Aus dem Nest gefallen

Sai Baba sagte am Beispiel des Mädchenheimes ja sehr viel über die Energie des Wachsens von etwas. Dass es wichtig ist Grenzen zu setzen um Raum schenken, Raum geben zu können. Dass DANN darinnen und dadurch erst etwas wachsen, gedeihen kann und genährt wird… Was hatte ich gerade für ein Gefühl? Ich spüre Zusammenhalt. „Da war noch mehr Sian.“ sagt Dim-Hie-Trie und ordnet mit seinem Fuss Steinchen an. Hm, was genau spürte ich? Geborgenheit! Ah! Es geht um Geborgenheit! Inmitten dieser Kinder spürte ich die Energie, wie sich Geborgenheit unter Menschen anfühlt. Ja, da war auch Stolz dabei, Spass und Freude, auch wenn man beim „Bild machen“ ganz ernst drein schaut, das ist aber davor und danach nicht so gewesen. Zuvor waren die Frauen und all diese Kinder am lachen und am sich freuen, dass es Menschen gibt, die aus Deutschland gekommen sind. So weit weg! Zu ihnen! Das Land anschauen! Besuch! Dass sie nun gleich auf jenem Bild sind, das dann, eines Tages, in einem weit entfernten Land der Familie, den Freunden gezeigt wird. Dass SIE da drauf sind. Man schaut dann wenn das Bild gemacht wird zwar in dem Moment ernst, weil es sich wohl so gehört. Eine ernste Angelegenheit eben aber danach und zuvor wird man berührt und in der Mitte aufgenommen. Geborgenheit, das ist ja so wichtig zum wachsen. Ohne Liebe geht man ein, wird krank….

Mir kommen die Worte von Dim-Hie-Trie von gerade eben wieder in den Sinn „aus einem anderen Jahrhundert eben“ Ja, meine „Probleme“ kamen tatsächlich aus einem anderen Jahrhundert! Etwas Karmisches, etwas Mitgebrachtes ist in diesem Leben wirksam! Mitgebracht hatte ich das, hinein in dieses Leben. Das, was ich erlebe und wohl bisher nicht lösen konnte muss erst gelöst sein! Ich muss „erst an die Wurzeln gehen“ sagte einmal Dim-Hie-Trie, „und dann zeigt sich der Weg von ganz alleine.“

„Ja wo genau sind denn die Wurzeln?“ frage ich ihn. „Nun, das wirst Du schon sehen.“ -„Wie? Wie offenbart sich das?“ – „Na, WILL es.“ sagt er mit Nachdruck. Aber ich will doch! „Nicht genug.“- Ja klar will ich, hör mal! „Na dann schau hin. Gerade hier in Indien wird euch doch genau dies vergegenwärtigt, es ist so intensiv und so deutlich sehbar, spürbar, dass man sich doch gar nicht entziehen kann! Der baufällige Pavillion, wo es Dich hingezogen hat steht für „das Haus=den Körper“ und Dir kam da in den Sinn, dass man bei uns ein rotes Band davor ziehen würde und ein Schild: „Betreten verboten-Eltern haften für ihre Kinder“. Man würde es nicht begehbar machen. Zuvor saht ihr Menschen, die verkrüppelte Gliedmassen haben, die arm sind, am verungern und dass man sich auch einfach auf dem Boden legt wenn man nicht mehr kann. Wenn man entkräftet und ermattet ist. Bei uns sieht man das nicht. Jaja, ich weiß, dass wir ein „reiches“ Land sind, mit Infrastruktur, mit Bildung… doch ich wage zu sagen: Bei uns sperrt man das Leid, die Alten, die Kranken weg. Hier nicht. Hier wird es daher deutlicher erlebt, es ist überall zu sehen und daher sehr viel intensiver erlebbar als bei uns….“

Ein lautes Gezetere untermalt diese Erkenntnisse. Ich kann mich fast nicht mehr konzentrieren denn ich höre: „He, Finger weg, Finger weg !!!“ und „Hier bin ich, hier bin ich !!!“ sowie: „Halte durch, halte durch !!!“. Woher kommt denn das jetzt? Von oben. Aus dem Baum, welcher wunderschöne violett-blaue Blüten trägt und unter dem wir gerade durchlaufen.

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Was für ein großer Vogel! denke ich und stolpere fast über den Vogel, der da auf dem Weg am Boden sitzt.

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„Ah, aus dem Nest gefallen“ denke ich sogleich. Ich bin berührt. Eine Mama, die nach ihrem Jungen schaut! Und WIE wehhement! Sie kann sich gar nicht beruhigen, wird immer lauter. Sicher hat sie Angst, dass jemand das Junge anfassen oder gar fressen würde. Das ist gelebte Mutterliebe-oder ist das reiner Instinkt? Vieleicht auch beides. Die Natur hat das jedenfalls schon schön eingerichtet finde ich. Wenn jeder SO eine Mutter (oder Vater/Schwester/Bruder/Freund/in…hätte, ja dann kann man sich doch geborgen fühlen! Ich spüre ein Ziehen im Bauch. Hat jeder so eine Mutter/Vater/Bruder/SchwesterFreund/in….? Nun vieleicht ja nicht, aber man kann es, wenn man es nicht hat(te) ja einfach selbst leben! Ich fühle meine große Liebe für meine Kinder, wie sehr ich sie liebe….mein Herz fliesst über vor Mutterglück…Kinder, so feine Wesen……ach und all die Natur, die Erde, das Wasser, die Luft, all die Tiere in den Elementen, die Bäume…mein Herz ist voller Liebe, am überfließen….

„Vergiss nicht das ausheilen, dass DU keine Geborgenheit erlebt hast. Dass Du aus dem Nest GEWORFEN worden bist“ sagt Dim-Hie-Trie.

Autsch, das tat aber jetzt weh! „Ja, das spüre, Du willst schließlich gesund werden.“

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