Pflanzen haben eine Seele. Und sie helfen uns in vielerlei Art und Weise. Sie sind uns vorangegangen. Sie haben uns den Weg geebnet.

Jahrelang hatte ich u.a. einen Salbei als Pflanzenverbündeten. Ich hatte solch´ starken Bezug zur Deva (Pflanzenseele) aufgebaut, dass jener Teil, den ich im selbstgenähten und mit Perlen verzierten Medizinbeutel bei mir trug stets frisch, feucht und grün war, wie frisch gepflückt. Die Blätter waren (monatelang) weder trocken noch schimmelten sie. Dieses Phänomen zeigte ich einst meinen Schülern. Hach Silke, erinnerst Du Dich an meinen Salbei?

Als ich im Oktober vor zwei Jahren aus Oberprechtal fort ging ließ ich ihn dann im Garten zurück. Er war mittlerweile eine sehr alte, an die Witterung gewöhnte Pflanze. Ich dachte: er mag sicherlich nicht wieder umgesetzt werden. Was war ich traurig darüber, als ich eines Tages bei einem Besuch dann bemerkte dass der Salbeistock kein Leben mehr in sich trug, dass er abgestorben war. Selbstverständlich hatte ich mich bei ihm entschuldigt und die Erinnerung an „unsere gemeinsame Zeit“ als „Dankeschön“ in den Stock hinein gesendet. Und heute war ich im Garten, da ich den Beinwell ernten wollte und sah all die vielen grünen Blättchen spriessen ..so schön…

Diesen kleinen Garten hatten wir in Oberprechtal vor ca. 15 Jahren unter der Regie von Dim-Hie-Trie angelegt. Aus einem Ödland innerhalb von wenigen Monaten eine Natur-Oase gezaubert, in dem die Pflanzen so schnell wuchsen dass man mit der Ernte nicht mehr nachkamen. Dabei ist er wirklich MINI, dieser kleine Garten, jedoch körbeweise Gemüse und köstliche Erdbeeren ( aus einst vier eingesetzten Erdbeer-Mutter-Pflanzen ) hatten wir daraus geernet…Ein wahres Phänomen. Imanuel, Andrea, wisst ihr noch, wie schnell sich da Leben entwickelte!? Ihr habt es ja mit eigenen Augen-vor und danach gesehen…so schön oder…

Naturweltenfreunde, Schüler/innen und Kursteilnehmer/innen hatten den Garten mit Rosen, Himbeeren, Stachelbeeren und vielen Heil- und Färberpflanzen beschenkt…überall hatte ich diese Pflanzen um das Haus herum eingepflanzt ( da wo sie halt hin wollten ) heute war ich im Garten und wie ich so über all die Menschen und ihre Geschenke mit den Pflanzen nachdachte bemerkte ich die rote Katze, die seid dem Tod von Bibbi den Andreij besucht. Sie sass auf dem Grab von Bibbi und putze sich. Und dann entdeckte ich den Beinwell wegen dem ich EIGENDLICH ja in den Garten kam. Dieser Beinwell war einst ein Geschenk von Annette aus Bonn. Annette, die bei meinem ersten beseelten Zwergenfilzkurs im Oberprechtal in der Waldkircherstrasse 42 nach dessen Umbau oben dabei war. Das war vor ca. 15 Jahren an einem Wochenende im Juli. Wir saßen am Ofen, weil es so ein kalter Sommer war.

Und nun, nach all den Jahren, erntete ich ihn heute, den Beinwell. Und Annette: Was bin ich gerade froh! Denn vor ein paar Tagen ist mir ein Zahn regelrecht auseinandergebrochen. Gestern war ich ( ähm-ja: nach ein paar Tage Anlauf…) tatsächlich dann doch beim Zahnarzt. Mein Gott, was für ein lieber kompetenter Zahnarzt !!! Doch fast eine Stunde hat es gedauert, oh jeh … dachte ich verfließe da auf diesem Stuhl. Auch diese Nacht hatte ich nicht geschlafen. „Ölziehen werde ich wieder beginnen und mit dem Beinwell ( falls er noch im Garten ist ) was machen.“ dachte ich heute Nacht als ich so wach lag.

Beinwell ist eine sehr alte Heilpflanze. Seine wundheilende Wirkung beruht zum Teil auf dem Gehalt von Allantoin. Tiefe Wunden dürfen zwar nicht mit Beinwell behandelt werden, da die obere Hautstruktur durch die Anwendung schneller heilt, als die Struktur in der Tiefe und Einnehmen sollte man ihn auch nicht, aber für dieses Projekt ist er doch allerbestens geeignet. Eine Ölmischung werde ich machen. Zum Ölziehen am Morgen.

Und so schaut er aus der Beinwell im Garten:

sian´s Beinwell C