Die weite Ebene liegt nun hinter uns. Und die Palani-Berge nahnen. Sie sind eines der ältesten Gebirge Indiens. Die Palani- Berge, inmitten die größte Stadt Kodaikanal eingebettet liegt. Freude darüber, dass wir nun also in Palani angelangt sind, deren die Berge ihren Namen verdanken! Palani ist eine DER sechs Wallfahrtsorte, wo Murugan verehrt wird. Wir bestaunen daher andächtig von unten die Tempelanlage. Unser Fahrer zeigt uns, dass es einen sehr steilen Aufstieg hoch zum Tempel gibt. „Man kann nur hochlaufen.“ sagt er. Und fügt etwas abfällig hinzu „oder neuerdings auch mit einer Seilbahn fahren“. Den Tamilen ist Murugan sehr wichtig. Die sechs Wallfahrtsorte, die seiner gewidmet sind werden mit jeweils unterschiedlichen Aspekten von ihm assoziiert. In Palani wird Murugan als Jugendlicher, der sicher damals mit Stock, Lendenschurz und kahlgeschorenem Kopf unterwegs war, als „Stabträger“ verehrt, also das ist meine Version -hihi.

„Palam Ni“ bedeutet: „Du bist die Frucht“. Dem Mythos nach soll Shiva seinen Söhnen (Murugan und Ganesha) versprochen haben, dass derjenige der als erster die Welt umrundet die „Frucht der Weisheit“ als Belohnung erhalten soll. Murugan machte sich daher mit seinem Wanderstock auf: wie gesagt: das ist meine Version hihi, um die Welt zu umrunden. Ganesha, so wird es überliefert, hat nur einmal seine Eltern Shiva und Parvati umrundet und entschied, da in ihnen der gesamte Kosmos enthalten sei, er somit die Welt umrundet hat. Shiva und Parvati, über Ganeshas Klugheit sehr erfreut, gaben ihm die Frucht. Über die Entscheidung verletzt soll Murugan seine Eltern verlassen und sich am Fuße dieses Berges, dessen Anlage wir gerade bewundern nieder gelassen haben. Dort fanden ihn auch Shiva und Parvati, die sich auf die Suche nach ihm gemacht hatten. Shiva versuchte ihn zu beschwichtigen, indem er sagte: „nicht die Frucht, die Ganesha erhalten habe, sei die Frucht der Weisheit, sondern er sei die Frucht.“ (paḻam nī „du bist die Frucht“). Leider haben wir keine Zeit um hochzulaufen, wir müssen weiterfahren.

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Hinein in die Palaniberge, die vom Hauptkamm der Westghats nach Osten in die umliegende Tiefebene hineinragen. Ein lange sehr unzugänglicher Ort, ein Rückzugsort….eine unbeschreibliche Freude keimt beim Realisieren auf, dass Sai Baba ebenfalls jeden April in diese Berge fuhr, da hinauf, zum kühlen See und WIR nun auf dem Weg dahin sind….salzige Tränen rinnen über mein Gesicht, ich muss wieder unseren süßen kleinen Ganesha herzen, der mittlerweile in sich klingelt ( das macht er heute noch )

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Unser bisher sehr geduldiger Faher wird langsam nervös. Nun sind wir schon seit heute Morgen unterwegs und die Ankunft verzögerte sich mit jeder Strasse, die es zu umfahren galt. Die Nacht wird sehr bald hereinbrechen und die Strasse ist nur hier noch aspaltiert. Bald, sehr bald werden wir jedoch von der gut befahrbaren Strasse in den Urwald hinunter fahren, mit sandigem Untergrund, Gneisgestein und sehr tiefen Schlaglöchern. Wir brauchen viel zu viel Sprit. Er schaltet die Klimaanlage aus.

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Die Fahrt wird nun rasant. Denn unser Fahrer mag noch vor Einbruch der Nacht im Champ unten ankommen. Von nun an müssen wir uns daher gut festhalten. Um so mehr erstaunt mich, wie sich diese Männer auf der Pritsche in solch rasanter Geschwindigkeiten überhaupt festhalten können:

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Atemberaubende Ausblicke werden uns gewährt:
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während die Sonne hinter den Bergen versinkt:
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