Daily Archives: 1.12.2011

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Etwas über Auswirkungen und Auslöser

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Ich schau´ dem Guido beim Essen zu. Und fühle mich an meine Kindheit erinnert. Hm, wie war das doch gleich mit dem Kuchen für den Bruder und den Krümeln, die für mich waren…. autsch, das war nicht schön, das in meiner Kindheit… und tja, da sitz´ ich also nun und schluck mit den aufsteigenden Tränen. Dieser Vorwurf, „nicht aufgepasst zu haben“ verletzt mich nicht, aber das andere da… nun, DAS schon… der Ton hat etwas in mir anklingen lassen…. Ja, ich könnte mich nun zurückziehen und über das, was da in der Kindheit gewesen war, über diese endlose erscheinenden Demütigung weinen. Ich könnte auch darüber schmollen, „nicht verstanden zu werden“. Ich könnte mich in einer Art „Stellvertreterkonflikt“, was das ja offensichtlich hier dann darstellt heulen oder auch einen Streit anfangen. Doch ich könnte auch einfach nur nüchtern feststellen, dass es eben etwas in mir hat angeklingen lassen und dann auch feststellen, dass ich auch nicht auf meine innere Stimme gehört hatte. Zugegeben, der Ton, der die Musik macht, die Energie, wie es gesagt wurde hat mich schon verletzt. Aber DAS war nicht die Ursache an sich, nur der Auslöser. Das alles war ja lediglich die Auwirkung und die Entscheidung MEINES Denkens und Tuns. Im Hier und Jetzt ausgedrückt: Hätte ich dem männlichen Affen lieber gleich die Grenze, wie weit er bei mir gehen darf gezeigt und nicht erst dann, wenn es bereits „zu spät“ ist. Nun, eben alles wie im wahren Leben. Kommt einer daher, man spürt es ja gleich dass es unverschämt ist, was derjenige tut und aus Angst, etwas „falsch“ zu machen oder aus Unwissenheit oder dem Gefühl heraus, es „allen Recht machen zu wollen“ wird eben auch ganz schnell eine Grenzüberschreitung. Aber das Thema an sich bei mir war ja die Grenzüberschreitung. Ich stelle also fest, dass mich der Ton an sich verletzt hat, dass es in mir eine Tür geöffnet hat, nämlich zu meinen erlebten Kindheitserinnerungen UND dass ich da auch noch diese warme Dankbarkeit, durch ALL das wieder etwas dazu gelernt zu haben spüre. Und beim nächsten Mal besser gleich auf „meine innere Stimme“ hören, denn bedenke ich es genau, hatte ich mich sogleich unwohl gefühlt, wie unverschämt der Affe in seinem Verhalten so daherkam. Doch erst mal wieder einsteigen, denn die Fahrt geht nun weiter. Ich bin eh zu fertig zum reden und schweige daher.

Ja, die Fahrt geht weiter. Wie im Leben auch. Ich rufe Erzengel Mi´Chael auf, denn ich trete ständig aus meinem Körper heraus, da die Schmerzen beim Fahren unerträglich sind. Doch ich kann es auch nicht lassen, diese Fahrt zu filmen. Sobald mir das möglich ist lasse ich Euch daran teil nehmen, mein technisches Verständniss reicht dafür auch momentan noch nicht aus. Jedenfalls ist die Fahrt über diese Berge atemberaubend, im wahrsten Sinne des Wortes… mir bleibt der Atem weg. Auf der Bergspitze angelangt erreichen wir nach einer kleinen Abfahrt dann eine Hochebene, eine Art weites Land, das umgeben und eingebettet darliegt von felsigen Bergen. Es ist ein Eintauchen in eine andere Welt, etwas, das ich noch nie zuvor hier auf Erden gesehen habe. Es ist eine weite eingebettete, eine „weiche“ Landschaft. Man kann in sie eintauchen, wie mit barfüssigen nackten Füssen ins feuchte, nachgebende  Moos. Es ist wunderschön, das zu fühlen. Kraftvoll. Lieblich. Sanft. Im aufkommenden Abendnebel stehen, auf einer natürlich gewachsenen Wiese, auf wolligem, weichen mossähnlichen Gras Wildpferde, die teils in den die Landschaft durchziehenden Flüsschen baden. Sie wiehern laut und das Gefühl von FREIHEIT erblüht in meinem tiefsten Inneren. Ich will austeigen, kann mich fast nicht auf dem Sitz halten, ich mag zu ihnen gehen, ihnen nah sein, hier, jetzt, in dieser Landschaft….Doch der Bus fährt weiter….mich zerreist es fast. Was tun….(im übertragenen Sinne: „im Leben“)…. aussteigen…? Denn das kann man schließlich auch…. man kann bekanntlich alles machen, man muss nur die Konsequenzen tragen …. wir sind „zu zweit“ unterwegs…. ahhhhhhhhhhhhhhhhh….. ich mag aus dem Bus aussteigen……ich kann nicht mehr an mich halten, sage dem Guido auf den Punkt gebracht, was ich gerade empfinde. Er schaut mich an, er SIEHT mich….und es kommt an! Ich spüre es als Wiederhall in meinem Herzen. Dieser Moment ist ein magischer (Magie: aus dem persischen heraus: „die Zeichen richtig deuten“) es ist ein wundervolles Gefühl. Wenn man aus seinem tiefsten Inneren heraus spricht, dann kommt es auch beim anderen an, denn auch der andere hat ja schließlich ein Herz…. Hierher kommen wir zurück, das beschließen wir. Ja. Wann? Egal, wir kommen zurück, es ist beschlossen. Doch erst mal geht es weiter. Wie lange noch? Wie schaffen wir das, hierher zurück zu kommen… Verzweiflung keimt in mir auf, so „ohne Auto“…. nein, ich will nicht in diese Energie hinein…. als ich beschlossen hatte, mich nicht in diese Energie ziehen zu lassen, in genau diesem Moment, sehe ich vor meinem geistigen Auge in Sai Baba´s Augen, wie „als gäbe es da einen Plan“…es scheint also möglich… Vertrauen….Ich atme Vertrauen. Ja, alles gut. Atmen.

Man glaubt es kaum, aber nach nur wenigen Minuten sind wir am Zielort angelangt. Ich jubiliere, mag aussteigen und tanzen. Der Himmel hängt voller Geigen. Der Reiseführer schaut seltsam. Er spricht mit Guido, ich verstehe kein Wort von dem, was er von ihm will. Worum geht es? Der Reiseführer wittert ein Geschäft. Er hat mitbekommen, wo wir hinwollen und will uns schon die ganze Zeit davon überzeugen, dass „sein“ Hotel „das bessere“ ist, viel billiger… wir hatten eingestimmt, es uns anschauen zu wollen, er lässt den Bus anhalten, vor seinem Hotel. Guido steigt aus, um in sein Hotel zu gehen. Alle müssen warten. keiner wurde da gefragt. Es ist mir peinlich. Uih, das auszuhalten ist nicht leicht…alle müssen warten…Bleich kommt er zurück. „Eine Absteige, dreckig, unfassbar. Unverschämt, so einen Preis zu verlangen. Eine Abzocke.“ Schock. „Nein, das mögen wir nicht nehmen.“ beschließen wir und Guido sagt es ihm bestimmt, freundlich und höflich. „So? Dann sollen wir hier aussteigen, das ist die Endstation.“ So, das ist die Antwort. Unser Gepäck wird kurzerhand vom Autodach gehievt. Uff. Es war so höflich vom Guido gesagt. Was soll denn DAS jetzt? “ Nun, Endstation eben.“ Das ist ja glatt eine Lüge, man spürt es. „Wohin müssen wir gehen, um zu unserem Hotel zu gelangen?“- „Die Strasse da entlang.“ Kein weiteres Wort, die Gepäckstücke landen vor unseren Füssen. Hingeknallt. Das habt ihr davon. Uih. Wir müssen aber jetzt noch unsere 200 Rupies herausverlangen, denn der reiseführer konnte uns am Rastplatz ja nicht herausgeben. Er hätte es einfach unter den Tisch fallen lassen, ich WEISS es. Guido wollte ihm die Möglichkeit lassen, selbst draufzukommen. Ich werde tatsächlich rabiat. Schluss jetzt…HE, ENDGÜLTIG mit all diesen Unverschämtheiten! Unwirsch rückt er die 200 Rupies raus. Der Bus rauscht davon. Ich bin total aufgebracht, schnalle meinen Rucksack auf, meine Füsse laufen automatisch, ich will nur noch weg, Guido mag sich aber erst von dem Schock über das Zimmer und das „immer sprachlich alles regeln zu müssen“ erst mal erholen.  Wie, ich habe ja schließlich auch was hier aushalten müssen und gerade auch was zum Reiseleiter gesagt…wird das nicht gesehen…? Ich merke, dass ich nicht stehen bleiben mag, nicht hier, nicht JETZT. Ahhhhhhhh……. wir bekommen handfesten Streit miteinander….na super….


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Grenzen

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Wir fahren weiter und passieren dabei eine Grenze. Auch im Leben tun wir das ständig, denn die ganze Dualität ist voll von Grenzen und Grenzüberschreitungen. Grenzen schaffen Raum. Raum für Erfahrungen. Wir bewegen uns in dem Raum. Und manchmal überschreiten wir den Raum und passieren dabei eine Grenze, während wir hier in der Dualität unterwegs sind, ein jeder auf seinem eigenen Lebensweg. Hier in der Dualität sind wir angelangt, um vieles aufzuarbeiten, auszugleichen, um dabei zu lernen, um etwas Grundlegenes zu erfahren. Wenn wir an „unseren“, teils selbstgesteckten Grenzen kommen können wir daher überlegen, wie wir mit der jeweiligen Herausforderung, die sich uns stellt umgehen wollen. Die lineare Welt schafft uns so viele Möglichkeiten, uns selbst zu erfahren, die Materie zu verstehen, die Gesetzmässigkeiten. Dim-Hie-Trie sagt immer so sinnbildlich, dass die Dualität, in der wir uns bewegen Räume schafft in die wir eintauchen können um etwas Grundlegenes zu verstehen, um etwas Grundlegenes zu erfahren. Wie würden wir zum Beispiel wissen, wie schön und erfüllend Frieden ist, wenn wir den Krieg nicht erlebt haben? Wie erfüllend können wir Liebe fühlen, wenn wir nicht auch ihre Abwesenheit kennen gelernt haben? Wie können wir das Licht preisen, ihre Güte, ihre Wonne, wenn wir nicht auch den Schmerz und die Angst in uns erfahren haben? Wie können wir etwas ehren, wenn wir nicht auch erfahren haben, wie weh es tut, „alleine“ zu stehen oder an einer Grenze angelangt zu stehen, denen Überschreitung wir ungewissen Ausgang fühlen? Dabei sind auch wir selbst es gewesen, die diese Grenzen auch gezogen haben, ob uns das bewusst ist oder nicht. Wir sind es, die sie betrachten, die sie wahrnehmen können. Und wir selbst sind es, die sie auch überschreiten können. Wir sind Mitschöpfer dieser Grenzen gewesen, ob uns das bewusst ist oder nicht. Wir selbst erfaren sie daher, die Auswirkungen und erschaffen dadurch aber auch wieder neue Räume, die weitere Erfarungen erst möglich machen. Wir sind immer diejenigen, die den Weg gehen (können) die entscheiden, wie wir damit umgehen und ob wir überhaupt die Erfahrung weiterer Räume machen wollen. Es sind immer wir SELBST, die das alles entscheiden. Wir sind es, wir sind Schöpfer und alles ist dabei EINS, auch wenn wir das nicht verstehen, es ist EIN großes Ganzes.  Jeder nimmt in diesem grossen Ganzen mindestens eine Rolle dabei ein, ob uns das nun bewusst ist oder auch nicht. Es liegt an uns, das alles zu verstehen, darum sind wir auch hier, so unter anderem….und wer nun sagt, wir wären von etwas getrennt….nichts ist „für immer“ voneinander getrennt, es erscheint uns nur so, wenn wir die jeweilige Grenze fühlen. Doch hinter der Grenze kommt jeweils ein „neues“ Land. Mit Bergen, mit Tälern. Es wartet bereits auf uns. Und wir entscheiden, ob wir da hingehen oder ob wir davor stehen bleiben mögen und auch welche Rolle wir dabei einnehmen wollen. Auch wohin wir gehen entscheiden wir und auch, welche Erfahrungen wir dabei machen erleben wir. Und letzendlich entscheiden wir auch, mit wem wir gehen wollen. Denn wir sind frei. Es ist unsere eigene Entscheidung, wie weit wir zu gehen bereit sind. Willst DU weitergehen? Oder auch mal stehen bleiben? Es ist DEINE Entscheidung, was DU erleben magst. DU entscheidest es.

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Der Weg, wen wir gerade nehmen ist steil. Und auf dem Weg begegnen uns viele Gefahren. Am Strassengraben sind unzählige Auto´s, deren Motorhaube geöffnet sind. Menschen stehen herum, das allgegenwärtige Handy am Ohr. Aussprachen sind angesagt, wie sinnbildlich. Statements, Mitteilungen. Wie geht es mir, wie geht es Dir? Wo bin ICH gerade, was wiederfährt mir? Ich kann es nicht beschreiben, würde mich jetzt jemand das fragen, ich schaue heraus, aus dem Fenster und sehe einfach nur hin. Menschen liegen unter ihren Auto´s (unter ihrem fahrbaren Untersatz, der sie wohin bringen „soll“) Kochende Motoren dampfen, Abkühlung und Innehalten ist wohl auch mal angesagt. Und Wartung des „Vehikes“, wie sinnbildlich. Es riecht nach brennendem Gummi, wohl von den Autoreifen, es riecht nach Bremsflüssigkeiten und nach kochenden Kühlern.Wir machen Rast in einem Bergdorf. Der ganze Bus steigt aus, diesmal kostet es nichts, denn der Motor des Busses muss herunterkühlen. Die Menschen nutzen die Pause und gehen einkaufen.

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Ich schaue mir derweil das Bergdorf an. Es besteht aus Häusern, zu denen Stromleitungen laufen. Ziegen und Affen laufen umher, ein Wasserfall rauscht ungebremst ins Tal. Es duftet nach Blumen.

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Aus einfachen Brettern, Ziegeln, Steinen sind diese Häuser gebaut. Teils abgedeckt mit Wellblechen und Plastikplanen. Mich schmerzt, dass wir im Abendland, im Gegensatz zu denjenigen, die hier wohnen, so offensichtlich mehr Mittel zur Verfügung haben und dennoch ständig glauben, „nicht genug zu haben“. Ein pures Mangeldenken, das man am Laufen hält…. wem nützt es, daran festzuhalten, dass „es nicht genug ist, dass es nicht reicht“, ob es nun Geld oder die Vitamine im Essen sind…ich frage mich: in wie weit werden wir eigendlich gedacht….Ich denke daran, dass es jedem, der glaubt, „nicht genug zu haben“ oder glaubt in irgendeiner Art Mangel zu leben es sehr gut täte, sich selbst anzuschauen, was er/sie damit am laufen hält oder wenn er kann sich das hier anzuschauen. Aber auch das bleibt demjenigen/derjenigen seine eigene Entscheidung….

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Neben mit klettert ein Babyäffchen, voll putzig! So kleine Hände… Ich gebe ihm ein Stück Keks ab. Das lockt sogleich andere Affen herrbei. Forsch kommt ein starkes Männchen zu mir und mag auch was abhaben. Auch ihm gebe ich ein Stück Keks.

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Sobald er „seinen“ Keks hat schiebt er das Kleine weg. Die Mutter protestiert. Sie hat aber keine Chance gegen den starken Affen. Aha, so ist das… Ich gebe also mal dem Kleinen, mal der Mama, mal dem Männchen ein Stück Keks. Eine Ziege kommt auch noch herrbei, sie spingt keck neben mir auf die Mauer.

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Ihre Präsenz, ihre Hörner und Hufen erschrecken die Affen. Sie laufen alle vor ihr weg. Bis auf das Männchen, es lässt sich nicht einfach wegscheuchen. Er schaut forsch drein, seine ganze Aura strömt aus, als reicht es ihm nicht, was er von mir bekommen hat. Er strömt das voll und ganz aus, dass er mehr WILL, dass es nicht reicht… Boah….ich spüre, dass ich nun nicht mehr bereit bin, ihm mehr zu geben. Er schaut auf die Packung und ehe ich mich versehe schnappt er sich unsere ganzen Kekse. Guido ist verärgert, „dass ich nicht aufgepasst habe“. Ich schenke Guido „meinen“ Anteil auf zukünftige Kekse.