Ich vermisse den Him-Hie-Tie. Er hat gesagt, der Vogel wird uns führen, wir sollen seinem Ruf folgen. Mittlwerweile sind aber keine Vögel mehr am Himmel. Der Himmel ist mittlerweile dunkel. Und der Regen wird stärker. Immer Regen, ich versuche das nicht auf mich zu beziehen, nein, nein, sicher NUR Zufall. Wir sollten auch besser zurück gehen und biegen daher nun rechts ab denn da führt eine Strasse hoch. Zuerst laufen wir vorbei, an dem kunstvoll verzierten weißen Gebäude aus Speckstein oder ist das Marmor?  Gegenüber der, so ich das beurteilen kann, aus SILBER bestehenden Tür, am Treppenaufgang, stehen so kleine schöne geschnitze Elefanten. Geschnitze, geschückte Elefanten. Ach, egal wie es da rumdonnert, ich hab´eh keine Angst vor Gewitter. Und vor Blitzen ja auch nicht, die kann man schließlich überleben. Ähm ja. Also gehe ich auch schon bereits zurück, denn die mag ich mir noch kurz ansehen.

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Du lieber Himmel, was für ein Elefant! Ja ist DER schön.

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…und all die Ornamente! So gleichmässig gearbeitet, so kunstvoll….  – was für ein edles Werk.

Es donnert und grollt vom Himmel. Hallo weiter. Ich laufe langsam, das Kunstwerk im Gesammten ehrfürchtig bestaunend weiter. Aber das Gebäude ist nicht zum weiterlaufen gedacht. Es ist zum HINEINGEGEHEN. Doch der Weg scheint versperrt, alle Türen sind zu. Es ruft, das Gebäude, es ruft alles an diesem Gebäude. „Kommt-kommt- herein“ höre ich. Doch der Weg ist versperrt. Ich entdecke die Swastika, hm, nicht gerade MEINE Rune, ich habe sie ehrlich gesagt nie gemocht und mag sie immer noch nicht. Wer mich kennt weiß, dass ich Wunjo, dass ich Jera liebe. Weder Solwelu, noch Mannaz oder Hagalaz. Alleine schon beim Betrachten ihrer fühle ich mich so unruhig wie die See, wenn sie vom Sturm gepeitscht wird. Doch alles schaut im Gesammten wo sie ist so lieb aus, ich muss unwillkürlich an Mönche denken, sehe ein Kloster, hoch oben in den kahlen Bergen, wo es nur einen einzigen Baum gab und Mönche in weinroten Kutten. Und da sitzt auch noch ein Vogel, in einer meiner drei Lieblingsfarben, unfassbar. Also wie auch immer, ich mag da hinein gehen…

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Aus dem Schutz des Gebäudes tritt ein Mann hervor. Er schaut uns lange an und öffnet die Kette. Er sagt, wir können jetzt hinein gehen. Und zeigt uns, wo wir die Schuhe hinstellen können. Dass da ein wunderschöner außgerechnet GRÜNER Teppich ist bemerke ich erst jetzt. Mein Herz klopft nun ganz schnell. Etwas Grundlegenes scheint sich nun zu verändern, ich kann es schmecken und spüren, wie sich mir jedes Haar am Körper stellt. Der Elefant scheint es zu wissen, das sich hier etwas GRUNDLEGENES verändern kann und es geradewegs herauszutrompeten.

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All die Statuen strahlen eine solche Gelassenheit, Ruhe und Anmut aus, es raubt mir fast den Atem.

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