Monthly Archives: Dezember 2011

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Im Wald

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Heilung geschieht weiter, wenn ich positive Gefühle pflege, mich nicht hängen lasse oder in Schwermut versinke, wenn ich aufbauend fühle und darauf vertraue, dass mein Körper die Fähigkeit und Intelligenz besitzt sich selbst weiter und weiter regenerieren zu können. Ich habe so viele Vorträge mit-besucht, schon vergessen? Nein, natürlich nicht. Ich stehe auf, packe meinen Rucksack aus und fühle hinein, nach was mir denn so jetzt wäre, was mir jetzt guttun würde. Ich mag das jetzt auch hinter mich bringen, die Sachen auszupacken und danach einfach etwas raus gehen, mich umschauen, die Stadt erkunden. Wie von selbst räumt sich alles ein, zack zack, das eine flugs dahin, das andere dorthin. Ach, einfach halt schon zig Mal gemacht. So viele Male. Ich habe in meinem Leben schon so viele Schränke eingeräumt, ausgeräumt, aufgeräumt…tja…. ich kann also schon stolz auf mich sein….ach man kann es echt überteiben denke ich. Jeder Handgriff sitzt doch bei mir, was lass´ ich mich denn so verrückt machen. Nee, darum ging es ja nicht….ach egal. Und überhaupt geht es JETZT gerade eh´nur darum, was zum anziehen rauszulegen. Unschlüssig stehe ich also nun vor der soeben fein säuberlich eingeräumten Schrankhälfte und begutachte meine zig langärmligen T-Shirts, Jogginghosen, Röcke und erfasse nochmals in aller Deutlichkeit all diese Anziehsachen wegen dem Ashrambesuch mitgenommen zu haben. Seuftz. Nicht wieder die nächste Baustelle aufmachen. Es geht jetzt nur ums Anziehen, ich will raus gehen und brauche nur was zum anziehen, denn die Sachen, die ich jetzt trage sind total verschwitzt. Nachdem ich in Mysore erlebt hatte wie ich alle Aufmerksamkeit anzog, als ich mit dem Sari lief entscheide ich mich doch lieber für den Panjaviedress. Schön. Ich will duschen gehen, die Klamotten aufhängen und sage vorab noch, dass ich vorhabe rauszugehen. Guido sagt, dass er auch Lust hat, dass er überlegt mitzukommen. Wenn ich das auch möchte. Ja, es freut mich, gerne.

Das Duschen ist gleich beendet, denn es gibt nur innnerhalb einer bestimmten Uhrzeit heisses Wasser. Auf dem Schild steht, dass man hier mit der Energie spart. Schön! Doch hm, ja, man könnte auch die Solarenergie nutzen….Egal, dann eben Katzenwäsche. Das Wasser ist geclort, es riecht auch ganz streng nach Desinfektionsmitteln. Uah, meine Euphorie sackt in sich zusammen. Was für ein Hohn! Ich sehne mich nach dem guten Schwarzwaldwasser und denke daran, dass egal wo wir auch wohnten es immer Wasser aus der Quelle gab. Ich halte den Atem an, dass ich es nicht rieche, während ich mich wasche. Das ist einfach kein „richtiges“ Wasser…. und das hier in den Bergen, schade, echt wahr…. nun vieleicht sind meine Ansprüche einfach nur zu hoch, so in der Menschenwelt. Nun, gutes Wasser wäre doch naturgegeben. Ah jeh, von einem Thema ins nächste, wo ist nur der Knopf zum abschalten!

ABSCHALTEN ABSCHALTEN. Wo gehen wir hin? Einfach mal die Strasse runter? Ja, klingt doch gut! Bürgersteige gibt wohl auch hier nicht. Man muss als Fussgänger sowieso wohl doch am besten festes Schuhwerk tragen, ich komme mit den Flip Flop´s an den Füßen nicht so gut voran und laufe daher lieber auf der Strasse. Ein gefährliches Unterfangen, wahrlich, wahrlich!

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Darum habe ich die Idee, mal abseits zu laufen, so mal ganz weg von Strasse, am besten in den Wald….

In der Kurve gibt es die Möglichkeit, rechts abzubiegen. KLasse. Es steht ein Schild da, eindeutig ein Verbotsschild, unklar aber, was gemeint ist, es gibt zwei Wege. Nun, es könnte „Privatzufahrt“ bedeuten. Doch der Wald ruft. Eine Kuh steht da und frisst grünes Gras. Ich sehe das ein ein gutes, als ein einladentes Zeichen und streichle sie. Der Sicherheitsmann geht in sein Häuschen hinein. Ich werfe ein Tarnnetz und gehe hinter der Kuh weiter, vorbei an einem kleinen Rinnsaal den roten Erdenweg entlang.

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Ah…. Schuhe aus…Erde spüren, wie genial sich das anfühlt, ich vergrabe meine Füsse in den Boden und fühle dabei die Wärme der Erde. Oh tut DAS gut…. ich schließe die Augen, bin froh, hier sein zu dürfen…und bitte darum, meinen Seelenballast von vorhin der Erde übergeben zu dürfen und warte auf ein Zeichen. Die Bäume rauschen, als würden sie es fortragen…“ja, das tun wir….übergebe uns“  höre ich und verschmelze mit dem Wald….der Wald ist so wundervoll. Er duftet nach Harz, nach Wärme und es ist dennoch kühl. Und von ihm heraus gesehen schaut auch alles gleich VIEL schöner aus….

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Guido ist inzwischen damit beschäftigt, in einer Wurzelhöhle die Naturwesen zu erkennen und je mehr wir drauf schauen, je mehr Naturwesen in ihren verschiedenen Dimensionstoren zeigen sich. Oh, nun fühle ich mich wieder ganz und gar wohl. Erleichterung, Leichtigkeit durchströmt mich. ich bin wieder „ich“….und pflücke mir aus Dankbarkeit ein Haar ab, schenke es dem Wind. Es tanzt hinfort und sieht dabei im Glanz der Sonnenstrahlen wie ein Lichtgoldfaden aus, hihi.

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Der Wald schenkt uns Kraft. Doch ich merke wie angespannt der Guido ist. Ich frage nach, was er hat….? Er fühlt sich unwohl, weil wir einfach hier reingegangen sind, denn es könnte eben auch ein Privatweg sein und ich bin einfach drauflos gegangen…. Stimmt, ich hatte es auch gespürt. Mich dann entschieden weiter zu gehen. Er hatte es schon gesagt, als ich hinter der Kuh einfach so durchging….aber das Tarnnetz…Nein, schon gut und ja, lieber keinen Ärger, so mit der Polizei…man hat ja bereits Erfahrungen mit Sicherheitsbeamten gemacht und dieser unten sah nicht gerade soooooo nett aus…..wir danken dem Wald, das er uns das alles schenkte und gehen zurück. Am Wegesrand stehen Blumen, so groß wie der Dim-Hie-Trie. Hach jeh, wo er nur ist? Just in dem Momen bewegt sich eine der Blumen geradewegs so hin und her, als würde sie winken.

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Etwas über Grenzen, Raum und dem „lieb sein“

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Guido schlägt vor, dass wir in einer absehbaren Zeit- das sich so wie ich ihn kenne in einem Radius von eineinhalb Stunde beläuft- unsere Sachen einräumen und wir nun daher aufteilen, wo wir was plazieren. Klar, ist gut, machen wir. Ich schaue mich um. Wirklich gigantisch das Schrankvolumen. Viel Platz, um alles unterzubekommen. Hier, da und dort sind Schrank und Schubladen. Wir werden alles locker unterbekommen. Guido mag wissen, welche Seite vom Schrank ich nutzen mag wenn er den, den er mag nimmt…. Äh,hm…? Er sagt, wo er denkt dass der Platz für die Schuhe ist und wo er den Sack für die Altwäsche plazieren wird und wo die Bücher hingehören und wo….. uff ja, ich hatte schon wieder vergessen, wie wichtig das mit dem Platz für ihn ist, wie enorm wichtig es für ihn ist, es vorab zu klären, es abzusprechen, wer was wo hinstellt. Er nimmt es da auch sehr genau mit dem Platz, mit dem Hinstellen und auch, wo da welche Grenzen verlaufen. Es geht also jetzt darum, wer welchen Platz einnehmen darf, wer was wo genau hinstellen darf…ok, aber ich merke, wie mich das stresst. Es ist mir überhaupt nicht wichtig, wer was wo hinstellt, wo man halt denkt, dass es passt….ist ja so viel Platz da! Mach einfach! Es ist ihm wichtig, ist doch ok darüber zu sprechen. Ja passt, nimm was Du magst! Darum gänge es nicht. Ja um was dann…? Um das Einhalten und um das Rumfahren meiner Sachen. Ah. – Äh. – Wie…? Ich denke daran, wie ich mich bereits bis zum geht-nicht-mehr zurückgezogen habe, wie sorgfältig ich darauf achte, dass ich stets alles wegräume und wie oberkorrekt ich auch darauf achte, diese Absprachen einzuhalten….Nein, nicht wieder einsteigen. Wenn ihm das wichtig ist, einfach sagen, welchen Platz er haben mag und ich nehme „mein“ Plätzchen und gut ist. Doch es geht auch um das Einhalten der Grenzen. Ja, ich tue doch wirklich mein Bestes. Was fährt denn rum von mir? Dies, das jenes hat da und dort genau schon rumgegelegen. Man muss mir die Sachen sogar nachtragen, den Part würde zu Hause -wie ich auch schon sagte- der Andreij übernehmen. Äh ja, aber das ist doch hier gar nicht so, ich achte darauf dass nichts rumfährt…ich verstehe nicht…? Uff. Ich will mich beschwichtigen mit „ach, das sind nur Welten, die aufeinander prallen“. Ich mag jetzt auch gar nicht einsteigen, ich verstehe ihn doch total und mag es achten, dass es ihm wichtig ist. Warum kommt das jetzt so zur Sprache? Ich verstehe es gar nicht denn es fährt nix rum. Das Vergangene, dass „da dort mal das genau“ rumgefahren hat, nun ja, ich kann es nicht ändern, nur „besser“ machen und das mache ich doch…. nicht einsteigen-Verständniss haben. Habe ich keines? Doch. Jeder handelt und reagiert nach seinen Erfahrungen und Grundsätzen-das hier ist wie ein aufgebrochenes Siegel, man kann was lernen.

Ich spüre hinein, wie ein jeder bis dato sein Leben erlebt hat und darum handelt, wie man eben handelt. Eine Partie von uns hat das meiste an Jahren mit einer Person, mit Mutter, zusammengewohnt und war an Wochenende und Ferien bei Papa, der denkt, alles besser zu wissen und Ansprüche stellte, ich sehe ihn als Kind in seiner Kindheit, ich sehe ihn als Jugendlicher in seiner Jugend….hach jeh….mein Herz fließt sooooo über…. ich habe volles Verständniss……ich sehe all die Macken..he, ist doch alles ok, und ich bin dennoch nicht die „Chaotin“, so wie er mich da hinstellen mag… ich passe sehr wohl auf, dass nichts herumfährt! Ja, ich bin sicher „chaotisch“, was meinen Lebensweg angeht, mit 17 annähernd ausgezogen und seither am tingeln, erst zwischen der WG in Darmstadt und dem Mummelsee sowie bei Oma, die ich seid Kind in ihrer Krankheit unterstützt und bis zum Tod gepflegt hatte. Ja, ich hatte 5 Jahre mit einen Mann zusammengelebt, der leider nur am trinken und am kiffen war… -nun, kann man ja machen, aber er kam sehr seltsam drauf…. man kann aber nicht gesund leben wollen und mit solchen Energien denken zurecht kommen zu können…. ein Kind dabei aufziehen, eine Oma pflegen….ich sehe mich zwischen den Stühlen hängen, unserer Kind in dieser Energie, der ständigen Heavy Metalmusik ausgesetzt…ich sehe all die rumliegenden Bierflaschen und all die lallenden angetrunkenen „Freunde“ von ihm, die Wunder was glaubten wer sie waren und tun… ich rieche das Rauchen in der Wohnung….so ecklig, das hätte er mal alles stämmen sollen, das wäre mal was gewesen – hallo nicht einsteigen….von wegen meine Sachen lägen herum, he hallo, das ist GAR nichts. Er hat echt keine Ahnung…Unmut, Groll steigt in mir auf. Ich bleibe aber bei mir, hat ja Sinn, dass ich da was spüre…Ja, sagt das Herz und spüre weiter hin. Ich sehe mir dabei zu, wie ich all die Sachen aufräumte, wie ich glaubte „das wird schon“, wie ich das Erbrochene wegputzte, wie ich liebevoll zuhörte und sie um Einsicht bat, wie ich gesund kochte in einer verrauchten Wohnung. Ich sehe, wie ich alles hübsch machte, wie ich gute Energie versprühte und wie darüber gelacht wurde. Es hat nichts geholfen….er konnte einfach nicht ablassen, weder vom trinken, noch vom rauchen, geschweige also von den Wesenheiten, noch von der ungesunden Ernährung und obwohl ich dann nochmals schwanger wurde…. dabei hies es ja, ich könne keine Kinder bekommen….hallo ich komme ja doch voll vom Thema ab….nein, sagt das Herz, ist genau richtig so. Ich sehe mir weiter zu, wie ich mit dem Feenstab in der Hand Leuchtglitzerpunkte machte, wie ich die Wohnung aufräumte, die Oma pflegte, die Windeln wechselte, die Wohnung mit Sabei räucherte und wie ich die Wesenheiten wieder und wieder liebevoll aus der Wohnung geleitete, wie ich den Garten machte… und ich sehe, wie er die Wesenheiten wieder und wieder mitbrachte… wie ich ihn und seine „Freunde“ allesamt zu bedienen hatte….ich sehe mich neu verlieben, heiraten- ohne dass meine Eltern unserer Heirat beiwohnen- aber dafür meine Freudin Kathrin, Ralph und seine Frau- ich sehe die Überschwemmung am Tag der Hochzeit, die 50 qm Ferienwohnung….den Umzug in den Wald und wie ich daran glaube, dass nun „alles gut wird“…. ich sehe die lustigen gackernden Hühner, all die Katzen, den Hund, Maries Garten….

Während Guido seinen Schrank einräumt und ich geplättet auf dem Bett sitze werde ich wohl daran erinnert, dass in mir was noch nicht ganz ausgeheilt ist, denn ich bin mittlerweile ungeheuer traurig. Einfacher wäre es ja gewesen eingeschnappt zu sein wegen den falschen Anschuldigungen. Einfacher wäre es gewesen, mich über das „penible  Verhalten“ lustig zu machen, aber das geht nicht, denn ich habe vollen Einblick in ihn und daher ja die Erklärung, warum er so ist. Es geht auch gar nicht darum, sondern was es mit mir macht. Ehrlich gesagt ist mir ganz schwer im Herz. Was ist es denn, das mich so traurig macht, ist doch nur eine Sache der Absprache hier! Nee, stimmt nicht. Weiss ich ja….Ist es das „Regeln aufstellen und sich penibel dran halten müssen“?  Das Wort „penibel“ hatte ich doch sogar betont, leicht abfällig. Ach nein, das wäre doch nur ein Stellvertreterkonflikt. Tja, stimmt. Was ist es also nur? Der Schmerz wird fast unerträglich. Ah ja, nah dran also. Sag´s mir Herz, ich mag es heilen, gerne zeige mir den Weg, Du kennst ihn…

Also weiter zeigt es mir das Leben mit meinen Kindern….oh, so klein waren sie mal….in mir wird es weit….mein Herz zeigt mir, wie es ist, wenn sie groß und selbstständig werden. Auch schön….man kann super mit ihnen reden…ach ich mag sie so…was in der Naturwesensprache heisst: ich liebe sie….und erst sind sie nah bei einem, man ist zu Hause, dann gehen sie in den Kindergarten, in die Grundschule, in die weiterführende Schule….ich sehe mein „Waldorfmamasein“ und was das bedeutet, eine Waldorfmama zu sein. Ich denke an die Verantwortung in der „Erziehung“, an die vielen Gedanken und Leistungen, die man erbringt, an die Arbeit, einen Kindergarten aufzubauen…uih….dann die Waldorfschule gemeinsam kaufen….boah, so viel Leistung, so wichtig, dass man sich „einig“ wird….Regeln, Grenzen…mein Herz ist soooo weit, ach war das anstrengend, aber schön….naja, nicht ganz, mein Mann fand es nicht gut, hat „nicht mitgezogen“ Ja, aber auch das verstehe ich. Ich habe es mir aber anderst gewünscht- mein Herz tut weh….aber das kann ich doch nicht erwarten-es sah aber danach aus, als könnte ich mir Hoffnung machen, sie waren begründet- ja? Wirklich? Nein, ich darf nichts erwarten. Habe ich doch gar nicht. Wirklich? Es „sind ja meine Kinder“, die Schwiegermama sagte es auch immer…was tut das denn jetzt zur Sache, he, falsches Thema Herz! Nein, genau richtig sagt es. Ich sehe mich die tausend Kindertränen, die ich in meinem Leben schon getrocknet habe trocknen, sehe die Sorgen wegstreicheln, alles gut, ich bin ja dadadadadada….ich spüre meine aufbauenden Worte und wie ich sie überall verteidigt habe. Ich sehe das immer und überall „alleine hinstehen müssen“ und den stillen Vorwurf „es sind ja auch „meine Kinder“ „… ich sehe mich am arbeiten, Kräuter sammeln, filzen, färben, auf den Kunsthandwerkermarkt gehen, mit dem eigenen Geld Kurse und Fortbildung besuchen, höre auch den Vorwurf der Schwiegermutter, dass ich das Geld für mich verwenden und er für die Kinder einkaufen müsse, ich sehe mich noch mehr arbeiten, damit man sieht, dass das gar nicht stimmt. Ich sehe, wie sie sagt, dass ich den Kindern teuere Felljacken kaufen würde und er dafür mehr…vis ich merke, was auch ihr Problem ist und ich einfach nicht alles für ernst nehmen muss….ich sehe mich Salben kochen, Kräuterteechen mit Honig machen und immer Zeit haben wollen für Kinder und Tiere, die in dem Arm genommen werden wollen…. hach ja….mir war dann ehrlich gesagt schon als mal egal, wie „unordendlich“ es in diesen Momenten sicherlich war…. doch Hauptsache die Kinder dürfen IMMER auf den Schoss…. was hat die Schwiegermutter da geschimpft….sogar „Glucke“ hat sie mich genannt. Haha, Glucke, wie lustig, ich war doch keine Glucke… Ich war echt erstaunt über diesen Ausdruck und sehe das Gesicht dabei so plastisch vor mir wie es wäre es gerade erst gewesen und denke dabei an die glücklich lachenden und von innen heraus strahlenden Kinderaugen, an die vielen Spiele und „Bäumchen schüttel dich“…ich  sehe ihre gesunden rosigen Wangen, denke an ihre fein gebürsteten Haare und wie lieblich es an ihrem Haaransatz gerochen hat…ich sehe mich summend Kleidchen nähen während im Ofen das Holz knackt und knistert… spüre wie warm es in der Stube war, während draussen die Stürme tobten. Ich sehe mich Löcher zum ixten Male stopfen, weil es doch die heissgeliebten Lieblingskleider der Kinder waren….denke an das stehte Beeren pflücken im Herbst und an das Einkochen. Ich erinnere mich, wie Cathrine voller Energie die Tür reinstobte und wie sie mir jedes Mal Blumen mitbrachte, von JEDEM Erkundungsgang und wie wir Vasen aussuchten für sie, weil sie ja Durst haben die Blumen…. ich rieche den Geruch frischer Luft in ihrer Kleidung …erinnere mich ans stillen, an das mit den Kindern kuscheln und schmusen….. hach ja, so war das mal….doch war es bei mir jemals unordentlich? Also nein, das kann ich nicht behaupten, im Gegenteil, der größte Teil des Tages bestand doch im Ordnen und Aufräumen….es war einfach heimelig und gemütlich….. Doch das ist bekanntlich Ansichtssache, es kommt auch immer drauf an, so auf den Zeitpunkt…. mit vielen Kindern in der Küche backen, kochen, nun ja, da kann es schon mal aussehen, doch ist ja egal, zusammen was machen ist sooo schön und nach getanem Werk essen, also einfach nur schön! Dann mit ihnen aufräumen macht doch einfach nur ultraviel Spass…. auch wenn es nicht so „ordentlich“ wie bei Schwiegermutter war, zugegebenermassen. Mein Mann war das von Haus aus also so gewöhnt, darum war es ihm wohl auch „ein Dorn im Auge“ was mich wie ich zugeben muss schon sehr traurig gemacht hat. Als er dann ganz zu Hause war musste alles umstrukuriert werden. Das Sterile war mir und den Kindern ungewohnt. Weniger Freude war da, weniger Lachen, bis irgendwann gar keines mehr da war, nur noch Ansprachen dem Rückzug in die Zimmer folgte. Schleichen durch den Flur, hach jeh, dabei war das tagsüber so schön mit den Kindern….daran denke ich, während mein Herz nun blutet. Auf einem Kunsthandwerkermarkt entdeckte ich eines Tages ein Schild: „Dies Haus ist ausreichend sauber um gesund zu sein und schmuzig genug um glücklich zu sein.“ Es erschien mir als Rettungsanker. Das habe ich gekauft und zu Hause aufgehängt. Doch ich lief gegen eine Wand, bis ich aufgab. Nun ja, immerhin hatte ich mal eine glückliche Zeit, so mit den Kindern. Ist DAS nicht die Hauptsache? Ja, das waren schöne Jahre.  Ich fühle meine Verletztheit, das bluten. Ich fühle mich unwohl und nehme mir  jedenfalls vor, hier „nichts herumfahren zu lassen“. Ja, so macht man das. Man ist „lieb“ und ordnet sich unter. Uih, Habe ich mich untergeordet? Ja, Tendenz: Sian, mach Dich unsichtbar. Ach herrjeh. Stimmt. besser nicht auffallen.  Oh mein Gott, ich sehne mich nach dem Ashram. Ich war nach Indien gefahren um bei Sai Baba zu sein. Um im Ashram zu sein. Warum muss ich mir das hier anschauen? Nun, weil es eben dazugehört. Ich will ja heilen. Und HEILUNG geschieht immer in einem selbst. Es geschieht dann, wenn man sich anschaut und das ausheilt, was gerade ansteht. Nichts mehr und nichts weiter.

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Etwas über Serotonin, Noraadrenalin, Trytophan, Insulin und über die Ankunft im Hotel

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Nun bin ich total unglücklich. Ich fühle mich verletzlich, angegriffen, nicht schön, jetzt auch noch zu streiten. Mag ich auch gar nicht. Ich ziehe mich daher in mich zurück. Und dass ausgerechnet hier und jetzt auch noch ein Streit nicht gerade hilfreich ist stellen wir immerhin gleich fest. Wir kehren daher vernünftigerweise wieder zu einem ganz normalen Gespräch zurück, laufen weiter und kommen an eine Strassenecke, wo es diese selbstgemachte Schokolade zum kaufen gibt. Ich mag unbebingt welche kaufen. Und ich werde auch selbst bestellen, nicht wieder anfragen, ob Guido das für mich regeln kann…ein schöner Gedanke, dem ein gutes Gefühl folgt. In mir keimt die Frage aus, ob ich vieleicht einen Serotoninschub herbeiführen will? Ist eventuell mein Spiegel abgesackt…? Ich weiss, dass die Menge der Botenstoffe Serotonin und auch das Noraadrenalin im Organismus Einfluss auf das psychische Wohlbefinden eines menschlich funktionierenden Körpers vom Körper hinein in den Emotionalleib haben. Dass durch die bewusste Aufnahme von LICHT, Streicheleinheiten oder eben auch durch die Aufnahme von Kohlenhydraten wie Zucker oder Stärke sich die Menge des Serotonin im Oranismus zumindest kurzfristig erhöhen lässt. Essen wir zum Beispiel Zucker, Honig oder eben Schokolade stellt unser Körperelementarwesen rein chemisch gesehen das Hormon Insulin bereit. Insulin, so weiss ich vom Dim-Hie-Trie, fördert die Aufnahme des Eiweißbausteins Trytophan (ähm, ich hoffe, diesen Eiweissbaustein auch richtig geschrieben, zu haben) ins Gehirn. Jedenfalls wird dieses dann in Serotonin umgebaut. Der Serotoninspiegel erhöht sich, die Stimmung hellt sich auf….

Warum ich mich denn „mit sowas“ beschäftige? Nun, über chemische Abläufe zu wissen ist doch super….und ihr müsst wissen, dass ich und der Dim-Hie-Trie oft Gespräche über das wie was wann wo also warum funktioniert führen und auch, dass wir Honig (man kann darüber hinaus auch noch die Landschaft schmecken) und (gute) Schokolade lieben, also NICHT die Schweineblutvariantenschokolade, also schon die vom Bioladen….. oder die aus Strassburg aus diesen superschönen Schokoladenläden, hach Strassburg… ich vermisse Dich….

Mein Gott, ich habe wohl echt keines dieser Stoffe im Blut, die mich glücklich stimmen könnten, ich fühle mich ausgebrannt, leer, unglücklich, einsam und alleine, obwohl ich es doch gar nicht bin! Ich bin nicht alleine. Soso, bin ich nicht, aber wo in Gottes Namen ist eigendlich „mein“ Mann… ahhhhhhh….. ich vermisse ihn, „meinen“ Mann….wo ist er denn bloss? Ich mag mich in seine Arme legen….. also Schluss jetzt mit solchen Gedanken, die sind ebefalls nicht hilfreich. Ich stelle fest: dass ich gerade nur am trauern und am Sehnsuchten bin, wie nervig ist das denn….

Nun, wenn ich doch wenigstens ein Nüsschen hätte! Vieleicht gibt´s ja eines, in der Schokolade. Mich hellt der Gedanke an „Schokolade probieren“ ungemein auf. Licht vermag ich gerade gar nicht aufnehmen, Streicheleinheiten, nun das erscheint mir so unerreichbar wie der Mond zu sein und Honig, die mich die Landschaft schmecken lässt gibts gerade auch nicht, aber Schokolade, die gibt´s ….und die hier mag ich also schon gerne probieren… Meine Stimmung bessert sich. Der Dim-Hie-Trie wollte doch auch von der Schokolade kosten. Aber, wo ist er denn eigendlich abgeblieben, der Dim-Hie-Trie..? Er hatte sich vorweg gebeamt, denn er hatte ja keine Lust mehr, als sich der stämmige Mann direkt auf ihn, also auf genau seinen Platz gesetzt hatte, der Platz, wo Dim-Hie-Trie saß, zwischen dem Busfahrer und dem Reiseleiter. Das „auf ihn sitzen“ war ihm das Zeichen, aus dem Bus zu gehen, ich vergass ja völlig, Euch das mitzuteilen, ist also hiermit gemacht. Aber er macht das als ganz gerne mal, sich so wegbeamen. Er hat immerhin noch gesagt, er „schickt einen Vogel“ fällt mir gerade ein. Und „ich erkenne dann schon“…. Hm, ja. Ja…???? Auf dem Boden unter dem großen Baum hüpft ganz aufgeregt ein Vogel hin und her. Schön, und jetzt? Weitere Vögel flattern in den Baum. Der auf dem Boden hüpft derweil munter hin und her und fliegt dann weg. Wohin flog er? Nach hinten. Da hinlaufen? Aber wohin genau? War das eindeutig? Ich verstehe es noch nicht. Also, wohin zeigte er? Auf der gegenüberliegenden Seite ist ein Hotel. Das meint er? Wir laufen hin, ist ja nicht weit, nur ein paar Meter. Das Hotel sieht nobel aus, sehr teuer. Hm, DAS soll es sein? Ist das nicht zu teuer…? Guido hat auch Bedenken, ob es das überhaupt ist, was wir suchen, denn der Name ist ja ein anderer als der, den wir angegeben bekommen haben. Vieleicht zeigte der Vogel ja auf das Internetcafe ( wir deuten es jedenfalls als ein Internetcafe ) das aber geschlossen ist, gleich neben der Schokoladenecke. Dann eben warten, bis es aufhat und im Hyperraum nach dem angegebenen Hotelnamen suchen. Das könnte der Vogel ja auch gemeint haben…? Wir warten. – Und warten. – Und warten. Es tut sich nichts. Rein gar nichts…. und es ist heiss in der Sonne…. die Schokolade schmilzt in der Hand. Über der Strasse sind Rigschas. Sehr schöne, gepfegte Rigscha´s. Wir hatten gelesen, dass diese hier „frei“ sind, es anders geregelt ist als in Bangalore…na, mal schauen. Wir beschließen hinzulaufen und dass wir dem Fahrer den Namen des Hotels sagen. Vieleicht kennt er es, kann sagen, wo das ist. Der Fahrer sagt, er fährt uns hin. „Was kostet das, Guido, bitte fragst ihn?“ Genervter Blick. „Besser doch gleich im Vorfeld abklären…“ Ich bin sehr beschämt, dass er das wieder machen „muss“. Ich könnte es schon sagen, aber eben nicht verstehen, wenn er auf englisch dann das Erklären anfängt. Ich könnte auf französisch und habe das kleine Latinum…. Mein Bruder, ja DER kann fließend sprechen, im Italienischunterricht verstand er es besser als ich und er kann sogar Altgriechisch….und lernt auch noch chinesisch….schluck, das Bruderthema, da haben wir´s wieder… Guido versteht, dass der Fahrer sagt, dass dieser sich nicht sicher ist, aber wir reingehen und fragen können, das sei nicht weit sagt er, er fährt uns. Und der Preis…? Ach Sian, schlucks einfach nur runter denke ich und unterlasse es, nochmals das Thema mit den Preis nachzuhaken. Wir schleppen all unser Gepäck über die Strasse. Dann fährt er uns die paar Meter zurück zum Hotel, von wo wir gerade kommen und lässt uns da reingehen, das sei es. Da sollen wir fragen. Oh man, das darf ja nicht wahr sein, w a r u m hat er das denn einfach nicht einfach gesagt…? Da kamen wir doch gerade her… Nun gut, wir gehen rein. Zuvorkommend und höflich werden wir auf old englische Art begrüsst. Ach, das tut echt mal gut… es ist gerade wie eine Streicheleinheit…und es IST das Hotel, was wir angegeben bekommen haben, es gäbe zwar noch ein Guesthouse, und wir könnten auch im hauseigenen PC schauen….oder auch mal die Zimmer anschauen… Es ist angenehm kühl, ganz still, nur ein Plätschern….von wo kommt es? Von einem Brunnen. Ich gehe ihn anschauen. In ihm ist eine Statue…ohhhhh….Ganesha ist es…in einem Brunnen…

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Wie schön ist das denn….Ich fühle mich angenehm umspült….aufgehoben, und im Grunde ist mir auch total egal, was das Zimmer hier kostet. Es ist sicher den Preis wert. Wir schauen uns Zimmer an, verlieben uns ganz spontan in ein Eckzimmer, von wo aus wir genau auf den Baum schauen, unter welchem der Vogel saß und bleiben… endlich ein schönes Zimmer, alles passt. Nur vom Dim-Hie-Trie fehlt jede Spur…und ihr zu folgen, wow, das hat gedauert und in dieser Zeit ist Gravierendes passiert….aber das muss ich Euch echt ein anderes Mal erzählen denn morgen fahre ich erst mal wieder in die Vogesen und daher wird es wieder anderhalb Woche dauern, bis ich weiter schreiben kann. Das Edelsteinchannel steht dann auch erst mal nächsten Samstag an und ich werde bis dahin auch noch Bestellungen und Zwergenkleider machen, so bis zum 3. Advent…sicher sehe ich den einen oder anderen von Euch auch bald zur Ausstellung, zum Channel…freu…. und bis dahin…drüüüüück ich Euch schon mal vorab gaaaanz lieb! Wünsche Euch allen nun eine schöne Zeit und Urah lag Nuah, ist ja schon wieder soooo spät geworden….

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Etwas über Auswirkungen und Auslöser

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Ich schau´ dem Guido beim Essen zu. Und fühle mich an meine Kindheit erinnert. Hm, wie war das doch gleich mit dem Kuchen für den Bruder und den Krümeln, die für mich waren…. autsch, das war nicht schön, das in meiner Kindheit… und tja, da sitz´ ich also nun und schluck mit den aufsteigenden Tränen. Dieser Vorwurf, „nicht aufgepasst zu haben“ verletzt mich nicht, aber das andere da… nun, DAS schon… der Ton hat etwas in mir anklingen lassen…. Ja, ich könnte mich nun zurückziehen und über das, was da in der Kindheit gewesen war, über diese endlose erscheinenden Demütigung weinen. Ich könnte auch darüber schmollen, „nicht verstanden zu werden“. Ich könnte mich in einer Art „Stellvertreterkonflikt“, was das ja offensichtlich hier dann darstellt heulen oder auch einen Streit anfangen. Doch ich könnte auch einfach nur nüchtern feststellen, dass es eben etwas in mir hat angeklingen lassen und dann auch feststellen, dass ich auch nicht auf meine innere Stimme gehört hatte. Zugegeben, der Ton, der die Musik macht, die Energie, wie es gesagt wurde hat mich schon verletzt. Aber DAS war nicht die Ursache an sich, nur der Auslöser. Das alles war ja lediglich die Auwirkung und die Entscheidung MEINES Denkens und Tuns. Im Hier und Jetzt ausgedrückt: Hätte ich dem männlichen Affen lieber gleich die Grenze, wie weit er bei mir gehen darf gezeigt und nicht erst dann, wenn es bereits „zu spät“ ist. Nun, eben alles wie im wahren Leben. Kommt einer daher, man spürt es ja gleich dass es unverschämt ist, was derjenige tut und aus Angst, etwas „falsch“ zu machen oder aus Unwissenheit oder dem Gefühl heraus, es „allen Recht machen zu wollen“ wird eben auch ganz schnell eine Grenzüberschreitung. Aber das Thema an sich bei mir war ja die Grenzüberschreitung. Ich stelle also fest, dass mich der Ton an sich verletzt hat, dass es in mir eine Tür geöffnet hat, nämlich zu meinen erlebten Kindheitserinnerungen UND dass ich da auch noch diese warme Dankbarkeit, durch ALL das wieder etwas dazu gelernt zu haben spüre. Und beim nächsten Mal besser gleich auf „meine innere Stimme“ hören, denn bedenke ich es genau, hatte ich mich sogleich unwohl gefühlt, wie unverschämt der Affe in seinem Verhalten so daherkam. Doch erst mal wieder einsteigen, denn die Fahrt geht nun weiter. Ich bin eh zu fertig zum reden und schweige daher.

Ja, die Fahrt geht weiter. Wie im Leben auch. Ich rufe Erzengel Mi´Chael auf, denn ich trete ständig aus meinem Körper heraus, da die Schmerzen beim Fahren unerträglich sind. Doch ich kann es auch nicht lassen, diese Fahrt zu filmen. Sobald mir das möglich ist lasse ich Euch daran teil nehmen, mein technisches Verständniss reicht dafür auch momentan noch nicht aus. Jedenfalls ist die Fahrt über diese Berge atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes… mir bleibt der Atem weg. Auf der Bergspitze angelangt erreichen wir nach einer kleinen Abfahrt dann eine Hochebene, eine Art weites Land, das umgeben und eingebettet darliegt von felsigen Bergen. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt, etwas, das ich noch nie zuvor hier auf Erden gesehen habe. Es ist eine weite eingebettete, eine „weiche“ Landschaft. Man kann in sie eintauchen, wie mit barfüssigen nackten Füssen ins feuchte, nachgebende  Moos. Es ist wunderschön, das zu fühlen. Kraftvoll. Lieblich. Sanft. Im aufkommenden Abendnebel stehen, auf einer natürlich gewachsenen Wiese, auf wolligem, weichen mossähnlichen Gras Wildpferde, die teils in den die Landschaft durchziehenden Flüsschen baden. Sie wiehern laut und das Gefühl von FREIHEIT erblüht in meinem tiefsten Inneren. Ich will austeigen, kann mich fast nicht auf dem Sitz halten, ich mag zu ihnen gehen, ihnen nah sein, hier, jetzt, in dieser Landschaft….Doch der Bus fährt weiter….mich zerreist es fast. Was tun….(im übertragenen Sinne: „im Leben“)…. aussteigen…? Denn das kann man schließlich auch…. man kann bekanntlich alles machen, man muss nur die Konsequenzen tragen …. wir sind „zu zweit“ unterwegs…. ahhhhhhhhhhhhhhhhh….. ich mag aus dem Bus aussteigen……ich kann nicht mehr an mich halten, sage dem Guido auf den Punkt gebracht, was ich gerade empfinde. Er schaut mich an, er SIEHT mich….und es kommt an! Ich spüre es als Wiederhall in meinem Herzen. Dieser Moment ist ein magischer (Magie: aus dem persischen heraus: „die Zeichen richtig deuten“) es ist ein wundervolles Gefühl. Wenn man aus seinem tiefsten Inneren heraus spricht, dann kommt es auch beim anderen an, denn auch der andere hat ja schließlich ein Herz…. Hierher kommen wir zurück, das beschließen wir. Ja. Wann? Egal, wir kommen zurück, es ist beschlossen. Doch erst mal geht es weiter. Wie lange noch? Wie schaffen wir das, hierher zurück zu kommen… Verzweiflung keimt in mir auf, so „ohne Auto“…. nein, ich will nicht in diese Energie hinein…. als ich beschlossen hatte, mich nicht in diese Energie ziehen zu lassen, in genau diesem Moment, sehe ich vor meinem geistigen Auge in Sai Baba´s Augen, wie „als gäbe es da einen Plan“…es scheint also möglich… Vertrauen….Ich atme Vertrauen. Ja, alles gut. Atmen.

Man glaubt es kaum, aber nach nur wenigen Minuten sind wir am Zielort angelangt. Ich jubiliere, mag aussteigen und tanzen. Der Himmel hängt voller Geigen. Der Reiseführer schaut seltsam. Er spricht mit Guido, ich verstehe kein Wort von dem, was er von ihm will. Worum geht es? Der Reiseführer wittert ein Geschäft. Er hat mitbekommen, wo wir hinwollen und will uns schon die ganze Zeit davon überzeugen, dass „sein“ Hotel „das bessere“ ist, viel billiger… wir hatten eingestimmt, es uns anschauen zu wollen, er lässt den Bus anhalten, vor seinem Hotel. Guido steigt aus, um in sein Hotel zu gehen. Alle müssen warten. keiner wurde da gefragt. Es ist mir peinlich. Uih, das auszuhalten ist nicht leicht…alle müssen warten…Bleich kommt er zurück. „Eine Absteige, dreckig, unfassbar. Unverschämt, so einen Preis zu verlangen. Eine Abzocke.“ Schock. „Nein, das mögen wir nicht nehmen.“ beschließen wir und Guido sagt es ihm bestimmt, freundlich und höflich. „So? Dann sollen wir hier aussteigen, das ist die Endstation.“ So, das ist die Antwort. Unser Gepäck wird kurzerhand vom Autodach gehievt. Uff. Es war so höflich vom Guido gesagt. Was soll denn DAS jetzt? “ Nun, Endstation eben.“ Das ist ja glatt eine Lüge, man spürt es. „Wohin müssen wir gehen, um zu unserem Hotel zu gelangen?“- „Die Strasse da entlang.“ Kein weiteres Wort, die Gepäckstücke landen vor unseren Füssen. Hingeknallt. Das habt ihr davon. Uih. Wir müssen aber jetzt noch unsere 200 Rupies herausverlangen, denn der reiseführer konnte uns am Rastplatz ja nicht herausgeben. Er hätte es einfach unter den Tisch fallen lassen, ich WEISS es. Guido wollte ihm die Möglichkeit lassen, selbst draufzukommen. Ich werde tatsächlich rabiat. Schluss jetzt…HE, ENDGÜLTIG mit all diesen Unverschämtheiten! Unwirsch rückt er die 200 Rupies raus. Der Bus rauscht davon. Ich bin total aufgebracht, schnalle meinen Rucksack auf, meine Füsse laufen automatisch, ich will nur noch weg, Guido mag sich aber erst von dem Schock über das Zimmer und das „immer sprachlich alles regeln zu müssen“ erst mal erholen.  Wie, ich habe ja schließlich auch was hier aushalten müssen und gerade auch was zum Reiseleiter gesagt…wird das nicht gesehen…? Ich merke, dass ich nicht stehen bleiben mag, nicht hier, nicht JETZT. Ahhhhhhhh……. wir bekommen handfesten Streit miteinander….na super….


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Grenzen

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Wir fahren weiter und passieren dabei eine Grenze. Auch im Leben tun wir das ständig, denn die ganze Dualität ist voll von Grenzen und Grenzüberschreitungen. Grenzen schaffen Raum. Raum für Erfahrungen. Wir bewegen uns in dem Raum. Und manchmal überschreiten wir den Raum und passieren dabei eine Grenze, während wir hier in der Dualität unterwegs sind, ein jeder auf seinem eigenen Lebensweg. Hier in der Dualität sind wir angelangt, um vieles aufzuarbeiten, auszugleichen, um dabei zu lernen, um etwas Grundlegenes zu erfahren. Wenn wir an „unseren“, teils selbstgesteckten Grenzen kommen können wir daher überlegen, wie wir mit der jeweiligen Herausforderung, die sich uns stellt umgehen wollen. Die lineare Welt schafft uns so viele Möglichkeiten, uns selbst zu erfahren, die Materie zu verstehen, die Gesetzmässigkeiten. Dim-Hie-Trie sagt immer so sinnbildlich, dass die Dualität, in der wir uns bewegen Räume schafft in die wir eintauchen können um etwas Grundlegenes zu verstehen, um etwas Grundlegenes zu erfahren. Wie würden wir zum Beispiel wissen, wie schön und erfüllend Frieden ist, wenn wir den Krieg nicht erlebt haben? Wie erfüllend können wir Liebe fühlen, wenn wir nicht auch ihre Abwesenheit kennen gelernt haben? Wie können wir das Licht preisen, ihre Güte, ihre Wonne, wenn wir nicht auch den Schmerz und die Angst in uns erfahren haben? Wie können wir etwas ehren, wenn wir nicht auch erfahren haben, wie weh es tut, „alleine“ zu stehen oder an einer Grenze angelangt zu stehen, denen Überschreitung wir ungewissen Ausgang fühlen? Dabei sind auch wir selbst es gewesen, die diese Grenzen auch gezogen haben, ob uns das bewusst ist oder nicht. Wir sind es, die sie betrachten, die sie wahrnehmen können. Und wir selbst sind es, die sie auch überschreiten können. Wir sind Mitschöpfer dieser Grenzen gewesen, ob uns das bewusst ist oder nicht. Wir selbst erfaren sie daher, die Auswirkungen und erschaffen dadurch aber auch wieder neue Räume, die weitere Erfarungen erst möglich machen. Wir sind immer diejenigen, die den Weg gehen (können) die entscheiden, wie wir damit umgehen und ob wir überhaupt die Erfahrung weiterer Räume machen wollen. Es sind immer wir SELBST, die das alles entscheiden. Wir sind es, wir sind Schöpfer und alles ist dabei EINS, auch wenn wir das nicht verstehen, es ist EIN großes Ganzes.  Jeder nimmt in diesem grossen Ganzen mindestens eine Rolle dabei ein, ob uns das nun bewusst ist oder auch nicht. Es liegt an uns, das alles zu verstehen, darum sind wir auch hier, so unter anderem….und wer nun sagt, wir wären von etwas getrennt….nichts ist „für immer“ voneinander getrennt, es erscheint uns nur so, wenn wir die jeweilige Grenze fühlen. Doch hinter der Grenze kommt jeweils ein „neues“ Land. Mit Bergen, mit Tälern. Es wartet bereits auf uns. Und wir entscheiden, ob wir da hingehen oder ob wir davor stehen bleiben mögen und auch welche Rolle wir dabei einnehmen wollen. Auch wohin wir gehen entscheiden wir und auch, welche Erfahrungen wir dabei machen erleben wir. Und letzendlich entscheiden wir auch, mit wem wir gehen wollen. Denn wir sind frei. Es ist unsere eigene Entscheidung, wie weit wir zu gehen bereit sind. Willst DU weitergehen? Oder auch mal stehen bleiben? Es ist DEINE Entscheidung, was DU erleben magst. DU entscheidest es.

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Der Weg, wen wir gerade nehmen ist steil. Und auf dem Weg begegnen uns viele Gefahren. Am Strassengraben sind unzählige Auto´s, deren Motorhaube geöffnet sind. Menschen stehen herum, das allgegenwärtige Handy am Ohr. Aussprachen sind angesagt, wie sinnbildlich. Statements, Mitteilungen. Wie geht es mir, wie geht es Dir? Wo bin ICH gerade, was wiederfährt mir? Ich kann es nicht beschreiben, würde mich jetzt jemand das fragen, ich schaue heraus, aus dem Fenster und sehe einfach nur hin. Menschen liegen unter ihren Auto´s (unter ihrem fahrbaren Untersatz, der sie wohin bringen „soll“) Kochende Motoren dampfen, Abkühlung und Innehalten ist wohl auch mal angesagt. Und Wartung des „Vehikes“, wie sinnbildlich. Es riecht nach brennendem Gummi, wohl von den Autoreifen, es riecht nach Bremsflüssigkeiten und nach kochenden Kühlern.Wir machen Rast in einem Bergdorf. Der ganze Bus steigt aus, diesmal kostet es nichts, denn der Motor des Busses muss herunterkühlen. Die Menschen nutzen die Pause und gehen einkaufen.

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Ich schaue mir derweil das Bergdorf an. Es besteht aus Häusern, zu denen Stromleitungen laufen. Ziegen und Affen laufen umher, ein Wasserfall rauscht ungebremst ins Tal. Es duftet nach Blumen.

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Aus einfachen Brettern, Ziegeln, Steinen sind diese Häuser gebaut. Teils abgedeckt mit Wellblechen und Plastikplanen. Mich schmerzt, dass wir im Abendland, im Gegensatz zu denjenigen, die hier wohnen, so offensichtlich mehr Mittel zur Verfügung haben und dennoch ständig glauben, „nicht genug zu haben“. Ein pures Mangeldenken, das man am Laufen hält…. wem nützt es, daran festzuhalten, dass „es nicht genug ist, dass es nicht reicht“, ob es nun Geld oder die Vitamine im Essen sind…ich frage mich: in wie weit werden wir eigendlich gedacht….Ich denke daran, dass es jedem, der glaubt, „nicht genug zu haben“ oder glaubt in irgendeiner Art Mangel zu leben es sehr gut täte, sich selbst anzuschauen, was er/sie damit am laufen hält oder wenn er kann sich das hier anzuschauen. Aber auch das bleibt demjenigen/derjenigen seine eigene Entscheidung….

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Neben mit klettert ein Babyäffchen, voll putzig! So kleine Hände… Ich gebe ihm ein Stück Keks ab. Das lockt sogleich andere Affen herrbei. Forsch kommt ein starkes Männchen zu mir und mag auch was abhaben. Auch ihm gebe ich ein Stück Keks.

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Sobald er „seinen“ Keks hat schiebt er das Kleine weg. Die Mutter protestiert. Sie hat aber keine Chance gegen den starken Affen. Aha, so ist das… Ich gebe also mal dem Kleinen, mal der Mama, mal dem Männchen ein Stück Keks. Eine Ziege kommt auch noch herrbei, sie spingt keck neben mir auf die Mauer.

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Ihre Präsenz, ihre Hörner und Hufen erschrecken die Affen. Sie laufen alle vor ihr weg. Bis auf das Männchen, es lässt sich nicht einfach wegscheuchen. Er schaut forsch drein, seine ganze Aura strömt aus, als reicht es ihm nicht, was er von mir bekommen hat. Er strömt das voll und ganz aus, dass er mehr WILL, dass es nicht reicht… Boah….ich spüre, dass ich nun nicht mehr bereit bin, ihm mehr zu geben. Er schaut auf die Packung und ehe ich mich versehe schnappt er sich unsere ganzen Kekse. Guido ist verärgert, „dass ich nicht aufgepasst habe“. Ich schenke Guido „meinen“ Anteil auf zukünftige Kekse.