ich auf keinen Fall. Ich gehe ganz bewusst in der MITTE. Hihi, ich komme mir vor wie das Aschenputtel im schönen Kleid auf dem Schloss am Tag des Ball`s….was für eine Treppe, sie ist echt gigantisch breit.

Kaum haben wir diese Treppe betreten ernten wir sogleich alle Blicke, alle Aufmerksamkeit. Alle Gespräche verstummen. Jeder, JEDER schaut. Stille. Man hört den Herzschlag. Was soll ich machen? Ganz locker bleibe ich und gehe mit sicherem Schritt weiter. Aufmerksamkeit bin ich von dmeinen Vortägen, Workshophs, von allen öffentlichen Auftritten sowie den Festivals gewöhnt. Wen alle auf einmal wahrnehmen, dass ich da bin. Also, alles ok. Einfach locker bleiben und weiterlaufen. Erstaunen in den Gesichtern sehen, Freude, Lächeln, von allen Seiten. Doch dann…. steht der Hotelier auf, ruft laut und von überall her laufen uns die Menschen entgegen, sprechen uns an. Sichtliche Freude und lauthalsiges Bekunden, wie schön ich sei und der Sari, wie schön er sei… ich werde von der Frau am Empfang beobachtet und zielstrebig auf die Seite genommen. Sie sagt, dass ich wundervoll aussehe, der Sari ein Traum sei. Woher er sei? In ganz Mysore gäbe es nicht solch Stoff und hier wird Seide hergestellt….er sei so edel und schon hat sie mich in ein Büro mitgenommen und denjenigen, der darin saß um zu arbeiten hinausgeworfen und die Tür hinter uns abgeschlossen. Dann wickelt sie den Sari komplett auf und bindet ihn neu. „In Mysore bindet man den Sari so“ und ruckt hier und da alles ganz anders zurecht. Sie schimpft über die schlechte Qualität der Sicherheitsnadeln und lässt ihre Mitarbeiterin ihre Sicherheitsnadel hergeben, was ich dankend ablehne, aber mit einem strengen „Und ob!!! Von wegen hier nein sagen! Das geht schon mal gar nicht“ sagt der strenge Blick. Sie macht es einfach, duldet keine Wiederrede und lobt mit einem strahlenden schwärmendem Lächeln die Weichheit des Sari´s und sein Muster. Derjenige, den sie aus dem Büro hinaus geworfen hat will andauernd wieder in das Büro hinein. Doch sie lässt ihn einfach nicht hinein. Sie geht zwar an die Tür, aber schaut danach wie ein Wachhund, dass er mich nicht zu sehen bekommt. Ganz resolut ist sie, ganz streat. Sie lässt sicher NICHTS hinein und ich denke unwillkürlich an die Energie der Hauszwerge, die auch nichts hineinlassen, was nicht hineingehört….

Erst als SIE zufrieden ist holt sie ihn. Er soll jetzt ein Bild von uns beiden machen, mit ihrem Handy. Mit dem ersten Bild, das er mit zitternden Händen macht ist sie nicht zufrieden, ein weiteres soll er machen. Dann überprüft sie nochmals die Festigkeit und ob der Sari auch hält. Erst dann lässt sie mich wieder gehen. „Er sitzt“ sagt sie zufrieden. „Und sieht wunderbar aus.“ Ich werde alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen“ sagt sie Guido, den sie für meinen Ehemann hält. Darüber müssen wir selbstverständlich schmunzeln. Sie sagt ihm, dass er aufpassen soll und noch einmal in aller Deutlichkeit, dass ich alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen werde. Ach was, das kann ich mir gar nicht vorstellen, das war sicher nur hier im Hotel so. Doch kaum aus dem Hotel geflüchtet, weil alle kommen, reden, uns ansprechen, uns umringen stellen wir fest: das war noch gar nichts! Auch draußen bleiben alle stehen, unterbrechen ihre Tätigkeit, rufen, pfeifen, winken, zücken ihre Kamera…es sind draussen ja NOCh weit aus MEHR Leute unterwegs als im Hotel….es ist unglaublich. Man macht Platz dass wir laufen können, man hupft, fährt fast aufeinander drauf, Verkehrschaos bricht aus, man fährt sogar in den Graben….

Ich denke einfach an ein Festival. Denke: „Alles normal. Ganz locker bleiben, dann beruhigt es sich schon von ganz alleine.“ Ich blende daher ab nun aus, was da um uns herum geschieht und laufe einfach ganz normal weiter. Dann wird man sich ja sicher bald beruhigen. Aber dem ist nicht so. Alle Aufmerksamkeit liegt auf mir, wahrlich, das war nicht übertrieben, das war die Wahrheit. Wir kaufen eine Jasminblütengirlande. Guido versucht, sie festzumachen. Sofort kommt eine Frau und macht das. Wenn sich bei mir eine Haarsträhne löst fasst gleich die nächste an und bindet es wieder zurecht… und egal, wo wir auch laufen, überall das gleiche und es hört einfach nicht auf! Hupen, rufen, Freude, anfassen wollen….Wir flüchten in Seitengassen und schließlich in einen Hof. Doch selbst der Hund will mich bespringen. Noch nie hat mich ein Hund mit fletschenden Zähnen angeknurrt, wenn ich in der Elbensprache sprach! Ich bin ganz erstaunt, dass er nicht aufhört so rammelig zu sein. Was ist denn nur los? Auch hier müsen wir ganz langsam rückwärts gehen.

Ein Lebensmittelgeschäft wie in Bangalore gibt es hier nicht. Wohl kleinere Läden, aber da gehe ich erst gar nicht rein. Und mich wo alleine stehen lassen wäre ja ein Unding…nein das geht gar nicht. Wir laufen und kommen schließlich an den Palast.

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Die Sonne geht gerade unter und scheint durch ein Fenster. Das kommt mir aber nun doch sehr bekannt vor. Ah, das hatte ich ja auf der Zugfahrt geträumt….

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Ein Mann spricht uns an. Auf deutsch. Er sagt, dass er hier der Wärter sei. Darum also das Funkgerät, das die ganze Zeit sendet. Er schaut ganz gemächlich aus und sagt, dass er einen Euro hat und gerne Rupies dafür möchte. Er schaut aus wie ein Elefant, hat sogar Haare am Ohr und von der Energie auch Ohren wie ein Elefant. Hm, ein Euro…Ohren wie ein Elefant…das kommt mir alles  ja so bekannt vor….wenn er jetzt noch sagt, dass er Elefantenwärter ist….dann frägt er, ob wir zu den Elfanten wollen, den Elefanten vom Palast… wow. Mein Herz beginnt ganz laut zu klopfen. Warum kommt mir das alles denn nur SO bekannt vor, das ist sicher Fügung. Ja, ja, ja, selbstverständich mag ich zu den Elphanten, was für eine Frage! Guido bekommt ein ganz seltsames Gefühl, er will umdrehen, gehen, weglaufen, doch ich halte ihn am Ärmel fest und sage ihm, dass ich schon oft so ein Gefühl hatte und man „da durch muss“ so Durgaenergie, Stirn bieten und so…und ich sehe nur noch Elephanten vor meinem geistigen Auge. Wie lächerlich, jetzt gehen? Nee, das geht jetzt gar nicht! GAR nicht, verstehst Du? Denn wir können Elephanten sehen! Sie berühren, ihnen ganz ganz nah sein und das sind doch sogar die Elephanten des Palastes, also wirklich, diese einmalige Chance können wir doch nicht an uns vorbei ziehen lassen !!!“ Guido ist ganz bleich. Er sagt, dass er ein ganz mieses Gefühl hat. „Das hatte ich jetzt schon oft hier, aber ist doch immer alles gut geworden und er soll doch aufhören, so Energie da reingeben!“ Ich bin verärgert, weil er jetzt so ein Rückzieher macht und die Aussicht, den Elephanten zu begegnen schwindet. Ich bin verärgert, weil ich denke, dass ER von MIR erwartet, dass ich sage. „Ach ok, Du hast ein mieses Gefühl und darum machen wir es nicht.“ Dabei soll ich mir ja schließlich auch immer alles anschauen und bin immer bereit über meinen Schatten zu springen und meine Ängste anzuschauen. Und er? Ich bin es, die sich immer zusammenreisst, immer versucht nicht beleidigt zu sein, wenn wir Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten haben. Nein, jetzt ist aber Schluss damit! Ich erwarte, dass er jetzt auch da durch geht. Er willigt ein, was mich sogleich die Hand reichen lässt.  Zur Versöhnung sage ich: „Schau, er hat doch diese Elephantenohren!“ Ich kann gar nichts anderes mehr wahrnehmen, außer dass die Aussicht besteht Elephanten zu sehen…

Der Wärter bekommt ein schwarzes Funkeln in die Augen. Hu, seltsam. Er spricht in sein Funkgerät und ein Mann kommt herbei. Ein zweiter Wärter kommt. Dieser schaut gar nicht nett aus, ich spüre Gefängnissenergie. He, hab ich mich jetzt angesteckt oder was. Er ist sicher nur ein Sicherheitsmann, der ihn begleitet. Vieleicht doch nur zu unserem Schutz. Hinter uns fällt die schwere Eisentüre ins Schloss. Wir sind eingeschlossen. Ein komisches Gefühl.  Nur nicht in diese Energie reingehen denke ich. Jetzt kann man sich eh´ nur noch nach vorne konzentrieren….und vorne kann schon die Elefanten sehen…wie wundervoll….

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Der Mann greift sich den Elefanten, welcher ganz erstaunt ist, aber gewöhnt ist zu gehorchen. Das tut mir weh. Ich mag ihn berühren. Der Mann ist sehr fordernt und herablassend zu dem Tier und während er ihn mit festem Griff hält ordert er laut und herrisch, die anderen Elefanten herbei zu führen. Alle spuren und Hektik bricht aus.
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Ich will auch da keine Energie hineigeben und nur den Elefanten spüren. Seine Haut ist ganz weich, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Schon ledern, faltig, das Haar jedoch ganz weich, ach herrlich, endlich einen Elefanten spüren….

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Dann darf ich sogar auf ihn sitzen, ich bin der glücklichste Mensch auf Erden….

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Doch dann muss ich runter, hopp, hopp. Noch ein Bild, aber dann 1000 Rupis zahlen. Jetzt gleich! Los! Flott! Momet mal….1000 Rupis…? Warum? Nun, wir wollten die Elefanten sehen, das kostet. Gudio stöhnt, das hat er doch gleich gewusst. Na super, was jetzt. Ich kann ihm diese Bürde, diese Verhandlung zu führen nicht alleine überlassen, schließlich war das ja meine Idee. Darum sage ich nun, dass niemand uns das gesagt hat und das hätte man uns ja VORHER sagen müssen, das ist illegal, eine Überrumpelung ist das, also SO geht´s ja nicht. Die Hektik vergrössert sich. Der Sicherheitsmann versperrt uns den Weg. Die Hand hat er am Schlagstock, mit der anderen hält er mit festem Griff, uns lauernd beaobachtend das Funkgerät fest. Raus kommen wir nicht deutet er uns an. Na und? Ich lasse mich doch nicht verarsch… ströme ich aus. Er spricht in sein Funkgerät. Die Situation eskaliert fast. Wir geben Geld, nicht so viel wie gefordert, aber wir kommen raus. Puh, nochmal Glück gehabt. „Wir sind noch nicht draussen.“ sagt Guido. Vor der Schleuse, am Eisentor steht der Mann mit den Elefantenohren. Ob es schön war will er wissen. Ich sage, dass er uns hätte sagen müssen, dass das was kostet. Ja, sie müssen doch von was leben sagt er. Verständlich, ok. Aber er hätte es sagen müssen. Ja. Und nun noch 1000 Rupies für ihn. Seine Augen sind wieder schwarz, obwohl sein Mund lächelt. Mist, alles war ein abgekatertes Spiel. Er hat den Schlüssel. Er hat uns sogar eingesperrt. Wir haben keine Chance hier rauszukommen. Sie sind zu zweit. Sie sind im Sicherheitsdienst, haben sicher Beziehungen. Sie haben sogar Pistolen, Schlagstöcke. Sie sitzen am längeren Hebel. Keine Chance. Sie verdienen wenig, das müssen wir verstehen. Das sei auch keine Forderung, das sei nur ein Geben und Nehmen. Eine freiwillige Gabe.

„Nun, wir verstehen. Doch haben nicht mehr so viel.“ sage ich. Ja, das ist schlecht sagt er und hat die Hand am Schlagstock. Guido ist nun ganz bleich. Ich habe echt Angst. Die Berichte, dass Menschen einfach mal so in den Gefängnissen skrupelloser Beamten verschwinden, ja DIE habe ich gelesen….ich sehe nun, dass ich alles bereits wahr gesehen habe…. Mist, ich hatte nur noch Elefanten im Kopf gehabt. Nun werden wir also tatsächlich ausgeraubt. So ein Scheiss aber auch! Moment….Was habe ich gerade gesagt und dadurch vieleicht manifestiert? Wie war das mit der Selbstbestimmung und den selbsterfüllenden Prophezeihungen? He, ICH habe es in der HAND und ja, ich will das jetzt nicht erleben. Ich bin ein Lughlicht, ich habe Fähigkeiten bei Gott, ich werde jetzt das Blatt wenden… ich spüre, wie das Blatt sich wendet, Kraft beginnt zu fließen…ich zücke den Geldbeutel. Hier, wir haben halt einfach nicht mehr viel. das sei eben die WAHRHEIT. Er soll doch selbst schauen. Ich halte ihm den Geldbeutel hin. Im Geheimfach ist ein 1000 Rupieschein…. Guido weiß das und erschreckt, dass ich so hoch pokere. Wenn er den geldbeutel nimmt haben wir auch keine Papiere mehr, keinen Ausweis…nicht auszudenken….Aber wenn, dann setzte ich hier alles auf eine Kante. Entweder wir sitzen gleich im Gefängniss, sind vorher noch zusammengeschlagen, angeschossen, ausgeraubt worden, eben so, wie ich das gesehen habe oder wir gewinnen. Durgaenergeie. Also, warum wohl habe ich das erlebt. Ich spüre Mi´Chael in mir. Ich fühle seine Kraft, ich bin stark. ich würde jedem, der uns was „Böses“ will, der uns anfassen würde, uns Schmerzen zufügen würde auf der Stelle den Kopf abschlagen. Falls hier jemand die Waffe zückt. Sollen sie es doch versuchen. Ich habe zwar einen Riessenschiss, ich habe sogar Todesangst und mache mir fast.. aber ich spüre eben auch Mi´Chael in mir. Soll doch mal jemand versuchen, mir nahe zu kommen…mir wird sicherlich sogleich ein Schwert wachsen! Ich kämpfe. Das ströme ich aus, der ganze Raum ist erfüllt mit dieser Energie. Wir zahlen ihm das, was er im Geldbeutel sieht und werden hinausgelassen. Wir sind unbehelligt davon gekommen….was für ein Glück…unfassbar, wie knapp war das denn….Sian, wir müssen reden….ja, das sehen wir beide so… wir laufen zurück, gehen ins Restaurant und reden… essen….trinken Lhassi… reden…..

In der Nacht bekommen wir Bauchschmerzen. Wir haben Durchfall. Die ganze Zeit hatten wir auf alle Hygienevorschriften geachtet und hier, im Nobelrestaurant in Mysore, ja DA haben wir uns einen Virus eingefangen. Die nächsten Tage verbringen wir im Bett. Mit höllischen Bauchschmerzen. Es geht nichts mehr. Wir liegen total flach. Es geht NICHTS mehr. Ich werde die nächsten Tage nicht beschreiben…

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Der Taximann. Von der Schattenweltenenergie und Ganesha.

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Der Bahnhof ist eine wahre Augenweide. Ich bin erleichtert, so einen schönen Bahnhof vorzufinden. Doch viel Zeit, ihn zu bestaunen haben wir nicht, wir werden von zig Bettlern und Taxifahrern angesprochen. Ein lautes Durcheinander an Stimmen. Man wird erschlagen. Alle Touristen werden, sobald sie aus dem Zug kommen sogleich umringt. So also auch wir. Wir haben keine Lust, in der nachmittäglichen Hitze umherzuirren und lassen uns auf einen sympatischen Taxifahrer ein. Miriam mit ihrer Erfahrung gab uns ja genügend Instruktionen mit auf den Weg und so sagen wir klipp und klar, wohin wir wollen, denn „unser“ Hotel, in das wir wollen, hatten wir bereits in Bangalore in abendlichem Hineinspüren aus dem Reiseführer als Ziel festgelegt. Es fehlte also nur noch, einen guten Preis auszuhandeln BEVOR wir ins Taxi steigen und wir wussten ja nun, welcher Preis für die Strecke, die wir ebenfalls im Vorfeld ausgerechnet hatten als angemessen und somit als akzepabel galt. Die Summe die er fordernd nennt ist horent. Er schaut dabei ganz seltsam aus. Lauernd, listig, ganz eine seltsame Energie ist das auf einmal, mir ist gar nicht mehr wohl und schaue mir das aber an. Er scheint auch besetzt zu sein, das ist mir ja zu Beginn gar nicht aufgefallen….war ich zu beschäftigt mit der Freude? Weil ich den schönen Bahnhof betrachtete?

Guido verhandelt ein wenig. Ich schlucke meine Kommentare runter, sehe es als „Männersache“, so wie im Orient, obwohl ich mittlerweile bemerkt habe, wie laut auch die Frauen hier verhandeln….doch ich mische mich nicht ein. Sie werden sich einig und wir folgen ihm. Doch wo ist denn nur sein Auto? Er geht in einem schnellen Schritt, in einem VIEL zu schnellen Schritt, den ich rein körperlich gar nicht packen kann, mit all dem Gepäck und in der Hitze…. ich versuche mitzuhalten, der Schweiss rinnt mir über meine Wangen, alles beginnt zu schmerzen. Er geht mit uns um die Bahngleise herum, dann über die Bahngleise. Hm, wo er uns da wohl hinführt? Seltsame Energien, ich werde unruhig. Ob das wirklich DIE gute Wahl war…? Mag mich da nicht weiter hineinsteigern, nicht dass ich dann dadurch noch all das, was ich ja gar nicht erleben mag anziehe. Ich versuche ruhig zu bleiben, aber mein Herz ist zusammengezogen und fühlt sich wie ein Klumpen an. Uh, nicht gut. „Auswirkungen“ murmelt Dim-Hie-Trie. Nun gut, Auswirkungen. Und von was genau? „Magst das wissen?“ frägt er. Klar mag ich das.

Boah, wie weit ist das noch…. kommen wir überhaupt an…??? Ich sehe vor meinem geistigen Auge seltsame Szenarien, sehe die Schattenwesen, die über dem Taximann sind, die in ihn greifen. Sehe Bilder, geistige Bilder, von Komplitzen, die wo auflauern und erblicke vor meinem geistigen Auge ausgeraubte Touristen….uh, wie plastisch, das wird doch nicht geschehen…ich sehe es so deutlich, als ist es da.

Ich ermahne mich zur Ruhe…. nicht in die Energie gehen! Nun merke ich, dass ich mich zu weit vorgewagt habe und mich wohl doch zu stark mit den Energien der Schattenwelten auseinandergesetzt habe…. locker bleiben jetzt…. und einen klaren Kopf bewahren. Dim-Hie-Trie läuft doch ganz ruhig, also alles in Ordnung. Wirklich? Ich bemerke, wie ich immer langsamer werde. Die beiden sind schon mehrere Meter weg. Ich bin in einer kompletten Blockade. Am liebsten mag ich mich hinsetzten, ein paar Minuten alleine sein, mit der Natur hier und die Blumen auf dem Weg betrachten. Ich mag auch die Naturwesen hier begrüßen, die so lieblich lächeln und sich darüber freuen, dass sie gesehen werden. Ich fühle mich erschöpft, die Bauchspeicheldrüse, oder die Wunde, ich weiß nicht was genau, doch es tut so schrecklich weh und mein Rücken schmerzt daher. Es zieht mir auch so arg ins Kreuz….. Mann, ist das schwer, all das Gepäck, was habe ich mir nur dabei gedacht, so viele Sari´s zu kaufen… Gott, ist das weit….die beiden warten. Guido frägt, ob alles ok ist. Ich murmle ein „ja, alles ok.“ Immerhin habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich soeben gelogen habe. Doch ich will ihn nicht auch noch anstecken…

Endlich kommen wir an einen Platz, wo viele Busse und Taxi´s stehen. Ich bin erleichtert. Er schließt ein Auto, das die besten Zeiten sicherlich schon lange hinter sich hat auf, doch egal, besser als laufen…. doch bringt er uns auch dahin, wo wir hin wollen..? Ah, er sieht so komisch aus, seine Stimme, sein Ausdruck in den Augen, ich traue ihm nicht… und die Augen sind auch so gelb… „jetzt reiss Dich aber zusammen !!!“ schelte ich mich. Dim-Hie-Trie streichelt mit seinen Sonnenhänden meine Hand und sagt: „Sian, nicht hineinsteigern, schau mal, was da hängt.“ Wo? „Hier, im Auto.“ Freude in meinen Augen, als ich den Ganesha in seinem Auto erblickte. Mein zusammengezogenes Herz macht einen Freudenhüpfer, ich liebe Ganesha…. ein geschmückter Elephant ist er für mich und ich liebe Elephanten….ich habe gelesen, dass jede Puja, also jeder hinduistische Gottesdienst, mit einem Gebet an ihn beginnt. Das ist doch ein gutes Zeichen, dass er da hängt….“Stelle eine Verbindung her.“ sagt Dim-Hie-Trie. Ich weiß nicht, was genau er nun mit „Verbindung herstellen“ meint, aber ich LIEBE Ganesha, schon als Kind fand ich ihn ganz wunderbar. Ich empfand seine Energie von jeher als sehr beruhigend und sehr liebevoll. „Ganesha“, im Sanskrit Gaṇeśa, setzt sich zusammen aus „Gana“, was soviel wie „Schar, Gefolge“ bedeutet sowie „Isha“, was „Herr“ bedeutet. Sein Name bedeutet also „Herr der Scharen“. Es gibt auch die Bezeichnung Ganapati, dies bedeutet „Gebieter der Scharen“ oder auch Vinayaka, der „Entferner der Hindernisse“ und Vighesha, den „Herrn über die Hindernise“. Freu. Schöne Energie.

„Eigendlich ja kein Wunder, dass er da hängt“ sagt da auf einmal mein Verstand, „…denn er wird angebetet, wenn man Glück für den Weg oder eine Unternehmung erhalten mag. Viele haben auch nur einen, weil sie sich dadurch Reichtum erhoffen….“ – „Äh, hallo….? Er steht doch auch für jeden Neuanfang und verkörpert Ruhe, Weisheit und Intelligenz! Zu seinen Angelegenheiten gehören die Poesie, Musik, Tanz und Wissenschaften. Er ist eben eine Art Schutzpatron.“ sagt mein Herz zum Verstand. Doch der Verstand sagt weiter: „…die meisten Kaufleute betrachten ihn darum nur als ihren Schutzherrn…“- “ Ja sag mal, Verstand, Schluss jetzt! Für viele fromme Hindus ist es das erste, was in ein neues Haus kommt, eine Statue des Ganesha. Diese segnet das Haus und verheißt Glück, Ruhe, Kraft, Ausdauer und ja, sicher auch Wohlstand, aber….“ Hu, was ist das denn für ein Gespräch… „Also hallo, kein Wunder, dass er da hängt.“ meint der Verstand. Es beruhigt mich trotzdem dass er da ist! So. PUNKT.

Guido bemerkt, dass mich etwas doch SEHR beschäftigt und frägt, ob ich denn überhaupt ins Auto einsteigen mag…? Erst jetzt bemerke ich, dass ich einfach nur da stehe, ohne Anstalten zu machen in das Auto zu steigen.  Ich spüre hinein. Stelle eine Verbindung zu meinem pochenden Klumpenherzen her und lasse Weite und Kraft hineinströmen. „Eine Verbindung herstellen“  Hm…wie auch immer das gemeint war, ich atme, atme , atme….und Weite und Raum entsteht. Dann sammle ich meine Kraft, bündle sie,  schaue dem lauernden Blick des Fahrers standhaltend in die Augen, biete der Energieform die Stirn und spreche mit klaren, deutlichen Worten und fester Stimme auf den Ganseha an. Dass ich ihn LIEBE, ehre und wertschätze. Wie Maria. SO, das ist also gesagt. Die Augen des Taximannes verändern sich. Alles „Negative“ um ihn herum fällt ab, verpufft, löst sich auf. Er lächelt und neigt seinen Kopf. „Ja, nun passt es, wir werden sicher ankommen.“ Bin ich froh, die Verbindung wieder zu haben…

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Über die Herrschaft der Dämonenwesen und die Kraft der Durga. Ankunft in Mysore

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Es existieren Millionen von „Welten“, Wahrnehmungen, Level, Ebenen, Dimensionen und in imens viele habe ich bereits einsehen dürfen. Auch was die Wahrnehmung der Menschen anbelangt, die in ihrer weil(t)en gesehen, gerochen, wie sie sich fühlen….und wie auch immer sich da was verhält mag ich darüber nicht urteilen, ich bin ja kein Richter ( Gott sei Dank! ) Ich weiß nur, dass alles von „Gott“, dem AllEINEN kam…. und dass alles, ja  ALLES einen größeren SINN hat, denn sonst wäre es doch gar nicht da! Alles sind Lernfelder für die Seele, nichts ist „schlecht“ nur Folge von, das genau ist meine Einstelung. Dem vermeindlich „Böse“, das „Dämonische“, das ich im Schattenreich kennengelernt habe wohnt auch Licht und Glanz inne. Und der Dim-Hie-Trie würde jetzt sicherlich hinzufügend sagen: „aber viele hängen eben darin fest und sind nicht mehr „sich selbst“, was ich auch so gesehen und wahrgenommen habe in einem gewissen Statium und das Ego hält es fest denn da „ist es ja wer“. Und dann würde der Dim-Hie-Trie dazu noch sagen: „genau so ist es und genau DAS hören sie nicht gerne“…nun ja, getroffene Hunde bellen bekanntlich und wollen daran festhalten bzw, auf ihrem Standpunkt verharren, da verhangen und dann den anderen darum auch deshalb weismachen, alle anderen seien Schuld…ist ja auch soooo einfach, sich nicht SELBST anschauen zu müssen oder sich zu ändern…und das ist genau DAS Zeichen, dass es eben auch aus dieser Kraft kommt, in der die/derjenige „hängt“…. Nun, jedenfalls war es Durga, die es bezwang….und laut Guido fehlte mir das bisher im Leben. Da musste ich schwer schlucken, als er mir das neulich sagte denn ja stimmt, ich habe tatsächlich immer alles mit mir machen lassen….das stimmt einfach….und jeder, der mich kennt weiß das….und daher schaue ich mir nun an, welche Kraft mir eigendlich auf der Erde in dieser Inkarnation fehlt. Ich mag ja schließlich meine Krankheit begreifen, verstehen und dadurch „bezwingen“. Also beschäftige ich mich auch mit Durga, was Sai Baba sehr freut. „Durga“, so sagte er mir bedeutet „die schwer Zugängliche, schwer zu Begreifende“ und existiert laut dem Mytos in den unterschiedlichen Erscheinungsformen. Sie verkörpert die Kraft Shakti´s, die Weisheit, das Wissen sowie die unbedingte Bereitschaft zum Handeln. Und ihre Bereitschaft zum Handeln ist wie die Rune, die ich eben beschrieb. Im tantristischen stellt Durga die Shaktikraft dar, während sie als Lakshmi die Gemahlin Vishnu´s und als Sarasvati an Brama´s Seite weilt. Doch in der Kraft der Durga ist sie dann eben alleine und an KEINER männlichen Seite als Frau. Sie kann vier Arme haben, acht, zehn oder zwanzig, manchmal auch achtzehn, was große Kraft Shakti symbolisiert. Sie reitet auf einem LÖWEN oder Tiger. Puh, auf einem Löwen….wie war das mit dem LÖWEN…

Durga, in ihren zornvollen Manifestationen tritt als KALI oder Camunda auf….ich erinnere mich gelesen zu haben, dass nach dem Gründungsmytos Mysores die Gegend um die heutige Stadt dem Büffeldämon Mahishasura „gehörte“. Der Dämon war es, der dort wütete und alles unter seine Herrschaft zwang. Man erflehte göttlichen Beistand, da keiner der Mannen ihn zu bezwingen vermochte. In der Gestalt Chamundeshwari kam sie daher in die duale Ebene und lebte die Kraft jener Rune, die ich soeben beschrieb. Sie ging tief hinab ins Schattenreich und bezwang den Dämon, hat ihn im erbitterten Kampf den Büffel-Dämonen MahisASURA !!! mitsamt seiner Armee erschlagen…stop, war das geade der Hinweis auf die Herrschaft der Asuras? „Ja.“…. Uih uih uih, die Asuras… Nun das passt ja wieder so gut…. denn weiter höre ich „dass sie auf Wunsch der himmlischen Kräfte, die von Mahisasura terrorisiert wurden herniederstieg. Durch Askese, Meditieren und Beten sei einst Brama der Wunsch gewährt worden, dass er nur von der Hand einer Frau den Tod finden könne…. Doch da er keiner Frau diese Fähigkeit zutraute sei er immer machtgieriger geworden und schwang sich dann letztendlich in seiner grenzenlosen Arroganz zum Herrscher des Himmels auf. Alle sollten ihn anbeten. Shiva und Vishnu wurden deshalb sehr zornig und als sie vom Treiben des Dämonen hörten entsprang ihren Gesichtern jeweils ein helles Licht, das sich mit den Lichtern aus den Körpern der anderen Himmlischen zu einem einzigen vereinte und die Gestalt einer wunderschönen Frau annahm. Shiva und Vishnu  sowie alle anderen Himmlischen überreichten ihr dann auch Waffen: Shiva gab aus seinem Dreizack heraus einen zweiten, Vishnu von seinem Diskus einen zweiten und jeder der himmlischen Devas schenkte eine exakte Kopie von seinem Emblem. Uih, wie schön! Von Surya, der Sonne, erhielt sie ihre glänzenden Strahlen, die aus allen Poren ihrer Haut leuchten…und Kala, also die Zeit, schenkte ihr ein Schwert….und der Himalaya den prachtvollen LÖWEN als Reittier. Das Devi-Mahatmya beschreibt sie „überirdisch strahlend und dass ihr unermesslicher Glanz die drei Welten durchwob, dass ihre Füße sich über die Erde bogen und dass ihre Krone den Himmel berührte und sie mit ihren tausend Armen das Universum durchdrang“. Oh, könnt ihr es sehen….

In all diesem Glanz stand sie und so soll sie mit einem „brüllenden Lachen“ in den Kampf gegangen sein, in die Konfrontation, so dass die Berge schwankten, das Universum bebte und die Meere über die Ufer traten. Der Dämon, mit dem sie kämpfte soll während des Kampfes ständig seine Formen gewechselt haben…mal war er Büffel, dann der Löwe, auch ein Elefant – bis sie ihn schließlich in seiner Büffelform besiegte. So soll auch der Inhalt der sehr populären puanischen Geschichten der Göttin sein, die auch fast jedes Hindukind kennt. Hm. Ja, bin ja kein Hinukind, aber ich sehe Ähnlichkeiten zu unseren Göttersagen…..

Vom Namen des getöteten Dämons soll sich auch der Name der Stadt hergeleitet haben: Die kanaresische Bezeichnung Maisūru sei demnach eine verschliffene Form von Mahishūru („Stadt Mahishas“). Mysore ist von Bangalore knapp 125 km entfernt, in südwestlicher Richtung und liegt im Bundesstaat Karnataka. Sie hat, laut einer Zählung aus dem Jahr 2011, 890.000 Einwohner. Somit stellt sie die drittgröte Stadt Karnataka da. Wir fuhren nun also in knapp 5 Stunden in das Hochland von Dekkan auf 770 Metern über NN um Mysore zu erreichen. Wir wollen DURGAenergie wahrnehmen und sind schon sehr gespannt auf die Chamundi Hill´s….

Denn ca drei Kilometer außerhalb des Stadtzentrums soll sich der 1062 Meter hohe Berg befinden, wo sich der Tempel der Durga befindet, auf dessen Spitze, der Sri-Chamundeshwari-Tempel. 1000 Stufen sollen zu ihm hinauf führen. Auf etwa halber Höhe soll eine 5m hohe, monolithische Statue des Stieres Nandi, dem Reittier Shiva´s stehen….

Die Symbolik empfinde ich sehr vielschichtig….die sich ständig wandelnden Formen des „Dämonen“ können als die verschiedenen Erscheinungsformen der Kraft angesehen werden. Der Büffel bedeutet auch Uruz, Kraft, das Männliche kann aber auch als Symbol für Verblendung, Egoismus und resultierend geistigen Tod stehen, Schattenreiche. Durgas Waffen Inbegriff aller kosmischen und geistigen Kräfte, die Schriften der Hindus sprechen an vielen Stellen in Bildern von diesen geistigen Waffen, die heilige Schrift Bhagavadgita nennt das „Schwert der Weisheit“ oder erwähnt das „mächtige Schwert der Nichtanhänglichkeit“. Die Gläubigen interpretieren darum die Vernichtung meist als das Zerschlagen allen Übeles, des Ego´s , der Triebe menschlichen Natur, wobei für Hindus die klassischen sechs Übel folgende sind: Kama (weltliche Begierden, Lust und Unzufriedenheit), Krodha (Ärger, Zorn), Lobha (Gier), Moha (Verblendung), Mada (Hochmut) sowie Matsarya (Eifersucht und Neid). Durch ihren Sieg über diese inneren Feinde, respektive über den Büffeldämon Mahisasura in seinen verschiedenen Formen, wird die Göttin als Verleiherin göttlicher Weisheit und Erkenntnis erkannt. Durga ist ja auch Mahadevi, die „große Göttin und somit Allmutter. Im Shaktismus stellt Durga die sogar die höchste Göttin dar, die alle anderen Götter überragt. Sie ist EINS mit dem Absoluten…Hm, ich denke, dass Kumari, eine liebliche „Mädchen-Göttin“ in Nepal, die ja als eine Inkarnation der Durga gilt, für ein neues Bewusstsein, ein neues Zeitalter steht und diese ankündigt…ach wie ist das schön, was für ein schöner Gedanke…ein neues Zeitalter des Friedens….ich spüre den Glanz, das Leuchten des Feuers und höre wieder den Gesang des Vogels, der von Vereinigung kündet…oh, ich freue mich auf die Vereinigung….spüre die Wärme des Feueres und fühle Frieden in mir… da endlich Frieden auf Erden und in den Welten ist….

Der Zug ruckt, wir sind gleich da, während ich mich noch frage, warum es denn da immer zuerst diese Wut, diese Agression, den Streit, das Messen und all diese doofen Kämpfe „braucht“, warum nicht ENDLICH einfach nur Glück und Frieden sein kann…endlich warm…nicht mehr frieren, wäre DAS schön…..ach Mensch, das alles ist ja so dermassen anstrengend…und he, ich will keinen Kampf…

Nun, wie auch immer, der Zug rollt nun jedenfalls im Bahnhof von Mysore ein und wir packen unsere Sachen zusammen.  Ich seuftze laut, packe meinen Rucksack, die Taschen und freue ich mich nun auf Mysore!

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vom Drogenwesen und der Fahrt von Bangalore nach Mysore

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Auf einer Zugfahrt kann man viel entdecken. Viel vom Land sehen. Zuerst einmal sehen wir Schilder wo draufsteht „Hier ist spucken verboten“. Kaum gelesen kommt ein Mann und spuckt drauf. Nun, vieleicht kann er nicht lesen. Die Spucke ist rot. Es ist jedoch kein Blut, es ist, ach jetzt habe ich den Namen vergessen, eine Art Droge. Puh. Drogen. Ja, die Drogen, die gibt´s hier auch. Ich schaue genauer hin. Der Mann ist besetzt. Das Wesen, welches durch ihn greift grinst mich durch seine Augen an. Seine Augen sind gelb. Hm, also doch krank. Der Mann, welcher er besetzt riecht darum auch so stark nach Schweiss. Sein Körper scheidet aus. Ach, ich wünschte, ich würde nicht so viel sehen. Und wenn ich grad´dabei bin: ich wünschte, meine Nase wäre auch nicht so ein feingetjuntes sensibles Wesen. Dann würde ich vieleicht auch einfach sagen “ oh schön hier in Indien.“ Aber nein, meine von allen so heiß begehrten Fähigkeiten nerven mich. Es ist nämlich überhaupt nicht schön, all das sehen zu können und dabei gar nichts ändern zu können. Menschen, die von Drogenwesen benutzt werden fühlen sich erhoben und glauben in eine Wirklichkeit zu sehen, die im Grunde nur die Ebene des jeweiligen Wesenhaften ist, dessen Einblick er eben gerade nur hat. Manche laufen wie Zombies durch die Gegend. Ich kann es sehen und riechen, in welchen Welten jemand unterwegs sind. Ich kann die Wesenhaften sehen, wie sie die Menschen benutzen und welche Energien dahinter noch sind. Die Menschen in einem gewissen Stadium merken nicht mehr, wie sie dabei riechen, weil sie das alles ja ausscheiden müssen. Und ich kann alles riechen. In wie weit jemand in welchen Welten hängt. Festhängt. Ich wünschte, es würde endlich mal aufhören, das alles sehen und riechen zu können, aber es hört wohl einfach nicht auf.  So viele Wesenheiten leben auf der Erde, so viele Welten durchdringen sie mit ihrem Griff. Es ist so verlockend, in ihre Welten einzutauchen….und doch ist es nur eine Ebene. Und jede riecht. Und wer etwas konsumiert hat riecht ebenfalls und dünstet aus. Der Mann riecht extrem. „Wie kann man das alles NICHT riechen?“ fragte ich mich schon immer. Als Kind fragte ich: “ Kannst Du das denn gar nicht riechen?“ Die Antwort war immer die gleiche: „Was?“ Nun HIER, in Indien, also DA kann es jeder riechen. Also hier kann es doch wirklich JEDER. Es sind so viele extreme Gerüche. Es riecht so unglaublich extrem nach allem! Man kann hier alles alleinig am Duft erkennen! Es ist so leicht. Bei all den Ausdünstungen, der Odem, der Schweiss, gemischt mit Blumenduft, dann die extremen Abgase und Ausdünstungen der Chemie! Diesel, Verwesung und Fäkalien…. Guido geht fürsorglich und vorausschauend Kekse kaufen. „Für später“ Schön, aber ich kann nicht ans Essen denken, mir ist schlecht.

Der Zug fährt ein. Wir hieven unsere schweren Rucksäcke und Taschen ins Waggon. Die Lok schnaubt beim Anfahren. Dieselschwaden reizen die Lunge und verschleiern den Blick nach draussen. Dass Bangalore ein riesiger Gürtel aus Wellblechhütten hat, wo die Ärmsten der Armen wohnen wird spätestens nun ersichtlich.

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Ich laufe durch das Abteil und bin erstaunt, dass es keine Zugtüren gibt. Auch keine Türen an den Waggons. Eine Schar junger Leute sitzt lachend vor der Tür, wo keine ist. Es riecht nach Canabis und der dazupassende Joint geht um. Ich halte die Luft an und gehe an ihnen vorbei auf die Toilette. Gott, ist mit schlecht. Schon von Tabacgeruch muss ich fast brechen. Als ich rauskomme sehe ich, dass der junge Mann mit den Rastalocken seine nackten Füsse nach draussen baumeln lässt. Fast berühren seine Füsse die Gleise. Ach herrjeh, ich schaue mir das an. Krass. Merkt er nicht? Nein, er ist in einem anderen Level unterwegs. Das Canabiswesen. Aha. Mein Schauen wird fehlinterprettiert und man bietet mir lächelnd den Jonit an. „Ob ich auch mal ziehen mag?“ Nein. Mag ich nicht. „Ob ich aus Europa komme?“ Ja. „welches Land?“ Deutschland. Man wechselt ins deutsche. Und schwärmt vom Land. Ein Paradies, überall gäbt es Peace. Ah, man man meint wohl Canabis. „Alleine unterwegs?“ Nein. „Mit Deinem Freund?“. Ja, aber nicht im herkömmlichen Sinne, nein, nicht so wie sie es meinen. Ich kann nicht sprechen und das hier einatmen. Daher wünsche ich allen eine gute REISE und gehe weiter. Ich bin froh, als nach einer halben Stunde Landschaft vorbeizieht. So weit und so grün…ich versinke in der Landschaft…..

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Endlich grün-grün-grün. Grün bedeutet LEBEN-Hoffnung….

Wir fahren an wundervollen Orten vorbei. Monumente, Tempel aus Stein. keine aus Menschenhand, von der Natur geformt. Es ist so wunderschön, dass ich nicht mal den Foto zu handhaben vermag. Es ist ein mystischer Moment, in diese Welt einzutauchen. Jahrtausende ziehen vorbei. Sonne, die auf und niedergeht, tausende von Male zieht sie ihre Bahn am Himmel. Rot am Morgen, hell am Mittag, golden am Abend. Millionen glitzernder Sterne in der Nacht. Dies alles zu spüren, so tief eingetaucht zu sein und dann-schon wieder vorbei. Am liebsten wäre ich aus dem Zug gesprungen um für eine Weile ganz an diesem Ort sein zu können. Es hat sich millionenalt angefühlt. Ich kann nicht fassen, dass ich es nicht fotografieren konnte. Nun vieleicht wollte es auch einfach nicht auf ein Bild.

Ich mag schlafen, mein Kopf zerspringt. Blase mein Kissen auf. Hm, total ungemütlich. Guido leiht mir das Kissen von seiner Mama. Ich soll aber ja vorsichtig damit sein ! Ganz vorsichtig lege ich es daher unter meinen Kopf und bin auch bald eingeschlafen. Die Welt zieht vorbei. Wir fahren Zug. Ich bin zurück an dem Ort. Der Felsen spricht. Er spricht von der Zeit. Wie wenig Zeit ein Mensch im Gegensatz zu einem Mineral hat um Bewusstsein zu entwickeln. Doch dass ja jeder Mensch auch die Mineralebenen in sich trägt. Wie tröstlich….ach, was für ein liebes Wesen. Ich lege mich in seinen Schoss und höre ihm zu. Spüre die Wärme der Sonne in ihm. Ich vertraue ihn….ich entspanne mich…und spüre: ich liebe, liebe, liebe  ihn. Daher schlafe ich noch tiefer ein. Ich träume, dass wir nach Mysore kommen. Durga Energie weht weit voraus. Büffelfrau. Sie durchströmt mich. Guido und ich laufen eine Strasse entlang. Menschen schauen, sprechen  uns an….und wir sehen die Sonne durch die Palastfenster untergehen…und stehen bei Elefanten. Ihre Augen sind soooo alt. Die Elefantenhaut, wie spürt sie sich an? oh… Haut….Haare – doch jemand hat Elefantenohren und Haare am Ohr. Ein Euro. Hupen-Stimmen. Durcheinander. Jemand schliesst uns ein. Erzengel Mi´Chael ist in mir. Ich habe Durchfall und gleite hinein in die Schattenwelt. Doch ein Vogel singt….. Mantragesänge und „Götter“ sprechen… Feuer. Es lodert im Dunkel. Die Unterwelt. Jemand kommt und rettet mich. Bevor ich ihn erkennen kann wache ich auf. Schweissgebadet. Mein Kopf fühlt sich an, als hätte ich eine Woche nicht geschlafen. „Einen Keks?“ Dem Kissen ist die Luft ausgegangen. Wie peinlich! „Schon gut.“ Sind wir da? „Nein. Seid einer halben Stunde stehen wir schon hier. Mitten in der Landschaft. An genau diesem Platz. Was bedeutet dieses Zeichen?“

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Mein erster Gedanke: Ein Runenzeichen. …. Runemal….

Das Wort Rune kommt vom gotischen Wort Runa, was wörtlich übersetzt „das Geheimnis“ bedeutet, der eigentliche Sinn aber lautetet: „ersehe das Unsichtbare“. Das traditionelle Deuten wurde Runemal genannt. Die meisten Runenmeister waren einst Frauen gewesen.

So lehre ich meine Schüler. „Und? Was für eine ist das?“ Nun, es ist ja ein T. Aber dennoch kommt mir Teiwaz in den Sinn…:

Teiwaz

ist Isa vereint mit Kenaz. Kenaz, das sich über Isa ergießt. Es ist dies der Lohn, das Erbe, die Frucht von Isa, es ist der erwachte Geist in Bewegung, der Krieger, der bereit ist, mit allem was da lebt und existiert in Konfrontation und Verbindung zu treten. Teiwaz ist von jeher immer eine Rune für den Kampf gewesen, das vor einem Kampf auf die Wangen gemalt wurde, sie sollte dem Gegenüber symbolisieren, dass derjenige, der sie trägt, über Angst oder Furcht erhaben ist, dass er bereit ist, es mit allem, was da kommt und sich bietet, es auf jeden Fall aufzunehmen. Selbst mit dem stärksten aller Krieger ist er bereit zu kämpfen und auch mit Uruz, der männlichen Kraft, in Verbindung zu treten.

Nun denn….