Daily Archives: 7.11.2011

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Alles kommt nun zusammen. Eine Woche geschieht an einem Tag

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Die Fahrt mit dem Taximann beginnt zuerst harmonisch. Wir können uns entspannt zurücklehnen. Ich spüre und rieche jedoch mehr als deutlich, dass das Schattenwesen auch mitfährt, es wohnt ja schließlich mit in ihm. Hm. Auf Höhe der Einkaufsmeile entwickelt sich die Fahrt dann zum Spießrutenlauf. Immer lauter preist der Taximann „sein“ Hotel an, es sei „viel billiger, viel besser“. Beim Erzählen quillen seine Augen fast aus den Höhlen. Ich fahre mein Nordschild hoch, biete die Stirn. Daraufhin ist er ruhig, entspannt sich um dann, wenn ich wieder lockerer werde wirder lauter zu werden. Ein Hoch und Niederfahren der Schilder, wie in einem Kampf. Mann, wie anstrengend, ich hab echt gar keine Lust auf solche Spiele! Man muss ganz deutlich wieder und wieder sagen: „Nein danke. Wir wollen zu unserem Hotel.“ Für kurze Zeit ist es immer wieder gut, bis das Schattenwesen wieder in ihn greift und er wieder laut und dominat wird, man wieder das Nordschild hochheben muss. Vor ganz vielen Geschäften wird er richtig hektisch, während seine Stimme sich fast überschlägt.  „Aha, da bekommt er also Prozente, von denen Miriam sprach.“ sagt nur ganz trocken mein Verstand, dem ich gerade sehr dankbar bin, dass es ihn gibt, ich könnte ihn küssen. Da lockt er seine Kunden hinein… Miriam hatte uns eingebläut, dass wir da ja nicht drauf eingehen sollen. Sie hat gesagt, dass es ein abgekatertes knallhartes Buissness ist und man da sehr dominat und resolut mit einem NEIN !!! reagieren muss. Machen wir, aber he, ist DAS anstrengend, es kostet jede Menge Energie! Er lässt auch nicht endlich mal locker, macht wie eine Marionette weiter und weiter, wie motorisiert (klar, wird er ja auch, er „hängt“…also man mag schreien, ihn anbrüllen, das würde sogar bestimmt auch noch helfen…doch das machen wir nicht. Nach vielen Anpreisungen, in welchem Geschäft man was am besten JETZT kaufen kann kommen wir endlich an. Doch wir haben uns ja am Bahnhof noch breitschlagen lassen, erst mal das Hotel anzuschauen und falls das nichts ist wir dann „seines“ anschauen, da wollte er gleich noch eine Stadtrundfahrt dazugeben. Wie die dann ausschaut, nun ja, DAS hatten wir gerade erlebt, also nein danke. Wir schauen das Hotefoyer an. Es schaut sehr edel aus. Hm, teuer schaut es aus…wir lassen uns daher lieber erst mal ein Zimmer zeigen. Klimaanlage haben die Zimmer. Was für eine Steigerung! Die Zimmer sind kühl und sehen auf den ersten Blick edel und gemütlich aus. Mit Teppichboden, richtiger Dusche und Toilette. Ein weiteres Zimmer liebt der Page, der uns das Zimmer zeigen soll, man kann es ihm in seinem leuchtenden Blick ansehen. Er redet in heissen Tönen und ich bin gespannt, warum er das Zimmer so gut findet, denn verstanden habe ich ihn schon rein aktustisch nicht. Guido erklärt mir auf dem Weg dahin, was er gesagt hat, als ich es schon selbst sehe: Das Zimmer hat eine indisches Toilette, also mit zwei Fusspuren im Boden zum Hinknien. Puh. Ja. Ich will nicht unhöflich erscheinen, aber man sieht mir sowieso an, was ich davon halte. Ich weiß einfach nicht, was man daran finden kann, denn ich für meinen Teil finde es anstrengend und unbequem. Wir lehnen auch dieses Zimmer ab. Der Page lächelt nicht mehr, schaut genervt. Warum immer dieser Blick, das scheint bei vielen so zu sein. Hm. Seltsam. Wie beim Ego: Bekommt es keine Aufmerksamkeit wird es „böse“. Das dritte nehmen wir.

Der Taximann gibt uns, wieder ganz friedlich und heruntergefahren in der Energie, genauso „lieb“ ausschauend, mit treuherzigem Blick wie am Bahnhof, also mit jenem Blick, wie da, als wir aus dem Zug ausstiegen seine Karte „falls wir es uns anders überlegen“ oder „eine Stadtrundfahrt buchen wollen. „Er hat auch einen Bruder mit einer Rigscha, die uns überall hinringen kann. Ah so, einen Bruder, ausgerechnet…. “ Alles möglich, kein Problem“ sagt er. „Und das Hotel ist zu teuer!“ sagt er noch. „Danke. Ja. Bis dann.“ Puh. Nun müssen wir erst mal das Anmeldeformular ausfüllen. Und das dauert. – Und dauert. – Eine kleine Ewigkeit verstreicht. Dann endlich der Page, der mit aufs Zimmer geht. Gott, sind wir froh, als uns das Zimmer nach -einer Stunde- übergeben wird! Endlich wieder Privatsphäre! Das Zimmer abschließen und erst mal aufs Bett fallen lassen. Ahhhhh, so schön kühl…eine reine Wohltat…welch ein Luxus….

Wir genießen diese Kühle, nach all den Strapazen und Energien ist das einfach nur eine Wohltat. Man kann schnell viel Energie auftanken. Auch genießen wir die Stille, die jedoch bald von einem metallischen Klappern unterbrochen wird, das immer lauter und aufdringlicher wird. Was sind denn das für seltsame Geräusche? Guido schaut nach. Direkt gegenüber von unserem Zimmer befindet sich der Lieferantenfahrstuhl… das ist ja blöd jetzt! Aber nochmal um ein anderes Zimmer anfragen wollen wir dann auch nicht. Wir gehen davon aus, dass es schon nicht sooo schlimm wird und packen nach einer Weile dann schon mal ein paar Dinge aus, richten uns ein wenig heimelig ein. Geramine und die Kleine wollen auf das Tischchen und bekunden Durst zu haben. Spätestens da stellen auch wir fest, dass auch wir durstig sind. Wir gehen davon aus, dass es einen Laden in der Nähe gibt, wo wir Wasser kaufen können. Und man könnte doch mal den Sari anprobieren….und zum Palast laufen…einfach mal die Umgebung anschauen…

Gesagt getan. Nach einer Stunde haben wir den „Alltagssari“, also den blau-goldenen, wunderbar weichen mit den kupferfarbenen Glitzerwassermuster gebunden. Gott sei Dank ist da eine Klimaanlage im Zimmer, sonst hätte ich gleich wieder duschen mögen. Wir sind echt fix und fertig, was für ein Akt ist das denn, einen Sari zu binden….aber nun ist er  ja gebunden uns so gehen wir hinaus. Ich fühle mich dabei aber halbnackt, denke an den Rücken, den man ja sieht…und ich weiß auch nicht so recht, wie das nun ankommt, dass ich als Europäerin einen Sari trage… ich bin sehr verunsichert und will mir aber auch das selbstverständlich anschauen, fahre darum auch nicht Fahrstuhl sondern wähle den Gang zur Treppe, laufe darum auch bewusst in der Mitte der Treppe nach unten. Die Treppe ist gigantisch breit. Wie im Märchen, wie in Aschenputtel…. Man könnte ja jetzt am Rand gehen, aber das will ich auf keinen Fall. Ich gehe ganz bewusst in der MITTE. Hihi, ich komme mir vor wie das Aschenputtel im schönen Kleid auf dem Schloss am Tag des Ball`s….was für eine Treppe, sie ist echt gigantisch breit.

Kaum haben wir diese Treppe betreten ernten wir sogleich alle Blicke, alle Aufmerksamkeit. Alle Gespräche verstummen. Jeder, JEDER schaut. Stille. Man hört den Herzschlag. Was soll ich machen? Ganz locker bleibe ich und gehe mit sicherem Schritt weiter. Aufmerksamkeit bin ich von dmeinen Vortägen, Workshophs, von allen öffentlichen Auftritten sowie den Festivals gewöhnt. Wen alle auf einmal wahrnehmen, dass ich da bin. Also, alles ok. Einfach locker bleiben und weiterlaufen. Erstaunen in den Gesichtern sehen, Freude, Lächeln, von allen Seiten. Doch dann…. steht der Hotelier auf, ruft laut und von überall her laufen uns die Menschen entgegen, sprechen uns an. Sichtliche Freude und lauthalsiges Bekunden, wie schön ich sei und der Sari, wie schön er sei… ich werde von der Frau am Empfang beobachtet und zielstrebig auf die Seite genommen. Sie sagt, dass ich wundervoll aussehe, der Sari ein Traum sei. Woher er sei? In ganz Mysore gäbe es nicht solch Stoff und hier wird Seide hergestellt….er sei so edel und schon hat sie mich in ein Büro mitgenommen und denjenigen, der darin saß um zu arbeiten hinausgeworfen und die Tür hinter uns abgeschlossen. Dann wickelt sie den Sari komplett auf und bindet ihn neu. „In Mysore bindet man den Sari so“ und ruckt hier und da alles ganz anders zurecht. Sie schimpft über die schlechte Qualität der Sicherheitsnadeln und lässt ihre Mitarbeiterin ihre Sicherheitsnadel hergeben, was ich dankend ablehne, aber mit einem strengen „Und ob!!! Von wegen hier nein sagen! Das geht schon mal gar nicht“ sagt der strenge Blick. Sie macht es einfach, duldet keine Wiederrede und lobt mit einem strahlenden schwärmendem Lächeln die Weichheit des Sari´s und sein Muster. Derjenige, den sie aus dem Büro hinaus geworfen hat will andauernd wieder in das Büro hinein. Doch sie lässt ihn einfach nicht hinein. Sie geht zwar an die Tür, aber schaut danach wie ein Wachhund, dass er mich nicht zu sehen bekommt. Ganz resolut ist sie, ganz streat. Sie lässt sicher NICHTS hinein und ich denke unwillkürlich an die Energie der Hauszwerge, die auch nichts hineinlassen, was nicht hineingehört….

Erst als SIE zufrieden ist holt sie ihn. Er soll jetzt ein Bild von uns beiden machen, mit ihrem Handy. Mit dem ersten Bild, das er mit zitternden Händen macht ist sie nicht zufrieden, ein weiteres soll er machen. Dann überprüft sie nochmals die Festigkeit und ob der Sari auch hält. Erst dann lässt sie mich wieder gehen. „Er sitzt“ sagt sie zufrieden. „Und sieht wunderbar aus.“ Ich werde alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen“ sagt sie Guido, den sie für meinen Ehemann hält. Darüber müssen wir selbstverständlich schmunzeln. Sie sagt ihm, dass er aufpassen soll und noch einmal in aller Deutlichkeit, dass ich alle Aufmerksamkeit auf mich ziehen werde. Ach was, das kann ich mir gar nicht vorstellen, das war sicher nur hier im Hotel so. Doch kaum aus dem Hotel geflüchtet, weil alle kommen, reden, uns ansprechen, uns umringen stellen wir fest: das war noch gar nichts! Auch draußen bleiben alle stehen, unterbrechen ihre Tätigkeit, rufen, pfeifen, winken, zücken ihre Kamera…es sind draussen ja NOCh weit aus MEHR Leute unterwegs als im Hotel….es ist unglaublich. Man macht Platz dass wir laufen können, man hupft, fährt fast aufeinander drauf, Verkehrschaos bricht aus, man fährt sogar in den Graben….

Ich denke einfach an ein Festival. Denke: „Alles normal. Ganz locker bleiben, dann beruhigt es sich schon von ganz alleine.“ Ich blende daher ab nun aus, was da um uns herum geschieht und laufe einfach ganz normal weiter. Dann wird man sich ja sicher bald beruhigen. Aber dem ist nicht so. Alle Aufmerksamkeit liegt auf mir, wahrlich, das war nicht übertrieben, das war die Wahrheit. Wir kaufen eine Jasminblütengirlande. Guido versucht, sie festzumachen. Sofort kommt eine Frau und macht das. Wenn sich bei mir eine Haarsträhne löst fasst gleich die nächste an und bindet es wieder zurecht… und egal, wo wir auch laufen, überall das gleiche und es hört einfach nicht auf! Hupen, rufen, Freude, anfassen wollen….Wir flüchten in Seitengassen und schließlich in einen Hof. Doch selbst der Hund will mich bespringen. Noch nie hat mich ein Hund mit fletschenden Zähnen angeknurrt, wenn ich in der Elbensprache sprach! Ich bin ganz erstaunt, dass er nicht aufhört so rammelig zu sein. Was ist denn nur los? Auch hier müsen wir ganz langsam rückwärts gehen.

Ein Lebensmittelgeschäft wie in Bangalore gibt es hier nicht. Wohl kleinere Läden, aber da gehe ich erst gar nicht rein. Und mich wo alleine stehen lassen wäre ja ein Unding…nein das geht gar nicht. Wir laufen und kommen schließlich an den Palast.

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Die Sonne geht gerade unter und scheint durch ein Fenster. Das kommt mir aber nun doch sehr bekannt vor. Ah, das hatte ich ja auf der Zugfahrt geträumt….

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Ein Mann spricht uns an. Auf deutsch. Er sagt, dass er hier der Wärter sei. Darum also das Funkgerät, das die ganze Zeit sendet. Er schaut ganz gemächlich aus und sagt, dass er einen Euro hat und gerne Rupies dafür möchte. Er schaut aus wie ein Elefant, hat sogar Haare am Ohr und von der Energie auch Ohren wie ein Elefant. Hm, ein Euro…Ohren wie ein Elefant…das kommt mir alles  ja so bekannt vor….wenn er jetzt noch sagt, dass er Elefantenwärter ist….dann frägt er, ob wir zu den Elfanten wollen, den Elefanten vom Palast… wow. Mein Herz beginnt ganz laut zu klopfen. Warum kommt mir das alles denn nur SO bekannt vor, das ist sicher Fügung. Ja, ja, ja, selbstverständich mag ich zu den Elphanten, was für eine Frage! Guido bekommt ein ganz seltsames Gefühl, er will umdrehen, gehen, weglaufen, doch ich halte ihn am Ärmel fest und sage ihm, dass ich schon oft so ein Gefühl hatte und man „da durch muss“ so Durgaenergie, Stirn bieten und so…und ich sehe nur noch Elephanten vor meinem geistigen Auge. Wie lächerlich, jetzt gehen? Nee, das geht jetzt gar nicht! GAR nicht, verstehst Du? Denn wir können Elephanten sehen! Sie berühren, ihnen ganz ganz nah sein und das sind doch sogar die Elephanten des Palastes, also wirklich, diese einmalige Chance können wir doch nicht an uns vorbei ziehen lassen !!!“ Guido ist ganz bleich. Er sagt, dass er ein ganz mieses Gefühl hat. „Das hatte ich jetzt schon oft hier, aber ist doch immer alles gut geworden und er soll doch aufhören, so Energie da reingeben!“ Ich bin verärgert, weil er jetzt so ein Rückzieher macht und die Aussicht, den Elephanten zu begegnen schwindet. Ich bin verärgert, weil ich denke, dass ER von MIR erwartet, dass ich sage. „Ach ok, Du hast ein mieses Gefühl und darum machen wir es nicht.“ Dabei soll ich mir ja schließlich auch immer alles anschauen und bin immer bereit über meinen Schatten zu springen und meine Ängste anzuschauen. Und er? Ich bin es, die sich immer zusammenreisst, immer versucht nicht beleidigt zu sein, wenn wir Auseinandersetzungen und Meinungsverschiedenheiten haben. Nein, jetzt ist aber Schluss damit! Ich erwarte, dass er jetzt auch da durch geht. Er willigt ein, was mich sogleich die Hand reichen lässt.  Zur Versöhnung sage ich: „Schau, er hat doch diese Elephantenohren!“ Ich kann gar nichts anderes mehr wahrnehmen, außer dass die Aussicht besteht Elephanten zu sehen…

Der Wärter bekommt ein schwarzes Funkeln in die Augen. Hu, seltsam. Er spricht in sein Funkgerät und ein Mann kommt herbei. Ein zweiter Wärter kommt. Dieser schaut gar nicht nett aus, ich spüre Gefängnissenergie. He, hab ich mich jetzt angesteckt oder was. Er ist sicher nur ein Sicherheitsmann, der ihn begleitet. Vieleicht doch nur zu unserem Schutz. Hinter uns fällt die schwere Eisentüre ins Schloss. Wir sind eingeschlossen. Ein komisches Gefühl.  Nur nicht in diese Energie reingehen denke ich. Jetzt kann man sich eh´ nur noch nach vorne konzentrieren….und vorne kann schon die Elefanten sehen…wie wundervoll….

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Der Mann greift sich den Elefanten, welcher ganz erstaunt ist, aber gewöhnt ist zu gehorchen. Das tut mir weh. Ich mag ihn berühren. Der Mann ist sehr fordernt und herablassend zu dem Tier und während er ihn mit festem Griff hält ordert er laut und herrisch, die anderen Elefanten herbei zu führen. Alle spuren und Hektik bricht aus.
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Ich will auch da keine Energie hineigeben und nur den Elefanten spüren. Seine Haut ist ganz weich, das hätte ich jetzt nicht gedacht. Schon ledern, faltig, das Haar jedoch ganz weich, ach herrlich, endlich einen Elefanten spüren….

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Dann darf ich sogar auf ihn sitzen, ich bin der glücklichste Mensch auf Erden….

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Doch dann muss ich runter, hopp, hopp. Noch ein Bild, aber dann 1000 Rupis zahlen. Jetzt gleich! Los! Flott! Momet mal….1000 Rupis…? Warum? Nun, wir wollten die Elefanten sehen, das kostet. Gudio stöhnt, das hat er doch gleich gewusst. Na super, was jetzt. Ich kann ihm diese Bürde, diese Verhandlung zu führen nicht alleine überlassen, schließlich war das ja meine Idee. Darum sage ich nun, dass niemand uns das gesagt hat und das hätte man uns ja VORHER sagen müssen, das ist illegal, eine Überrumpelung ist das, also SO geht´s ja nicht. Die Hektik vergrössert sich. Der Sicherheitsmann versperrt uns den Weg. Die Hand hat er am Schlagstock, mit der anderen hält er mit festem Griff, uns lauernd beaobachtend das Funkgerät fest. Raus kommen wir nicht deutet er uns an. Na und? Ich lasse mich doch nicht verarsch… ströme ich aus. Er spricht in sein Funkgerät. Die Situation eskaliert fast. Wir geben Geld, nicht so viel wie gefordert, aber wir kommen raus. Puh, nochmal Glück gehabt. „Wir sind noch nicht draussen.“ sagt Guido. Vor der Schleuse, am Eisentor steht der Mann mit den Elefantenohren. Ob es schön war will er wissen. Ich sage, dass er uns hätte sagen müssen, dass das was kostet. Ja, sie müssen doch von was leben sagt er. Verständlich, ok. Aber er hätte es sagen müssen. Ja. Und nun noch 1000 Rupies für ihn. Seine Augen sind wieder schwarz, obwohl sein Mund lächelt. Mist, alles war ein abgekatertes Spiel. Er hat den Schlüssel. Er hat uns sogar eingesperrt. Wir haben keine Chance hier rauszukommen. Sie sind zu zweit. Sie sind im Sicherheitsdienst, haben sicher Beziehungen. Sie haben sogar Pistolen, Schlagstöcke. Sie sitzen am längeren Hebel. Keine Chance. Sie verdienen wenig, das müssen wir verstehen. Das sei auch keine Forderung, das sei nur ein Geben und Nehmen. Eine freiwillige Gabe.

„Nun, wir verstehen. Doch haben nicht mehr so viel.“ sage ich. Ja, das ist schlecht sagt er und hat die Hand am Schlagstock. Guido ist nun ganz bleich. Ich habe echt Angst. Die Berichte, dass Menschen einfach mal so in den Gefängnissen skrupelloser Beamten verschwinden, ja DIE habe ich gelesen….ich sehe nun, dass ich alles bereits wahr gesehen habe…. Mist, ich hatte nur noch Elefanten im Kopf gehabt. Nun werden wir also tatsächlich ausgeraubt. So ein Scheiss aber auch! Moment….Was habe ich gerade gesagt und dadurch vieleicht manifestiert? Wie war das mit der Selbstbestimmung und den selbsterfüllenden Prophezeihungen? He, ICH habe es in der HAND und ja, ich will das jetzt nicht erleben. Ich bin ein Lughlicht, ich habe Fähigkeiten bei Gott, ich werde jetzt das Blatt wenden… ich spüre, wie das Blatt sich wendet, Kraft beginnt zu fließen…ich zücke den Geldbeutel. Hier, wir haben halt einfach nicht mehr viel. das sei eben die WAHRHEIT. Er soll doch selbst schauen. Ich halte ihm den Geldbeutel hin. Im Geheimfach ist ein 1000 Rupieschein…. Guido weiß das und erschreckt, dass ich so hoch pokere. Wenn er den geldbeutel nimmt haben wir auch keine Papiere mehr, keinen Ausweis…nicht auszudenken….Aber wenn, dann setzte ich hier alles auf eine Kante. Entweder wir sitzen gleich im Gefängniss, sind vorher noch zusammengeschlagen, angeschossen, ausgeraubt worden, eben so, wie ich das gesehen habe oder wir gewinnen. Durgaenergeie. Also, warum wohl habe ich das erlebt. Ich spüre Mi´Chael in mir. Ich fühle seine Kraft, ich bin stark. ich würde jedem, der uns was „Böses“ will, der uns anfassen würde, uns Schmerzen zufügen würde auf der Stelle den Kopf abschlagen. Falls hier jemand die Waffe zückt. Sollen sie es doch versuchen. Ich habe zwar einen Riessenschiss, ich habe sogar Todesangst und mache mir fast.. aber ich spüre eben auch Mi´Chael in mir. Soll doch mal jemand versuchen, mir nahe zu kommen…mir wird sicherlich sogleich ein Schwert wachsen! Ich kämpfe. Das ströme ich aus, der ganze Raum ist erfüllt mit dieser Energie. Wir zahlen ihm das, was er im Geldbeutel sieht und werden hinausgelassen. Wir sind unbehelligt davon gekommen….was für ein Glück…unfassbar, wie knapp war das denn….Sian, wir müssen reden….ja, das sehen wir beide so… wir laufen zurück, gehen ins Restaurant und reden… essen….trinken Lhassi… reden…..

In der Nacht bekommen wir Bauchschmerzen. Wir haben Durchfall. Die ganze Zeit hatten wir auf alle Hygienevorschriften geachtet und hier, im Nobelrestaurant in Mysore, ja DA haben wir uns einen Virus eingefangen. Die nächsten Tage verbringen wir im Bett. Mit höllischen Bauchschmerzen. Es geht nichts mehr. Wir liegen total flach. Es geht NICHTS mehr. Ich werde die nächsten Tage nicht beschreiben…

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Der Taximann. Von der Schattenweltenenergie und Ganesha.

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Der Bahnhof ist eine wahre Augenweide. Ich bin erleichtert, so einen schönen Bahnhof vorzufinden. Doch viel Zeit, ihn zu bestaunen haben wir nicht, wir werden von zig Bettlern und Taxifahrern angesprochen. Ein lautes Durcheinander an Stimmen. Man wird erschlagen. Alle Touristen werden, sobald sie aus dem Zug kommen sogleich umringt. So also auch wir. Wir haben keine Lust, in der nachmittäglichen Hitze umherzuirren und lassen uns auf einen sympatischen Taxifahrer ein. Miriam mit ihrer Erfahrung gab uns ja genügend Instruktionen mit auf den Weg und so sagen wir klipp und klar, wohin wir wollen, denn „unser“ Hotel, in das wir wollen, hatten wir bereits in Bangalore in abendlichem Hineinspüren aus dem Reiseführer als Ziel festgelegt. Es fehlte also nur noch, einen guten Preis auszuhandeln BEVOR wir ins Taxi steigen und wir wussten ja nun, welcher Preis für die Strecke, die wir ebenfalls im Vorfeld ausgerechnet hatten als angemessen und somit als akzepabel galt. Die Summe die er fordernd nennt ist horent. Er schaut dabei ganz seltsam aus. Lauernd, listig, ganz eine seltsame Energie ist das auf einmal, mir ist gar nicht mehr wohl und schaue mir das aber an. Er scheint auch besetzt zu sein, das ist mir ja zu Beginn gar nicht aufgefallen….war ich zu beschäftigt mit der Freude? Weil ich den schönen Bahnhof betrachtete?

Guido verhandelt ein wenig. Ich schlucke meine Kommentare runter, sehe es als „Männersache“, so wie im Orient, obwohl ich mittlerweile bemerkt habe, wie laut auch die Frauen hier verhandeln….doch ich mische mich nicht ein. Sie werden sich einig und wir folgen ihm. Doch wo ist denn nur sein Auto? Er geht in einem schnellen Schritt, in einem VIEL zu schnellen Schritt, den ich rein körperlich gar nicht packen kann, mit all dem Gepäck und in der Hitze…. ich versuche mitzuhalten, der Schweiss rinnt mir über meine Wangen, alles beginnt zu schmerzen. Er geht mit uns um die Bahngleise herum, dann über die Bahngleise. Hm, wo er uns da wohl hinführt? Seltsame Energien, ich werde unruhig. Ob das wirklich DIE gute Wahl war…? Mag mich da nicht weiter hineinsteigern, nicht dass ich dann dadurch noch all das, was ich ja gar nicht erleben mag anziehe. Ich versuche ruhig zu bleiben, aber mein Herz ist zusammengezogen und fühlt sich wie ein Klumpen an. Uh, nicht gut. „Auswirkungen“ murmelt Dim-Hie-Trie. Nun gut, Auswirkungen. Und von was genau? „Magst das wissen?“ frägt er. Klar mag ich das.

Boah, wie weit ist das noch…. kommen wir überhaupt an…??? Ich sehe vor meinem geistigen Auge seltsame Szenarien, sehe die Schattenwesen, die über dem Taximann sind, die in ihn greifen. Sehe Bilder, geistige Bilder, von Komplitzen, die wo auflauern und erblicke vor meinem geistigen Auge ausgeraubte Touristen….uh, wie plastisch, das wird doch nicht geschehen…ich sehe es so deutlich, als ist es da.

Ich ermahne mich zur Ruhe…. nicht in die Energie gehen! Nun merke ich, dass ich mich zu weit vorgewagt habe und mich wohl doch zu stark mit den Energien der Schattenwelten auseinandergesetzt habe…. locker bleiben jetzt…. und einen klaren Kopf bewahren. Dim-Hie-Trie läuft doch ganz ruhig, also alles in Ordnung. Wirklich? Ich bemerke, wie ich immer langsamer werde. Die beiden sind schon mehrere Meter weg. Ich bin in einer kompletten Blockade. Am liebsten mag ich mich hinsetzten, ein paar Minuten alleine sein, mit der Natur hier und die Blumen auf dem Weg betrachten. Ich mag auch die Naturwesen hier begrüßen, die so lieblich lächeln und sich darüber freuen, dass sie gesehen werden. Ich fühle mich erschöpft, die Bauchspeicheldrüse, oder die Wunde, ich weiß nicht was genau, doch es tut so schrecklich weh und mein Rücken schmerzt daher. Es zieht mir auch so arg ins Kreuz….. Mann, ist das schwer, all das Gepäck, was habe ich mir nur dabei gedacht, so viele Sari´s zu kaufen… Gott, ist das weit….die beiden warten. Guido frägt, ob alles ok ist. Ich murmle ein „ja, alles ok.“ Immerhin habe ich ein schlechtes Gewissen, dass ich soeben gelogen habe. Doch ich will ihn nicht auch noch anstecken…

Endlich kommen wir an einen Platz, wo viele Busse und Taxi´s stehen. Ich bin erleichtert. Er schließt ein Auto, das die besten Zeiten sicherlich schon lange hinter sich hat auf, doch egal, besser als laufen…. doch bringt er uns auch dahin, wo wir hin wollen..? Ah, er sieht so komisch aus, seine Stimme, sein Ausdruck in den Augen, ich traue ihm nicht… und die Augen sind auch so gelb… „jetzt reiss Dich aber zusammen !!!“ schelte ich mich. Dim-Hie-Trie streichelt mit seinen Sonnenhänden meine Hand und sagt: „Sian, nicht hineinsteigern, schau mal, was da hängt.“ Wo? „Hier, im Auto.“ Freude in meinen Augen, als ich den Ganesha in seinem Auto erblickte. Mein zusammengezogenes Herz macht einen Freudenhüpfer, ich liebe Ganesha…. ein geschmückter Elephant ist er für mich und ich liebe Elephanten….ich habe gelesen, dass jede Puja, also jeder hinduistische Gottesdienst, mit einem Gebet an ihn beginnt. Das ist doch ein gutes Zeichen, dass er da hängt….“Stelle eine Verbindung her.“ sagt Dim-Hie-Trie. Ich weiß nicht, was genau er nun mit „Verbindung herstellen“ meint, aber ich LIEBE Ganesha, schon als Kind fand ich ihn ganz wunderbar. Ich empfand seine Energie von jeher als sehr beruhigend und sehr liebevoll. „Ganesha“, im Sanskrit Gaṇeśa, setzt sich zusammen aus „Gana“, was soviel wie „Schar, Gefolge“ bedeutet sowie „Isha“, was „Herr“ bedeutet. Sein Name bedeutet also „Herr der Scharen“. Es gibt auch die Bezeichnung Ganapati, dies bedeutet „Gebieter der Scharen“ oder auch Vinayaka, der „Entferner der Hindernisse“ und Vighesha, den „Herrn über die Hindernise“. Freu. Schöne Energie.

„Eigendlich ja kein Wunder, dass er da hängt“ sagt da auf einmal mein Verstand, „…denn er wird angebetet, wenn man Glück für den Weg oder eine Unternehmung erhalten mag. Viele haben auch nur einen, weil sie sich dadurch Reichtum erhoffen….“ – „Äh, hallo….? Er steht doch auch für jeden Neuanfang und verkörpert Ruhe, Weisheit und Intelligenz! Zu seinen Angelegenheiten gehören die Poesie, Musik, Tanz und Wissenschaften. Er ist eben eine Art Schutzpatron.“ sagt mein Herz zum Verstand. Doch der Verstand sagt weiter: „…die meisten Kaufleute betrachten ihn darum nur als ihren Schutzherrn…“- “ Ja sag mal, Verstand, Schluss jetzt! Für viele fromme Hindus ist es das erste, was in ein neues Haus kommt, eine Statue des Ganesha. Diese segnet das Haus und verheißt Glück, Ruhe, Kraft, Ausdauer und ja, sicher auch Wohlstand, aber….“ Hu, was ist das denn für ein Gespräch… „Also hallo, kein Wunder, dass er da hängt.“ meint der Verstand. Es beruhigt mich trotzdem dass er da ist! So. PUNKT.

Guido bemerkt, dass mich etwas doch SEHR beschäftigt und frägt, ob ich denn überhaupt ins Auto einsteigen mag…? Erst jetzt bemerke ich, dass ich einfach nur da stehe, ohne Anstalten zu machen in das Auto zu steigen.  Ich spüre hinein. Stelle eine Verbindung zu meinem pochenden Klumpenherzen her und lasse Weite und Kraft hineinströmen. „Eine Verbindung herstellen“  Hm…wie auch immer das gemeint war, ich atme, atme , atme….und Weite und Raum entsteht. Dann sammle ich meine Kraft, bündle sie,  schaue dem lauernden Blick des Fahrers standhaltend in die Augen, biete der Energieform die Stirn und spreche mit klaren, deutlichen Worten und fester Stimme auf den Ganseha an. Dass ich ihn LIEBE, ehre und wertschätze. Wie Maria. SO, das ist also gesagt. Die Augen des Taximannes verändern sich. Alles „Negative“ um ihn herum fällt ab, verpufft, löst sich auf. Er lächelt und neigt seinen Kopf. „Ja, nun passt es, wir werden sicher ankommen.“ Bin ich froh, die Verbindung wieder zu haben…