im Museum

Über das Goverment and Art-Museum wird gesagt, dass man eine Mischung aus historischen Ausstellungsstücken Karnatakas, die üblichen Tonscherben,  Musikinstumente, Schwerter und Gemälde im goldgeschmückten Mysore-Stil vorfindet. Im direkt angrenzenden Art Museum, das mit der gleichen Eintrittskarte angeschaut werden kann, sich wertvolle Bildhauereien und Landschaftsmalereien berühmter indischer Künstler befinden. Hui, ein richtiger Schatz also! Der Eintrittspreis von 4 Rupies, das sind 10 Cent, erscheint uns verschwindent gering. Vor dem Museum steht ein Mann, gekleidet mit dem klassischen steif gebügeltem weissem Hemd, die Hände hinter dem Rücken.

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Mit strengem, ernsten Blick mustert er uns, während er die 8 Rupies entgegen nimmt, das dann eine weitere Angestellte in Empfang nimmt. Eine alte zahnlose Frau mit streng zurückgekämmtem Haar. Wir sind drin, im MUSEUM.

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Hui, ja, Schwerster und Säbel liegen da und mit ihnen die Erinnerung an alte Schlachten, die damit geschlagen wurden. Ich spüre die Schärfe von Klingen, auch wenn sie alle NUN rostig darliegen. Lange her, die Schlachten, in denen sie zum Einsatz kamen, aber es erzählt ein jedes Stück seine Geschichte….

Ich sehe eine kleine friedliche Stadt am Meer, umgeben von Mauern, Türmchen und Zinnen, auf denen Fahnen im Wind wehen. Ich sehe Kinder, die miteinander scherzen, zusammen Versteck spielen. Lächelnde Mädchen mit bunten Blumen im Haar. Ich sehe Schiffe, die anlanden und große Aufregung unter den Bewohnern. Die Schiffe bringen Leid, Verderben, Plünderei, Brandlust, Verstümmelung von Gliedmassen und Vergewaltigung über die Stadt. Ich sehe alles und halte dabei die Energie fast nicht aus. „Das gehört zum Leben“ sagt Guido. Ich schleife mich zu den Tongefässen.

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Auch sie erzählen eine Geschichte. Ein Tontopf erzählt, dass in ihm wertvolle Gegenstände verborgen waren und wie sie von einer Frau vergraben wurden.  An einen sicheren Platz am Stamm eines markanten Baumes. So, dass sie ihn auch wiederfindet. Es ist schön, all den Geschichten beiwohnen zu dürfen! Ich freue mich und fühle, wie jedes Museum Geschichten zu erzählen weiss, und hier in Indien, wo es so viele Dynastien gab ist es besonders greifbar. Der Zugang ist ganz schnell da. Schwebend laufe ich die alten schweren Eichentreppen hoch. Sie knarren. Gleich hinter den Trepen sind in alten staubigen Vitinen die Musikinstumente.

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Guido bleibt wie angewurzelt vor einer der Vitrine stehen. Seine Aura wird hellgelb. In ihr tanzen Lichtglitzerpunkte. Uih, schön! Um sie herum ist es weiss mit einem zarten Grünschimmer. Der Körperelf beginnt zu musizieren.  „Darauf habe ich schon gespielt“ sagt er lachelnd und scheint sich zu erinnern….. Es liegen mehrere Musikinstrumente da. „Auf welchem?“ frage ich. „Auf der Sitar“antwortet er leise.  – „Welches ist die Sitar?“ frage ich flüsternd. „Diese da.“ sagt er und zeigt auf das bauchige Musikinstrument.  Das Instrument erfreut sich und. Uih, ich denke an Atron, das musische Wesen, das im Flügel in Berlin, wo Dim-Hie-Trie einst war lebte. Lange Jahre schlafend, bis eines Nachmittages der Musiker das Haus des Anwalts betrat…Ich darf in in Guidos Aura eintauchen…und sehe ihn mit übergeschlagenen Beinen auf einem dicken Brokatkissen sitzen. Ihn kleidet eine Kurta aus gelb glänzendem Seidenstoff, der reich mit Goldstickerei verziert ist. Eine wunderschöne, kunstvoll gearbeitete Sitar ruht dabei an seiner rechten Seite auf seinem linken Fuß. Mit dem rechten Unterarm, der auf dem Resonanzkörper ruht, das er  schräg vor den Körper hält, greift seine linke Hand Saiten hinter den Bünden. Ich höre ihn singen und spüre seine tiefe Verbundenheit zu dem Land Indien. Uih, schön!

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Noch ganz berührt davon, mit dem Körpereelfen in Kontakt gekommen zu sein, der den Menschen daran erinnert, was er schon erlebt hat gehen wir an schönen Bildern vorbei und kommen an diese Stelle:

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Wir laufen einmal um die Ballustrade. Bilder verschiedener Dynastien erzählen ihre Geschichte. Menschliches Schicksaal offenbart sich, während wir uns dem Herzstück des Museums nähern:

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Mysore, da steht Mysore. Wir wollten einen Hinweis, wo wir hingehen….

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Die Bilder sind reich verziert, kunstvoll und dabei so alt, es raubt fast den Atem, das hier zu sehen und zu spüren! Alles Originale wie mir scheint. Einfach so, hier! Unglaublich!

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Wir spüren uns hinein, in die verschiedenen Energien. Guido weiss viel über die Bilder zu erzählen. Es ist die Zeit, wo die „Götter“ auf Erden weilten…

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Weh tut dann die Menschenherrscher auf den anderen Bildern zu sehen, welche ich nicht fotografieren wollte zu sehen. Verrat, Macht und eine Energie des „MEINS“ und „haben wollen“. Oh so anders! Gier ist spürbar. MENSCHEN…denke ich nur. MENSCHEN MENSCHEN MENSCHEN, wie sie alles an sich nehmen. Versuchen, den Platz der „Götter“ zu füllen, selbst „Gott“ sein wollen, sich so fühlen, aber nur eine vage Ahnung, einen schattenhaften Glanz dessen zu fühlen vermögen dadurch, was SIE ver-suchen mit Werten zu füllen…Gold, Edelsteine, alles war so üppig….doch dann, wie sie die Schätze an sich reissen, wie sie Prachtbauten bauen…ah, das HERZ tut weh dabei, weil man sieht und wahrnehmen kann, so deutlich, wie einst einmal alles soooooo schön war….und für ALLE da… „So geschieht Untergang.“- Es ist so deutlich, wie die Menschen versuchen, die Lücke zu füllen….Diese Statue nimmt es so, wie es ist…

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Ich werde wieder ruhig. JA sagen, nehmen, wie es ist. Eingetaucht in diese Energien, angefüllt mit all den Erlebnissen, begehen wir das Art Museum. Dort stehen die Statuen. Sie scheinen auch mit Leben gefüllt, noch mehr als die Bilder und Schwerter, Säbel und Tonkrüge…eine ganz eigene Energie geht von ihnen aus, sie scheinen fast zu leben….

Vor dieser hier bleibe ich stehen, weil ich es anzüglich finde. Guido erfreut es, wie man sich so öffnen und hingeben kann. Hm, ahso…? Ich verschrenke meine Beine, fühle mich total unwohl….“Probleme mit der Sexualität?“ Nun, das ist wohl offensichtlich. Das anschauen? Puh, NEE !!! Doch, doch denn DAS gehört zum Leben wesentlich dazu….oh jemine….

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Ich finde es anzüglich, und das so zur Schau stellen….also ich fühle mich unwohl, mag am liebsten kein Foto machen. „Doch“ sagt Guido, „dann kannst Du es Dir anschauen. Wir wollen ja schließlich noch zum Durgatempel nach Mysore….“ Schnell ein Foto und weiter. Hach, ERLEICHERUNG, Entspannung…. denn SIE mir lieber:

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Ich bin nun total geplättet. Laufen geht gar nicht mehr. Wir gestatten uns, eine Rigsha zu nehmen. Ach tut das gut, die Erlebnisse im Sitzen nachwirken zu lassen. Es riecht wieder nach Abgasen, die Luft stinkt. Die Strasse ist holprig. Gut dass wir fahren, wenn ich mir die Wege der Fussgänger anschaue…schaut mal unten….Neben uns kommt auf einem Roller eine Frau angefahren. Mit drei Kindern. Auf einem Roller. Also insgesammt- vier Peronen. Oh, ich denke schon wieder an unsere Verkehrsvorschriften. Also DAS da gänge schon mal gar nicht! Die Kinder lachen zu uns in die Rigscha hinein. Was für ein Strahlen, das von ihnen ausgeht! Sie freuen sich, dass ich ein Bild von ihnen mache. Da ich nun weiß, wie das so vor sich geht mit den Bildern, nämlich dass man den anderen daran teilhaben lässt, an dem Bild, wo er drauf ist, zeige ich es ihnen auch gleich. Oh, die Freude ist noch größer, als sie es anschauen dürfen.

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Einfach leben, den Fahrtwind spüren. Die MUTTER fährt.

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