…nun schreibe ich wieder….

Habt ihr Euch schon gefragt, wie es denn nun weiterging mit der Reise? Ob ich letzendlich doch noch ankam, in Sai Babas Haus am See von Kodaikanal? Wollt ihr wissen, wie es weitergeht? Mitkommen, wenn wir mit dem Zug nach Mysore fahren? Wissen, wie es sich dort anfühlt und mit auf einem Elefanten sitzen, in einer spekatulären Nachtfahrt auf den heiligen Berg mit fahren um in den Durgatempel zu kommen um dort vor Ort das heilige Feuer zu empfangen? Wie es war, durch die weiten Ebenen einer spekatulären Sumpflandschaft zu fahren um zu den Nilgiris, den blauen Bergen zu gelangen? Dort die Einweihung von Sai Baba zu erfahren, mit den dort freilaufenden Kühen und den Affen im Wald? Mitkommen in den Dschungel des Elephant Valley? Von dort den Beginn des Kalifestes miterleben, um deshalb schließlich in Sai Baba´s Haus am See in Kodaikanal anzukommen? Ja, eine lange Zeit ist seither vergangen… ich konnte einfach nicht mehr weiterschreiben. Doch nun geht es wieder und gerne lasse ich Euch an all diesen wundersamen Ereignissen, die auch EUCH heil-en können teilhaben. Wenn JA, dann lade ich Euch hier und jetzt ein, weiterzulesen, zurück zu gehen mit mir an jenen Tag, wo ich aufgehört hatte zu schreiben…

…denn mit einem warmen Gefühl im Bauch läuft alles einfach besser! Ausgesöhnt spüre ich beim Weitergehen, wie ich Hunger bekomme. Hunger, was für ein Glück! Das ist immer gut, ein gutes Zeichen! Ist ja essen da…. STOP, sooo viel ist auch wieder nicht da. Wir hatten ja das ganze Brot verschenkt… aber da war doch noch was…. eine FRUCHT! Wie passend, eine Frucht! Eine Mango um genauer zu sein. Oh ja, eine Mango! Eine köstlich duftende Mango, gereift am Baum und erst dann gepfückt, wenn sie reif ist. Hach, wie passend. Wie wunderbar. Bei uns kennt man die Früchte ja auch, aber sie werden grün vom Baum heruntergeholt und reifen erst auf dem WEG zu uns aus. Der Geschmack ist nicht der gleiche, hier ist es „echter“…mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen… wo war sie doch gleich? Im Geiste krame ich bereits in der Tasche...Wir wollen uns gemütlich wo hin setzen. Da vorne, schau, da ist ein schöner Baum und an ihm ein kleines Bänkchen, da könnten wir doch hingehen! So ein großer Baum, mit ausladenden, in sich verschlungen Ästen und Zweigen. Wie schön er doch so in den Himmel ragt!

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Ein Baumfaun wächst von der Erde als Samen in den Himmel hinauf. Das, was wir sehen und Baum nennen sind quasi seine Füße. Das ist jener Teil des Faunes, den wir sehen, sein Wesen an sich ist im Erdreich, das sich über den Stamm hinauf verteilt… Vom Erdreich in den Himmel… Daher fällt mein Blick nun auch auf den Boden. Im spärlichen Gras liegt ein Mann. Abgemerkelt. In Lumpen gehüllt. Seine Augen – geschlossen. Auf ihm – Fliegen. Ich erschrecke – er wird doch nicht…ntod sein…? Warum sollte er sonst da so liegen, auf dem Boden? „Nein, er atmet noch.“ sagt Guido. Ja – er atmet. Im Busch hinter ihm – liegt noch ein Mann. Dann ist er sicher auch nicht tod…oder…?- „Nein.“ Na Gott sei Dank! Dahinter liegt zusammengekauert noch ein Mann und dahinter… ich mag aufstehen. „Ach komm, Sian, wir bleiben.“ sagt Guido.  „Aber all die vielen Männer…“ Gleich sooo viele. Auf den anderen Bänken auch.. überall…also ich spüre Unbehagen und hinter dem Unbehagen auch die Präsenz VIELER Männer…Immerhin habe ich gesittete Kleidung an, aber dennoch..“Ich habe keine Angst vor Männern“ sagt Guido. Ja, stimmt, ich vergass. Es tut gut, das gerade jetzt so von ihm zu spüren. Darf ich spüren, wie sich das anfühlt? Ja. Ich begebe mich in sein Aurafeld. Ja, tatsächlich – keine Angst vor Männern! Ich entspanne mich, habe aber immer einen Seitenblick. Krame nun in meiner Tasche. Wasserflasche, Taschentücher, Medizin, Pass, und und und. Aber wo ist denn bloss die Mango hin? Das Messer taucht auf. Wunderbar, das lasse ich schon mal da, auch die Serviette mit der fünf drauf. Christuszahl. Dann was Weiches. Wie passend zu der fünf! Mitgefühl, Menschlichkeit. Ah, da ist sie ja. Ich weiß ja nun, wie das Messer auf und zu geht, hi klasse! Gleich mal ausprobieren. Mit der anderen Hand die Mango auf das Tuch. Der Magen knurrt. Erst alles schälen,  aufscheiden und DANN genüsslich essen. Sie schmeckt fantastisch. So eine Köstlichkeit, wer braucht denn da schon Brot?!

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Ohhhhhhh, wie köstlich! Ich bin im Paradies und esse MangoFRUCHT! Und was für eine Farbe diese köstliche Mago hat- goldgelb. Mangos sind doch echt was ganz feines! Ich LIEBE sie. Hmmmm. Unsere Finger werden vom vielen Zuckergehalt ganz klebrig. Am liebsten mag ich meine Finger in den Mund stecken, doch das lasse ich wohl besser! Wir laufen zur gegenüberliegenden Wasserstelle. Dort waschen sich die Menschen ihr Gesicht und trinken von dem Wasser. Wie mutig ist das denn! Das machen wir aber dann doch mal besser nicht…nee….nur waschen.

Und dann, wohin zieht´s uns jetzt? Zu den schlanken lustigen Bäumen da vorne? Ach, was für lustige Bäume! Bäume sind immer wunderbar! Und gleich so viele, die man gar nicht kennt. Immer schön, diese Energien zu entdecken! Sie wehen im Wind, als würden sie winken. Wir schauen eine ganze Weile den Bäumen zu. Es klingt schön, wenn der Wind durch sie weht.

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Und wohin zieht´s uns jetzt, so gestärkt und glücklich? Also mich definitiv zum Pavillion. Ich schaue ihn schon die ganze Zeit an. Die Kuppel, verziert im vikorianischen Stil, erscheint mir wie aus einem anderen Jahrhundert. Also das mag ich mir unbedingt anschauen gehen. Da mal drunter stehen ist doch bestimmt schön. Stimmen von lachenden Menschen wehen herrüber.  Während wir da hin gehen lachen und scherzen wir darüber, weil wir immer schauen, wo es uns hinzieht um dann darüber nachzuspüren, warum das so war und was das uns sagen möchte. Ich freue mich einfach über den Pavillion, denke ich. Sowas gibts bei uns nicht, oder zumindest hab ich so einen noch nie gesehen.

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Uih, Überraschung. Je näher wir kommen, desto mehr fällt uns die Baufälligkeit auf…das Dach ist durchgebogen, als würde es jeden Moment herunterfallen können. Die Seitenteile sind es teilweise schon…und darunter stehen all diese Menschen… oh jeh, wie gefährlich. Sieht man das denn nicht…? Bei uns wäre ein öffentlich genutzes Gebäude in solch Zustand sicherlich gesperrt. Definitiv. Ein rotes Band wäre davor. Und ein Schild, wo draufsteht: „Betreten verboten-Eltern haften für ihre Kinder.“ Magst hingehen?“ frägt mich Guido. Oh nein, lieber nicht! Das Haus- steht für den Körper…Während wir weiter laufen denke ich über das Haus – den Körper nach. Also da hat es mich hingezogen. Nun, mein Körper, was will es mir sagen? Auf den ersten Blick anziehend und gesund aussehend? Doch der Putz blättert ab? Baufällig…? Stürzt fast zusammen…? Ja, so ist das. Ganz genau. „Das ist eben aus einem anderen Jahrhundert.“ sagt der Dim-Hie-Trie tocken. Wir lassen uns weiterziehen. In der Sonne glänzt hell, fast blendend, eine Löwenstatue. Na sowas, schon wieder ein Löwe? Ein königliches Tier, der Löwe….Ja, die Königlichkeit, da ist sie wieder…und dann ist dieser Löwe da auch noch golden…Gold=Aurum. Es steht für Edelkeit, Weichheit, Schutz…Er schaut uns regelrecht an. Sein Mund ist geöffnet und ich denke fast, er würde gleich zu sprechen beginnen…

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Der Glanz des Löwen ist so hell, dass ich meine Sonnebrille aufsetze. Es blendet mich fast. Während ich die Sonnebrille aufsetze fällt mir auf, dass ich bisher noch keine indische Frau mit einer Sonnenbrille gesehen habe. Hm. Ich schließe kurz meine Augen, da sie zu tränen begonnen haben. Sie brennen regelrecht, seltsam… „Atmen Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie. Nun gut, atmen. Ich atme ein. Hm- Zedernholzduft. Und denke daran, was der Faun der Zeder sprach…

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 Der Faun der Zeder sprach:

Was der Löwe in der Tierwelt ist, das ist mein Wirken in der Welt der Dryarden. Der Löwe ist ein wahrlich königliches Tier. Er scheut sich nicht, dies auch zu zeigen. Und schau, so bin auch ich. Ich scheue mich nicht, Raum einzunehmen, das kannst Du an meinen Ästen sehen. Und ich suche mir auch meinen Platz aus, wo ich ihn einnehmen möchte. Ich gebe mich nicht mit weniger zurieden, als das, was ich brauche um zeigen zu können, wie man sie einsetzt, die Königlichkeit: nämlich zum LEBEN um dann weitergeben zu können an jene, die des Schutzes bedürfen. So ist es denn, dass ich ausladende Äste gestalte, die zwar viel Platz in Anspruch nehmen und dennoch Schatten spenden für jene, die unter mir sitzen mögen um in der Mittagshitze einen schattigen Platz genießen zu können. Ich komme und helfe Dir, Deine Königlichkeit annehmen zu können mein Kind und spende Dir Schatten unter meinen Ästen, auch in der Hitze des Alltages.

Meine Affirmation für Dich lautet:

„Ich geniesse das Leben und nehme das Leben als Geschenk an.

Ich suche mir meinen Platz aus und nehme meinen RAUM ein! Dann kann ich auch weitergeben.“

 

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