Nun ist er da, der heiß ersehnte Sommer, heute am Siebenschläfertag der, so wie man sagt die Tendenzen für sieben Wochen Wetter vorkündet. Wenn ich herausschaue auf den Himmel über meinem PC und dabei den Vögeln zuhöre spüre ich, dass auch in den schönen Vogesen der Sommer zurück gekehrt ist….und mit ihm kehre auch ich, wieder erholt von den vielen Strapazen und Ereignissen der letzten Wochen nun hierher zurück, um weiter im Blog zu schreiben. Somit sage ich also: Herzlich willkommen zurück nach Indien! Herzlich willkommen zurück in die Nilgiris!

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Mittlerweile ist es in den Nilgiris später Nachmittag geworden. An mir kleben schon wieder die Kleider. Man gewöhnt sich an Kleider, die auf der Haut kleben. Oh ja, man spürt sogar jeden Luftzug als erfrischend, gleich einem Bad im See. „Hach, der See….“ kommt´s mir seuftzend in den Sinn…“wollten wir nicht zum See….?“- „Ja Sian, doch eins nach dem anderen.“ sagt Dim-Hie-Trie.

„Nun ist mittlerweile JUNI fast vorbei und ich war auch hier noch nicht im See.“ denke ich gerade, als ich diese Zeilen rückerinnernd aufschreibe. „Zumindest AM See schon Sian.“ sagt Dim-Hie-Tie lächelnd und tätschelt derweil meine Hand. „Oh schau mal, auf dem Bild, hinter den Nilgiribergen braute sich ein Gewitter zusammen. Weisst Du noch wie Guido sagte, mach doch ein Bild Sian? Und wie ich sagte: Kommt, lasst uns auf dem roten Teppich in die Kirche hinein gehen?“ Haha, oh ja an all das erinnere ich mich so gut denn verdutzt dachte ich damals…

„Hm? Was für ein roter Teppich meint er denn? Oder ist das sinnbildlich gemeint?“-„Nun, alles ist SINN-BILD-LiCHT gemeint“ lächelt verschmitzt der Dim-Hie-Trie. Tasächlich, beim Aufgang zur Kirche liegt ein roter Teppich. Weich und polstrig schaut er aus. Ob er sich auch so anfühlt? Wie fühlt sich wohl „der rote Teppich“ an? Wie lustig ist das denn! Nun kommen wir also in den Genuss, auf dem „roten Teppich“ zu gehen. So kann´s laufen! Wunsch befehl. Ohhhh…. ganz weich ist er !!!!! Man hört seinen eigenen Schritt nicht, alles ist gedämpft und die Geräusche verblassen mehr und mehr…

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In der Kirche, die wir betreten ist es kühl. Kühl und ruhig. Der Lärm der Stadt verblasst gänzlich neben dem RAUM für die Stille. „Kirche der Ankunft. Während die Zeit inne hält.“ sagt Dim-Hie-Trie verträumt. Ein friedlicher Ort. „Hier würde ich glatt nochmal heiraten“ spüre ich, ganz und gar ergriffen von der sanften, lieblichen Freundlichkeit dieses stillen Ortes, die uns zärtlich umhüllt. Während wir uns umschauen bemerken wir, dass der Hüter dieses Ortes gerade dabei ist, die unteren Fensterläden von innen zu verschließen. Das Gefühl im Raum ist wie ein Sommertag in der Heimat, wenn man verschlafen und trunken vor Sommerhitze die Jalousien herunterzieht und gedämpftes Licht hereinscheint. Geradewegs ein Tag wie heute, während ich diese Zeilen schreibe. Automatisiert ergreife ich das Weihwasser, mache wie immer mit drei Fingern der rechten Hand ein gleichschenkliges Kreuz von der Stirn aus an das Herz über die Brust und setze mich in eine der Bankreihen. Dann schließe ich die Augen und singe… singe…. singe…..

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Das Ave Maria erfüllt den Raum. Seelenlichterfunken tanzen im gedämpften Nachmitagslicht. Der Hüter des Ortes hält inne mit Fensterläden schließen. So dass wir bei unserem anschließenden Rundgang durch die Kirche alles sehen. Fast schwebend gehen wir über den roten Teppich nach draußen. Nach so viel Energie geht man am besten an einen Baum…..

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Guido schließt Freundschaft mit einem Baum….

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…während es mich magnetisch an den hinteren Teil der Kirche zieht. Ein sehr starker Erdwellenpunkt, der steil in den Himmel hinauf wellt. Viele Seelen tanzen im weiß blauen Strahl….

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Wir beschließen wieder zu kommen, denn der freundliche Hüter des Ortes möchte nun gerne das Tor abschließen.