Erleichterung: Nach einer halben Stunde spüre ich klar Besserung und kann wieder gehen. Ich bin super dankbar. Wir suchen eine Apotheke, kaufen Schmerzmittel, Magnesium und Kräuterpastillen. Anschließend noch Wasser und begeben uns dann langsam zum Check-Inn für den Weiterflug nach Bangalore. Dann heißt es warten. Viereinhalb Stunden Aufenthalt sind es im Gesamten. Es ist kurz vor halb drei, Ortszeit Dubai, als wir in der Abflughalle nach einem Sitzplatz Ausschau halten. Es ist schon ziemlich voll, anscheinend ist Bangalore (und das mitten in der Nacht!) ein beliebter Anflugplatz. Wir spüren hin, wo es uns „hinzieht“. Lassen uns Zeit. Lustig, uns zieht es an den gleichen Platz, also gehen wir da hin. Es ist ein Sitzplatz und so wechseln wir uns beim Sitzen ab. Wir unterhalten uns ein wenig. Ich gehe davon aus, dass man uns nicht unbedingt versteht, schließlich sind wir in Dubai und es sitzen sehr viele indische Passagiere hier. Es geht nicht lange und der Mann rechts des Sitzplatzes spricht uns an: „Ah, ihr seid Deutsche. Wo kommt ihr her?“ Wir sagen, woher wir kommen.  „Und wohin wollt ihr?“ Die Frau neben uns ist Inderin. Sie hört uns eine ganze Weile zu und sagt dann, dass sie 10 Jahre in Frankfurt für ihre Firma (Software) gearbeitet hat und dass sie aus Bangalore, wo ihre Firma ihren Sitz hat herkommt. Dass die Firma nun abzieht und sie daher zurück gehen wird. Der Mann frägt sie aus, wo er hingehen kann wenn er sich noch etwas anschauen mag. Sie sagt, dass es in Mysore so wunderschön sei und ihre Augen strahlen dabei. „Jeder Inder mag Mysore“ versichert sie. Der Palast sei so schön beleuchtet, mit Tausenden Lichtern…es funkelt dabei verträumt in ihren Augen „also da müssten auch wir unbedingt hin.“ sagt sie. Der Mann unterdessen erzählt nichts von sich selbst außer, dass er auf einer indischen traditionellen Hochzeitsreise eingeladen ist und sich noch etwas anschauen mag. Er lässt uns großzügig wissen, dass er ein sehr erfahrener Indienreisender ist und verteilt ungefragt einen guten Ratschlag nach dem anderen. Im Voraus sollten wir die Hotelzimmer buchen, sonst bekommt man kein Zimmer, egal wo. Und die Zähne sollten wir unter allen Umständen NICHT mit dem Hotelwasser putzen. Das Wasser ist überall nämlich einfach nur schlecht. Daher sollen wir auch nur Wasser aus Flaschen trinken.  Ah, und viele würden Leitungswasser in die Flaschen füllen. Wir sollten also immer darauf achten, dass sie auch zu waren. „Puh, wie schlimm“ denke ich. Guido unterdessen schwärmt von den Hausbooten. Ach die, nein  die Hausboote sind bloss unverschämt teuer. Die meisten Inder seien sowieso gern auf ein Geschäft aus. Ich denke beklemmt an Miriams Worte, wie Taxi und Rigschafahrer einen über´s Ohr hauen. Ich kann schon gar nicht mehr zuhören und drehe mich daher weg. Doch er war voll in Fahrt und lässt nicht locker. Es folgt eine Salve nach der anderen, wie schrecklich schwül und heiß es zum Beispiel in Bangalore ist, wir werden umfallen vor Hitze. Nun wird es mir eindeutig zu viel und ich setzte mich freiwillig links auf die Taschenablage neben der Inderin. Sie lächelt und frägt, was meine Religion sei. Daraufhin haben wir ein sehr schönes Gespräch über Spiritualität, Religionen, das Religionsempfinden von Indern und über Sai Baba. Wie entspannend und aufbauend sie erzählt, ah einfach herrlich, die Zeit vergeht wie im Nu.