Wir gehen weiter. Das Städchen anschauen. Die Pferde wiehern uns hinterher. Wir werden sie noch vielmals sehen, während wir hier sind. Das beruhigt mich. Nun freue ich mich wieder auf das Erkunden, darum sind wir ja aus dem Haus gegangen, so war das doch oder? Ja, so war das. Genau. Mit leichtem Schritt gehe ich beschwingt weiter. Wohin? Nun, weiter, die Stadt anschauen…ins Zentrum, wo das ist? Keine Ahnung, doch sie kann ja nicht so rießig sein. Dass dem nicht so ist werden wir leider noch feststellen aber erst einmal „könnten wir doch der Strasse folgen, denn auf ihr verläuft „zufällig“ eine Leylinie. Wir könnten den Leylinien folgen….- „Leylinien“- heilige Linien, Energiebahnen. Jene feinstofflichen Energiebahnen, die unseren Planeten wie Meridiane umspannen und mit ihrer Energie, die in ihnen ist die Welt durchströmen. Meist sind es gradlinigen Bahnen, die innerhalb eines Rasters mitverlaufen, (wie z.B. die erdumspannenden Hartmann- oder Currygitter, die wie ein Koordinatensytsem auf der Erde liegen) doch sie sind etwas anderes und ihre Energie von eher ruhiger, gleichmässig strömender Art. Sie sind nicht zu verwechseln mit Erdstrahlen sondern fühlen sich von eher magnetischer Energie gelenkt. Eine Leylinie kann mehrere hundert Kilometer lang sein. In der Regel sind diese an der Erdoberfläche liegenden Energiebahnen einen Meter breit und mehrere Meter hoch. Es gibt sehr große Unterschiede in der Intensität der Energiestärke einzelner Leylinien, an verschiedenen Punkten einer Leylinie und auch zu unterschiedlichen Zeiten strömen sie ganz unterschiedlich. Zudem können Leylinien durch den Menschen beinflusst, umgeleitet oder geblockt werden, gerade beim Bau von viel Beton und anderer Materialien und Energiearten. Wenn ein Stau entsteht kann sich das sehr ungünstig auf die Umgebung und den Ausführenden auswirken. Die Energie der Leylinien kann negativ oder positiv sein, weiblich oder männlich (yin oder yang). Ich kann es auf der Zunge schmecken. Wo sich mehrere Leylinien kreuzen oder treffen ist ein Kraftort, im günstigsten Fall sogar noch ein naturbelassender Naturtempelbezirk. Jede Leylinie hat auch einen Beginn und ein Ende. An dieser Stelle fließt Energie entweder in die Erde oder aus ihr heraus.  

Die Bahnen verlaufen zur Strasse, fast paralell. Gerade so, als hätte das Strassenbauamt das mit eingeplant, ich muss schmunzeln. Man kann genau sehen, wo die Energie fließt und wo sie zurück gehalten wird. Da bricht der Beton auf, wo sie zurückgehalten worden ist- Ley´s machen nicht etwa Halt vor den Gebäuden….wenn Kristalle vorher programmiert wurden können sie umgelenkt werden…ach, ich könnte auch über dieses Thema bänderweise Bücher schreiben denke ich, wie soll ich das alles denn jemals aufschreiben können…. Ich spüre schon wieder ein Verzweifeln. Was ist, wenn ich hier sterbe. Hey, nicht verzweifeln. Es wird sich zeigen. Erst einmal sind wir doch hier und kommen von der Höhe in die tiefer gelegenen Teil der Stadt, geradewegs an einen Strömungspunkt. Die Energie fließt, sie schimmert fast schon atmosphärisch, also blau. Ein wundervoller Strömungspunkt- Und darauf steht: Ein Tempelchen! Ich muss stehen bleiben. Es schaut aus, wie wenn es da zwei Welten gäbe! Eine blaue Tür für die Menschen und das obere Tempelchen mit Türmchen und Erkerchen für das kleine Volk. Boah, wie schön…

sian-handy-indien-un-konfi-595.JPG

Es wächst sogar Gras, und Blumen, so groß wie Bäume, zumindest am kleinen Volk gemessen auf dem Tempelchen für das kleine Volk. Grüne Glaskugeln glitzern auf den Zinnen und in der Mitte funkelt sogar eine rote, ich bin fasziniert. Die Gegensätze mögen voneiander leben – aber auch nur in der Dualität. So kann ich es doch stehen lassen, oder? Alles ist aus der EINheit heraus entstanden. Ja. Wie lernt ein fühlendes Nervenwesen das Licht der Sonne schätzen, wenn es die Kälte der Nacht nicht erlebt hat. Geht gar nicht. Na schade ist das aber schon! Ich sehne mich nach Einheit, nach Verschmelzung und doch weiß ich, dass man erst einmal froh und dankbar darüber sein sollte, in der Dualität all das Erleben zu dürfen…

sian-handy-indien-un-konfi-597.JPG

Die Wolken verfinstern sich. Ein dunkler Schatten fällt auf all die schönen Erker, Türmchen, Gräser und Blumen, die so groß wie Bäume sind. Ach schade. Könnte alles so schön sein. Doch es braucht ja den Regen. Wie man es dreht und wendet: Letzendlich sitzen alle dann ja doch im gleichen Boot – das kleine Volk, die Menschen. Doch warum will der Mensch alles unter SEINER festen Hand regieren? Ach, macht er doch gar nicht, er wird ja gelenkt. „Es sind alle da“ sagte- leise lispelnd- einst Herr Pix, der Graslandbewohner, heruntergekommen aus den weiten Ebenen der Lugh. Kommt mir das bekannt vor? Oh ja. Na also! Und wo Schatten, dunkle Wolken, da ist auch Licht. Ja. Und Lugh heisst?- Licht.

Es tröpfelt uns auf den Kopf. Oha. Das SIND Regenwolken. In der Ferne hörten wir auch bereits Donnergrollen. Na, es wird doch nicht etwa wieder ganz doll regnen…? Doch. Wie doll es regnen wird, nämlich in Strömen, erleben wir auch schon bald. Aber genau darum kommen wir an einen ganz besonderen Ort, in den wir uns – durch den so schnell aufkommenden Regen- dann hineingerettet haben. Ein Tempel aus weissem Marmor, wo ein Weiser wohnt. Doch das erzähle ich Euch heute Abend, denn nun ist schon wieder fast 3.00 Uhr und ich versuche mal zu schlafen. Urah lag Nuah ihr Lieben!