Monthly Archives: Juni 2013

6

„auf einmal ist…“ dabei ist es ein langer Weg dahin, bis es „auf einmal so ist“…

by

sian handy indien un konfi 1830

Wir kommen nun jeden Tag. Und warten so lange vor dem Tor, bis uns Einlass gewährt wird. Derweil ist viel Zeit, den Himmel über dem Haus anzuschauen… ( und verzweifelt versuchen die Schuhe sauber zu machen…)

sian handy indien un konfi 1828

Jeden Tag dürfen wir hinein…

sian handy indien un konfi 1698

hier sitzen:

sian handy indien un konfi 1700

uns im Hof aufhalten:

sian handy indien un konfi 1714

im Garten verweilen:

sian handy indien un konfi 1837

„Der Lohn vom „geduldig sein“ ist (-unter anderem-) GEDULD erlangen.“ (Dim-Hie-Trie) Bei uns geht es darüber hinaus- weit darüber hinaus-, denn wir werden eingeladen, beim privaten Batjan-Singen dabei zu sein. Welch`eine EHRE !!!
„Auf einmal“ IST man da, wo man glaubt nie hinzukommen.
„Auf einmal“ IST man mitten drin und erlebt, wie es wirklich abläuft.
„Auf einmal“ gehört man dazu.

sian handy indien un konfi 1709

Während wir drinnen sind freuen sich derweil die kleinen Hunde über meine Schuhe, die ich extra gaaaaanz weit weg von allen anderen ins Abseits gestellt hatte. Das hatten sie sehr aufmerksam verfolgt und wedeln daher ganz aufgeregt mit ihren Schwänzchen, als ich herauskomme und sie suche….denn auf dem Weg zum Haus bin ich in Sch.. gestanden und darauf ausgerutscht…und so fühlte ich mich auch…und war darum war ich auch so froh, dass wir Zeit vor dem Tor hatten, denn so schmutzig hinein zu müssen beschämte mich. Und was ich auch unternahm: die Schuhe waren einfach nicht sauber zu bekommen… und dann komme ich heraus und sehe die aufgeregt mit ihren Schwänzchen wedelnden Hunde, die großen Spass dabei hatten, die Schuhe ganz sauber zu lecken….es ist ein Geschenk. Und es bedeutet mir unenedlich viel!

sian handy indien un konfi 1708

Auf dem Weg zum Haus gibt es rechter Hand diesen „Pferdeverleih“, was dem weißen Pferd gar nicht gefällt. Darum kehre ich am Mittag zurück und unterhalte mich mit ihm. Am Abend- ich hatte mich in der Stadt verlaufen und bin in einem SEHR seltsamen Viertel gelandet…den Schaal weit über den Kopf gezogen, da von betrunkenen Männern angepöpelt… kam es -ganz entspannt- angetrabt und lief mit mir davon, die Strasse wieder hoch…bis zur Abzweigung. Da blieb es stehen, zeigte mit dem Kopf ein paar Male hoch und signalisierte: „Da musst Du hoch laufen“ und lief dann -ohne sich nochmals umzudrehen- die Strasse weiter. Welch´ ein Geschenk, das mich zutiefst berührt.

sian handy indien un konfi 1755

Hinter dem Pferdeverleih, die Strasse am See weiter, rechts in der Kurve, auf einer kleinen Anhöhe gibt es dieses kleine Zeitschriftenlädchen, in dem es jede Menge Comic´s zu kaufen gibt. Was hat das „Hakenkreuz“, das Sonnenrad zu bedeuten? Und warum kennt jedes Kind Deutschland? Und warum hat Ganescha einen Elefantenkopf?

In den Comics erfährt man alles…

sian handy indien un konfi 1767

sian handy indien un konfi 1764

sian handy indien un konfi 1835

sian handy indien un konfi 1836

13. MAi. 2011. Auf dem See:

sian handy indien un konfi 1802

sian handy indien un konfi 1797

sian handy indien un konfi 1820

sian handy indien un konfi 1801

sian handy indien un konfi 1803

sian handy indien un konfi 1821

So viel ist geschehen. So viel ist in Bewegung geraten. Ich fühle mich aufgewühlt. Bewegt.
Den Nachmittag verbringe ich darum alleine am See. Sitze auf dem Baum. Spreche mit dem weißen Pferd.

sian handy indien un konfi 1811

Eintauchen.
Hinhören.
Lauschen.
Verstehen. Während das Licht im Wasser ist.

sian handy indien un konfi 1731

Und dann ist Markttag:

sian handy indien un konfi 1862

sian handy indien un konfi 1850

sian handy indien un konfi 1853

sian handy indien un konfi 1874

sian handy indien un konfi 1863

sian handy indien un konfi 1855

sian handy indien un konfi 1858

Im Park:

sian handy indien un konfi 1753

Erleben, wie in Indien die Strassen geteert werden…:

sian handy indien un konfi 1785

Ob ich Feuer möchte?

sian handy indien un konfi 1782

Es ist heiss unter (und über) den Wellblechdächern:

sian handy indien un konfi 1844

Verwesungsgeruch durchzieht die Luft ….
es kommt von der Schlachterei:
sian handy indien un konfi 1845

die weißen Hühnchen … glucksen kläglich …
…. hätte ich wenigstens WASSER für sie …
es ist so heiß in der prallen Mittagshitze …

sian handy indien un konfi 1846

sian handy indien un konfi 1838

sian handy indien un konfi 1789

-WOW-:

sian handy indien un konfi 1763

sian handy indien un konfi 1760

sian handy indien un konfi 1759

Es ist eine lange Zeit vergangen und der Rückweg steht nun „auf einmal“ unmittelbar bevor.
Es ist nun an der Zeit Abschied zu nehmen:

sian handy indien un konfi 1770

sian handy indien un konfi 1811

sian handy indien un konfi 1730

Und mit dem Sleeperbus gefühlte tausendundein Kurven 2400 Meter (wegen starker Übelkeit aus dem Fenster hinauslehnend) einen Tag und eine Nacht lang zurück nach Bangalore fahren um im Morgengrauen anzukommen.

sian handy indien un konfi 1889

sian handy indien un konfi 1911

Jakefruit. Natürliches Weingummi.

sian handy indien un konfi 1913

Nochmals zur Maria bei der Church.
Um Abschied zu nehmen und um DANKE zu sagen:

sian handy indien un konfi 1935

Nochmals unter dem Baum sitzen. Um Abschied zu nehmen und um DANKE zu sagen:

sian handy indien un konfi 1943

Dann nachts noch einmal hinauf auf das Dach klettern um ein letztes Mal über die Dächer von Bangalore zu schauen. Um Abschied zu nehmen und um DANKE zu sagen:

sian handy indien un konfi 1929

Dann auf dem Weg zum Krishnatempel im Park der Frau mit den dunklen Augen begegnen, die das Baby auf der Hüfte trägt und die Schlange herausholt, weil man kein Geld gibt. Und in der prallen Sonne sitzen.

sian handy indien un konfi 1963

Es ist bereits Nacht. Auf dem Weg zum Flufhafen erscheint wie ein letzter Gruß:

sian handy indien un konfi 1969

Wie lange wird dieses Plakat noch hängen? Loslassen. Abschied-Nehmen. Leben. Denn es geht immer weiter. Nur maches Mal wird die Zeit angehalten und man taucht ein. Ob in ein anderes Bewusstsein, eine andere Ebene, ein anderes Land…

Dubai.

sian handy indien un konfi 1975

sian handy indien un konfi 1980

sian handy indien un konfi 1979

sian handy indien un konfi 1981

Eine langer Flug liegt noch vor uns.
Vinodhie und Geramaine sind müde.
So viel erlebt. Und das für HAUSzwerge…

sian handy indien un konfi 1990

Darum ist es nun Zeit um auszuruhen.

sian handy indien un konfi 1991

Im ICE. Vinodhie, Geramain(e) und ich auf dem Weg von Frankfurt nach Freiburg. Wir überqueren die Mannheimer Brücke:

sian handy indien un konfi 1994

Sai Baba schenkte sein Licht. Er goss es aus. „Sagte“: „Es ist ein Geschenk. Das Schöne an einem Geschenk ist, dass es ein Geschenk ist. Und es liegt ein einem jeden selbst, was man mit diesem Geschenk macht, das einem zuteil wurde.“

SAIRAM.

D A N K E

Sairam.

1

Im Haus von Sai Baba

by

Hinter dem Tor sitzt ein weißgekleideter Mann auf einem weißen Plastikstuhl und liest eine Zeitschrift. Wir fassen uns ein Herz. Erzählen, dass wir von weit her gekommen sind um Sai Baba zu sehen und er dann verstorben ist… und nun…hierher gereist sind… und fragen ganz vorsichtig an, ob wir eventuell hineindürfen…?

sian handy indien un konfi 1696

Ja, das gänge, denn gerade sei die Schulung (?) fertig und wir dürften daher nun hinein, SAIRAM. Das Tor nun von der anderen Seite zu sehen, DAHINTER zu sein…wir können unser Glück kaum fassen:

sian handy indien un konfi 1697

Andächtig laufen wir den Aufgang in den Hof hoch

sian handy indien un konfi 1699

und halten hier inne:

sian handy indien un konfi 1700

Schon sooo viele Bilder von dieser Stelle gesehen,
immer mit ganz vielen Menschen…

sian handy indien un konfi 1702

Der Treppenaufgang, der zum Haus führt:

sian handy indien un konfi 1704

Die Gesichter der Menschen – wie in meinem „Traum“ als wir gerade im Landeanflug nach Bangalore waren, als Sai Baba noch lebte … sogar die Hunde sind da … die kleinen Hunde schauen uns interressiert an, als wir unsere Schuhe ausziehen denn wir haben Schuhe mit richtigen Bändelchen dran! Es sorgt für Lachen. Ich kenne dies´ Lachen so sehr aus jenem „Traum“ … Dann dieser Raum, der glänzende Linoleumboden, einfach ALLES ist mir so vertraut, als wäre ich schon zig Male da gewesen:

sian handy indien un konfi 1707

Die Männer nehmen links, die Frauen rechts Platz. Vornübergebeugt, den Kopf auf dem weichen roten Teppich tief in Andacht versunken fällt alle Anspannung … und in tiefstem Gebet versunken… vermag ich nicht aufzustehen, als bereits alle aufstehen und erfreut vom Devotee ein Tütchen Vibhuti und ein Bild von Sai Baba in Empfang nehmen. Mein Tütchen mit Vibhuti wird vom Devotee auf das Fußschemmelchen gelegt…

sian handy indien un konfi 1705

Beim Hinausgehen gibt er mir beides in meine Hand. Eine sehr besondere Energie ist in diesen beiden Kostbarkeiten. Sie scheinen ganz und gar durchwoben mit seiner Energie zu sein. Mit Dankbarkeit registriere ich dies Geschenk, das mir zu Teil wurde: Da lag es, auf SEINEM Fußchemmelchen und ich „sah“ Sai Baba sooo deutlich auf dem Stuhl sitzen. Im Oktober diesen Jahres, wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich beides zu zum Geburtstag weiter schenken.

Draußen suche ich meine Schuhe. Einer davon liegt angemummelt im Blumenbeet. Die Hundewelpen haben sich, während wir drinnen zum Beten waren einen meiner Schuhe geschnappt und zum Spielen einen Schnürsenkel herausgezogen . Dies sorgt für Gesprächsstoff und so kommen wir ins Gespräch … es ist SO s e h r familiär.. wahrlich ein überwätigendes Geschenk…

sian handy indien un konfi 1710

sian handy indien un konfi 1712

2

Ankunft in Kodaikanal

by

Nach langer Suche und zwei aufregenden hitzigen Debatten mit dem mittlerweilen aggressiven Taxifahrer (da wir das von ihm angebotene Hotel ablehnen) beschließen wir, in der Kongu Residency, das von außen ganz nett ausschaut und oberhalb des See´s liegt einzuchecken und stellen erschöpft von der Hitze und den vielen Eindrücken unsere Rücksäcke neben dem marode ausschauenden, aus den siebiger Jahren stamenden Kleiderschrank ab. Durchdringend schallt Musik aus noch gigantischeren Lautsprechern durch die offenen Fenster herrein während gerade eine Buschspinne quer über den Teppich rennt. Mit ihren drahtigen, dünnen, muskulösen Beinen scheint sie regelrecht fliegen zu können, so schnell ist sie. Ich weiß gar nicht mehr WIE, jedenfalls locke ich sie in den Schrank und klatsche schnell die Türe zu. Zwar fällt er fast auseinander, ein Scharnier hält aber gerade noch so. Hach, wie wunderbar, das wäre geschafft. Doch -oweia: die Ritzen sind so groß, sie kann locker dreimal untendurch kriechen. Schnell dichten wir die Ritzen mit Toilettenpapier ab, denn die Nacht mit DIESER Spinne -freilaufend- in einem Zimmer verbringen…? Nein, besser nicht!

Vinodhie und Geramaine sind froh, als wir endlich am See sind:

sian handy indien un konfi 1684

Lieblich und freundlich, eine rojalblaue Schönheit, an dessen westlichen Ufern Seerosenteppiche schwimmen. Die Menschen sind entspannt und fröhlich:

sian handy indien un konfi 1686

sian handy indien un konfi 1691

sian handy indien un konfi 1693

Am See herrscht entspannte Urlaubsstimmung vor. Man lacht, grüßt sich, winkt sich zu, genießt den schönen sonnigen Tag und die frische Kühle des See´s. Es ist eine Sommerstimmung wie im Bilderbuche. Doch ich kann mich nicht freuen. Ich habe Schmerzen und krassen Durchfall, der mit jeder Stunde zunimmt. Ich fühle mich so schwach wie schon lange nicht mehr. Ausgelaugt. Weichgekocht. Und habe den Eindruck, mich fiebert. Die frische kühle Brise am See tut mir daher sehr gut. Unter dem Laubdach der weit ausladender Bäume läuft es sich auch angenehm. Doch mir ist, als würde ich bereits „neben mir“ gehen. Ich fühle meine Beine nicht mehr. Ich fühle mich leer und ausgebrannt. Mein Kopf scheint komplett durchgequirrlt von der psychedelischen Musikbeschallung in Dezimalstärken jenseits europäischer Normen. Die direkte Konfrontation mit Besetzungen durch Wesenheiten sind wirklich das Letzte, mit dem ich in dieser Verfassung umgehen könnte. Ich sehne mich nach Stille und Frieden. Genieße daher diesen Teil des See´s sehr, denn hier hört man nur das leise Plätschern des Wassers. Aus irgend einem Grund hat es uns hier her gezogen, zu den Seerosen, und es fühlt sich sooooo friedlich und richtig an! Gerda so, wie es geht laufen wir weiter und schauen nach vorne – und wagen bei folgendem Anblick gar nicht, den Gedanken zu Ende zu denken…: Ob wir angekommen sind? Das Haus gefunden haben? Heute? Hier? JETZT? Oder ist es eine Resssizenz eines anderen Swami´s?

sian handy indien un konfi 1694

Das Herz klopft bis zum Haaransatz und drüber hinaus: Wir sind uns sicher: Es IST das Haus von Sai Baba! Wir sind da! Wir haben es gefunden! Wir sind angekommen! Und – wir stehen vor dem verschlossenem Tor.

sian handy indien un konfi 1695

Der Hof scheint verwaist. Niemand scheint hier zu sein. Ja, wir sind zu spät: Sai Baba ist tot, beerdigt und der Hof ist verwaist. Hier war es gewesen: Jahr für Jahr war ER hier. All die Sommertage. Man hört noch das Lachen sich freuender Menschen … doch nun … ist eine andere Zeit Wirklichkeit: Und der Hof ist leer. So leer wie es in mir ist. Ich habe das Gefühl zu zerfließen, mich aufzulösen. Hier. Und JETZT. Heute. An genau diesem Tor.

0

Beginn des traditionellen Kaliamman Festivals

by

Den ganzen Tag schon wunderten wir uns über die recht aufgedrehten Menschen und die immer lauter werdende Musik, die aus großen Boxen vom Dorf oben zu kommen scheint. Wir gehen davon aus, dass am Abend ein Dorffest gefeiert wird.

Am Nachmittag, wir tranken gerade Tee und spazierten im Anschluss durch den Garten:

sian handy indien un konfi 1643

bestaunen, wie Ananas wächst:

sian handy indien un konfi 1647

und wissen noch nicht, dass sich in den folgenden Stunden der Kopf anfühlen wird: als würde ihn etwas langsam aber sicher durchquirrlen. An diesem Nachmittag ist uns noch nicht bewusst, dass man in einigen Stunden keinen klaren Gedanken mehr fassen könnte und der Eindruck gewonnen werden kann, dass die Menschen bewusst den Eingang in die Schattenwelten öffnen WOLLEN. Noch wissen wir nicht, dass psychedelische Trancemusik durch alle organischen Zellen hindurch wallen WIRD – ob Mensch, Tier, Urwald, See … und dies´ mittels gigantischer Riesenlautsprecher, die bereits überall installiert worden sind, die alles durch die kommenden Tage, die Abende, bis spät in die Nacht bewallen werden und dass dies erst der Auftakt des drei Tage und Nächte andauernde Kaliamman Festival ist.

Es ist die Nacht auf den 10.Mai 2011.
Und ich sitze draußen, auf der Terasse des Baumhauses.
Kleine Lichter schweben über dem See, während vom Dorf Musik herüberweht:

Am zweiten Tag verlassen wir das Camp. Das Dorf ist nicht wiedererkennbar,
alle sind auf den Beinen: