Inmitten ursprünglicher Natur
liegt eingebettet in sanfte Berge ein liebenswertes kleines Dorf in einem kühlen moosigen Flusstal. Ein Fluß, in dem im Winter frische Brunnenkresse wächst und sich im Sommer bunte Libellen und Frösche tummeln. Die Bergzugänge sind in den Wintermonaten gesperrt: es brütet dann der Auerhahn.

Unten im Dorf
brennt die ganze Nacht das Licht. Keines der Tiere stört sich daran: Wildschweine, Hirsche und Rehe sowie Füchse kommen ins Dorf und öfters sind am beleuchteten Dorfplatz hinter der Kirche im Herbst die Hirsche mit ihren stolzen großen Geweihen anzutreffen. Im Dorf selbst gibt es eine kleine süße Grundschule, die gleichzeitig auch ein Kindergarten ist. Wo gibt es das noch? Hier im Ort! Auch das Wasser kommt noch aus richtigen Dorfbrunnen. Blumen stehen in Sandsteintrögen. Aus den Hähnen sämtlicher Wasserleitungen sprudelt frisches Quellwasser. Die Kirchenglocken ertönen langatmig, klar und satt. Jeden Morgen Punkt sieben, mittags um zwölf und nochmals abends um neunzehn Uhr. Am Sonntagmittag Punkt zwölf spielt der Glöckner mit den weit über das Tal klingenden Glocken eine Melodie. Jeden Sonntag ist es eine andere. Keinen Sonntag mag ich verpassen, der Klang dieser Glocken gehen einem durch und durch!

Einen Lebensmittelladen
eine Post oder eine Bäckerei sucht man allerdings vergebens. Dafür gibt es in den Nachbarsorten noch so richtige kleine Tante-Emma Läden. Wisst ihr: So wie es früher welche auf dem Land gab: Wo man alles kaufen kann, was man so braucht. Vom Benzin bis zum stehts knusprigen Baguette bekommt man alles gleichermassen. Wenn man was Außergewöhnliches braucht muss man allerdings eine gute halbe Stunde bis zum nächsten größeren Laden (mit dem Auto) fahren. Wenn also etwas „aus“ ist, dann ist es eben „aus“, ganz einfach. Man kann es doch nicht ändern. Oder man fährt eben. Man lernt zu verzichten und zu schätzen was man hat. Und kreativ macht es einen auch.

Im Dorf
leben neben den Menschen viele Tiere. Die sichtbaren sind: bunte Katzen, Hunde. Sie alle wissen, dass es auch Füchse, Hirsche, Rehe, Dachse wie auch Wildschweine gibt…Laut Statistik sollen es zwar 101 Menschen sein, das scheint mir jedoch eher in den heißen Sommermonaten der Fall zu sein. Dann, wenn in Frankreich die Schulferien sind. Dann, wenn die Jungen die Alten auf dem Land besuchen kommen und alle gemütlich zusammen auf Bänken vor dem Haus oder auf Plastikstühlen um den stets festlich geschmückten Tisch jeden Mittag und jeden Abend gemeinsam sitzen. Dann, wenn es jeden Abend Punkt 22 Uhr ein Feuerwerk am Himmel gibt. Und ettliche Naturwesen, die sich auf das alltägliche Schauspiel freuen auf Bäumen parat sitzen um ein gutes Sichtfeld in den dunkelblauen Abendhimmel zu haben.

Spätsommer
ist es nun geworden. Golden schimmert das Licht am Abend. Es duftet nach Erde und Laub. Seit drei Tagen röhren die Hirsche. Ich erkenne den Hirsch vom letzen Jahr an seinen Rufen. Gestern stand er hinter dem Haus und graste friedlich auf der Wiese. Dabei sind die schmalen Wiesen eingezäunt (…!) doch nur 40 cm, und mittlerleile sind sie auch eingetreten. Die Bruchsteinmauer aus Sandstein, die das Grundstück umgibt ist auch stellenweise ausgebeult. Eine kleine Rehdame sowie die regelmässig kommende Füchsin freut das. Sie fühlen sich wohl in meinem Garten. Die Füchsin wollte schon öfters ins Haus. Das hat bisher allerdings nur das schwarze Eichhörnchen geschafft….gestern jedenfalls kam, spät am Abend, wieder der Hirsch vom letzen Jahr aus dem Wald hervor. Kilometerweite Wälder sind es, in denen er wohnt. Ein zusammenhängendes Waldgebiet, das sich über viele Berge, Erikabewachsene Bergkuppen, steil abfallende Hänge, tiefe Schluchten, versteckte Seen aus denen lichter Nebel steigt, mystische Wälder, wundersames Moss und stolze Tafelberge erstreckt…