Monthly Archives: Juli 2012

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AFFEN. Ausdruck und Seismograph ihrer Umgebung zugleich

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Vor sich hindösen. Die Gedanken schweifen lassen. Fliessendes Lichtgold, das zwischen den Bäumen hindurchscheint in sich aufnehmen……Geräusche….undevinierbar… Hm, was das…??? Blätter fallen auf uns. Tierische Geräusche erklingen. Es kommt aus den Bäumen. Ein Affe lässt sich vom Baum auf den Boden plumsen.

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Was bei uns die Eichhörnchen, sind hier die Affen. Immer noch ein recht ungewohntes Bild! Süß, wie sie rumtoben, wie sie sich fangen und immer näher kommen. Hm, immer näher kommen…? Affen ?Hallo, haaaaaaaaaaloooooooooo jemand zu Hause bei Sian? Wach? Das sind AFFEN !!!

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Jetzt aber mal GANZ SCHNELL alles zusammenpacken. Man hat ja so seine Erfahrungen mit diversen Affen gemacht.  Rasch haben wir alles eingepackt. Interressiert beäugen sie, was wir da machen. Verfolgen unsere hastigen, schnellen Bewegungen im Sekundentakt. Spüren wohl unsere Ausströmung und weichen sich duckend ins nahe Unterholz. Beobachten uns von schützenden Gesträuch aus weiter. Zuerst fällt es mir gar nicht auf, dass diese Affen hier anderst sind, als jene, mit denen ich bisher Bekanntschaft gemacht habe denn ich bin so im Film: „AFFEN AFFEN Alarmstufe rot! ZUSAMMENPACKEN.“ Doch irgendetwas lässt mich inne halten. Irgend etwas ist hier anders. Was? Was ist anders? Was genau? Atmen. Inne halten. Schauen. Vorsichtig traut sich ein Äffchen wieder heraus. Zuvor schaute es uns kurz in die Augen. Dann nochmal. Und nochmal. Ganz viel kindliche Neugernwissendblicke. Die offenen und dennoch vorsichtigen Bewegungen seiner Augen, das unsichere Händekratzen verraten, wie aufgeregt es ist. „Es“ ist ein Mädchen. Die Aura, das Licht um sie ist zart und anmutig. Eine liebliche Reinheit strömt von ihr aus. Auch von den anderen. Hm, ganz anders als bei den Affen, mit denen ich bisher Bekanntschaft gemacht habe.

Doch auch von dem Anführer? Unschwer zu erkennen wer der Anführer ist. Der da! Oder der? Es sind eher zwei, drei, die gleich stark sind. Alle drei beäuge ich mit gleich viel Misstrauen. Hm, mal schauen. Der struppige ist der Taktiker. Tollte, spielte sich so vorhin her und schwupps war er uns so nah gewesen…DEM traue ich nicht. Was der wohl im Schilde führt? Doch auch er bewegt sich anders. Er ist schon taktisch, aber auch ganz vorsichtig. Er wagt sicher viel, aber er hält sich im Rahmen, wagt sich sicherlich nicht zu weit aus dem Fenster. Er weiß, wie weit er sich herauslehnen kann. Er überschreitet keine Grenzen. Ja, das ist die Wahrheit…. Anhand meiner sich entspannenden Museln bemerke ich, wie die innere Anspannung in mir nachgelassen hat. Wie ich mich mehr und mehr öffnen, wie ich mich mehr und mehr einlassen kann. Einlassen, wie sie wirklich sind. Weder ein verklärtes „ach sind die aber süß und niedlich“ noch „grr sind die böse“ sondern wie ich eintauchen kann wie sie WIRKLICH sind… in IHRE Energie…… Waldbewohner…… WOW…..

Anders als sonst beobachte ich sie weder zu vertrauensseelig noch argwöhnisch sondern….neutral. Und bemerke, dass sie vorsichtiger schreiten als jene, die ich bisher in der „Zivilisation“ kennen gelernt habe. Dass sie um ein vielfaches vorsichtiger gehen, dass sie bei weitem achtsamer und aufmerksamer im Umgang untereinander sind. Sie sind respektvoller. Liebevoller. Welch ein gewaltiger Unterschied, in jedweder Hinsicht, zwischen jenen Affen im Park, die am Rande der Dörfer wohnen und diesen! Die Augen dieser Affen leuchten. Sie leuchten von innen heraus. Sie leuchten wie Lichtsterne.  Verbundenheit ist in ihnen. Verbundenheit mit ihrer Art. Achtsamkeit ist in ihnen. Sie zeigen einen ausgeprägten Familiensinn. Gleichklang ist unter ihnen. Verständniss. Weder Aggression, Wertigkeit, List, Schlauheit, oder gar Bösartigkeit ist in ihren Lichtsternenaugen. Vielmehr sind sie – Ausdruck der Natur um sie herum. Energetisch verbunden sind sie, mit all den andern Affen. Mit all den anderen Waldbewohnern. Mit all den Pflanzen und Bäumen. Mit dem ganzen WALD. Mit dem Pulswerk der NATUR. Mit Mutter Erde und Vater Himmel. Sie schwingen, nicht nur von Ast zu Ast. Die sind Ausdruck und Seismograph ihrer Umgebung zugleich. Diese Botschaft nehme ich tief in mir auf während Guido lächelnd bemerkt, wie eine kleine blaue Blume leuchtet.

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Eine PAUSE. MACHEN.

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Beim Weiterlaufen stolpere ich nicht mehr über meine Füsse. Ganz in mich gekehrt und wach spüre ich der Tragweite: „Verantwortung übernehmen. Für ALLES“ nach.  „Schau mal Sian, da liegen schöne bunte Sari´s zum trocknen“:

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Bunte Sari´s, ja. Und unten ist die gefasste Quelle verschmutzt. Wie kann ich mich denn da an dem Anblick erfreuen, wenn ich DAS weiß? Nun, eben GAR NICHT. Vieleicht sollt´ich das ausgrenzen? Mir alles, was ich so wahrnehme nicht so zu Herzen nehmen? UIUI. Hm. Tja, aber wie macht man das nur? Nun, geht vieleicht einfach ja auch gar nicht. Also zumindest nicht in diesem Zustand. „Hm. Wenn sie da zum Trocknen liegen müssen sie  zuvor im Bach gewaschen worden sein.“ brummle ich und weiss, wie sehr ich mal wieder kein amüsanter Gesprächspartner bin. Und mir wird nachgesagt ich sei kein Realist? HAHA. „Ja, im Bach! schau mal wie lustig das Mädchen tanzt.“

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Die Freude des tanzenden Mädchens ist förmlich zu spüren. Die Heiterkeit, inmitten der Natur zu tanzen während die Mama die Wäsche wäscht und man die Zeit, wo es gerade nichts zu tun gibt nutzt um zu tanzen. Bei all der heiteren Idylle kann ich dennoch keine Freude darüber aufbringen. Am ganzen Körper fühle ich die ätende Lauge. Schweigend laufen wir weiter. Mit jedem Schritt laufen wir mehr und mehr hinein in die Natur. In weiter Ferne grast – eine Kuh. Sie steht da einfach. Mitten auf der Weide. Es ist kein Zaun. Weit und breit nicht. Ohha, sowas. Das gibt´s bei uns nicht. Sie hat eine Glocke am Hals. Eine freie Kuh! Uih. Klasse! Ein wundervolles Geräusch erklinkt, wenn sie ihren Kopf hebt oder senkt. Die menschlichen Geräusche verstummten dagegen mehr und mehr. „Na endlich!“ denke ich erleichtert. Und fühle mich zurück erinnert an Berlin. Die Zeit, wo ich die ersten Kunsthandwerkermärkte mit den Zwergen machte. Da habe ich genauso gedacht.

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Uih, ist DAS lange her….. ich versinke in Erinnerung. Da war ich ja auch nicht gerade so gut drauf, was Kommunikation anbelangt. Dim-Hie-Trie läuft schweigend neben uns her. Hm. „Warscheinlich war ich zu lange im Elbenland.“ denke ich. Dafür könnte ich ja auch mal Verantwortung übernehmen. Ohne dass ich es selbst bemerke geht mein Atem schwer. Guido bemerkt es und frägt freundlich an:  „Eine Pause machen?“ Ja. Eine Pause machen. „Eine Pause. Machen.“ sagt Dim-Hie-Trie.

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Ja, machen. Wie Recht er hat!. Es ist soooooo schön still. Es ist eine Wohltat! „Was nützt es, sich nur aufzureiben? Niemandem nützt das. Etwas bewusst wahrnehmen. Ja. Aber sich auch da nicht festkrallen. Sich wieder lösen. Herausfinden, wie das am Besten geht. Sich die Zeit nehmen. Auch geniessen. Es machen. Inne halten. Das SCHÖNE sehen. Das SCHÖNE hören. Glockenklang. Bewusst schweigen.“ sagt Dim-Hie-Trie weiter. „Hatten wir nicht Banane und diese leckeren Kekse dabei?“-„Oh ja!“

Banane essen. Kekse. Etwas trinken. Lecker. Alles hochgeschleppt. Die „Früchte“ ernten. Geniessen.

Eine Pause machen. Wie gut das tut. Einfach mal eine PAUSE. Diese auch MACHEN. Ganz bewusst. „Irgend etwas stört Dich doch noch, nicht wahr Sian?“ Hm. Hinein spüren, was es IST. Mir ist heiß. Die Klamotten kleben auf der Haut. Die Füsse brennen. So kann man sich ja gar nicht entspannen. „Genau.“ Sich befreien. Muss man auch erst mal bemerken! „Ja. So ist das Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie und streichelt derweil meine Haare. Mein Kopf ist ja ganz heiß. Mal die Haare öffnen. Schütteln. Ahhhh tut das gut…. nun fällt mir auf: Bissl was ausziehen wäre schön. Hab immer viel zu viel an. Alles soll ja immer bedeckt sein. Schultern. Beine. Fühl´ mich eingesperrt. „Muss“ ja sein. Zwang. Daheim kann ich mich viel freier bewegen. Hm. Meine Füsse, die sind auch eingesperrt. In Wanderschuhe. Socken darunter versteht sich. Ich ziehe die Schuhe aus. Und den Pulli gleich hinterher. Ahhhhhh…… wie herrlich…… ich lege mich ins Gras. „Keine Angst vor Ameisen und co.?“ – „Nee.“

Befreien. Von Ballast. Sich FREI -MACHEN. Die Füsse kühlen. Sich zurücklehnen. Ins weiche Gras hinein legen. Dem Klang der Glocken lauschen. In die Wolken schauen. Eine Pause einlegen. Die Seele baumeln lassen. Genau.

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Die Tragweite über das „Erkennen was ist“ und etwas über „Verantwortung übernehmen“

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Vegan leben…hach ja, wie kann ich das beschreiben, so in „meinen“ Worten? Die Sinne sind geföffnet. Man kann um ein weites besser eintauchen….ob in die innere oder auch in die äußere Landschaft….man taucht ein in WELTEN….man kann besser eintauchen, um zu erfühlen WIE etwas beschaffen ist….alles wird um ein vielfaches  intensiver….. „Man ist nicht „auf der Jagdt“ sagt Dim-Hie-Trie. Uih, wie passend. Boah, ich denke über diesen Satz nach. „Auf der Jagdt sein“ ja, man muss nichts jagen, auch nicht hinterherjagen, man IST in der Landschaft…vieleicht verletzt mich deshalb so arg all der Dreck hier, der Müll…? Weil ich dahinter stets auch die Achtlosigkeit, die Ignoranz gegenüber der Natur spüre? Wir laufen weiter und ich  „sehe“ mit jedem Schritt, dass wir beobachtet werden. Überall Gesichter… in den Büschen, in den Bäumen… in den Wolken… doch nicht nur aus dem Wald, vom Himmel…. es kommt von überall her. Wow…eintauchen….in die Natur….wundervolle Energien… Stimmen….mich leicht und froh fühle…. das zarte Rauschen in den Bäumen höre….die GINSTERBÜSCHE entdecke…

Schweigend laufen wir weiter, gehen den Berg hoch. Schauen was kommt?  Ja,wunderbar….machen wir! Vieleicht an einem schönen Plätzchen im Gras unter den Bäumen ein Picknick machen? Oh ja, wir haben so feine Sachen dabei! Wir laufen, schauen, fühlen die Natur….hach schön, alles gut….

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Vorne auf dem Weg eine Wendung. Was wohl hinter der Biegung kommt? Ich bin schon ganz freudig….denn „es kommt was“ das spüre ich. Die Bäume wispern, rauschen, singen….“Bist Du bereit?“ höre ich. „Jaaaaa, ich bereit….bin ganz offen.“ Was es wohl ist? „Dann…ja dann…“ wispern die Bäume….

Die Biegung kommt näher…dann ist die Schwelle überquert. Ein kleines Gebäude. Davor eine kleine Mauer. Und ein Flüsslein. Es schlängelt sich ins Tal. Man hört wieder ganz laut die Musik aus dem Dorf. Es hallt vom Felsen ab, der rechts neben uns liegt. Langsam gehen wir weiter. Der Weg ist so schmal. „Wie ein Grad.“ denke ich. Hm, was kommt da wohl, die Energie wird seltsam. Nun vieleicht Eindildung denke ich. Hm, mag nicht weiter gehen. Insekten schwirren um uns herum. Sie sind seltsam, diese Insekten, eine komische Energie…so aufdringlich, was haben die nur? Wo sind sie hergekommen? Aus dem Wald? Mag der Wald seine Ruhe? Sie kommen von dem Gebäude. Was das wohl für eine Art Gebäude ist? frage ich. „Es ist ein Brunnen“. Ah, nur ein Brunnen, da bin ich ja erleichtert. Nur ein Brunnen. Sicher super schön. Der Wind fegt durch die Blätter. Hm, seltsam. Kann gar nicht beschreiben, was ich „schon wieder habe“ Ganz seltsam ist das….Es schaut doch alles so idyllisch aus. Ich freue mich doch, dass wir da hinlaufen. Na ja, nun mal nicht überbewerten, ich kann mich ja auch mal täuschen. Hm hab ich das schon mal? Nee. Mag aber nicht wieder so ein Zustand haben! Mich nervt es.  Und stolpere fast über meine eigenen Füsse. Mensch, Mensch ich muss echt wachsamer sein….bin vegan und darum „nicht auf der Jagdt“…. bin ich nicht, auf der Jagdt, denn da ist man wachsam. Ist das zu lernen? So „gerade“? Dass ich nicht wachsam genug bin? Es riecht komisch….hm….

Pfoa, denke ich, als ich das „Bild“ bekomme….DAS soll eine Überraschung sein?! Nee eigendlich ned. Es ist gar KEINE Überraschung….Oh man, jetzt war´s doch gar so schön und zack, wieder eine Unterbrechung im System: „alles ist gut“.  Was ist das denn schon wieder….

darf ich Euch vorstellen, das Wasserreservoir:

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Ja. Traurig, traurig aber wahr, das ist der Alltag hier. Es ist aber nur ein Teil von allem, was ist. Es ist Erkennen, was „ist“ aus dem Vermischen, was einst schön und gut war. Das Herausfiltern einzelner Stoffe. DAS ist ALCHEMIE ….Systeme, Programme, die einfach nicht wissen, dass sie in einem System sind, also die Programme, die einfach ablaufen….es ist der Unverstand….Es ist, dass man nicht versteht…. und weder den Bezug zur chemischen Welt noch zum System hat, das hier ist das Resultat….des Systemes, es fehlt am Verstehen der wahren Zusammenhänge….

„Ein rosa Sari liegt im Wasser. “ bemerkt Dim-Hie-Trie.

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Während dessen höre ich Stimmen…aus der sich eine davon als besonders klar hervortut: „Stimmt Sian…. aber die Menschen HIER tragen auch die Konsequenzen: und zwar durch das Ertragen der Krankheiten.“ Pfoah, was für eine Verantwortung. Auch von jenen, die sowas überhaupt produzieren…. „Das Erkennen von etwas, sowie das Erkannte dann jemand anderem bewusst machen, oder es in irgend einer Art und Weise umzuwandeln ist ebenfalls Alchemie. Das ebenfalls eine Art System ist dessen ausführende Kraft ein Programm inne wohnt. “ Ach herrjeh, was sind das denn für Stimmen. „Übernehmt Verantwortung.“  – „Für was? „Für alles.“ Oh man, was für eine Tragweite, ich mag mich setzen.