Monthly Archives: Mai 2013

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Körperelementarwesen-Gedächtnis

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Die Wolken hängen tief. Es donnert.
Unser Fahrer schaut derher zu, dass er so schnell wie möglich ins Tal hinab kommt:

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Hart prallt das Fahrgestell gegen das unnachgibige Gneisgestein. Der Regen schwemmt den sandigen Boden zwischen dem harten Gestein weg. Ich werde ohnmächtig. Und habe eine außerkörperliche Begegnung mit Sai Baba. Das Ganze ist so intensiv, ich kann „nur“ die Eckpfeiler dessen aufschreiben. Hier meine Aufzeichnungen:

„Elefantental. Urwald. Gedächtnis.

Elefanten-
stehen für Treue, Beständigkeit, Weisheit und Erinnerung. Sie sind treu. Ihr Leben ist ein Ablauf in Beständigkeit. Sie sind weise. Und sie erinnern sich.
Erinnerungen und Emotionen-
Erinnerungen sind verbunden mit Emotionen, die man zu etwas hat. Man fühlt dabei etwas Bestimmtes. Und man erinnert sich. Warum? weil man ein Gedächtnis hat.
Gedächtnis-
Wo ist der Sitz des Gedächtnis? Wie „denkt“ man? Mit dem Gehirn.
Das Gehirn ist etwas Organisches.
Etwas Organisches wächst, genauso so wie dieser Urwald wächst. Und er verändert sich. Mit jeder neuen Emotion verändert sich etwas. Und es kann etwas darinnen wuchern: Alles ist wild, verändert sich, wächst. –

Und? Siehst Du einen Gärtner darinnen?“ Höre ich noch beim „zu mir kommen“ und bin dann erst mal eine ganze Weile mit „den Schmerzen wieder in den Griff bekommen“ beschäftigt, Ich huste wieder Blut. So ein Mist aber auch. Und dann noch dieser Durchfall, oh weia… Anand ist besorgt und reicht mir aus einen Beutel “ Fennogreakk “ auf das er schwört, weil dies „die Medizin der Nilgiris ist“. Es tut total gut, wow.

Den Blumen gefällt der Regen…

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Am Abend taucht dann plötzlich zum ersten Mal dieser kleine struppige Hund auf. Wir hatten ihn hier noch nie zuvor gesehen. Woher er wohl so plötzlich kam? Keine Ahnung, aber ich „spüre“ Sai Baba. Ich LIEBE Hunde. Und ich „weiß“, dass er auch Hunde liebt … Dieser Hund ist abgemagert. Bis auf die Knochen. Sein struppiges Fell ist ohne jeden Glanz. Teils hat er schon gar keine Haare mehr. Die Haut ist überzogen. Mit Krätze. Er weicht die nächsten Tage nicht mehr von uns. Jedes Mal kommt er ein wenig näher, bis er ganz vorsichtig um meine Beine streift. Seinen Schwanz hat er stets tief eingezogen. Ob er wohl jemals gestreichelt worden ist? Ob ihn wohl jemals jemand lieb gehabt hat? Hach! Er spürt, dass ich an ihn denke. Er bleibt stehen, setzt sich hin und schaut, wie ich mich verhalte. Ich hebe ihm meine Hand hin. Langsam schleicht er sich näher, schnuppert, schleckt, gibt sich unterwürfig. Legt sich auf den Boden. Ich kraule seinen Bauch. Irdendwann sitzt er mir auf dem Schoss. Und schaut mich mit liebevollen Augen hoffnungsvoll an. Ich mache es so, wie mit den Pferden: Einfach eine Aura mit Licht, Heilenergie und Freude schaffen, wo man „darinnen baden kann“.

Einmal-auf dem Nachhauseweg zum Baumhaus, läuft er uns dann auch über den Fluss (!) hinterher. Auf der anderen seite liegt auf dem Boden ein Ast. Sicher hat ihn der Regen vom Baum gebrochen. Ob er „Stöckchen werfen“ schon kennt? Ich greife nach dem Ast. Entsetzt bleibt er stehen. Sein Blick sagt aus: „Das hätte ich nicht von Dir gedacht!“ und rennt in den Wald hinein. Wir sehen ihn nie mehr wieder. Es tut mir weh, geht mir durch und durch. Was war passiert? Ich wollte doch nur spielen.

„So ist es mit dem Gedächtnis und den Emotionen…Du verbindest „mit dem Hund spielen: Stöckchen werfen-bringen- und weißt, der Hund freut sich“ und er hat erlebt: Wenn ein Mensch zum Stock greift gibt es Schläge und das bedeutet Schmerzen. Wenn er also einen Menschen mit einem Stock sieht bedeutet es für ihn: Erinnerung an Schläge.“

Wir haben so einige Erlebnisse mit Tieren…

Eines Nachts beisst mich etwas in die Hand, ich glaube es war ein Streifenhörnchen, so ein süßes, goldiges, denn sicher war es nicht die Ratte, die ich Tags zuvor befreit hatte. All die Begebenheiten mit den Tieren…und angefangen hatte es ja eigentlich mit einer Spinne, sie war aber so schnell weg, da konnte man gar nicht zuschauen. Vieleicht war auch sie es, die in Kodaikanal aus dem Rucksack springen wird.. dann war noch diese lustige kleine Baumschlange, die Guido im Ast entdeckt hat, die aber auch ganz schnell wieder weg ist.

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Im Gegensatz zu dieser gigantischen Raupe…diese hatte es sich auf der Decke gemütlich gemacht. Und wir hatten nicht vor uns niederzulegen mit dem Gedanken, dass da diese Raupe ist:

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Nachdem ich die Raupe in den Ast gesetzt habe

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bemerkten wir, dass eine Ratte zusammengekauert im Auffangkorb unserer Baumhaustoilette sitzt.

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Eine Ratte, meno, außgerechnet eine RATTE! Oh maaaan. Kann das nicht ein süßes, goldiges Streifenhörnchen sein bitte? Nein, es ist eine Ratte. Und KEIN süßes Streifenhörnchen. Und sie ist im Bad. Genauer gesagt: In der Toilette. Stelle Dir vor: DU sitzt auf Toilette während Dich von unten eine Ratte anschaut….
Während wir überlegen, was wir nun machen dringt ängstliches Fiepsen zu uns rüber. Arme Ratte, sie hat Angst. Und da kann sie ja nix für, dass sie eine Ratte ist. Armes Tierchen. FIIIIIIEPS. Also jeh, so kann´s nicht weitergehen….die arme Ratte! Also Ratte befreien und runtertragen. Guido hebt uns die Falltüre auf, so dass ich mit der ängtlichen Ratte die wackeligen Treppen nach unten komme:

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Oder die Pferde….

Sie grasen auf der Weide:

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laufen auf dem Platz ganz frei herum:

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Doch was ist das? Wir hören Pferdehufe, die gegen Holz treten. Hell wiehert ein Pferd, das ganz offensichtlich noch in der Box steht. Das Wiehern kenne ich doch: es ist die STUTE von neulich…stimmt, da wollte ich doch auch noch „hin“. Also gehe ich „hin“. Die Ställe werden gerade ausgemistet. „Ich soll nicht zu ihr „hin“. Besser ist, ihr nicht zu nahe kommen.“ sagt derjenige, der den Stall ausmistet. Oh ja, verstehe… sie führt sich auf, schlägt und tritt um sich. Uiui…Er fährt den Mist auf den großen Misthaufen vor dem Stall. Ich nähere mich ihr mit: „Bin gar nicht da“. Sie bleibt stehen. Ist mit Kauen auf dem Mundstück beschäftigt. Weißer Schaum tropft ihr aus dem Mund. Sie scheint irgendwie zu „schwitzen“. Ob sie Fieber hat? Kenne mich ja mit Pferden nicht gut aus…aber irgend etwas beschäftigt sie. Das Kauen scheint sie zu beruhigen und doch scheint es sie gleichzeitig auch zu schmerzen. Hach jeh, Schmerzen? DAS kenne ich…Mei, die arme Stute! Sie lässt mich an sie ran und sagt: dass sie wahnsinnige Zahnschmerzen hat.

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Ein leichter frischer Wind weht und mit ihm sind dicke Wolken hinter dem Horizont aufgezogen. Wenn die Sonne dennoch zwischen den Wolken hervorlugt zaubert sie glitzernde Lichtpunkte auf die Oberfläche des Wassers und lassen den See mystisch und geheimnissvoll schimmern. Das Plätschern der Wellen am Ufer und das Lachen der Menschen, das aus den Booten zu uns herüber klingt beruhigt.

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Obwohl ich noch nie hier gewesen bin kommt mir die Atmosphäre am See überaus bekannt vor. Wie angenehm wäre es, sich ohne Zeitdruck am Ufer nun ins Seegras zu liegen, in die Wolken schauen, die Libellen im Flug beobachten, weiterhin dem Lachen zuzuhören, den Wellen… dann aufstehen und einmal um den See laufen, das Haus finden … denn Marion sagte: „wenn wir um den See laufen es schon finden, denn es läge ja direkt am See.“ Sagte sie nicht auch „im ruhigen, hinteren Teil?… hm. Im Geiste gehe ich ein paar Jahre zurück … Helena und Marion … wie aufgeregt müssen sie gewesen sein, annähernd jeden April hier Zeit verbracht zu haben MIT Sai Baba …. sie müssen sich wohl gefühlt haben! Köstliche Düfte schweben in der Luft. In der Einkaufsmeile, die sich beim Bootssteg und gegenüber erstreckt gibt es Essen, das auf Wunsch zusammengestellt frisch zubereitet wird:

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Und es gibt heissen Gewürzkaffee:

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Dank Marion ist mir recht prägend im Gedächtniss geblieben, wo sich der Stand für den Sleeperbus befindet. „Beim öffentlichen Toilettenhaus, ihr werdet es unschwer erkennen.“ Sie hatte deutlichst und eindringlichst mitgeteilt RECHTZEITIGST einen Platz im Sleeperbus zu reservieren (!) so dass wir von Kodaikanal auch tatsächlich wieder zum Flughafen kommen, und so buchen wir daher heute schon unser Rückfahrticket:

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Heute haben wir viel erreicht: Wir haben uns verschiedene Möglichkeiten zum Übernachten angeschaut, einen ersten Eindruck von Kodaikanal bekomen, das Rückticket gebucht, doch Zeit für eine Bootsfahrt bleibt uns leider nicht, denn zuerst einmal müssen wir wieder zurück, da es bereits später Nachmittag ist.

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Die Sachen im Laden oben scheinen sehr viel teuerer als anderswo. Günstig ist hier generell nichts. Entsprechend der schwer zu erreichenden Lage sind die aus dem übrigen Indien importierten Waren sehr viel teurer als anderswo. Der Postweg verlängert sich daher bestimmt ebenfalls durch die abgeschiedene Lage. Die Infrastruktur der Stadt Kodaikanal soll jedoch sehr gut ausgebaut sein, es soll viele Geschäfte, sehr viel Gastronomie, Hotels, Banken und zwei sehr gute Krankenhäuser geben. Das war mit ein Grund, „falls es brenzlig wird“ zu wissen, dass es hier zumindest sehr gute Krankenhäuser gibt. ( Die ich selbstverständlich nicht von innen sehen will und WERDE!) Doch nun, wo wir hier sind und doch so weit von Kodaikanal entfernt zu sein scheinen fragen wir uns klamm: wie es nun für uns möglich sein kann, von hier unten nach Kodaikanal zu kommen. Bis man von hier unten erst mal überhaupt wieder oben auf der Passtrasse ist dauert sicher alleinig ja Stunden zum Laufen….und Busse fahren von hier definitiv keine ab. Es ist nur möglich einen privaten Fahrer anzumieten. Unsere Anfrage glückt und so machen wir uns für die erste Annäherung auf den Weg nach Kodaikanal.

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Kodaikanal liegt absolut wunderschön eingebettet in die bewaldete Berglandschaft der Palani-Berge, auf einem Plateau in rund 2200 Metern. Das Zentrum des Ortes bildet der sternförmige See, an dessen Ufern sich das Haus von Sai Baba befinden soll. Der Weg um den See beträgt 5 km, das wissen wir allerdings noch nicht ( aber bald ) und so finden wir leider heute auch nicht das Haus, denn jeden, den wir fragen weiß nichts darüber oder gar wer das sein soll „Sai Baba“, auch nicht die Schwestern der La Salette Church, die wir als allererstens befragen. Man ist hier einfach nur glücklich, dass jemand von so weit her gereist ist und auch noch „christlich“ ist, und so werden wir aufs Herzlichste begrüßt.

Der Aufgang zur La Salette Church:

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Hier der Eingang in die Kirche hinein:

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Keine starren Bänke, dafür weiche Teppiche auf dem Boden
und bunte Girlanden an der Decke:

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Nicht lange, und wir sind umringt:

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Die glücklichen und stolzen Schwestern:

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Hier der erster Blick von oben, von der La Salette Church kommend
auf Kodaikanal und den See:

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Wir blicken von oben auf den See. Es ist unser allererster Eindruck von Kodaikanal. In der Gewissheit, nach so langer Zeit, tatsächlich angekommen zu sein. Zu wissen, dass wir dem Haus von Sai Baba nun ganz NAH sind -und es beim nächsten Mal sicher finden WERDEN-, es ist einfach UNBESCHREIBLICH ! Wir vereinbaren mit unserem Fahrer eine Uhrzeit und machen uns auf den Weg zum See:

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Wir beschließen, einen nachmittäglichen Ausflug ins Dorf hoch zu machen. Und die nächsten beiden Tage mal im Camp zu verbringen. Die Ruhe genießen, entspannen, essen…denn jeden Tag gibt es frisches veganes Essen mit viel leckerem und gesundem Gemüse ganz frisch aus dem Garten. Und jeden Abend wird bei Sonnenuntergang ein großes Feuer entfacht. Die Idee des Camps ist: „In Abgeschiedenheit, in einer natürlichen Umgebung entspannen können. Das Ziel des Lebens in Harmonie mit der Natur zu fördern, die Wiederbelebung der vergessenen Traditionen und Bräuche und Anwärter auf eine kreative Art zu leben.“

Über ein Fussballfeld groß ist der Permakulturgarten mit einer Vielzahl von Früchten, Wurzeln und Gemüsen. Er interressiert mich SEHR, doch einfach betreten ist nicht: Er ist voll eingezäunt und der Zaun unter Starkstrom gesetzt. Rundherum ist Urwald und man möchte: „Ernten, was man gesät hat.“ Zu einem späteren Zeitpunkt dürfen wir ihn jedoch betreten und alles anschauen.

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Ja, wie ich schon erwähnte… nicht lange, und ich realisierte Schwarzes auf der Oberfläche von Armen und Beinen. Seltsam, was ist das denn? Die hatte ich mal wo in einem Film gesehen… „stand by me“…Mist, das sind ja Blutegel! Entsetzt springe ich aus dem Wasser. „Nur“ mini kleine Babyblutegel, um sie mal schön zu reden, und noch gar nicht festgesaugt, doch es hatte gereicht, um aus dem Wasser raus gesprungen zu sein und nicht wieder rein zu wollen. Was sicher auch kein Fehler war, denn der süße „Otter“ den wir auf dem Rückweg ins mittlerweile schlammige Wasser gleiten sahen war eben – weil es ein INDISCHER Fluss und eben KEIN europäischer Fluss ist…- ein Kaiman… na Gott sei Dank wußte ich nicht mal, was ein Kaiman ist !!!

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Auf halber Strecke sehen wir zwei Männer, die mit einfachsten Mitteln einen Baum zersägen:

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Irgendwie sind wir wohl vom Weg abgeraten, es gibt keinen Pfad mehr…

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..und es nützt alles nichts: der Rückeg ist unauffindbar. Wir laufen zurück zum Fluss und finden so zurück an jene Stelle, wo wir die beiden Männer antrafen. Sie wisen, wo das Camp ist, unterbrechen ihre Arbeit, so dass wir sicher wieder zurück kommen.

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Im Camp angekommen muss ich erst mal eine Stunde schaukeln gehen:

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Wir befinden uns an der Grenze des National Forest, der sich gerade noch so in die Naturschutzgebiete Kerala´s hinein erstrecken. Eine jahrhundertalte Elefanten Wanderroute soll hier durchführen und unterhalb des Camps soll es – abgeschieden und schwer erreichbar- eine Badestelle der Elefanten geben. Diese Stelle würde sich unterhalb eines Wasserfalles, der sich 100 Meter in die Tiefe stürzt befinden. Für den Auf- bzw. Abstieg muss man allerdings körperlich fit sein. Damit kann ich ja gerade nicht glänzen, doch einen Austritt, der oberhalb des Flusses zu jenem Wasserfall führt mag ich zumindest mitmachen. Der Schwarze hat ein sehr geduldiges Wesen, doch die Stute bäumt sich schon bei der Decke auflegen auf. Ich mag sie gerne zu einem späteren Zeitpunkt besuchen kommen und besteige den sanften Schwarzen.

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Gemächlich geht es auf seinem Rücken über den Fluss hinein in den Wald.

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Am Fluss entlang führt ein schmaler Pfad, der jedoch recht bald endet. Ich werde angehießen abzusteigen.

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Da vorne soll er also sein, jener besagte Wasserfall der sich 100 Meter in die Tiefe stürzen soll? Na also DAS muss ich mir selbstverständig genauer ansehen gehen und laufe – unter lautem Rufen Seitens des Begleiters- geradeaus auf den weitläufigen Felsen des Gebirgsbaches weiter:

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Könnte vieleicht schon hinkommen mit den 100 Metern, müsste ich noch bissl weitergehen, hihi. Erstaunt über meine nicht vorhandene Höhenangst mag ich immer weiter gehen, bis ans Ende und da runter sehen. Angst habe ich keine, finde es einfach nur -WOW- so „alles“: das intensive Rauschen des Flusses, das viele Grün… vielleicht passiert da auch was Chemisches in Einem und es ist lediglich ein körperlicher Vorgang der einsetzt wenn man hier eintaucht? Oder ist es die Vorstellung dass es DA UNTEN eine alte Elefantenstrasse gibt, dass Elefanten unterhalb dieses Platzes BADEN. Oder ist es dieser gigantische Ausblick, Einblick und das realisieren, dass es hier endlich die Natur ganz pur gibt? Vieleicht ist es einfach auch alles zusammen und wie auch immer: Ich fühle mich EINS. Mit der Natur. Mit mir. Mit meinem Körper und bin sowas von GLÜCKLICH..

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…wenn da nur nicht dieses nervige RUFEN wäre…denn der Begleiter hört einfach nicht damit auf zu rufen, was auch immer man ihm antwortet! Na SO kann man es nicht ganz pur genießen, was hier ist! Wir schicken unsere Begleitung -unter großem Protest seinerseits- weg. Wir wollen die Natur genießen. Eintauchen in das, was hier ist. Und JAJA: wir finden schon zurück, es ist für uns gar kein Problem zurückzufinden, es war doch kein schwerer Weg hierher! Neeeein, das finden wir. Was er sonst noch sagt verstehen wir nicht. Besser so. Denn dass der Rückweg eben NICHT nicht gut auffindbar ist und wir auf dem Rückweg einen Kaiman ins Wasser gleiten sehen oder feststellen dass es im Fluss Blutegel gibt, all das wissen wir nicht. Und das ist auch besser so. Nun kann man erst mal -ohne Rufen- ganz nah an die Stelle, wo sich der Wasserfall in die Tiefe stürzt gehen und schauen, WIE tief es da wohl hinab geht?

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Eine Stelle oberhalb des Wasserfalles ist wie ein Becken, es ladet zum Hineinsitzen ein:

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So, JETZT erst mal BADEN! OH JAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHH

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Angekommen „da, wo der Pfeffer wächst“

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Die erste Nacht im Baumhaus

auf einem gar nicht harten sondern mit (herausfallenden) Latten versehenem engen Futon, wo man jede Bewegung des anderen spürt und wo ohne Unterlass Geräusche sind wie: Schnuppern, Schaben, Kratzen, Nagen und hui nicht zu vergessen die Geräusche aus dem Wald…und im Bad dann auf eine verschreckte Ratte trifft… huihui ich sag´s Euch… aber Hauptsache im Urwald, in einem richtigen Camp!

Hier überquert man den Fluss:

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Im Camp:

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In der Sonne liegt himmlisch leckerer schwarzer Pfeffer zum Trocknen:

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Die Oma, sie fällt mir überall ein, sogar im Urwald… hihi. Wir LIEBTEN sie unsere Oma! Hach!

Als wir noch Kindern waren und „was angestellt“ hatten, da rief sie, mit hoch rotem Kopf und zum Himmel drohendem Zeigefinger: „Jetzt reicht´s oder ich schick´ Euch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ Da war dann klar: Sie war wütend und wünschte uns „weit weg“ also hätte ich ja mal früher gewusst dass das mit dem, „wo der Pfeffer wächst“ DA ist…na hihi… „GERNE DOCH“ hätte ich sicher geantwortet, nein alles gut, denn dann hätte ich sicherlich zu viel „angestellt“ um hier her zu kommen…

Die Feuerstelle vor der Rundhütte:

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Die Rundhütte (Treffpunkt) :

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Der Blick aus der Rundhütte:

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Der Aufgang zum Baumhaus:

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Der dicke Ast auf dem das Baumhaus aufliegt:

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Sowie die Lucke ins Baumhaus hinein:

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Ankunft im Camp

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Mittlerweile ist es Nacht geworden. Hier oben in den Bergen ist der Nachhimmel so dunkel, dass die Sterne wie aus einem dunklen Samtbett heraus als glitzende Lichtpunkte hell aufleuchten. Die Fahrt wird nun sehr beschwerlich denn nun führt der Weg von der Pass-Strasse rechter Hand steil abwärts wieder hinab ins Tal. Tiefe Schlaglöcher und hartes Gneisgestein, letzeres so alt wie die Welt, setzt dem Auto mächtig zu. Ein Geländefahrzeug wäre sicherlich angebracht. Die Stossdämpfer ächtzen. Unser Fahrer ist angespannt. Ich bete, dass das schöne Auto unseres Fahrer keinen Achsenbruch erleidet.

Nach einer fast endlos erscheinenden Zeit gelangen wir zum Champ, wo wir sehr herzlich empfangen werden. Unser Fahrer ist unendlich erleichtert, dass wir endlich angekommen sind. Er hat noch eine lange Fahrt vor sich und will sich daher schnell verabschieden. Vor lauter „schnell schnell“ übersehen wir die Plastiktüte, in der meine Schuhe geparkt sind. Immerhin fällt es mir beim Hinterherwinken ein, als ich im Geiste nochmals die Route durchging und was wir alles gemeinsam erlebt hatten. So viele Eindrücke und Empfinden, so viele Bilder… bis mir das Bild seines entsetzten Gesichtes, als ich die Schuhe in die Plastiktüte wickelte einfiel. Doch da war er schon in einer Staubwolke eingehüllt auf dem Weg nach oben. Und so sehe ich sie nie mehr wieder, meine guten ESPRIT Schuhe, ein Jammer.

Das Camp liegt mitten im Urwald und ist mit kleinen Lichtern erleuchtet. Im mit Palmblättern überdachten Rundhaus bekommen wir einen köstlich frischen Tee und erhalten eine Einweisung, wie wir uns zu verhalten haben. Guido wird ein Funkgerät überreicht, wo wir uns melden sollen, so dass ein für uns zuständiger, persönlicher ( ! ) Führer uns sicher durch das Camp führen kann. Na so was, wo sind wir denn hier gelandet? Ist es so weitläufig? Überall sind doch Lichter…Nein, am Baumhaus nicht, der Weg führt durch den Wald. Und über den Fluss. Und es kann Großwild geben. Und Schlangen. Wir sollen nicht ohne unseren Führer gehen. Hm. Wir warten, etwas klamm über all die Einweisungen, auf den Führer, der uns mit einer Taschenlampe zum Baumhaus bringen wird. Bald bietet sich uns ein sehr eindrückliches Erscheinungsbild: Unser persönlicher Führer ist bekleidet, ja, aber nur mit einem weißen Lendenschurz und trägt eine Manchete am Bund. Seine dunklen Augen mustern uns intensiv.. Wir haben unsere Stirnlampen aufgesetzt, schnappen unsere Umhängetaschen und laufen ihm hinterher.

Die Geräusche im Wald klingen fremd in unseren Ohren. Das Rauschen eines Flusses mischt sich mit ihnen. Immer lauter, bis wir vor einem breiten Fluss stehen. Der Führer hält an und zeigt auf ihn. Anscheinend sollen wir hier den Fluss überqueren? Im Schein der Lampen erkennen wir, dass in ca. einem Meter breiten Abständen Sandsäcke als Trittsteine zwischen den Steinen liegen. Auf diesen sollen wir es schaffen, auf die andere Seite zu kommen? Wie tief mag der Fluss wohl sein? Wir sinnieren, um alles abschätzen zu können. Der Führer ist barfuss. Hm, wohl nicht ohne Grund. Ich ziehe also die Schuhe aus. Er sagt etwas, doch außer „Sir“ verstehen wir nicht, was er uns sagen mag. Tamil verstehen wir ja nicht. Dann läuft er los, tritt gewand und sicher über die flachen Steine und die Sandsäcke. Ich spüre mich in den Fluss. Berühre mit den Füssen den ersten Sandsack. Er fühlt sich weich an und gibt nach. Ein geniales Gefühl. Das Fließen des Wassers beruhigt mich. Der Geist des Flusses fühlt sich gut an, er gefällt mir. Mit geschlossenen Augen atme ich ihn ein und tauche meine Füsse in sein Element. Wie frisch sich das Wasser anfühlt! Im Fluss scheint es Strömung zu geben, es gibt viel Sauerstoff in ihm. Wir jonglieren über den Fluss, kommen trocken drüben an und sind SEHR stolz, nicht ins Wasser gefallen zu sein.

Der Führer heisst mich an, die Schuhe wieder anzuziehen. Er bleibt derweil stehen, eine Hand an der Manchete. Am Fluss entlang führt nun ein kleiner schmaler Pfad. Rechter Hand erscheint aus der Schwärze der Nacht eine Art Wand. Sie scheint aus Stein. Der Führer hält duckend inne, bleibt stehen und lauscht in die Nacht. Seine Augen glitzen, was er sagt verstehen wir nicht. Großwild kann im Wald sein. Tiger? Panther? Wir sollen wohl endlich leiser sein und nicht so viel Krach machen. Ohne weiteres Gespräch erreichen wir das Baumhaus, das in luftiger Höhe über dem Fluss zu schweben scheint. Eine mehr als leichte Höhenangst beschleicht mich. Da soll man sicher hoch kommen…? Mitten in der Nacht…? Ein steiler schmaler Tritt erwartet uns. An diesen Stricken sollen wir uns festhalten? Alles wacklelt, es ist ein Alptraum….und nichts für Menschen mit Höhenangst! Ich bin froh, als es geschafft ist und die Falltüre zu ist.

Nun sind wir also angekommen. Im Baum-Haus. Es riecht nach Nacht. Nach Natur. Nach Holz und Baumsaft. Nach Blättern und Harz. Ich schließe die Augen und höre Ameisen laufen. Mei sind die groß…ich kann Spinnen an den Wänden lauern fühlen und mache lieber wieder die Augen auf. Dicke Äste, auf einem kann man sitzen. An der Decke über dem mit einem Moskitonetz bespannten Futonbett hängt ein Gemälde von Krishna. Es gibt Fenster und zwei Türen. Eine davon führt nach draußen. Ein schmaler Balkon mit zwei Stühlen, wo man sicherlich hinunter auf den Fluss schauen kann. Die andere führt hinein ins Bad. Es gibt eine Solardusche, genial. Der Duschablauf: Bretter, wo man weit nach unten sieht. Etwas huscht schnell weg. Die Toilette ist zum knien. Der Waschtisch ist schön, er gefällt mir! Es gibt Kerzen an den Wänden. Und es gibt sogar Licht im Baumhaus. Bilder kann ich Euch erst morgen zeigen, es ist zu dunkel zum fotografieren.

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Palam Ni

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Die weite Ebene liegt nun hinter uns. Und die Palani-Berge nahnen. Sie sind eines der ältesten Gebirge Indiens. Die Palani- Berge, inmitten die größte Stadt Kodaikanal eingebettet liegt. Freude darüber, dass wir nun also in Palani angelangt sind, deren die Berge ihren Namen verdanken! Palani ist eine DER sechs Wallfahrtsorte, wo Murugan verehrt wird. Wir bestaunen daher andächtig von unten die Tempelanlage. Unser Fahrer zeigt uns, dass es einen sehr steilen Aufstieg hoch zum Tempel gibt. „Man kann nur hochlaufen.“ sagt er. Und fügt etwas abfällig hinzu „oder neuerdings auch mit einer Seilbahn fahren“. Den Tamilen ist Murugan sehr wichtig. Die sechs Wallfahrtsorte, die seiner gewidmet sind werden mit jeweils unterschiedlichen Aspekten von ihm assoziiert. In Palani wird Murugan als Jugendlicher, der sicher damals mit Stock, Lendenschurz und kahlgeschorenem Kopf unterwegs war, als „Stabträger“ verehrt, also das ist meine Version -hihi.

„Palam Ni“ bedeutet: „Du bist die Frucht“. Dem Mythos nach soll Shiva seinen Söhnen (Murugan und Ganesha) versprochen haben, dass derjenige der als erster die Welt umrundet die „Frucht der Weisheit“ als Belohnung erhalten soll. Murugan machte sich daher mit seinem Wanderstock auf: wie gesagt: das ist meine Version hihi, um die Welt zu umrunden. Ganesha, so wird es überliefert, hat nur einmal seine Eltern Shiva und Parvati umrundet und entschied, da in ihnen der gesamte Kosmos enthalten sei, er somit die Welt umrundet hat. Shiva und Parvati, über Ganeshas Klugheit sehr erfreut, gaben ihm die Frucht. Über die Entscheidung verletzt soll Murugan seine Eltern verlassen und sich am Fuße dieses Berges, dessen Anlage wir gerade bewundern nieder gelassen haben. Dort fanden ihn auch Shiva und Parvati, die sich auf die Suche nach ihm gemacht hatten. Shiva versuchte ihn zu beschwichtigen, indem er sagte: „nicht die Frucht, die Ganesha erhalten habe, sei die Frucht der Weisheit, sondern er sei die Frucht.“ (paḻam nī „du bist die Frucht“). Leider haben wir keine Zeit um hochzulaufen, wir müssen weiterfahren.

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Hinein in die Palaniberge, die vom Hauptkamm der Westghats nach Osten in die umliegende Tiefebene hineinragen. Ein lange sehr unzugänglicher Ort, ein Rückzugsort….eine unbeschreibliche Freude keimt beim Realisieren auf, dass Sai Baba ebenfalls jeden April in diese Berge fuhr, da hinauf, zum kühlen See und WIR nun auf dem Weg dahin sind….salzige Tränen rinnen über mein Gesicht, ich muss wieder unseren süßen kleinen Ganesha herzen, der mittlerweile in sich klingelt ( das macht er heute noch )

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Unser bisher sehr geduldiger Faher wird langsam nervös. Nun sind wir schon seit heute Morgen unterwegs und die Ankunft verzögerte sich mit jeder Strasse, die es zu umfahren galt. Die Nacht wird sehr bald hereinbrechen und die Strasse ist nur hier noch aspaltiert. Bald, sehr bald werden wir jedoch von der gut befahrbaren Strasse in den Urwald hinunter fahren, mit sandigem Untergrund, Gneisgestein und sehr tiefen Schlaglöchern. Wir brauchen viel zu viel Sprit. Er schaltet die Klimaanlage aus.

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Die Fahrt wird nun rasant. Denn unser Fahrer mag noch vor Einbruch der Nacht im Champ unten ankommen. Von nun an müssen wir uns daher gut festhalten. Um so mehr erstaunt mich, wie sich diese Männer auf der Pritsche in solch rasanter Geschwindigkeiten überhaupt festhalten können:

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Atemberaubende Ausblicke werden uns gewährt:
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während die Sonne hinter den Bergen versinkt:
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Am nächsten Morgen erfahren wir, dass es wegen den ungewöhnlich schweren Regenfällen heftige Erdrutsche gegeben hat. Die Strasse, auf der alle offiziellen Busse fahren seien somit für unabsehbare Zeit unpassierbar geworden sagt man uns. Dies würde bedeuten, dass wir, so wie wir es geplant hatten nun nicht nach Kodaikanal kommen können. Und somit auch nicht zu Sai Baba´s Haus am See. Sollten wir Heimkehren ohne je in Sai Baba´s Haus gewesen zu sein? Diese Vorstellung ist so schmerzlich und wir „sahen“ uns doch dort.. das sollte nun nicht mehr möglich sein? Nach zweistündiger Verhandlung erklärt sich der Vermittler eines privaten Fahrers bereit, uns auf einer alten Route hinunter in die Ebene nach Kodaikanal zu fahren. Wir müssten jedoch mit einem Umweg von mehreren Stunden rechnen. Und es würde auch recht viel mehr kosten als „normal“. Wir sind sehr, sehr dankbar über diese Möglichkeit, packen unsere Rucksäcke in den Kofferraum um uns auf den Weg nach Kodaikanal machen zu können. Welch Freude! Ich küsse den kleinen Ganesha, den wir geschenkt bekommen hatten und mag ihn gar nicht mehr aus der Hand geben.

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Wir genießen die schöne Fahrt, die uns durch Teeplantagen führt.

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Es ist eine sehr schmale Strasse, mit ettlichen Serpentinen und haarnadelscharfen Kurven. Kein Bus, auch kein Kleinbus könnte hier fahren. Mitten in solch´ einer Kurve gibt es einen STOP.

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Die ganze Strasse ist voller Menschen. Das ganze Dorf scheint auf den Beinen zu sein. Doch es ist kein Auto weit und breit! Den langen Weg hier hoch scheinen alle gelaufen zu sein! Welchen Anlass es hierfür gegeben hat und wer genau hier angebetet wird wissen wir nicht.

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Ich merke nur, wie sehr mich das „Anbeten“ tief im Inneren aufregt, was ich jedoch bei genauerem Einfühlen auch wieder nicht so Recht verstehen kann, da wir Sai Baba, Amma oder Mutter Meera ja auch verehren…. vieleicht ist das auch nur, weil mir der nächtliche Alptraum, der sich ebenfalls über´s „Anbeten“ handelte noch in den Knochen sitzt? In der Nacht war es im Gegensatz zu allen anderen Übernachtungen sehr still und sehr dunkel im Zimmer gewesen. Guido schlief schon tief und fest und Dim-Hie-Trie saß auf dem Sessel neben dem Waschtisch und meditierte. Er scheinte Besuch zu erwarten, denn auf dem zweiten Sessel hatte er ein mit Goldfäden besticktes Kissen drapiert und auf den Intarsientisch Tee mit feinstem Gebäck in einer kostbaren Schale aufgestellt. Ich muss wohl eingeschlafen sein, denn als ich „aufwache“ war da ein helles Strahlen im Zimmer. Auf dem Platz im zweiten Sessel hatte ein „Zwerg“ der sich mit „Vamana“ vorstellte PLatz genommen. Ich bin mir da aber überhaupt nicht sicher, ob dieser Vamana wirklich „nur“ ein Zwerg war, dem Leuchten nach jedenfalls nicht. Bei Dim-Hie-Trie ist es ja auch so, dass er weit über sein Erscheinungsbild „Zwerg“ hinausgeht. Großes verbirgt sich so oft hinter einer Unscheinbarkeit, das Äußere ist meistens eine Tarnung. Ich schaute also genauer hin. Vamana hatte einen Schirm dabei. Regnet es etwa draußen? „Vielleicht sehe ich den Schirm auch nur, weil es ja so geregnet hat“ dachte ich so bei mir, warum sonst sollte er einen Schirm dabei haben? Die beiden unterhielten sich lustigerweise über „Tarnung“, „Schein, „Blendung“ und über „Anmaßung“ welche laut Vamana lediglich: „…eine Unfassbarkeit des Geistes sei, der die Weite…Tiefe und Größe der LIEBE…nicht wahrzunehmen vermag“. Interressanter Gedanke! Vamana erzählte Dim-Hie-Trie sein „Herabsteigen in die Materie“. Und das „Nicht Erkennen Seiner“ sowie über „die Bewilligung von drei Schritten Land.“ Dann lachten beide. Hä? Ich verstehe nicht? Und wohl darum schweift mein Blick auf den Tisch. Darauf liegt ein Dokument, eine Art Geburtsurkunde. Ich sehe meinen Namen drauf stehen, als Mutter… erkenne die Zahl „13“. Oha? Ich will genau schauen: 3112013. Doch je mehr ich mich darauf konzentrieren will desto mehr zerfällt es in tausend kleine Lichterscheine, die aus Lampen heraus zu brennen scheinen. Ich will nun unbedingt ein Stück des Papiers retten und greife daher hinin in ein „Bild“: Und sehe mich plötzlich total verängstigt und in Panik geraten in meinem Haus an der Treppe stehen. Es brennt Kuhdung und draußen scheint es tiefster Winter zu sein. Es ist unfassbar kalt, obwohl das Feuer in den Öfen lichterloh brennt. Jemand Orangenes trägt Holz herein. Mir ist grauenhaft schlecht. Ich legte mich daher auf dem Boden und träume mich von da in den Durga Tempel nach Mysore hinein und erlebe, wie ich gerade das Feuer in mich aufnehme. Entsetzt löse ich mich von diesem Bild und sehe wieder die tausend kleinen Lichterchen brennen. Und wie Kuhdung brennt. Es ist nun aber sehr, sehr warm, fast schon schwül. Ich bin wohl in eine Art Lichtfest geraten und trage einen edlen Sari. Dunkelhäutige Menschen singen und beten ein kleines Mädchen, das auf einem Podest sitzt an. Es hat mehrere Gliedmassen und lächelt erfreut, als es mich sieht. Meine Gedanken schmerzen, alles tut mir weh, denn es sollte, wenn es ein „normales“ Leben führen mag doch endlich operiert werden! Niemand hier versteht meine Sorge darüber, es ist in ihren Augen „eine Gottheit“ und diese wird angebetet und nicht operiert! Ein „eigenes“ Leben? Wozu? Ich bin entsetzt und frage mich: brauchen denn Menschen immer was zum Anbeten?! Ich habe von all dem Zinnober mit der Anbeterei entgültig GENUG und bahne mir den Weg zu „meinem“ Mädchen, will es da endlich herunterheben und trete geradewegs in einen Misthaufen. Dass ich alle „während der Zeremonie“ störe entsetzt die Menschen und lässt sie sehr aufgebracht gegen mich werden. Ich will nicht realisieren, dass ich nichts tun kann und spüre, wie ich furchtbare Bauchschmerzen bekomme. An meinen Beinen rinnt ganz viel Blut herab. Es hörte gar nicht mehr auf zu bluten. Schweißgebadet wachte ich auf und war echt sowas von heilfroh, dass das alles nur ein schrecklicher Alptraum gewesen war. Ich nehme mir vor, das schnellstmöglich zu VERGESSEN. Das war schließlich nur ein TRAUM und der Weg ist ein anderer und führt uns geradewegs in diese Ebene:

sian handy indien un konfi 1138

Wir halten an, die Feuchte im Tal ist sogar hier oben regelrecht spürbar. Ich habe immer noch Durchfall und muss mal ganz dringend. Das müssen wohl viele, denn ich trete in einen menschlichen Kothaufen und habe die größte Mühe, die Schuhe wieder sauber zu bekommen. Guido rät sie wegzuwerfen, doch es sind meine guten Esprit Schuhe, die mag ich nicht wegwerfen und packe sie in eine Plastiktüte hinein. der Fahrer ist entsetzt, was mir jedoch egal ist, denn meine ESPRIT-Schuhe werfe ich ganz sicher NICHT weg !!! Und sicher hat das auch NIX mit dem Traum zu tun, es ist nur menschlicher Kot und kein Misthaufen !!!

Immer weiter hinab geht es nun in die Ebene. Es ist entsetzlich schwül. Wir kommen an zig Baracken vorbei und sind ganz und gar damit beschäftigt, uns über menschliches Elend Gedanken zu machen. Wir sind froh, als wir eine größere Stadt erreichen:

sian handy indien un konfi 1147

Die Weiterfahrt endet aprupt, da die Strasse überschwemmt ist. Die Frauen sind sich einig, dass es geradeaus lang geht.

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