Monthly Archives: September 2013

„Altwiebersummer“

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Als eine Herbstgeborene liebe ich diese Jahreszeit..und nun ist er da, der „Altwiebersummer“ zu hochdeutsch: „Altweibersommer“…. als ich noch Kind war sprach meine Oma jeden Herbst die Bedeutung des „Altwiebersummers“ an. Das Gefühl, das dabei mitschwang kam mir vorhin, als ich durch die Bäume lief und dem Lichtspiel der Blätter zuschaute wieder in den Sinn. Sie klärten mich auf, wie die „Altwieber“ das mit dem „Altwiebersummer“ gesehen haben. Die „Altwieber“ waren als Kind für mich: meine Oma, ihre Schwester und die zahlreichen alten Frauen mit ihren weiß-blauen (kariert oder gestreift) sowie den geblümten Schürzen, die sie stets um den Bauch gebunden hatten. Sie, die immer einen Rat (mindestens einen) parat hatten, eine Erklärung, eine „Ahnung“ und bei auswegslos erscheinenden Problemen zumindest eine halbwegs passable Idee. Sie, die stets ein großes Herz und sicher mehr als nur zwei Ohren hatten. Sie, die steht´s ein Taschentuch in ihrer Schürtze hatten ( eines das man noch waschen konnte ) Sie, die aufgeschlagene Knie zu betupfen wussten. ( mit einem sauberen Taschentuch ) Sie, mit ihren stets dicken Strümpfen an. Sie, die eines Tages dann vorab zu sagen pflegten: „ziehe besser die dicken Strüpfe an“ wenn man ABER schöne dünne (bunte) anziehen wollte und dann jammernd mit Blasenentzündung im Bett lag… Sie, die wussten, dass nach jedem Regenguss auch wieder Sonne kam. Sie, die aus dem Stegreif lange wussten, wer wann Geburtstag hat. Sie, die alles im Kopf behalten konnten und nur nachzuschlagen pflegten als sie älter wurden. Sie, die „Altwieber“, die meine Oma und ihre Schwester stets besucht haben…

Laut Wiki ist der Altweibersommer „eine „meteorologische Singularität, das einen Zeitabschnitt gleichmäßiger Witterung im Spätjahr bezeichnet, oft im September, der sich durch ein Hochdruckgebiet, stabiles Wetter und ein warmes Ausklingen des Sommers auszeichnet. Das kurzzeitig trockenere Wetter erlaubt eine gute Fernsicht und intensiviert den Laubfall und die Laubverfärbung.“

Nach der einen Erklärung leitet sich der Name von Spinnfäden her, mit denen junge Baldachinspinnen im Herbst durch die Luft segeln. Der Flugfaden, den die Spinnen produzieren und auf dem sie durch die Luft schweben, erinnert die Menschen an das graue Haar alter Frauen. Mit „weiben“ wurde im Althochdeutschen das Knüpfen der Spinnweben bezeichnet. Nach der anderen Erklärung, in der von Kluge/Seebold die „vielleicht“ ursprüngliche, von Pfeifer hingegen „wahrscheinlicher“ eine sekundäre Bedeutung gesehen wird, liegt dem Wort das Motiv der zweiten Jugend bei Frauen, die als unzeitig und nur kurze Zeit dauernd angesehen wird, zugrunde. An diese letztere Deutung können das schweizerische Witwesömmerli und der bairische Ähnlsummer (‚Großvatersommer‘) angeschlossen werden.

Die Spinnweben sind zu einer früheren Zeit auch Zeichen von Elfen, Zwergen gewesen..dann Zeichen der Nornen und später wurden sie abgelöst durch Mutter Maria („Marienfäden“, „Mariengarn“, „Marienseide“, „Marienhaar“ oder „Unserer Lieben Frauen Gespinst“, „Mutter Gottes Gespinst“). Im Volksglauben nahm man an, dass es baldige Hochzeit verheißt, wenn sich fliegende Spinnfäden im Haar eines jungen Mädchens verfangen.

Genießen wir die schöne Zeit dieser „Altwiebersummer-Tage“ sie geben uns sooo unendlich viel…

P.s: Das Landgericht Darmstadt hat im Jahr 1989 festgestellt, dass die Verwendung des Ausdrucks „Altweibersommer“ durch die Medien keinen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von älteren Damen darstellt.

Grüner Smoothie. Die Wahrnehmung und den Organismus stärken

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Die ganze Nacht hat es geregnet. Und heute morgen lugte die Sonne zwischen den Nebelwolken hervor. Wie schön die Natur hier doch ist! Heute morgen, als ich durch den Garten lief kam mir plötzlich in den Sinn, wie oft ich doch gefragt wurde, ob ich meinen Bezug zur Natur ( und den Naturwesen ) „schon immer hatte“. Ja, das ist für mich so natürlich wie atmen und sprechen, was sollte auch so „Besonders“ daran sein ??? Ich fand es ja eher lästig. „Und wie kann ICH das bekommen?“ Wurde ich so oft gefragt. „In dem Du Deine Wahrnehmung stärkst“ antwortete ich. Wie? „In dem Du Dich mit der Natur verbindest.“ Ja, aber WIE DENN? Es gibt viele Zugänge: Atmen, seine Wellenlänge verändern, die verstofflichten Naturwesen anschauen und und und… „verbunden sein mit allem was da ist“ erreicht man, in dem man eintaucht. ABER WIE? Das liebe „aber“ und „wie“ … na auch „machen halt“ !…

Grünen Smoothie trinken
ist z.B. eines davon. Das ist eine meiner „Substanzen“… hi, das an dieser Stelle mal am Rande erwähnt… Es selbst herzustellen ist leicht, wenn man einige REGELN beachtet. Wenn man diese nicht kennt, können die ersten Versuche schnell zu einem nicht wiederholbar wollenden Erlebnis werden und ungut in Erinnerung bleiben. So wie bei mir: Vor vielen (vielen) Jahren, mit meinem ganz normalen- Haushaltsmixer, also keiner für 1000 Dm, so wie das früher auf dem Markt angeboten wurde als die Smoothies „modern“ wurden mixte und mixte ich fleißig und heraus kam: grünes Häcksel. Es schmeckte widerlich. Auch Bananen, Kirschen oder Äpfel linderten lediglich den Geschmack. Irgendwann landete der Mixer wieder im untersten Fach und das war´s dann viele Jahre mit den grünen Smoothies und mir. Dann hatte Anja viel grüne Smoothies gemacht und erzählt wie gut es ihr dabei geht. Hm, dachte ich, schön…und was soll „daran“ schmecken? Auf unserer EB- Freizeit ( wir hatten uns im Sommer in den Vogesen gemeinsam privat ein Ferienhaus angemietet um uns austauschen, begegnen und gesund kochen zu können ) hatte sie alles Grün aus ihrem Garten abgeerntet und auch den Mixer dabei. Wir hatten alles verwertet, lecker gekocht jedoch keinen Smoothie gemacht. Ich kam nach Hause und die Schmetterlinge hatten mein Gewächshaus besiedelt. Hübsche weiße Schmetterlinge waren dort, als ich fortging. Und ich hatte ein mulmiges Gefühl. Beruhigte mich jedoch mit dem Gedanken, dass ich ja keinen Kohl gepflanzt, sondern Rauke, Fenchel, Salat, Gurken, Auberginen, Kischtomaten und dazwischen Kapuzinerkresse und Basilikum…Die hübschen Schmetterlinge hinterließen ihre Eier. Ich bemerkte sie nicht gleich. Nun, könnt ihr Euch meinen Schrecken vorstellen, als die Raupen alles auffraßen? Seltsamerweise dachte ich auch da an Smoothies: Einfach das Grüne aufessen, es sich einverleiben. Nicht nur einmal war ich nah dran, das mit dem Gärtnern aufzugeben. Ja, ich war dieses Jahr wenig zu Hause, viel unterwegs…da dachten alle wohl: „Ah, die Sian pflanzt das Essen für UNS“ ??? Mehltau, Raupen, Läuse, Schnecken…nicht mal Knoblauchwasser half… u a h … hatte ich den Bezug verloren? Letztes Jahr war ALLES im Lot: Da waren keine Schnecken im Garten unterwegs, keine Raupen, die alles aufaßen, kein Mehltau an den Zucchini… ich war EINS MIT MEINEM GARTEN.

Stimmt: ich war auch stets DA, ich war anwesend
-und hatte mich auch nur von dem ernährt, was es halt gerade gab und nur wenig zugekauft.
Ich „wusste“ einfach „was gerade ansteht“ , war verbunden… und hatte jetzt anscheinend und offensichtlich den Kontakt verloren. Ich wollte jedoch wieder gerne verbunden sein: mit meinem Garten, der Natur, der Landschaft und begann mich umzusehen, was „da“ ist, was „wild“ wächst…: die Kapuzinerkresse war dieses Jahr wild gekommen. Sie war sehr stabil. Ebenso die Pfefferminze, das Olivenkraut..es gab viele Wildkräuter, junge Brennnesseln, Malven sowie der überall sprießende Spitzwegerich. Letztes Jahr hatte ich mich viel geschnitten, darum kam wohl der Spitzwegerich so zahlreich: Den Saft auf die Wunde und schwupp hast das beste Pflaster. Königskerzen und Malven leuchteten jeden Morgen im Morgentau. Und mir war klar: Es muss auch da REGELN geben…

Bertha Paulinchen lief friedlich neben mir her und bleib jedes Mal stehen, als ich mir das Grün genauer ansah das ich pflücken wollte. Heute gab es frische Brennnesselchen ( sie stachen heute nicht ) Spitzwegerichblätter ( von jedem Stock 2 Blätter ) Kleeblättchen … und zu guter Letzt pflückte ich noch zwei Stängelchen Pfefferminze und sammelte Birnchen unter Dim-Hie-Trie´s Birnbaum ein. Letztes Jahr gab es EINE Birne, dieses Jahr hängt das Bäumchen voller Birnen. Morgens schlafen die Wespen noch, man kann sie grad abschütteln. Noch ein Äpfelchen auf dem Weg zum Haus und ich begannen mit dem Stabmixer die kleingeschnittenen Blätter mit dem Holunder-Apfelsaft ( dampfentsaftet am Vortag ) zu mixen. Dann die kleingeschnittenen Birnchen und das Äpfelchen dazu, noch eine kleine Kinderhand voll Himbeeren und fertig war der beste Smoothie der Welt…

Regel Nummer 1)
Schauen was in der Umgebung wächst: Welche Gräser, Blumen, Blüten… und sich gut danach erkundigen, was für Inhaltsstoffe diese haben, was sie im Organismus bewirken.

Regel Nummer 2)
Das Frucht-Grün-Verhältnis zu Beginn: 60 % Fruchtanteil : 40 % Grünanteil. Keiner muss am Anfang mutig sein und 3 Handvoll Brennesselblätter mit einer Zitrone mixen. Das wird niemand wirklich schmecken. Am Anfang geht es wirklich darum, dass man sich an den Geschmack gewöhnt und ihn kennen- und lieben lernt. Und wie ist es leichter als mit seinen Lieblingsfrüchten? Wer keinen Garten oder Acker so wie ich hat kann sich beim Bauern/auf dem Markt oder im Bioladen eine großzügige Menge seiner Lieblingsfrucht erwerben.

Regel Nummer 3)
Inhaltsstoffe passend für einen selbst zusammen stellen. Für den Einstieg in die „grüne Welt“ empfehle ich einen eher „unspektakulären“ Mix auszuprobieren. 3-5 Zutaten reichen völlig aus! Z.B.: Pfefferminz-Brennnessel-Spitzwegerich mit Birne-Apfel, junge Lindenblätter- Gänseblümchen mit Kirschen. So dass die einzelnen Inhalte noch als solches wahrgenommen werden können.

Regel Nummer 4)
Aufschlüsseln. Also lange mixen, denn je länger man mixt, zerkleinert und bewegt, desto aufgeschlüsselter, verwertbarer sind die Inhaltsstoffe.

Grüne Smoothies
sind ein sehr wichtiger Bestandteil jeder gesunden Ernährung, weil sie uns ermöglichen viele grünblättrige Pflanzen zu essen, auf die wir sonst weder Lust noch Zeit hätten diese so lange zu kauen bis die Inhaltsstoffe aufgeschlüsselt sind. Es macht uns aufmerksam, friedlich, verbindet uns mit der Natur, lässt den Organismus heilen, aufatmen… Ich persönlich fühle mich mit dem Trinken meiner grünen Smoothies sehr viel besser. Und ich fühle auch, dass ich glücklicher und ausgeglichener bin, wenn ich sie jeden Tag trinke. Probiert es aus wenn ihr mögt und entscheidet selbst! Viel Spaß dabei und allen heute einen schönen Tag!

Der Ort

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Inmitten ursprünglicher Natur
liegt eingebettet in sanfte Berge ein liebenswertes kleines Dorf in einem kühlen moosigen Flusstal. Ein Fluß, in dem im Winter frische Brunnenkresse wächst und sich im Sommer bunte Libellen und Frösche tummeln. Die Bergzugänge sind in den Wintermonaten gesperrt: es brütet dann der Auerhahn.

Unten im Dorf
brennt die ganze Nacht das Licht. Keines der Tiere stört sich daran: Wildschweine, Hirsche und Rehe sowie Füchse kommen ins Dorf und öfters sind am beleuchteten Dorfplatz hinter der Kirche im Herbst die Hirsche mit ihren stolzen großen Geweihen anzutreffen. Im Dorf selbst gibt es eine kleine süße Grundschule, die gleichzeitig auch ein Kindergarten ist. Wo gibt es das noch? Hier im Ort! Auch das Wasser kommt noch aus richtigen Dorfbrunnen. Blumen stehen in Sandsteintrögen. Aus den Hähnen sämtlicher Wasserleitungen sprudelt frisches Quellwasser. Die Kirchenglocken ertönen langatmig, klar und satt. Jeden Morgen Punkt sieben, mittags um zwölf und nochmals abends um neunzehn Uhr. Am Sonntagmittag Punkt zwölf spielt der Glöckner mit den weit über das Tal klingenden Glocken eine Melodie. Jeden Sonntag ist es eine andere. Keinen Sonntag mag ich verpassen, der Klang dieser Glocken gehen einem durch und durch!

Einen Lebensmittelladen
eine Post oder eine Bäckerei sucht man allerdings vergebens. Dafür gibt es in den Nachbarsorten noch so richtige kleine Tante-Emma Läden. Wisst ihr: So wie es früher welche auf dem Land gab: Wo man alles kaufen kann, was man so braucht. Vom Benzin bis zum stehts knusprigen Baguette bekommt man alles gleichermassen. Wenn man was Außergewöhnliches braucht muss man allerdings eine gute halbe Stunde bis zum nächsten größeren Laden (mit dem Auto) fahren. Wenn also etwas „aus“ ist, dann ist es eben „aus“, ganz einfach. Man kann es doch nicht ändern. Oder man fährt eben. Man lernt zu verzichten und zu schätzen was man hat. Und kreativ macht es einen auch.

Im Dorf
leben neben den Menschen viele Tiere. Die sichtbaren sind: bunte Katzen, Hunde. Sie alle wissen, dass es auch Füchse, Hirsche, Rehe, Dachse wie auch Wildschweine gibt…Laut Statistik sollen es zwar 101 Menschen sein, das scheint mir jedoch eher in den heißen Sommermonaten der Fall zu sein. Dann, wenn in Frankreich die Schulferien sind. Dann, wenn die Jungen die Alten auf dem Land besuchen kommen und alle gemütlich zusammen auf Bänken vor dem Haus oder auf Plastikstühlen um den stets festlich geschmückten Tisch jeden Mittag und jeden Abend gemeinsam sitzen. Dann, wenn es jeden Abend Punkt 22 Uhr ein Feuerwerk am Himmel gibt. Und ettliche Naturwesen, die sich auf das alltägliche Schauspiel freuen auf Bäumen parat sitzen um ein gutes Sichtfeld in den dunkelblauen Abendhimmel zu haben.

Spätsommer
ist es nun geworden. Golden schimmert das Licht am Abend. Es duftet nach Erde und Laub. Seit drei Tagen röhren die Hirsche. Ich erkenne den Hirsch vom letzen Jahr an seinen Rufen. Gestern stand er hinter dem Haus und graste friedlich auf der Wiese. Dabei sind die schmalen Wiesen eingezäunt (…!) doch nur 40 cm, und mittlerleile sind sie auch eingetreten. Die Bruchsteinmauer aus Sandstein, die das Grundstück umgibt ist auch stellenweise ausgebeult. Eine kleine Rehdame sowie die regelmässig kommende Füchsin freut das. Sie fühlen sich wohl in meinem Garten. Die Füchsin wollte schon öfters ins Haus. Das hat bisher allerdings nur das schwarze Eichhörnchen geschafft….gestern jedenfalls kam, spät am Abend, wieder der Hirsch vom letzen Jahr aus dem Wald hervor. Kilometerweite Wälder sind es, in denen er wohnt. Ein zusammenhängendes Waldgebiet, das sich über viele Berge, Erikabewachsene Bergkuppen, steil abfallende Hänge, tiefe Schluchten, versteckte Seen aus denen lichter Nebel steigt, mystische Wälder, wundersames Moss und stolze Tafelberge erstreckt…