Eichelmehl selbst herstellen ist nicht schwer.
Es braucht nur frische Eicheln und ein bisserl‘ Geduld 😉

Eicheln sind Gluten Frei und nährstoffreich. Das ist etwas in Vergessenheit geraten, man kann in unserem Schlaraffenland auch richtig bequem werden und je nach Geldbeutel dermaßen viel einkaufen 🙂 -was ich auch super schön finde dass man alles bekommt 🙂 doch etwas im Wald sammeln wenn man eh´ draußen unterwegs ist verbindet uns mit der Natur-dessen Teil wir schließlich auch sind- und macht Freude, ich liebe das 🙂 Unseren Vorfahren waren Früchte des Waldes willkommen. Hier in den Vogesen, -zumindest da wo ich wohne, treffe ich im Wald regelmäßig Menschen an die Früchte des Waldes körbeweise sammeln, da muss man immer früh aufstehen -oder in der Mittagszeit sammeln 🙂 sonst ist alles schon abgeerntet. Sowas passiert in Deutschland seltener. Da habt ihr also recht gute Chancen 🙂

Am Samstag vor genau 3 Wochen waren wir in den Vogesen im Wald unterwegs …
fast wären wir am 12. November über´s Wochenende spontan nach Paris gefahren aber auf dem Anhänger befand sich meiner Tante ihr Grabstein den wir abräumen mussten ( die Zeit war abgelaufen..:) ) und mit so einem beladenen Anhänger will man auch nicht in eine Großstadt fahren, also waren wir in den Vogesen. Was macht man nach so einem Schock? Ich zumindest muss dann raus in die Natur, in den Wald. In den Vogesenwäldern sind teilweise immer noch die beiden letzten Weltkriege spürbar … doch auch Bäume und Natur. Unter einer schönen Eiche hatte ich dann auf dem Boden zahlreiche Eicheln entdeckt. Das waren so viele, ich konnte es gar nicht glauben hätte ich es nicht selbst gesehen. Sie waren so präsent, hach genial. Nach einem halben Korb hörten wir auf zu sammeln denn man muss sie ja auch verarbeiten können. Daheim angekommen lege ich die Eicheln in heißes Wasser. Das hat gleich 2 Vorteile: jene Eicheln die oben schwimmen sind meist madig, die kann man gleich aussortieren. Der zweite Vorteil ist, dass dadurch die harte Schale elastisch wird und man sie besser schälen kann.😉

Eicheln

Anhaltspunkte/Tipps:
-Für 100 g Eichelmehl benötigt man rund doppelt so viele Eicheln.
-Noch grünschalige Eicheln sind besser zu schälen als die braunen,
es gehen aber auch braune.
-Einweichen in heißem Wasser macht die Eicheln elastisch.
Dadurch lassen sie sich besser schälen.
-Für das Schälen besten benutzt man am besten ein kleines ( scharfes ) Tourniermesser .

So mache ich Eichelmehl:
Die aufgeweichten Eicheln mit dem Tourniermesser längs anritzen, die Schale aufbrechen und die Kerne mit der Messerspitze auslösen. Man kann sie auch im Backofen bei 200 °C für etwa zehn Minuten rösten. Dadurch springt die Schale auf und die Innenhaut kann leichter entfernt werden. Bei dieser Methode verändert sich aber auch der Geschmack. Diese Methode ist gut geeignet wenn man vorhat mit den Eicheln Eichelkaffee zu machen da sie dann eh nochmal geröstet werden.

Für welche Methode man sich auch entscheidet, die Eichelkerne nach dem Schälen in eine Schüssel mit warmen Wasser geben und später so lange unter warmem fließendem Wasser waschen bis das Wasser klar ist. Dann die Eichelkerne in eine große Schüssel füllen. Frisches Wasser aufgießen bis sie schwimmen und für mindestens 24 Stunden stehen lassen. -Das lange Wässern ist sehr wichtig, denn durch das Wässern werden den Eicheln die enthaltenen Bitterstoffe entzogen.-

Das Wasser abgießen, die Eicheln nochmals gut spülen und auf einem Trockengitter ausbreiten. Ich habe die Gitter für 2 Wochen nahe/auf dem Ofen getrocknet. Die Eicheln schwitzen lange recht viel Wasser aus, es dauert, bis sie wirklich trocken sind. Den Eicheln also viel Zeit geben. 💝

Die schön trockenen Eicheln sind lagerfähig da sie kein Wasser mehr enthalten. Man kann sie dann je nach Bedarf klein häckseln bzw. in einer Moulinette hacken und anschließend in der Getreidemühle mahlen. Heraus kommt aller feinstes Eichelmehl.

Mehl mahlen in der Getreidemühle

Eichelbrot
Ein Brot nur aus Eicheln ist recht herb und hat noch viele Bitterstoffe. Daher nahm ich lieber nur ein Drittel Anteil Eichelmehl und schaute was ich noch so an Getreide/Mehle da hatte. Ihr könnt je nach Verfügbarkeit /Geschmack / Glutentoleranz die zwei Drittel Mehlaneile mit Dinkel, Urweizen, Roggen, Hafer oder für die ganz Gluten freie Variante: Lupinen, Buchweizen, Hirse, Maismehl/ Maisstärke, Kastanienmehl, Sonnenblumenkerne… nehmen bis alles zusammen

-500 g Mehlmasse ergibt. Dazu jeweils
-einen halben Tel. Anis-, Kümmel-, und Fenchelsamen
-1 frische Bäckerhefe
– eine Prise Rohrohrzucker
-1 TL Stein oder Meersalz
-ca. 300 -350 ml lauwarmes Wasser

Herstellung:
-Hefe mit den Fingern zerbröseln. In einer kleinen Schüssel mit einem Teil warmem Wasser, einer Prise Rohrohrzucker sowie etwas Eichelmehl vermengen. Zugedeckt ca. eine Viertel Stunde gehen lassen.

-In der Zwischenzeit das Getreide mit den Gewürzen fein mahlen.

-Das Mehl in eine angewärmte Tonschüssel geben.

-Nun das Hefegemisch in die Mitte gießen.
-Auch das restliches Wasser, das Salz
-und alles für mindestens 10 Minuten kneten. Dabei kann man ein Rührgerät verwenden oder von Hand kneten.

brot kneten 1

-Die Schüssel mit einem feuchten Baumwolltuch bedecken,
-zugedeckt über Nacht kühl ruhen lassen
-und am nächsten Tag den Teig mit den Händen durchkneten:

brot kneten 2

-dann eine Gärform großzügig mit Mehl stäuben und den gegangenen Teig hineingeben:

Brot selbst backen

-Mit einem feuchten Baumwolltuch bedecken
-und nochmals für etwa zwei Stunden an einem warmen Ort ruhen lassen.

-Den Teig vorsichtig herausnehmen,
-auf ein bemehltes Brett setzen
-und nochmals mit einem feuchten Baumwolltuch abdecken.

Nun den Backofen vorbereiten:
-In die Mitte des Backofens einen Backrost schieben.
-Eine Steinplatte wie man sie auch zum Pizza backen verwendet auf das Gitter legen.
-Den Ofen bei Ober/Unterhitze auf 250 Grad Celsius hochheizen.
-Eine kleine Schüssel mit heißem Wasser bereit stellen.

-Unter möglichst kurzem Öffnen der Ofentür das Brot auf den heißen Stein setzen
-etwas von dem bereitgestellten heißem Wasser auf den Boden gießen.
-Die Tür dann ganz schnell zumachen!

-Nach ca. fünf Minuten die Temperatur auf 180 °C reduzieren
-und das Brot für etwa eine dreiviertel /1 Std. backen.

TIP.: Gegen Ende der Backzeit mit der Hand draufklopfen:
Klingt das Brot beim drauf klopfen hohl, ist’s fertig und kann herausgenommen werden.
Das noch heiße Brot kann mit kaltem Wasser bepinselt werden, was einen schönen Glanz ergibt, muss aber nicht sein,
mit Mehl schaut’s auch ganz ansprechend aus:

Eichelbrot

Viel Spaß beim Sammeln, Pulen der Eicheln und beim Nachbacken 🙂