Daily Archives: 6.1.2012

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Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo man es jemandem ansieht, dass er krank ist

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Mein Herz rast, Schweißausbruch zuerst an den Händen, Zittern, Panik. Ich fühle mich schlecht. Auch das Gehen fällt mir zunehmend schwerer. Es zieht mir im Rücken, beim Laufen fühle ich die Beine nicht mehr. Ich habe am Morgen tatsächlich alle Medikamente weggeworfen, in Mysore. In den Mülleimer. Ich fand´ das sogar schlau. Frei nach dem Motto: Das brauche ich nicht mehr. Ich habe schließlich das Programm geändert und als Beweis, dass ich es damit ernst meine auch erst mal alles weggeworfen. Denn ich glaube schließlich an meine Heilung und dachte, mit dieser Handlung meine Absicht zu untermauern. Und in einer Form könnte man, also zumindest zynisch gesehen, schließlich auch „Suchtmittel“ zu ihnen sagen, denn der Körper macht sich von ihnen abhängig.

Aber wie das so ist mit den Mitteln, auf die der Körper eingestellt ist: Lässt man sie auf einen Schlag weg bewirken sie erst einmal einen Abfall im Körper. Und auf diesen scheine ich geradewegs zuzusteuern. Für die Nerven und die Krämpfe sollte ich wohl doch die gewohnte Dosis zumindest an Magnesium zu mir nehmen und so steuern wir eine Apotheke und einen Laden nach dem anderen an. In keiner ist diese Dosis zu bekommen. Tja, das hätte ich mir wohl doch lieber vorher überlegen sollen….

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Mittlerweile habe ich leider auch das ungute Gefühl, gleich ausfallend zu werden. Und das habe ich auf keinen Fall vor. Es reicht mir auch mit diesen „himmelhochjauchzend-zu Tode betrübten“ schnell wechselnden Gemütsschwankungen. Mein Herz scheint das auch so zu sehen, nein es ist einfach nur – wohl wegen dem Insulin- auf 780. Um zumindest jetzt nicht mitten auf der Strasse in eine Art Unterzuckerung zu fallen gehe ich lieber doch mit schwankendem Schritt etwas Schokolade kaufen. Es gibt alles, hellbraune mit kandierten Kirschen, weisse mit Rosinen, wahlweise mit Haselnuss oder Kokos, die Auswahl ist riessig…

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Es ist so seltsam, denke ich bei mir, während ich das Erlebte in Indien nun hier aufschreibe, ich wirkte auf andere nicht etwa todkrank, fühlte mich ja auch nicht so,  fand´  mich sogar topfit, hatte einen Bärenhunger, regelrechte Heißhungeratacken, was mir aber gar nicht gut bekam, ich hatte Verdauungsprobleme und oftmals einen so harten Bauch, er erschein mir wie ein Brett. Ich legte mich auch mit jedem, mit jeder, egal mit welchem Thema und Motto mit 400 % ins Zeug. Unbeschreiblich, was ich alles auf die Beine stellte… ich arbeitete tage- und nächtelang durch, lief nachts -angenervt vom nicht schlafen können- mit Flora, unserer Borderhündin den steilen Berg hinter unserem Haus hoch. Doch immer war mir nicht gut, mir war stets eiskalt. Oftmals hatte ich daher so heiß geduscht, dass die Luft im Bad regelrecht gekocht hat. Oft schnellte mein Puls in überdimesionierte Höhen und ich bekam – aus heiterem Himmel so wie mir schien- wahnsinnige Kratz- Attacken. Auch regte ich mich tierisch auf, über Kleinigkeiten. Voll nervig. Und manchmal sackte ich sogar einfach weg. Wenn ich dann wieder zu mir kam wußte ich nicht mal mehr, was eigendlich geschehen war. Und die Haare fielen mir aus.. also das fand ich ja am schlimmsten…heute, wo ich diese Zeilen schreibe geht´s ja wieder, sie sind auch am Ansatz schön nachgewachsen, aber damals…oh jeh, ich fühlte mich so hässlich, war ich auch, aufgedunsen, wohl wegen dem Cortison und wenn ich mir im Spiegel in die Augen schaute sahen sie zwar-Gott sei Dank- auf den ersten Blick ganz „normal“ aus doch wenn ich die unteren Lieder wegschob war da alles gelb, so wie meine Zähne, die nach dem gelb werden dann später statt gelb sogar durchsichtig wurden. Jeder Luftzug verursachte mir Schmerzen an den Zähnen. Uah, so krass, die Sache in und mit einem Körper so bewusst (er)leben….

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Mittlerweile kann man es mir ansehen, dass ich krank bin. Die Menschen in den Lädchen schauen mich seltsam an und eine der Frauen vom nächsten Lädchen, an dem wir vorbeigehen wirkt sogar ganz erschrocken als sie mich sieht und hält sich sogar die Hand vor den Mund. Na toll!

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Über die Energie von Leylinien

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Wir gehen weiter. Das Städchen anschauen. Die Pferde wiehern uns hinterher. Wir werden sie noch vielmals sehen, während wir hier sind. Das beruhigt mich. Nun freue ich mich wieder auf das Erkunden, darum sind wir ja aus dem Haus gegangen, so war das doch oder? Ja, so war das. Genau. Mit leichtem Schritt gehe ich beschwingt weiter. Wohin? Nun, weiter, die Stadt anschauen…ins Zentrum, wo das ist? Keine Ahnung, doch sie kann ja nicht so rießig sein. Dass dem nicht so ist werden wir leider noch feststellen aber erst einmal „könnten wir doch der Strasse folgen, denn auf ihr verläuft „zufällig“ eine Leylinie. Wir könnten den Leylinien folgen….- „Leylinien“- heilige Linien, Energiebahnen. Jene feinstofflichen Energiebahnen, die unseren Planeten wie Meridiane umspannen und mit ihrer Energie, die in ihnen ist die Welt durchströmen. Meist sind es gradlinigen Bahnen, die innerhalb eines Rasters mitverlaufen, (wie z.B. die erdumspannenden Hartmann- oder Currygitter, die wie ein Koordinatensytsem auf der Erde liegen) doch sie sind etwas anderes und ihre Energie von eher ruhiger, gleichmässig strömender Art. Sie sind nicht zu verwechseln mit Erdstrahlen sondern fühlen sich von eher magnetischer Energie gelenkt. Eine Leylinie kann mehrere hundert Kilometer lang sein. In der Regel sind diese an der Erdoberfläche liegenden Energiebahnen einen Meter breit und mehrere Meter hoch. Es gibt sehr große Unterschiede in der Intensität der Energiestärke einzelner Leylinien, an verschiedenen Punkten einer Leylinie und auch zu unterschiedlichen Zeiten strömen sie ganz unterschiedlich. Zudem können Leylinien durch den Menschen beinflusst, umgeleitet oder geblockt werden, gerade beim Bau von viel Beton und anderer Materialien und Energiearten. Wenn ein Stau entsteht kann sich das sehr ungünstig auf die Umgebung und den Ausführenden auswirken. Die Energie der Leylinien kann negativ oder positiv sein, weiblich oder männlich (yin oder yang). Ich kann es auf der Zunge schmecken. Wo sich mehrere Leylinien kreuzen oder treffen ist ein Kraftort, im günstigsten Fall sogar noch ein naturbelassender Naturtempelbezirk. Jede Leylinie hat auch einen Beginn und ein Ende. An dieser Stelle fließt Energie entweder in die Erde oder aus ihr heraus.  

Die Bahnen verlaufen zur Strasse, fast paralell. Gerade so, als hätte das Strassenbauamt das mit eingeplant, ich muss schmunzeln. Man kann genau sehen, wo die Energie fließt und wo sie zurück gehalten wird. Da bricht der Beton auf, wo sie zurückgehalten worden ist- Ley´s machen nicht etwa Halt vor den Gebäuden….wenn Kristalle vorher programmiert wurden können sie umgelenkt werden…ach, ich könnte auch über dieses Thema bänderweise Bücher schreiben denke ich, wie soll ich das alles denn jemals aufschreiben können…. Ich spüre schon wieder ein Verzweifeln. Was ist, wenn ich hier sterbe. Hey, nicht verzweifeln. Es wird sich zeigen. Erst einmal sind wir doch hier und kommen von der Höhe in die tiefer gelegenen Teil der Stadt, geradewegs an einen Strömungspunkt. Die Energie fließt, sie schimmert fast schon atmosphärisch, also blau. Ein wundervoller Strömungspunkt- Und darauf steht: Ein Tempelchen! Ich muss stehen bleiben. Es schaut aus, wie wenn es da zwei Welten gäbe! Eine blaue Tür für die Menschen und das obere Tempelchen mit Türmchen und Erkerchen für das kleine Volk. Boah, wie schön…

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Es wächst sogar Gras, und Blumen, so groß wie Bäume, zumindest am kleinen Volk gemessen auf dem Tempelchen für das kleine Volk. Grüne Glaskugeln glitzern auf den Zinnen und in der Mitte funkelt sogar eine rote, ich bin fasziniert. Die Gegensätze mögen voneiander leben – aber auch nur in der Dualität. So kann ich es doch stehen lassen, oder? Alles ist aus der EINheit heraus entstanden. Ja. Wie lernt ein fühlendes Nervenwesen das Licht der Sonne schätzen, wenn es die Kälte der Nacht nicht erlebt hat. Geht gar nicht. Na schade ist das aber schon! Ich sehne mich nach Einheit, nach Verschmelzung und doch weiß ich, dass man erst einmal froh und dankbar darüber sein sollte, in der Dualität all das Erleben zu dürfen…

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Die Wolken verfinstern sich. Ein dunkler Schatten fällt auf all die schönen Erker, Türmchen, Gräser und Blumen, die so groß wie Bäume sind. Ach schade. Könnte alles so schön sein. Doch es braucht ja den Regen. Wie man es dreht und wendet: Letzendlich sitzen alle dann ja doch im gleichen Boot – das kleine Volk, die Menschen. Doch warum will der Mensch alles unter SEINER festen Hand regieren? Ach, macht er doch gar nicht, er wird ja gelenkt. „Es sind alle da“ sagte- leise lispelnd- einst Herr Pix, der Graslandbewohner, heruntergekommen aus den weiten Ebenen der Lugh. Kommt mir das bekannt vor? Oh ja. Na also! Und wo Schatten, dunkle Wolken, da ist auch Licht. Ja. Und Lugh heisst?- Licht.

Es tröpfelt uns auf den Kopf. Oha. Das SIND Regenwolken. In der Ferne hörten wir auch bereits Donnergrollen. Na, es wird doch nicht etwa wieder ganz doll regnen…? Doch. Wie doll es regnen wird, nämlich in Strömen, erleben wir auch schon bald. Aber genau darum kommen wir an einen ganz besonderen Ort, in den wir uns – durch den so schnell aufkommenden Regen- dann hineingerettet haben. Ein Tempel aus weissem Marmor, wo ein Weiser wohnt. Doch das erzähle ich Euch heute Abend, denn nun ist schon wieder fast 3.00 Uhr und ich versuche mal zu schlafen. Urah lag Nuah ihr Lieben!

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„Gegensätze“ leben voneinander

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Die Gegensätze könnten auf enstem Raum nicht unterschiedlicher sein – arm und reich liegen hier sehr nah beisammen, obwohl sie vermeindlich die Strasse und sichtbaren Schranken wie die Mauern voneinander zu trennen scheint. Und dennoch durchdringen sie sich … man kann es so sehr spüren … ich erhalte immer mehr den Eindruck, dass gerade in Indien etwas SO extrem unterschiedlich erlebbar ist, dass etwas Gegensätzliches SO offensichtlich nah beisammen rückt, dass es mehr und mehr zu einer EINHEIT verschmilzt…

Auf der einen Seite Baracken und ein notdürftig abgedeckter Wasserspeicher, kühles moosartiges Gras, auf der anderen Strassenseite Kahlschlag für die vikorianisch angehauchte Architektur, bunt angestrichene Häuser und bei genauerer Betrachtung ein Glashaus auf dem Dach, also DAS finde ich architektonisch gesehen ja schon überaus originell….

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…aber wollte ich da in dem Glashaus sitzen und auf die Baracken schauen wollen? Nein. Warum? Nun es macht mich traurig. Was genau? Das Drüberwegschauen. Ach Mensch, die armen Leute, sie sind ganz sich selbst überlassen…Ich spüre Gelähmtheit in mir, Traurigkeit, die wohl in meinem Inneren zu schlummern schien und hier wehhement hervorkommt, unberechenbar wie mir scheint, durch die kleinsten Auslöser. Und das alles, seid ich mir die Krankheit genauer anschaue, die da in mir lebt, bis hinter uns ein wie mir scheint immer lauteres Geklapp-Geklapp, Trab Trab- Geräusch immer lauter wird: Klapp, klapp. Klappklapp-klappklappklapp. Hm, was ist DAS denn…? Ich lausche der Energie, komme erst gar nicht auf die Idee mich umzudrehen, was ja das normalste wäre, aber ich mag hinhören, der Energie lauschen… dadurch verstehen. Es hört sich an wie „Ich gehe, gehe, gehe ganz gerade meinen Weg…“ Ah, ein ZIEL vor dem inneren Schirm haben…es sind Hufe auf Beton die das Geräusch verursachen. Pferde. Ah, da sind sie wieder…

Pferde? In der Stadt? Hui, schon ganz nah. Ich kann sie nun riechen. Sie riechen aber nicht nach dem moosartigen, sicher schön feuchten Gras von unten, wo die Baracken stehen. Auch nicht nach Stall oder duftendem Heu… aber nun erst mal Platz machen für die Pferde die hier, wie sich das später noch herausstellt, im ganzen Städchen herum spazieren. Wo sie nur hinwollen? Oh nee….da hin:

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Herrjehmineh. Was ist denn DAS schon wieder. Vor meinen Augen. Pferde müssen den Mist aus der Tonne fressen. Gegensätze leben voneinander. Nee, das geht ja gar nicht, was ist wenn da scharfkantige Dosen sind…und all die Bakterien, bei der Hitze….Ich mag das nicht mitanfühlen, mitansehen müssen aber auch nicht davor weglaufen. Ich mag zaubern. Oh ja. Zaubern. Folgendes Essen hexhex: saftiges Gras mit Wildkräutern. Hm lecker. Nein. „Soll“ ich ja nicht. Nun, ich könnte auf das Grundstück da drüben laufen, über den Zaun rüber klettern…. oder folgende Gegenstände -plingplig- mit dem Feenstab materialisieren: einen harten Striegel, eine weiche Bürste. Ah, und Salbe. Denn ich rieche Ekzeme. Und Flohkot. Und noch ein paar andere Organismen, die ich aber nicht mit Namen kenne. Mir juckt es nun sehr in den Fingern. Fast nicht zum aushalten. Gleich kommt es raus. Ich kann es wohl echt nicht lassen. „Immer missionieren“ hat mal jemand abfällig zu mir gesagt. „Mich immer einmischen.“ Damals war ich zu Boden geschämt. Warum ist das bloss so mit mir. Ich könnte es, kar, also warum sollte ich nicht….Nein lass mal, nichts materialisieren jetzt. Also den Dingen ihnen Lauf lassen!? Ich soll nichts materialisieren mehr wurde mir aufgetragen und da hab´ich mich ja nicht gerade dran gehalten… „Warum nicht?!“ Hatte ich damals recht trotzig gefragt, „Man könnte damit so viel Gutes tun, es ist doch was Schönes.“-„Man wird es nicht wirklich dadurch verstehen. Nicht nur etwas Grundlegenes verstehen lernen, etwas Globales ist es, das erst verstanden werden muss innerhalb all jener, die in der Dualität weilen….“- „Aber viele sind doch so blind.“- „Ja, sie sehen nicht, wie wenn ein Heißluftballon inmitten der Wildniss landet. Die Ureinwohner würden ihn nicht sehen. Weil sie ihn nicht sehen KÖNNEN.“ Hoffnungslos. Und ich kann es einfach nicht lassen, so ein Mist aber auch. Ich kann mich wohl darum auch gar nicht lange über etwas erfreuen. Ich bin nun ganz unten von der Energie, mag mich am liebsten hinsetzen und verzweifeln.

In so Momenten sagt der Dim-Hie-Trie immer „jammern nutzt nix.“ Ja, also paperlapapp jetzt, wisch weg die Gedanken. Ist doch eh schon Vergangenheit. Das JETZT zählt. Also das, was ich draus mache, nicht das, was gerade ist ist sooo wichtig sondern wie ich dazu stehe, was ich draus mache. „Ich werde das alles zumindest einfach mal aufschreiben“ denke ich so bei mir und streichle dabei auch schon bereits ohne drüber nachgedacht zu haben die beiden Pferde. Boah, wie struppig sie sind. Schrecklich. Die Ekzeme sind auch gerade so gar nicht ohne… mit Schorf drauf, das muss ja jucken. Ich ertappe mich dabei, wie ich mir vorstelle, dass Striegel, Bürste und Salbe durch meine Hände kommt. Ein Zucken geht durch den Rücken des dunkelbraunen Mamapferdes. Es reagiert….und dabei habe ich es ja nun gar nicht soooo mit Pferden. Denn sie sind ja so anders als…und gross. Nun, das sind Elefanten auch. Ich erinnere mich aber an prächtige Einhörner, mit weichem Haar und stolzem Blick, ein kleines so groß wie die größten Pferde dieser momentanen Erde und an Elefanten, so klein wie Ziegen. Ach, waren DIE putzig. Also die Elefanten. Nun, vieleicht mag ich deshalb so sehr die indischen Elefanten? Weiche Bürste gleitet sanft durch die Hand…ein dankendes Wiehern ist das Resultat.