Monthly Archives: Mai 2013

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November Rain

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Der Gang zum Gewächshaus durch das Restaurant allein schon war wieder ein Erlebniss. Es setzt einen zurück an die Zeit, in der das British Raj war. Wir kommen auch nicht umhin die schönen restaurierten alten britischen Bungalow zu bestaunen.

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Wo man auch hinschaut: überall ist es gepflegt. Elegant repräsentiert es den kolonialen Stil vergangener Hilstationstage. Dabei liegt das Haus so versteckt, dass man die allergröße Mühe hat es zu finden, wenn man nicht genau wüßte, wo es ist. Doch kein Wunder, dass es Dim-Hie-Trie gefunden hat.

Royal Holzfußboden, der knirscht wenn man auf ihm läuft. Die kleinen Tische im Zimmer vor dem Gewächshaus hinter dem Salon aus geöltem Holz. Eingedeckt mit cremefarbenen Stoffservietten und polierten Wassergläsern. Auf jedem Tisch kleine Blumenvasen, in denen eine einzelne Blüte aus dem Garten aufrecht wie eine Kerze steht. In den nach Westen gehenden Zimmern sind die Tische aus Glas, mit metallenen Stühlen, auf denen dicke weiße Kissen liegen. Überall Dekor aus kolonialem Stil. Blumenvasen aus Silber, üppig gefüllt mit Blumen aus der Anlage. In fast jedem Raum ein offenes Feuer, mit Holzscheiten davor. Die einzelnen Räume wie Zimmer, als abgeteilte Speiseräume, so dass es jedem ein wenig Privatsphäre bietet.

Ein Blick auf die Speisekarte verrät, dass in der Küche Nord-indisch, chinesisch und kontinentales Essen zubereitet wird, man darf auf den Abend gespannt sein. „Es schmeckt ausgezeichnet, ihr w e r d e t es erleben“ sagt Dim-Hie-Trie, der gerade mit spitzen Fingern seinen Tee umrührt. Sorgsam hatte er das Teesieb herausgeholt denn „der Tee hat nun drei Minuten gezogen.“ Umrühr. Im Uhrzeigersinn. „Und man braucht Geduld, heute ist eine große Veranstaltung. Dabei dauert es auch ohne schon Stunden. Der Service geht recht langsam voran.“ Ach so? Na sooo schlimm kanns ja nicht sein und habe dennoch ein mulmiges Gefühl. Vieleicht liegt es aber auch daran, weil ich zuvor an den Ahuja Lautsprecher stand und an den ersten Besuch, als das Lied „November-Rain“ lief dachte? „Da muss man sich wohl warm anziehen“ war meine Wahrnehmung. Ist das angesagt…? Ich habe den Eindruck, dass eine Lawine über uns allen zusammen brechen wird, dass wir alle kniehoch im Schlamm versinken. Es scheint in der Zukunft zu liegen. Ganz seltsam ist das, mir ist ganz schlecht. Und kalt. Ich bekomme daher nun große Lust zu baden und all die Seifchen auszuprobieren. Den Nachmittag verbringe ich lieber „ganz für mich“ in der Wanne und lasse meine Gedanken schweifen. Vieleicht kann man da ja wie mit dem Wetter auch, „was drehen“, was abwenden, man hat ja wohl „die freie Wahl“…!!! Oder etwa nicht!?

November Rain.

„Wenn ich in deine Augen schaue, dann kann ich eine unterdrückte Liebe sehen
und wenn ich dich halte, ist dir dann nicht klar, dass ich Gleiches empfinde?
Doch nichts währt für immer
und wir beide wissen, dass Herzen sich ändern können und
es ist schwer, eine brennende Kerze zu halten
im kalten Novemberregen

wir haben all dies nun erlebt
seit so langer, langer Zeit
und haben versucht, den Schmerz zu betäuben
aber Liebhaber werden immer kommen
und Liebhaber werden immer gehen
und niemand weiss wirklich genau
wer heute aufgeben
und davongehen wird

wenn wir uns die Zeit nehmen könnten
Klarheit zwischen uns zu schaffen
dann könnte ich meinem Kopf Ruhe gönnen
und wüsste einfach, dass du “mein” wärst
ganz mein….
Wenn du mich also lieben willst, dann halte nichts zurück
sonst werde ich am Ende doch noch hinausgehen
in den kalten Novemberregen.

Brauchst du etwas Zeit … ganz für dich?
Brauchst du etwas Zeit … ganz allein?
Jeder braucht ein wenig Zeit … ganz für sich.

Weisst du denn nicht, dass du etwas Zeit brauchst …ganz allein?
Ich weiss, es ist schwer sein Herz offen zu halten
wenn sogar Freunde darauf aus zu sein scheinen, dich zu verletzen.
Aber wenn du ein gebrochenes Herz heilen könntest
würde dir die Zeit dabei nicht hilfreich beistehen?
Manchmal brauche ich etwas Zeit … für mich
manchmal brauche ich etwas Zeit … ganz allein
jeder braucht ein wenig Zeit … ganz für sich
weisst du nicht, dass du etwas Zeit brauchst …
ganz allein.

Und wenn deine Ängste vergehen, die Schatten noch immer bleiben
wenn niemandem mehr die Schuld gegeben werden kann

dann weiss ich, dass du mich wirklich lieben kannst

kümmere dich nicht um die Finsternis
denn wir könnten trotzdem einen Weg finden
denn nichts währt für immer
nicht einmal der kalte Novemberregen!“

Das Wasser ist kochend heiß. Ich lasse nachlaufen und genieße den Luxus, den ganzen Nachmittag in einem heißen Bad sitzen zu können. Ich denke nach und beschließe: „Das mag ich nicht erleben. Alles kann man ändern, man hat schließlich die Wahl. Und basta.“

Am Abend brennt in allen Kaminen Feuer.

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Alles schaut harmonisch aus. Na also. Alles ist doch wunderbar. Dim-Hie-Trie schaut fein aus und lächelt still. Er schaut auf die Uhr. Sie scheint langsamer zu gehen. ich will mich gerade entspannt zurück lehnen als er mir in die Augen schaut und sagt: „Alles wird eines Tages einen einholen. So ist das eben mit der Zeit, wenn sie eingeholt wird.“ Dann gehen die Türen auf. Es ist, als würden von überall Gäste eintreffen. Die Ober kommen nicht mehr hinterher, es ist ein Ansturm der seinesgleichen sucht. Wie, als würden Heuschrecken einfallen. Es gibt kein Entrinnen, definitiv. „Manchmal versinkt man im Schlamm und kann nichts tun. Rudern würde einen noch tiefer sinken lassen. Und manchmal, da muss man eben die Suppe auslöffeln.“ Oh Dim-Hie-Trie, mir ist doch eh schon schlecht. Und die von mir bestellte Suppe ( wie sinnbildlich ) schmeckt erst genial und dann seifig, künstlich und ABSOLUT wiederlich. Vieleicht ist ja nur die Küche überfordert, was ich definitiv verstehen kann. Ich ordere einen Pfefferminz Tee. Der nie kommt. „Muss ich ihn selbst anbauen.“ denke ich wohl laut, denn Dim-Hie-Trie sagt: „Und ein Gewächshaus dazu“ – „Klar doch, ein grünes, im viktorianischen Stil wenn ich da lebend rauskomm!“ War ironisch gemeint aber „das zählt ja nicht“ weiß Dim-Hie-Tie. „Ich nehme Dich beim Wort. Und alle anderen ebenfalls.“

Auf Essen habe ich in meinem ganzen Leben noch nie so lange gewartet. Es bleibt viel Zeit, um nachzuspüren (und nun aus dem Nachhinein betrachtet nachzuspüren) wohl um damals, in jenen Tagen, einen Vorgeschmack zu bekommen was in der Zukunft noch parat liegt, womit ich im Leben nie gerechnet habe… „Alle anderen auch nicht“ sagt Dim-Hie-Trie. „Es offenbart sich einem jeden erst im Nachhinein den Sinn, aber darum ist man ja da: Um zu erfahren, warum man gehandelt hat wie man gehandelt hat.“

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Midsummer

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Unter uns, in 2250 Meter liegt sie, die kühle Schöne, Udagamandalam, eingebettet in die blauen Berge der Nilgiri´s. Der Blick schweift von der schmalen Klippe hinüber über das Tal zum Horizont, bleibt haften an den Spitzen der blauen Bergwipfeln, hier, an den Ausläufern der Westghats.

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Keines der beiden Zimmer, die wir vor ein paar Tagen anschauten war frei geworden. Wir bekamen daher das einzigste freie Zimmer und somit das Schloss zu Midsummer.

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Pflaumenblaue Blumen, als Strauch an kniehohen, weißlakiertem Sprossenfenster leuchten uns von darußen entgegen.

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Die Decken im Zimmer sind hoch, höher noch wie in meinem Häuschen in den Vogesen. Das Zimmer wirkt fast größer als mein gesamtes Stockwerk. Es ist das größte im Haus wurde uns gesagt. Die hohen Fenster lassen viel Licht herrein. Ein Lichtstrahl fällt auf den Spiegel des antiken Holzschrankes auf den verschnörkelten Waschtisch gegenüber. Es riecht nach Holzpolitur und den Blumen, die in einer kostbaren Vase auf dem runden Intarsientisch stehen, der von zwei roten Sesseln umsäumt wird. Die Füsse der Sessel sehen lustig aus mit ihren schmalen Stielfüssen. Es gibt auch ein Badezimmer, mit einer Wanne und eine Variation an kleinen Seifen in einer weiten ausladenden Schale. Und es gibt einen offenen Kamin, wo große Holzscheite sorgsam aufgestapelt für kalte Nächte liegen. Flauschige Decken zum einkuscheln liegen ebenfalls parat. Ich schaute verträumt auf den Kamin. Passt auch zu Midsummer, wo zu Ehren der sich verschenkenden Mutter Natur und der Sonne ein großes Feuer aufgeschichtet wird. Wo man mit blumengeschmücktem Haar einen Reigen tanzt, bei handgemachter Musik. Midsommer, „die Schöne“ , ein Fest des Glückes, der Freude, ein Fest, das in allen Welten gefeiert wird. Zauber schwebt an den lauen, mit Duft geschwängerten Abenden in der Luft. Ein Hinübergleiten können von der einen in die andere Welt ist ermöglicht. Sicher wusste das auch William Shakespeare. Warum sonst hätte er einst den Sommernachtstraum geschrieben? Ein Klassiker in allen englischsprachigen Ländern, eines der meistgespielten seiner Stücke. Unwillkürlich sehe ich die Erbsenblütenelfen, und den Puck, den intelligenten und überaus kräuterkundigen Zwerg. Und dass der Wald der Star ist. In der Aufführung dient er als lebende Kulisse für Menschen und Naturgeister. Im Wald wird es auch aufgeführt: Da treffen die zwei jungverliebten Lysander und Hermia auf ihrer Flucht, die sie ihrer Liebe Willen aus Athen flüchten läßt auf das Elfenkönigspaar Titania und Oberon. Auch Demetrius irrt herum, verfolgt von der ihm verfallenen Helena. Im Wald, der voller Mystik ist geraten sie in einen Zauberreigen von Waldgeistern und Elfen, deren König Oberon – selbst entzweit mit seiner Gemahlin Titania – den Puck angelassen hat ihm einen Zauber für seine Titania herzustellen. Doch jener streut allen Schlafenden eine Substanz, so dass sie beim Aufwachen stärkste Neigungen zeigen, sich in jene/r zu verlieben, die sie als Erste/n erblicken…und so wird Helena von Lysander und Demetrius umworben, währenddessen Hermia ihrem Schicksal überlassen wird..und der Puck macht sich einen Spaß, oder denkt sich was dabei, na ganz sicher tut er das, er ist ein Zwerg…und hält Titania ein Bild vor die Nase, mit einem , hm ich glaub´ es war ein Schafs- oder ein Eselskopf, in den sie sich unsterblich verliebt. Und so gerät der Plan des Oberon gehörig durcheinander…letzendlich jedoch wird alles gut und jeder findet sich, als der Zauber entzaubert wird. Des Puck´s letzte Worte waren: “ …und wenn wir Schatten Anstoß erregt haben, denkt daran, dass ihr hier geschlummert habt, während diese Visionen Euch erschienen. In der längsten Nacht, die voller Magie und Zauber ist.“

Midsummer. Der längste Tag. Dim-Hie-Trie lächelt still vor sich her ob meiner Gedanken und tut Kund, dass er gerne frischen grünen Tee im Gewächshaus trinken möchte.

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Sturm kommt auf. Ich schließe die Augen. Das Rauschen in den Bäumen klingt wie ein tosender Gebirgsbach der die Donnerklippen herabrauscht. Entfesselte Elemente. Dim-Hie-Trie tippt mich an. Ahh: Blätter und Blumenblüten wirblen kräuselnd in der Luft! Ohh, sieht DAS schön aus! Ich krame in der Tasche um das Handy zu suchen. „Wir müssen los“ sagt Dim-Hie-Trie. „Jaaa, gleich“ schicke ich in seine Richtung. „Wie? – entsetzer Blick. „Wie meinst Du das: Sian: gleich …?“ – „Na gleich halt, jetzt ist es doch gerade wieder SCHÖN.“ Wo ist nur das Handy. „Aber wir müssen runter vom Berg!“ Maaaan, was hat er denn nur schon wieder, es ist NUR ein Berg-chen, hallo? „Wir sollten langsam“ sagt nun auch Guido. Na gut, wiederwillig setze ich mich in Bewegung. Ich kann es kaum erwarten, wie der Himmel ausschaut, mit ein Grund, etwas tiefer zu gehen, ich möchte ja schließlich Foto´s machen. Und krame derweil weiter in der Tasche herum. Maaan, wo ist nur das Handy abgeblieben? Meine Finger gleiten suchend, vor sich her tastend durch die Tasche. AHHH, da ist es ja! Hach super! Freu. Die beiden sind nun schon ein paar Meter vor mir. Schnell ein Foto schießen und gut. Doch oh weh: Schwarzer Bildschirm! Nicht gut. Und lasch fühlt es sich auch noch an. Keine Energie drin, ich kann es regelrecht spüren. „Das darf doch jetzt nicht wahr sein! Kein Strom zum Foto´s machen!“ Ich bin entrüstet. Dim-Hie-Trie bleibt stehen, dreht sich wie in Zeitlupe um, ich kann sein Entsetzen spüren: „Wie, wir machen jetzt keine Foto´s mehr und hantieren auch nicht mit elektrischen Geräten rum, wir machen los, dass wir vom Berg kommen!“- „Ich habe kein Strom mehr ??? Wie kann das nur sein, es war aufgeladen!“ Ich bin beschäftigt, sieht er das denn nicht, das NERVT. Er scheint mit dem Fuß aufzustampfen, und -vor sich her zu schimpfen! Er kneift sogar die Augen zusammen. Na sowas, DAS habe ich ja noch NIE gesehen, haha! „Das ist jetzt nicht mehr lustig Sian!“ Haha, und ob! So wie er ausschaut, ich glaube fast – er ist bleich um die Nasenspitze! Und wie er die Augen zusammen gekniffen hat, voll lustig schaut er drein! Die Augen sind zu Schlitzen geworden! Hui. „R a s ch – j e t z t!“ wallt es in Zeitlupe zu mir. Just in diesem Momet donnert es. Regen setzt eein. Ach herrjeh, …. Gewitter…?

„Nun werden wir nass.“ sagt Guido. „Und wenn es regnet verlangen die Rigchafaher das Zehnfache, wenn sie einen überhaupt mitnehmen!“ fällt mir dazu ein. „Na es könnte mit dem Gewittern doch warten, bis wir im Hotel sind.“ Haha, genau. „Sehr lustig!“ sagt Dim-Hie-Trie. Er ist so unfreundlich, mir das Bild vom Tag des Parkbesuches, wo der Monsumregen binnen kürzester Zeit die Flüsse über die Ufer schwemmte und die Hauptstrassen Bangalores einen Meter hoch über Wasser setze ins Gedächtniss zu rufen. „Und wenn ich anmerken darf: die Bäume hier haben nicht UMSONST solche Wurzeln. Sie müssen sich festhalten. Bei Erdrutschen zum Beispiel.“ Mein Gott, wie er drein schaut. „OKAY Dim-Hie, ich hab´es ja nun verstanden.“ Der Kontakt mit den Sylphen aufnehmen ist leicht. Während dem Laufen baue ich ein Feld auf und sehe, wie die Wolken HALT machen.
Alles halb so wild. Unten angelangt zeigt sich ein GENIALES Bild am Himmel: Wolkenkratzerhohe Wolken türmen sich auf, gigantisch! Ich mag SO00 GERNE -EIN- Bildchen machen, doch das Handy macht einfach keinen Mucks mehr. Der Rigchafaher ist gnädig, er verlangt nur das Dreifache, aber besser als laufen. Kaum im Hotel angelangt regnet es in Strömen. Es gießt wie aus Kübeln. Die ganze Nacht lang. Erst im Morgengrauen beruhigt sich der Himmel. Ich bin wohl doch noch eingeschlafen, die Vögel zwitschern laut. Und die Sonne scheint. Es duftet nach Kühle, nach Feuchte und nach Jasminblüten. Draußen ist alles klar, rein und frisch. Die Strasse ist so sauber, als wäre es gerade Samstag, ca. elf Uhr in Deutschland. Kehrtag. Der starke Regen hat allen Müll weggeschwemmt, die Strasse blitzt. Man könnte barfuss laufen….

Heute ist DER große Tag vor den Tagen die nun folgen, denn nun, in der Häfte unserer Reisezeit angelangt geht es weiter nach Kodaikanal, zu Sai Baba´s Haus am See und daher wollen wir unser letzer Tag und Nacht, als krönender Abschluss in den Nilgiris auf der Königsklippe verbringen. Und am Abend dort oben noch richtig schön essen gehen. Hach genial. Wir haben alles gepackt. Das Mofarigcha ächtzt und stöhnt. SEHR viel Gepäck. Wir kommen fast nicht den Berg hoch. Der Fahrer ist froh, als wir oben sind.

Es ist wunderschön hier. Und überall sind Blumen in den Vasen.

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EIn Blümchen? Ein gelbes meldet sich.
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Es ist so angenehm mit den beiden Mädchen. Sie sind einfach „da“. Sie schauen, freuen sich und sind einfach nur glücklich. Ich bin froh, dass wir doch noch Zeit miteinander haben können, sie fotografierten, denn so „sind auch sie nun in Deutschland“ und ich konnte sie Euch zeigen. Ihre Eltern rufen nach ihnen und sie verabschieden sich mit: „Nice too see you. Welcome too india. Thank yoo.“ Wir wünschen ihnen alles Gute, bedanken uns und wollen uns ebenfalls anschicken, uns zu verabschieden. Kurzerhand wird also der kleine Junge, der vor einer halben Stunde neben mich auf die Parkbank gesetzt wurde und mich nun unaufhörlich eine halbe Stunde angeguggt hatte von seinen Schwestern hochgehoben um noch EIN letzes Bild machen zu können:

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Die Jungs sind untröstlich. Warum gehen wir? Weil wir weiter wollen. Wohin wir als nächstes gehen wollen? Das wissen wir nicht. Weiter eben. Zu den Bäumen, den Berg hoch, da ist niemand. Nach einem Wegstück setzen wir uns erst mal in Ruhe hin. Durchatmen.

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Hach, Wasserpflanzen. Mei, genial. Und soooo viel Grüüün. Und soooo schöne Blumen. Schau mal Guido, da sind ja HORZENZIEN! Mei Guido, schau doch nur! BLAUE Hortenzien, in INDIEN, wie schön ist das denn! Ich mag ein Freudestänzchen machen, freue mich riessig über BLAUE Hortenzien. Das ist ja wie in der Bretagne, „Hortenzien, juhu, ein Stück Heimat“ erfreut sich mein Herz. Und dazu noch BLAUE Hortenzien, mei unglaublich, ich weine. Und man darf nicht mal EINE, -nur eine- nur eine klitzekleine Blume pflücken? „Blumen pflücken strengstens verboten.“ Es wird mit Geldstrafe geahndet, das steht auf Schildern. Überall.

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Jöh, ich freue mich. Eine Hortenzie im Haar, tralala….Es geht nicht lange und eine Familie kommt vorbei. Sie grüßen. Gehen weiter. Hach, super. Der Mann verlangsamt seinen Schritt. Uih er wird doch nicht gesehen haben dass…??? Er scheint nachzudenken. Ich gehe in sein Gedankenfeld. Nein, nicht die Blumen…. Er dreht um. Ohhh. „Er will uns nicht belästigen.“ beginnt er. Ja, das stimmt. „Doch wir würden so sehr hier her passen. Ob er ein Bild von uns machen dürfe?“ Hihi, na wenn´s nur das ist…

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Wieder strömen Menschen herbei. Bevor wir eine weitere halbe Stunde nicht weg kommen suchen wir schnell das Weite, laufen eine alte Wasserstrasse hoch:

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Uns zieht es immer höher. Der Weg geht steil nach oben. Überall sind blaue Blumen,. Einfach genial, das mit den blauen Blumen. Und diese Stille, diese Ruhe, diese Weite… hach, einfach genial.

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Und diese Bäume, diese Wurzeln… einfach genial. Alles genial.

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Bald haben wir den Eindruck, im Urwald gelandet zu sein.

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Die Bäume rauschen, sie tönen, es geht uns durch und durch. Und ganz tief. Es ist berauschend. SEHR berauschend. Die Geräusche werden immer lauter und die Bäume – auch immer größer! Sie haben sehr große Wurzeln. Klar, so am Hang, aber sooo große? Wirklich gigantische Wurzeln:

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Der Wald scheint irgendwie magisch zu sein. Wir haben jede Menge Energie. Und wollen immer höher und tiefer in den Wald hinein. Nach ganz oben wollen wir.

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Es ist mir gerade so, wie im Märchen mit den Ruten…:
Ein armes Kind lief einmal in den Wald um Ruten zu schneiden. Es wird ihm ganz wundersam, so schöne Ruten findet es, sie glänzten in der Sonne. Es schneidet sich ein schönes großes Bündel und zieht froh weiter. Den Wald mit den wundersamen Ruten findet es wunderschön. So kommt es tiefer in den Wald und sieht in der Ferne bronzefarbenen Ruten leuchten. Es lief hin und lies die alten erfreut über die schöne Farbe der bronzefarbenen Ruten los um diese zu schneiden. Noch froher zieht es weiter in den Wald. So kommt es des Nachts zu silberfarbenen Ruten, die hell im Mondlicht glänzen. Voller Freude darüber lässt es auch die bronzefarbenen Ruten los um die Silbernen zu schneiden. Noch glücklicher zieht es weiter, immer tiefer in den Wald um schließlich die Goldenen zu finden…

„Ohhh Guido, schau mal, weisse Blümchen, wie ein weißer Teppich aus leuchtenden Sternchen:“

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Wir laufen, und wundern uns nicht, woher die Energie kommt. Die Bäume rauschen immer lauter, wir können den Himmel vor lauter Blattwerk und Krone nicht mehr sehen. Nun sind wir fast oben und alleine mit dem Wald. GENIAL. Keine Menschen, weit und breit. Natur pur, herrlich. Wir lehnen uns an allen Bäumen an. Die Augen geschlossen. Mal stehen wir im Süden, mal im Westen, wo spürt man die Energie des Faunes herauskommen aus der Erde, wo ist ihm die Offenheit, sich in den Himmel zu strecken? Alles ist wundervoll.

In uns entsteht der Wunsch „tatsächlich mal für ein paar Tage im indischen Urwald zu sein“, am liebsten in einem Baumhaus. Hatte Stephan mich noch darauf aufmerksam gemacht, dass da, wo wir hinwollen, es einen Urwald geben soll und man da sein kann, in einem BAUMHAUS. Na, das wäre doch fein. Ich spüre, wie Wind aufkommt. Sehr erfrischend. Mir ist es eh viel zu heiss gewesen da unten in der prallen Sonne. Es wird deutlich kühler. Soooo angenehm. Keine Hitze, keine brennende, lodernde FEUERSGLUT die einem die Haut verbrennt. Nein kühlends, erfrisches WASSER … und Wind, der durch das Haar streift…. Hach, genial. Ich atme WASSER ein und WIND aus. Die Bäume sind sehr laut und schwingen mächtig hin und her. Sie sehen aus, als würden sie sich in den Himmel drehen, als hätten sie Blitz und Donner schon tausendfach erlebt.

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Mich friert und hitzt es gleichermassen beim Anblick. „Nicht anfassen!“ sagt Dim-Hie-Trie. Doch ich MUSS in die Windung des Baumes fühlen. Mir wird schwindlig. Ich spüre, wie es mich dreht und windet. Wie es mich in die Tiefe der Vergangenheit zieht und wie ich mich herausdrehen will, zurück in den Himmel. Ich spüre Feuer. Und Hitze. Die Welt…hatte sich verdunkelt. Die Sterne…sind vom Himmel gefallen. Schreie…von überall. Ich brenne. Und werde aufgehoben. Ich spüre mich auf einem Pferd, jemand hält mich fest. Ich werde weggebracht. Wohin? In das Innere der Erde. Ich bin in Sicherheit. Hinter den Schatten. Wie hinter einem Spiegel. Es donnert. Die Erde bebt. Ich lodere. Brenne. Und verbrenne doch nicht. Ich sehne mich nach Kühle, nach kühlendem WASSER auf der Haut! Dim-Hie-Trie tippt mich an und meint: „Sian, ich sagte doch: NICHT anfassen. Hör auf jetzt, es donnert schon gewaltig! Und wir sind ganz oben. Wenn ich anmerken darf: Angelehnt an einem riesigen Baum. Ihr solltet jetzt schleunigst wieder nach unten.“ Mein Gesicht breeeeeeeennt, meine Ohren glüüüüüühen, ich bin sehr mit Sonnenbrand beschäftigt, uiui. Dim-Hie-Trie sagt ich hätte ja einen Bindi auf der Stirn. Was habe ich? Ich habe einen Punkt geschenkt bekommen.

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Die kleine gemütliche Strasse weitet sich zunehmend. Ein Blick auf die blauen Punkte zeigt auf dem Navi an, dass der Park nicht mehr allzu weit entfernt sein kann. Und tatsächlich: von allen Seiten strömen schon munter Busse, Kleinwagen, Rigscha´s und Menschen herbei. Die Strasse scheint dabei allen zu gehören, auch Kühe, Ziegen und Hühner sind […]

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Auf dem Weg zum botanischen Garten

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Die Tage in Indien beginnen früh. Wir haben uns bereits daran gewöhnt dass die Sonne nicht langsam und gemächlich hinter dem Horizont erscheint, sondern dass sie auf einmal DA ist und es sehr schnell richtig heiss wird.

Wir haben Lust, den hoch gelobten botanischen Garten im englischen Gartenstil angelegt zu besuchen und machen uns chic. Nach Mysore klappt es mittlerweile schon ganz gut mit dem Sari binden. Ich mag noch schnell die Gelegenheit nutzen im Internet zu surven, denn seit ich die Zugangsdaten vom Hotel erhalten hatte kann ich innerhalb des Hotels nach Herzenslust auf dem Handy surfen. Dass es dann jedoch auch draußen immer noch geht finden wir lustig. Dass meine Handyrechnung jedoch sage und schreibe einmal 750 Euro betragen wird und ich am 13.5.2011 nachmittags am See von Kodaikanal vom Telefonanbieter noch einen Anruf diesbezüglich erhalte weiß ich Gott sei Dank zu diesem Zeitpunkt noch nicht. So können wir es also lustig finden, dass wir nach Zieleingabe: „botanischer Garten“ als blaues kleines Pünktchen die Strasse vom Hotel bis zur Zieleingabe angezeigt bekommen.

Morgens durch die kleinen indischen Gassen zu laufen ist schön. Bereits am frühen Morgen herrscht hier geschäftiges Treiben. Es duftet nach Gewürzen, Frittiertem und nach köstlichen Jasminblüten. Noch können wir nicht sehen, woher dieser Duft kommt, was sich jedoch bald änderen wird. Zuerst einmal erfreuen wir uns der angenehmen Kühle. Genauer gesagt WIR empfinden es als angenehm, die indischen Frauen frieren jedoch offensichtlich denn sie tragen in den kühleren Morgenstunden allesamt Wollsocken, Wollmützen, Ohrenwärmer (!)  und sogar dicke Winterjacken über ihren Sari´s. Dabei sind es morgens sicher auch schon weit über 20 Grad…doch wenn man über 40 Grad gewohnt ist, mit solch hoher Luftfeuchte wie in den Tälern..erscheinen 20 Grad sicher kalt. Wir jedoch LIEBEN das Klima, verry britisch, nicht umsonst eine der Hillstations…

Bei einem Strassenhändler entdeckt Guido wunderschöne Malas aus Rosenholz für sage und schreibe: 250 Rupies. „Sehr schön“ sagt Dim-Hie-Trie und wird von einem Naturwesen, das neben dem Teppich sitzt angesprochen. Er gibt Dim-Hie-Trie die Kette mit dem weichem, dunklen Rosenholz. So schöne Malas habe ich noch nie gesehen ( und sehen wir auch nicht mehr ) Ich verliebe mich auf Anhieb in eine hier anwesende Kette. Sie ist aus diesen Baumfrüchten, dessen Namen ich mir nicht merken kann gefertigt. „Ruth Raschka“ sagt Dim-Hie-Trie. „Ruth Raschka? Wer ist das denn?“- „Eine Eselsbrücke.“ Hihi: „Ruth Raschka“, na das kann ich mir nun sicher merken! „Danke!“ – „Bitte.“ Aus diesen köstlich duftenden Baumfrüchten habe ich eine für mich sehr besondere Kette zu Hause, sie ist ganz aus natürlichen Materialien, wunderschön und ganz kunstvoll geflochten. Eine Frau, die viele Jahre in den Wäldern in Askese gelebt hat gab sie ihrer Freundin mit auf den Kunsthandwerkermarkt. Überall, wo ich mit ihr hinkomme erregt sie Aufmerksamkeit.

Hier nun diese Früchte vorzufinden – ich bin ganz hin und weg. Es gibt zwei Ketten und Dim-Hie-Trie überlegt, wie viele „Gesichter“ sie haben.Gesichter? Wo? Ich lasse sie mir reichen. Oh ja, tatsächlich: Gesichter! Nein, die meine er nicht. Ich sehe Gesichter, und er meint andere Gesichter? „Pancha Mukie“ murmelt das Naturwesen und spricht leise weiter: “ der Herr über Zeit und Feuer…alle Elemente eint er. Sein Träger wird Gesundheit und Frieden erleben.“ Lustig, ein hinter dem Teppich sitzendes und informiertes Naturwesen, haha. Ich spüre die wunderschöne Energie der Kette. Und mag sie gar nicht mehr aus der Hand geben. Leise und gewichtig spricht er weiter:  „sie kontrolliert die fünf Elemente im Körper und vernichtet alle Krankheiten… schenkt Befreiung und erfüllt alle Wünsche.“ Kurze gewichtige Pause, dann laut: „Durga, Shat Mukie…macht ihren Träger furchtlos und selbstsicher.“ Ich verstehe nicht, was genau die beiden da an Wissen austauschen, doch es ist wie eine Art Singsang, mal laut, mal leise gesprochen, mit „Schlagwörtern“. Es schaut aus, als würden sie uns irgendwie „nachmachen“: Anbieter und Käufer „spielen“. Dim-Hie-Trie wendet sich mir zu und meint: „Sie passt genau, aber dann kanst Du ja gar nicht mehr schlafen.“  Aha..??? Na wieso das denn……???

Dim-Hie-Trie mag auch eine Gebetskette „zum verschenken“ haben. Er offeriert mir, dass er sie quer durch Indien tragen ( -lassen ) mag ( denn ich soll sie für ihn überall hintragen ) und so kaufen wir drei Malas, freuen uns wie kleine Kinder ob der eingekauften Schätze und lachen über die Pünktchen, die sich nun wieder in die andere Richtung bewegen müssen, da sie sonst nicht zum Zielort kommen. Geramaine und Vinodhie wollen das Naturwesen hinter dem Teppich und die Ketten sehen:

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„Ohhh, schööööön!“ Vinodhie ist froh alles aus Kängurubeutelsicht betrachten zu können.

Ich wippe sie hin und her und singe laut: „Und gleich gibt´s für mich noch einen „richtigen“ Kaffee, juhu!“  2 Wochen, ein halber MONAT, und das in einem Land, wo der Kaffee angebaut wird !!!  Das kann man auch nur verstehen, wenn man Kaffee so liebt wie ich, räusper… Bei unserer Surfaktion haben wir entdeckt, dass es tatsächlich auf dem Weg zum botanischen Garten ein Caffeehaus geben soll… und oh… bald soll es auf der linken Strassenseite erscheinen….ich hüpfe schon ganz aufgeregt hin und her.. tatsächlich, auf der linken Strassenseite erscheint die Siluette des Caffeehauses! Ach, was für ein perfekter Morgen!

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…und was für ein genialer Kaffee…:

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mit Engelchenschaum… hach !!!

Ein klimatisierter Raum, sauber und sehr chic. Unsere Welt ist in Ordnung. Ich überlege, wie „westlich“ wir doch sind und denke unwillkürlich an den Diavortrag der 13. Klasse der Waldorfschule, die sich während ihrer einjährigen Rucksackreise unglaublich über einen am Geburtstag geschenkt bekommenen Schokokuchen und das Entdecken eines Nutellaglases in einem Lebensmittelgeschäft gefreut hatten und wie sich eine Mutter daher empörte, dass sie dabei so strahlende Augen hatten. Immer diese Etiketten, wie ein/e Waldofschüler/in sich benehmen „soll“ …es NERVT !!! Ich kann es jedenfalls verstehen !!!

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so geht der Tag, den Sai Baba angekündigt hatte zu Ende

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Ganz oben auf der Spitze der Bergkuppe angelangt hören wir, wie unterhalb von uns dürre Äste knacken und Affen schreiend davon laufen. Im Kopf ist uns noch der Tiger, dessen Präsenz wir am Morgen ebenfalls einmal ganz deutlich gespürt hatten. Doch das Dorf ist fast erreicht, man kann schon die Musik hören. Gesäumt von zudringlichen Affen, die im Dorf wohnen ( welch ein gewaltiger Unterschied zu jenen, die frei im Wald sind ! ) spüren wir: Uns kann heute nichts mehr aus der Ruhe bringen. Heute haben wir so viel erlebt und auch so viele Tiere ganz nah erlebt: die plötzlich „aus dem Nichts“ erscheinende Wassererbüffelherde mit dem riessigen männlichen Büffel, die unzählige Affen, eine Kuhherde mit dem riessen Stier, der die ganze Zeit über uns war …und als wir das Dorf passiert haben sehen wir dann doch noch eine kleine Herde Wildpferde laufen (weswegen wir ja „eigendlich“ hier her gekommen sind) und eines friedlich grasend auf der Moorwiese stehen:

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Sehr erfüllt kehren wir mit dem Bus wieder in die Stadt zurück. Wir hatten wohl vor lauter „Mädchen in Sari´s schauen“ die Bushaltestelle übersehen und steigen daher schnell aus, als wir linkerhand die Church erblicken. Da wir also „schon mal da sind“ beschließen wir, nochmals bei der Kirche vorbeizuschauen. Nach innen zieht es uns diesmal nicht und wir beschließen uns ein wenig auf dem Gelände umzuschauen. Im Westen, hinter der Kirche, entdecken wir einen sehr alten Friedhof:

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Guido möchte zurück zu den Bäumen gehen. Ich mag noch ein Weilchen bleiben, da ich Kinderstimmen im Wind höre. Vor mir her summend stelle ich ein paar heruntergefallene Steine auf, pflücke frische Blümchen für die Vasen und spüre dem Gesang der Kinderseelen nach, ob ich welche von heute Nachmittag wieder erkenne und ob vieleicht jemand gerne etwas mag? Mir wurde heute so viel gegeben, ich mag im Kreislauf bleiben und zurück schenken. Früher als Kind und Jugendliche war ich viel auf Friedhöfen und an Kriegsgedenkstätten anzutreffen. Ich hatte von unserem Dorfpfarrer den Kirchenschlüssel erhalten. Nicht nur zum Orgel spielen oder um zu singen, auch um zu beten und den bedürtigen, kranken, traurigen, verzweifelten Seelen Lichtstaub, Glitzerfunken und Wärme zu schenken.

Derweils ist Guido bei den Bäumen:

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und spürt in einen jeden Einzelnen hinein. Wir sind, ohne dass wir das bemerkten, wohl doch recht lange an diesem Ort, denn auf einmal werden wir vom Abendpförtner freundlich heraus gebeten, er möchte gerne das Tor schließen. Bald wird es rasch dunkel werden. Auf dem steilen Rückweg nach unten ( mittlerweile können wir auch gar nicht mehr laufen ) zieht binnen Sekunden über dem Horizont hinter den blauen Bergen ein mystisch anmutender Nebel auf und ergiesst sich ins Tal. Er glitzert von innen und leuchtet orangefarben. So endet dieser sehr besondere Tag, den Sai Baba angekündigt hatte mit Mystic und Zauber in der Luft:

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verschmolzen mit der Natur

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Vom Baum aus beobachte ich dieses Phänomen der vollkommenen Aufnahme des Körpers in den Schoss von Mutter Natur. Und fühle mich frei. Ich sehe den Körper in der Sonne liegen, vollkommen verschmolzen mit der Natur. Das Gefühl vollkommener Freiheit, vollkommenen Glückes befreit meinen Geist. Ich spüre vollkommene EINHEIT, spüre Ruhe, Frieden. Fühle den Puls des Lebens, der alles durchströmt. Sai Baba´s Präsenz ist ebenfalls sehr stark, doch nicht nur er, es scheinen viele, die hier einst einen Körper auf Erden hatten. Jene, die nun im „Licht“ weilen sind spürbar als würden sie nie gestorben sein. Ich höre Kinderstimmen, Lachen und fühle: Nichts, aber auch GAR NICHTS war jemals umsonst gewesen: Jedes Gefühl, jede Handlung. Der Gedanke, dass jemals etwas umsonst war, jede erlebte Traurigkeit in weite, unerreichbare Ferne gerückt. Es erscheint nur noch als Abbild, als Traumbild, als eine Version von Angst. Nicht, dass ich mich jemals von Mutter Natur getrennt gefühlt hätte…doch so manches Mal „geglaubt“ dass ich es sei-besonders bei verletzenden Ereignissen- war sicherlich der Fall, doch hier und jetzt fühle ich mich EINS geworden, zurück gekommen, aufgenommen im Schoss von Mutter Erde, der Wiege des Lebens. In diesem Moment gibt es keine Trennung mehr:- weil sie nicht fühlbar ist, -weil alles ausgefüllt ist mit Erkenntniss, -weil man es wirklich FÜHLEN kann: die Gänze, das Netzwerk, die Energiefäden, die Welten miteinander verbinden, -weil man die Energiebahnen, auf denen man von der einen in die andere Welt reisen tatsächlich SEHEN und WAHNEHMEN kann. Wenn man all dies SIEHT und wahrnehmen kann, wie wundersam alles miteinander vernetzt und verwoben ist, wenn man SEHEN kann, wie Energie fließt erkennt man auch, dass es so möglich ist, sich in Gänze vollkommen zu verstehen. Keine Worte wären mehr nötig. Keine Missverständnisse würden entstehen. Das Gefühl des Getrennt-Seins würde vergehen wie Wind, der durch die Bergwipfel streicht. Die im Geist erschaffen Gefühle des Getrennt-Seins würden verfliegen wie Wolkenfetzen. Ich kehre zurück und fühle FRIEDEN.

Die Welt erscheint licht, leicht und bunt zu sein. Guido kehrt ebenfalls zurück. Er schaut sehr erholt aus und möchte mir „seine“ Stelle zeigen:

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Welch ein schöner Ort, eine Art „Sammelbecken! Und so schön kühl in der nun sehr heissen Mittagshitze!

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Ich möchte meine Füsse ins kühle Nass eintunken, laufe zurück, lasse allen Krempel an Ort und Stelle. Weder Pass, Pullover, Tuch, Bienengifkram, Sonnencreme…braucht es. Die Tasche ist wirklich extrem schwer, ich habe ja schon rote Striemen an der Schulter davon! Jetzt ist mal GENUG! Ich mag den Wind und die Sonne auf der Haut spüren. Leichtigkeit genießen. Ohne ständig diesen Ballast rumschleppen zu müssen und ziehe daher auch gleich noch mein Hemd aus ( nach 2 Wochen bravem Schulterbedeckt-seins in Indien eine wahre Erleichterung !!! )  Und weil ich gerade so dabei bin gleich noch die dicken Wanderschuhe samt Socken, kremple die Hosen hoch und laufe befreit von jeglichem Ballast – welch´ WOHLTAT !!!- zurück, tauche meine Füsse ins kühle Nass. Aus meinem Mund kommt nur noch „ahhhhhhhhhh“ und „ohhhhhhhhhh“….ich animiere Guido, es mir gleich zu tun und wir laufen tatsächlich BARFUSS über die gesamte untere Wiese, spüren das feuchte Moss, die warmen Steine. Wir sind richtig mutig und laufen barfuss weiter in den Wald, wo ich zuvor als Elfe war, kommen zurück und sehen- den aller-größten Stier aller Zeiten oberhalb unseres Ausgangspunktes stehen – und erschrecken uns gewaltig!- Er gibt Geräusche von sich, sowas haben wir im Leben noch nicht gehört! Wie kann ein Stier nur sooooooooo RIESSIG und dazu noch SOOOO laut sein ???? !!!!! Wir halten im Schritt inne, er schaut uns an. HERZKLOPFEN. Doch wir interressieren ihn nicht, er hält Ausschau nach „seinen“ Kühen und trabt in einer Seelenruhe den Waldrand Richtung Dorf entlang. In gemässigtem Abstand laufen wir im kirchernd hinterher.

Alles erscheint „rund“:

 

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AVA TARA

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Von oben sieht man es, dass sich diese Erdspalte, dieser „Riss“ durch die ganze Wiese hindurch zieht. Vieleicht durch eine tekonische Bewegung, die dann zu dieser Spalte ausgeweitet wurde? Durch welche Bewegung oder Absicht dies auch immer einst entstanden ist: aus dieser Spalte dringt Energie heraus! Ist sie kühl oder warm? Hm, eher kühl. So wie über Karsthöhlen? Nicht ganz so, da ist mehr fühlbar kühle Luft an der Erdoberfläche spürbar. Sehr interressant das alles mit der Natur und ihren genialen Abläufen, ich muss immer wieder ergreifend staunen und daran denken mit den Flüglen zu vibrieren, so dass man nicht herunterfällt. „Nicht nur „an- auch be-dächtig sein“, sonst fällt man tief tjaja…und es können auch Dämpfe emporsteigen, wie es vom Orakel von Delphi überliefert ist (die die Seherin Pythia in Trance versetzt haben soll). Ob der Körper „da“ gut liegt? Zurück in ihn gehen? Aufstehen und weiter gehen? Ich lasse meinen Blick weit schweifen, eine sehr besondere Landschaft und Energie hier, sehr beschützt, hier kann man auf Reisen gehen.

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Die Energie ist friedlich – und da ich sooo Weitsicht habe sehe ich, wie der aller – aller größste Stier aller Zeiten in der Mittagssonne döst. Da sage ich mal besser nichts: Die Menschen würden sich ja glatt erschrecken !!! Lachend fliege ich zurück zum Körper. Eine kleine Kuh grast direkt daneben und zupft gerade saftiges Gras aus der Wiese.

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Nach und nach kommen immer mehr Kühe auf die Weide. Na, da wird sich doch keine Kuh draufsetzen ( hoffe ich )  Sie spüren, dass da ein Körper liegt. Dass er ausstrahlt, wie er am arbeiten, in Tiefschlaf versetzt und beschützt wird. Von wem ? ich spüre die aufkommende PRÄSENZ von FEEN. Ach, na dann kann ich getrost umherschwirren! Heiter fliege ich zu den Bäumen, nein nicht ganz- ich pralle an einen gespannten Energiezaun. Glatt übersehen!  „bis hierher und nicht weiter“ Ok. Na dann…schaue ich mich also ein wenig um. In den hohen schlanken Bäumen spielen Affenkinder. Ihre Affenmütter schauen immer nach ihnen, ihr Blick scheint sie stets auf ihrem „Radar“ zu haben. Sie scheinen ebenfalls eine Art „Wall zu blilden, in dem ihre Jungen spielen können und stillen derweil ihre Baby´s. Ich fliege weiter und gleite auf einen Ast eines Baumes, den Wald im Rücken:

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Auf dem „Baum im Moor“ bin ich wohl gelandet. Von ihm hat man eine gute Sicht. Von oben, aus dem Himmel herab und aus der Felsspalte kommen Wesenheiten hervor. Es sind Feen, die sich herauskristallisieren. Jene, die von oben kommen sind lichthell, pastellfarben: gehüllt in zartestes hellgelb,  weiches lindgrün, feinstes altrosa…. mit weichem Haar, das in der Sonne golden und silbermondlichtfarben glänzt. Die Feen, die von unten kommen sind in ein tiefenbraunes, bordeauxrotes Gewand gekleidet, manche erscheinen fast schwarz- nein: kobaltblau- und strahlen von innen heraus. Sie tragen auch langes Haar, das ausschaut wie geschmolzene Feuersglut, steingrauer Felsen und Wurzeln in facettenreichem beigem Farbenspektrum. Lange schlanke Arme und Beine, die den Boden nicht berühren und schmale Köpfe: hochintelligent und älter als die Erde selbst. Sie bilden einen Kreis. Berühren mit ihren langen schmalen Fingergliedern den Körper. Singen, tönen und transformieren- die Giftstoffe, Reste, Schlacken heraus um es wieder „an seinen Platz“ zu bringen. Viele helfen mit, kleine Wesenheiten wie Käferchen, fleissige Ameisen, schwirrende Libellen, die umherkreisen wie Hubschrauber. Grashüpfer und -man hört es nicht gerne: riessige schwarze behaarte Spinnen, Mäuse und bei genauem Hinschauen ist der Körper mit Wurzeln, die aus der Erde kommen über -flochten -kennt ihr den Film „Avatar“ dann wisst ihr, welche Wurzeln und welches „Bild“ ich nun sehe…..

Anmerkung : Bedeutung des Wortes „Avatar“ -AVA TARA bedeutet bei uns: „sein in Form / -„Erde“ und im Sanskrit heisst AVA TARA „Abstieg“, was sich auf das Herabsteigen einer Gottheit in irdische Sphären bezieht.

 

 

 

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Le Démarrage

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Unser Blick schweift über die Landschaft. Auffallend, wie viel Prana, wie viel freie Energie hier in der Luft flimmert…und es gibt Moos, Grasfläche, viele kleine Rinnsäle, gefüllt mit gurgelndem Quellwasser, die von den Berghängen herunterlaufen. Die Wiese scheint in lichtem Glanz zu stehen, erfüllt mit sattem Grün leuchtet sie uns an. Wir beschließen, hinunter zur Mooswiese zu laufen und nehmen dabei feste tiefe Atemzüge. Hmmm…welch´ gute Luft hier ist….wir setzen uns -in etwas Abstand zu den frei laufenden Kühen- auf die warmen, mit Flechten durchwobenen Steine.

Weide

 

Das stehte Bimmeln der Kuhglocken, der gurgelnde Quellbach, die frische satte Luft, das surrende Geräusch fliegender Insekten, all dies erinnert mich an laue, die Seele erfrischende Sommertage im Schwarzwald. Entspannt und wohlig ist mir zumute. Zurücklehnend mag ich mich ganz dem Gefühl „der Leichtigkeit des Seins“ hingeben. Die Augen schließend spüre ich die Sonne im Gesicht und nehme tiefe Atemzüge dieser unbeschreiblich guten Luft in mich auf. Hinein in meinen Körper lasse ich sie strömen. Jede Zelle scheint aus einer Art Dämmerschlaf aufzuwachen, erinnert sich einer Aufgabe: „an der Maschine Körper arbeiten“, ein Austausch will stattfinden. Altes, Verbrauchtes, -angesammelte Giftstoffe- wollen heraustransportiert werden. Mein Körperelementarwesen beginnt sich bemerkbar zu machen, es will anscheinend JETZT definitiv am Körper arbeiten und lässt mich wie gewohnt ganz schnell und plötzlich AUF DER STELLE schwer und unsäglich müde werden. Nieren, Leber, Knochen, alles beginnt zu schmerzen. „Ich muss mich wo hinlegen“ rattert es in meinem Kopf, denn ich will jetzt doch nicht einfach -auf der Stelle- vom Stein kippen. Welch´eine Vorstellung, ich muss mich sehr zusammenreißen und sage: „ich mag mich hinlegen“ und höre, wie Guido sagt: „er gehe ein paar Schritte“. Ich spüre, wie freudig er ist, fühle, wie sehr mich das freut und höre, wie ich sage: „Ja! Viel Freude dir! Ich bleibe hier.“ Das Sprechen fällt schwer, ich versuche nicht zu lallen und deutlich zu sprechen. Ansprengung pur. Mein Herz rast. Mir ist, als würden Millionen Ameisen in mir laufen, nicht zum Aushalten ist das…Wenn ich jedoch „raus“ will darf ich mich nicht „rein“-steigern, im wahrsten Sinne des Wortes, man muss -logischer Weise- LOSLASSEN, sich von seinen Ankerpunkten befreien, die einen im Körper halten.

Das Heraustreten ist, als würde ein Flugzeug starten. Dim-Hie-Trie STEHT DA und reicht mir seine Hand. Ich ergreife sie, spüre mich draußen, genauer gesagt: in der Luft, ohhh….Gott sei Dank. „Musst nicht Gott zu mir sagen.“ meint Dim-Hie-Trie. Hi, lustig er. Ich muss erst mal bissl fliegen, die Flügelchen surren lassen, hochfliegen, in der Luft tanzen… und sehe daher, wie Guido eine für ihn passende Stelle zum Ausruhen sucht. Ich fliege hin, schaue zu, was er da macht. Surr surr. sehr interressant! Etwas in mir erinneret sich seiner Aussage: „will alleine sein“ Hmmm…. hat er das wirklich gesagt? Ähm, nicht diskutieren jetzt, die Kernaussage war so, „Man kann auch nichts sagen wenn man etwas aussagen will“  würde Dim-Hie-Trie sagen “ auf das achten was NICHT gesagt wird“- „dazwischen schauen.“  Bissl schauen…mit den Flügeln kitzeln…NEIN ermahne ich mich, fliege auf und nieder-surrend wieder zurück zu meinem Körper. SEHR LUSTIG! Alles ist schön.

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Ohhh…..wie unheimlich, der Körper liegt ja direkt neben einer Felsspalte, wo ganz viel Energie austritt !!! Der Mensch würde zu dieser gigantischen Felsspalte, wo ganz viel Energie austritt und ein riessiger Wald ist lediglich  „Farn im Bach“  sagen. „Riessig und rissig ist die Felsspalte !!! “ sagt die Elfe in mir.

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