Die Wolken hängen tief. Es donnert.
Unser Fahrer schaut derher zu, dass er so schnell wie möglich ins Tal hinab kommt:

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Hart prallt das Fahrgestell gegen das unnachgibige Gneisgestein. Der Regen schwemmt den sandigen Boden zwischen dem harten Gestein weg. Ich werde ohnmächtig. Und habe eine außerkörperliche Begegnung mit Sai Baba. Das Ganze ist so intensiv, ich kann „nur“ die Eckpfeiler dessen aufschreiben. Hier meine Aufzeichnungen:

„Elefantental. Urwald. Gedächtnis.

Elefanten-
stehen für Treue, Beständigkeit, Weisheit und Erinnerung. Sie sind treu. Ihr Leben ist ein Ablauf in Beständigkeit. Sie sind weise. Und sie erinnern sich.
Erinnerungen und Emotionen-
Erinnerungen sind verbunden mit Emotionen, die man zu etwas hat. Man fühlt dabei etwas Bestimmtes. Und man erinnert sich. Warum? weil man ein Gedächtnis hat.
Gedächtnis-
Wo ist der Sitz des Gedächtnis? Wie „denkt“ man? Mit dem Gehirn.
Das Gehirn ist etwas Organisches.
Etwas Organisches wächst, genauso so wie dieser Urwald wächst. Und er verändert sich. Mit jeder neuen Emotion verändert sich etwas. Und es kann etwas darinnen wuchern: Alles ist wild, verändert sich, wächst. –

Und? Siehst Du einen Gärtner darinnen?“ Höre ich noch beim „zu mir kommen“ und bin dann erst mal eine ganze Weile mit „den Schmerzen wieder in den Griff bekommen“ beschäftigt, Ich huste wieder Blut. So ein Mist aber auch. Und dann noch dieser Durchfall, oh weia… Anand ist besorgt und reicht mir aus einen Beutel “ Fennogreakk “ auf das er schwört, weil dies „die Medizin der Nilgiris ist“. Es tut total gut, wow.

Den Blumen gefällt der Regen…

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Am Abend taucht dann plötzlich zum ersten Mal dieser kleine struppige Hund auf. Wir hatten ihn hier noch nie zuvor gesehen. Woher er wohl so plötzlich kam? Keine Ahnung, aber ich „spüre“ Sai Baba. Ich LIEBE Hunde. Und ich „weiß“, dass er auch Hunde liebt … Dieser Hund ist abgemagert. Bis auf die Knochen. Sein struppiges Fell ist ohne jeden Glanz. Teils hat er schon gar keine Haare mehr. Die Haut ist überzogen. Mit Krätze. Er weicht die nächsten Tage nicht mehr von uns. Jedes Mal kommt er ein wenig näher, bis er ganz vorsichtig um meine Beine streift. Seinen Schwanz hat er stets tief eingezogen. Ob er wohl jemals gestreichelt worden ist? Ob ihn wohl jemals jemand lieb gehabt hat? Hach! Er spürt, dass ich an ihn denke. Er bleibt stehen, setzt sich hin und schaut, wie ich mich verhalte. Ich hebe ihm meine Hand hin. Langsam schleicht er sich näher, schnuppert, schleckt, gibt sich unterwürfig. Legt sich auf den Boden. Ich kraule seinen Bauch. Irdendwann sitzt er mir auf dem Schoss. Und schaut mich mit liebevollen Augen hoffnungsvoll an. Ich mache es so, wie mit den Pferden: Einfach eine Aura mit Licht, Heilenergie und Freude schaffen, wo man „darinnen baden kann“.

Einmal-auf dem Nachhauseweg zum Baumhaus, läuft er uns dann auch über den Fluss (!) hinterher. Auf der anderen seite liegt auf dem Boden ein Ast. Sicher hat ihn der Regen vom Baum gebrochen. Ob er „Stöckchen werfen“ schon kennt? Ich greife nach dem Ast. Entsetzt bleibt er stehen. Sein Blick sagt aus: „Das hätte ich nicht von Dir gedacht!“ und rennt in den Wald hinein. Wir sehen ihn nie mehr wieder. Es tut mir weh, geht mir durch und durch. Was war passiert? Ich wollte doch nur spielen.

„So ist es mit dem Gedächtnis und den Emotionen…Du verbindest „mit dem Hund spielen: Stöckchen werfen-bringen- und weißt, der Hund freut sich“ und er hat erlebt: Wenn ein Mensch zum Stock greift gibt es Schläge und das bedeutet Schmerzen. Wenn er also einen Menschen mit einem Stock sieht bedeutet es für ihn: Erinnerung an Schläge.“

Wir haben so einige Erlebnisse mit Tieren…

Eines Nachts beisst mich etwas in die Hand, ich glaube es war ein Streifenhörnchen, so ein süßes, goldiges, denn sicher war es nicht die Ratte, die ich Tags zuvor befreit hatte. All die Begebenheiten mit den Tieren…und angefangen hatte es ja eigentlich mit einer Spinne, sie war aber so schnell weg, da konnte man gar nicht zuschauen. Vieleicht war auch sie es, die in Kodaikanal aus dem Rucksack springen wird.. dann war noch diese lustige kleine Baumschlange, die Guido im Ast entdeckt hat, die aber auch ganz schnell wieder weg ist.

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Im Gegensatz zu dieser gigantischen Raupe…diese hatte es sich auf der Decke gemütlich gemacht. Und wir hatten nicht vor uns niederzulegen mit dem Gedanken, dass da diese Raupe ist:

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Nachdem ich die Raupe in den Ast gesetzt habe

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bemerkten wir, dass eine Ratte zusammengekauert im Auffangkorb unserer Baumhaustoilette sitzt.

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Eine Ratte, meno, außgerechnet eine RATTE! Oh maaaan. Kann das nicht ein süßes, goldiges Streifenhörnchen sein bitte? Nein, es ist eine Ratte. Und KEIN süßes Streifenhörnchen. Und sie ist im Bad. Genauer gesagt: In der Toilette. Stelle Dir vor: DU sitzt auf Toilette während Dich von unten eine Ratte anschaut….
Während wir überlegen, was wir nun machen dringt ängstliches Fiepsen zu uns rüber. Arme Ratte, sie hat Angst. Und da kann sie ja nix für, dass sie eine Ratte ist. Armes Tierchen. FIIIIIIEPS. Also jeh, so kann´s nicht weitergehen….die arme Ratte! Also Ratte befreien und runtertragen. Guido hebt uns die Falltüre auf, so dass ich mit der ängtlichen Ratte die wackeligen Treppen nach unten komme:

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Oder die Pferde….

Sie grasen auf der Weide:

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laufen auf dem Platz ganz frei herum:

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Doch was ist das? Wir hören Pferdehufe, die gegen Holz treten. Hell wiehert ein Pferd, das ganz offensichtlich noch in der Box steht. Das Wiehern kenne ich doch: es ist die STUTE von neulich…stimmt, da wollte ich doch auch noch „hin“. Also gehe ich „hin“. Die Ställe werden gerade ausgemistet. „Ich soll nicht zu ihr „hin“. Besser ist, ihr nicht zu nahe kommen.“ sagt derjenige, der den Stall ausmistet. Oh ja, verstehe… sie führt sich auf, schlägt und tritt um sich. Uiui…Er fährt den Mist auf den großen Misthaufen vor dem Stall. Ich nähere mich ihr mit: „Bin gar nicht da“. Sie bleibt stehen. Ist mit Kauen auf dem Mundstück beschäftigt. Weißer Schaum tropft ihr aus dem Mund. Sie scheint irgendwie zu „schwitzen“. Ob sie Fieber hat? Kenne mich ja mit Pferden nicht gut aus…aber irgend etwas beschäftigt sie. Das Kauen scheint sie zu beruhigen und doch scheint es sie gleichzeitig auch zu schmerzen. Hach jeh, Schmerzen? DAS kenne ich…Mei, die arme Stute! Sie lässt mich an sie ran und sagt: dass sie wahnsinnige Zahnschmerzen hat.

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