Aus einem Schockzustand herauskommen ist klar eine Herausforderung. Oft schafft man das auch nicht alleine. Muss man auch nicht. Es gibt Hilfen. Die Hilfen zu erkennen ist ebenfalls ganz klar eine Herausforderung. Und man kann sie annehmen diese Hilfen oder auch nicht. Beides ist möglich. Ich achte gern auf Zeichen, das hilft mir. Für mich ist dies die ursprünglichste Art von Magie. Mit Magie meine ich nicht, was man heutzutage darunter zu verstehen glaubt. Mit Magie meine ich die ursprüngliche Absicht dessen. Das Wort Magie kommt, wie ich schon erwänte, aus dem persischen und bedeutet soviel wie: „die Zeichen richtig deuten“ Ein Magier kann, aber er braucht keine Handlungen betreiben, er kann auch lediglich einfach nur die Zeichen richtig deuten. Zu einer Zeit, als dies so gehandhabt wurde verhalf dies zu Frieden, auch zu innerem, da es Kriege verhinderte. Es ließ die Menschen erkennen, wann was ansteht, wie z.B.: auch rechtzeitig die Ernte einzuholen oder die Feldfrucht einzupflanzen. Es half Krankheiten als Hilfmittel der Seele zu erkennen sowie alle Art von Zuständen auszuheilen. Ab einer gewissen Adeptenschaft lege ich daher meinen Schülern nahe, ihre liebgewonnenen Hilfsmittelchen wie all die wunderschönen Karten, die es so auf dem Markt gibt, all die prachtvollen Wahrsagekugeln, all die kunstvollen Pendeln und so weiter einfach mal getrost bei Seite zu legen, und sich trauen „sich auf den Weg zu machen“, sich trauen, auf sich selbst zu vertrauen, sich intensiver verbinden mit sich selbst, wieder mehr auf seine innere Stimme zu hören, auf die der Umwelt, auf die Natur zu achten, um sie so immer besser zu versteh´n. Um so die natürliche Verbundenheit wieder zu erlangen. Um die Natur, ihre Sprache wieder zu verstehen, ganz natürlich, ganz einfach um ohne Hilfsmittel, ohne Krücken  laufen zu können, ganz frei. Um URSPRÜNGLICHKEIT wieder zu erlangen.. Darum: „auf die Zeichen achten“ Und darum lasse ich nun auch wieder eine kleine Revue passieren. Rufe mir in Erinnerung, wie das ALLES überhaupt zu Stande kam… die Reise… die Zeichen… der Tag, wo ich das Visum beantragt hatte… ( und da hatte ich Euch noch nicht alles erzählt !!!…)… aber weiter: nochmals genau fühle ich hin, was heute Nacht war, was da genau geschehen ist. Dann lasse ich Revue passieren….meine Wahrnehmung am Morgen… das Sehen von Sai Baba, wie er so friedlich mit geschlossenen Augen ganz entspannt da lag… am Karfreitag hatte er am See von Lalbagh gesagt, dass er sterben wird und an diesem Vormittag ging bei meinem geliebten Rosenkranz das Kreuz ab… „es ist Karfreitag Sian“ sagte Dim-Hie-Trie. Nie sagte er etwas „nur so“ es ging um… das Kreuz…das Leid…. Leiden. Sünde. Schuld…am Kreuze gestorben…“für unsere Sünden“ doch das Kreuz..fällt ab…. die Zeit da?— ich erinnere mich, wie ich schon als kleines Kind den leidenden Jesus von ALLEN Kreuzen abhängen wollte, nein sogar tatkräftig gemacht habe, was meine arme Mutter fast zur Verzweiflung trieb… als Kindergartenkind hatte ich bereits den Dorfpfarrer damit genervt, dass ich glaube, es käme mal ganz sicher eine Zeit, dass man das tun MUSS denn Jesus kann doch nicht für alle Zeit für unsere Sünden büßen…..das das überhaupt so ein Quatsch sei und es mir weh macht, im Herzen, so weh macht….und heute ist was für ein Tag? Ostersonntag! Das bedeutet doch  im klassischen „christlichen“ Sinne: Die Auferstehung und das Leben! Dann schaue ich weiter, was ich gerade für „ein weltliches Problem“ habe: Ich habe ein offenes Messer in der Tasche !!! Und genau darum stehen wir auch gerade hier, weil wir gesehen haben, dass es NOCH eine Sicherheitsschleuse gibt. Doch dann erreichte uns diese SMS mit dem Tod von Sai Baba und ich fiel in diesen Schockzustand, aus dem ich jetzt aber raus möchte. Daher schaue ich mir das mit dem Messer an. Messer bedeutet? Schneiden. Abtrennen. Was? Oder auch „will ich mit dem Messer „ins offene Messer laufen“?….oder „nicht unter´s Messer kommen“? Ihr fragt Euch gerade: Was für ein Messer? Ah, hatte ich ja noch gar nicht erwähnt, stimmt!

Für den Tempelbesuch hatten wir wie immer genügend Dinge mitgenommen, die man so braucht/brauchen könnte. Diesmal neben den üblichen Dingen wie den Medikamenten, Geld, Pass, tausend wichtige Kleinigkeiten wie auch Kekse, Getränken sowie auch eine Mango. ( Hach ja, die gab´s drüben frisch vor „unserem“ Supermarkt…) Nun für diese wundervoll duftende Mango braucht´s zum schälen, so dachte ich mir das halt mal, ein Messer. Stephan Lunaris hatte mir für die Reise seines mitgegeben. Und er mag gerne Kanufahren und solche Sachen. Es handelt sich also um ein äußerst stabiles Messer. Genauer gesagt um ein orginal schweizer Taschenmesser. Sehr robust also, auch das Messer und die Klinge, frisch geschärft! Oh ja, sehr scharf. Denn Tags zuvor hatte ich es sogar noch ausprobiert und dann…nun ja dann….ähm…nicht mehr zubekommen. Ja wie peinlich, aber ich hatte das eben noch nie benutzt. Weil ich es nicht zubekommen hatte war es offen in der Tasche dabei. Ich hatte mir gar nichts dabei gedacht! Ich hab´s halt nicht zubekommen, aber wie schaut das denn aus, wenn ich mit diesem Messer im Tempel ankomme? Nicht auszudenken! Nur für die Mango, soso. Nun gut, wir sind also vorhin beim unteren Tempeleingang angekommen. Nichts ahnend, dass man da kontrolliert wird. Wie am Flughafen muss man da die Taschen vorzeigen. Die Kontrolleuere haben extra große, runde Metalldedektoren, mit denen sie in die Taschen gehen. Fieberhaft versuchte ich daher auch diese rießige scharfe Klinge mit der Hand in der Tasche zumachen, doch es ging nicht! Ich sah uns schon verhaftet….nein, aber so ähnlich….doch Dim-Hie-Trie hatte es tatsächlich fertig gebracht, dass weder das Messer, noch die Bleifüße der Naturwesen „entdeckt“ wurden! Auch Kameras sind übrigens strengestens verboten….und ich habe beides noch. Weil ich nun also begonnen habe, alle Zeichen und Eindrücke zu sammeln und zu deuten sammelte ich auch mich, so innerlich, wieder ein. Die Verbindung zu meinem Herzen kommt zurück. Wie wundervoll! Erleichtert stelle ich fest, dass meine Verbindung zum Herzen wieder steht. Und das bedeutet Vertrauen. Vertrauen in die göttliche Führung. Genau in diesem Moment weiß ich auch, wie das Messer zugeht. Einfach so! Schnapp, zu. Aha!

Sai Baba hat also den Körper verlassen. Ich bin dankbar, dass ich rechtzeitig hier war, dass ich noch rechtzeitig geflogen bin. Ich bin dankbar, dass ich so viele intensive Erlebnisse mit ihm erfahren durfte. Ich spüre, WIE SEHR es wichtig war herzukommen, zu Hause hätte ich es NIE so intensiv fühlen können. Ich habe es „richtig“ gemacht, die zechen richtig gedeutet! Ich fließe über vor Dankbarkeit! Dann spüre ich WIE SEHR ich dankbar bin, dass er der Welt so viel gegeben hat, er so viel zurückgelassen hat. Ein Schatz, unbezahlbar! Wissen! LICHT. geteilt. Geschenkt. Angezündet. „Das eine Licht entzündet das andere“. Mir wurde ein geschenk gegeben. Welch Gnade, dass ich das efahren durfte und tatsächlich in jenem Land weile, in dem er seinen Körper verlassen hat! Welch Gnade, dass wir verbunden waren und ich von seinem Licht geschenkt bekam ! Ich ströme über vor Dankbarheit und darum möchte ich jetzt beten gehen. DANKE sagen, im Tempel, für diese Geschenke, für diese Gnade. Doch sehe ich uns im Tempel? Ich spüre hinein. Sehe uns Treppen laufen, auf einem Boden sitzen, Statuen anschauen, etwas wahrnehmen…Dann habe ich jetzt also gefälligst auch Vertrauen, dass wir reinkommen. SO. PUNKT. Die zweite Sicherheitsschleuse ist noch aufwendiger und noch besser kontrolliert. Und das ist er, der Tempel, wenn man bereits drinne war und das waren wir. Denn wir haben Glück.

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Die Wesen freuen sich. Bevor man den Tempel betritt gibt der Mensch seine Schuhe ab. Dafür gibt jeder für ein Paar Schuhe zum versorgen 2 Rupies und bekommt einen Sack und eine Nummer. In den Sack macht man seine Schuhe rein und gibt diesen dann ab. Reihen über Reihen voller Säcke, in denen Schuhe hängen. Dann kommt die innere Sicherheitsschleuse. Eine für die Frauen, eine für die Männer. Wenn dies geschafft ist geht man eine Wassertrasse entlang. Da werden einem mittels angebrachten Düsen an den Treppenaufgängen die Füße gewaschen. Es ist wundervoll kühl und herrlich erfrischend. Dann läuft man einen überdachten Gang entlang und weitere Treppen hoch. Diese Treppen sind dann wenn die Sonne scheint ( und das tut sie ) sehr heiß. Wir hatten uns jedoch ja belesen und daher Socken dabei, welche wir also rauskramen und anziehen, was sehr zur Belustigung führt. Man kommt anschließend an verschiedenen Statuen vorbei. Sie haben eine wundervolle Ausstrahlung. Wenn viel Betrieb ist kann man nicht verweilen, weil an jeder ein Mann steht, der die Menschen antreibt weiterzulaufen. Wir haben aber auch hier Glück, denn nur wenige Menschen stehen davor und wir können so genauer schauen. Wundervoll, einfach wundervoll. Es berührt das Herz. Es duftet nach Räucherstäbchen. Vor jeder Statue sind Plexiglaskästen, wo man Geldscheine hineingeben kann. Blumen stehen davor. Es schaut so schön aus. Im Tempel haben wir auch Glück, denn nur wenig ist los und das an Ostersonntag. Wir haben sogar freie Sicht auf die goldenen Statuen. UND einen Sitzplatz in der Mitte auf dem Boden. Können so in aller Ruhe beten, die Energien spüren und aufnehmen, die Deckenbilder betrachten..und darauf achten…eine sattgrüne Wiese amFluss…Kinder, die spielen…eine weisse Kuh…ich spüre…so alt das Bild…so warm das Land…das alte Indien…VerbINDung… Elbenland… herübergekommen….

Die Statuen….

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eine Stunde, zwei Stunden einfach vor Ort sein, dasein, dasitzen, spüren, wahrnehmen, beten, verweilen…

…dann weitergehen, mit all den Eindrücken, die so intensiv waren, die Türen geöffnet haben zu inneren Kammern….in dieser Energie weiterlaufen, weiterschauen und die süßen Ladhukugeln sehen, sie kaufen, essen….und wer kein Geld hat erhält am Ausgang Reis aus einem großen Topf.. im Bananenblattschüsselchen.

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zum Abschluss erhalten wir ein Kärtchen, mit dem Krishna als Kind. Und diesen Himmel.