Anflug und Ankunft in Dubai

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Schweben, gleiten, fliegen. Sich fallen lassen wollen auf das weich aussehende, gemütlich wirkende Bett aus buschigen Wolken. Staunend erhasche ich einen Blick aus der Luke und schaue auf das Wolkenmeer hinunter, gleite in Gedanken über die Weite des Horizontes. Dann geht pompös und spektakulär, in aller Pracht die Sonne unter. Langsam  zieht sich Noth, die Nacht, über den Himmel. Ich denke an die Beschreibung von Dim-Hie-Trie, wo er über Sunnar. Mani und Noth erzählt. Sunnar, die Sonne, Mani, der Mond, Noth, die Nacht. Noth, so samten, so schwarz. Ein wunderschöner Passus in seinem Buch, das wir in 10 Jahren zusammen geschrieben haben. Das Flugzeug unterdessen gleitet zielstrebig durch die Nacht. Über den Monitor lässt sich mit verfolgen, wo die Route verläuft. Dubai steuern wir an. Dubai, die glitzernde Wüstenmetropole. Es läuft Werbung. Dubai wirbt mit kühlem Schnee und Tannenbäumen. Während ich über Erdöl, Pomp und Gloria nachdenke bin ich auch noch am rätzeln, wie lange wir im Gesamten tatsächlich geflogen sein könnten…?  Das I-phone hatte sich nämlich bereits klammheimlich und modern  auf die neue Ortszeit eingestellt.  „Hallo….? Sian….? Anschnallen.“ Obligatorischer Griff nach dem Gurt. Grau, lapprig, schlaff wie eine eingeschlafene  Schlange liegt er in meiner Hand. Belustigt dreh ich ihn hin und her. Er erscheint mir immer noch wie ein Witz in Anbetracht der Tatsache, dass man sich auf 10000 Meter über dem Meer befindet während man ihn anlegen soll für den Fall….frage mich immer noch, was der wohl bewirken würde. Aber ja, ich schnall mich ja schon an Dim-Hie-Trie.

Landeanflug. Man spürt es an dem zunehmenden Druck auf den Ohren.  Ah, den Magen gibt´s auch noch. Oh ja, genau DA ist er. Uahhhh. Geht das nicht ein bisschen LANGSAMER….??? Steter Druckabfall. Oh nee, das ist echt nix für mich. Also definitiv! Rums, das Fahrwerk ist ausgefahren. Aufkommen auf der Rollbahn. Erde. Geschafft. Kein erleichtertes Geklatsche. Linienflug. Beim Herauslaufen bin ich erstaunt, wie man innerhalb … hm, waren es denn jetzt 6 Stunden…? den Fahrgastraum so dermaßen zumüllen kann. Ich muss mich beherrschen, dass ich mich nicht bücke und gleich mal das Aufräumen anfange. Im Kino hab´ ich auch immer das Gefühl des Bückens und Aufhebens. Wie achtlos  so viele doch sind. Wer räumt das alles weg? Ah je, warum kann man sich nicht einfach ganz würdevoll wie als Gast benehmen? „Lauf doch weiter Sian.“

WOW, mitten in der Nacht und so heiß? Ich nehme einen tiefen Atemzug. Atme die heiße trockene Wüstenluft ein. Oh, so anders! Haha, nichts da mit Schnee und Tannenbäumen! Verkehrte Welt. Ich mache ein paar Fotos bevor ich von einem Sicherheitsmann weggescheucht werde.  „No!“ werde ich grimmig angepflaumt „Keine Fotos! Nicht stehenbleiben! Hier in den Bus!“ Der Blick und die Hand zeigen streng den Weg. In der Ferne glitzern die Wolkenkratzer. Der Bus ist heruntergekühlt. Man glaubt, es sei tiefster Winter. Mitten in der Wüste. „Man, was DAS alles Strom braucht….“ denke ich. Energie, Energie. Vor einem Jahr, war da nicht DAS Unglück im Golf? DIE Ölkatastrophe im Golf von Mexiko? Ich frage mich: Wann lernt wer was? Wie lernt wer was wann? Mir ist schlecht. Bestimmt denke ich wieder zu viel. Nein, ich spüre Schmerzen. Die Bauchspeicheldrüse? Mist, ich habe glatt die Medikamente vergessen einzunehmen. Kram in Tasche. Schnell mal nachholen. Wo ist denn aber auch nur das Magnesium hin? Oh je. Zu spät. Ich habe bereits einen Krampf. Dann muss ich auch schon husten. Schmecke mein Blut im Mund. So eisenhaltig. Ah je. So ein Mist.

Gold. Da liegt es, kunstvoll geschmiedet. Hinter Panzerglas. Wundervolles Aurum, Erdenschatz. Aufgebrochen aus der Ader, herausgeholt um als Ringe, Armreifen in allen Variationen verarbeitet zu werden. Frauen stehen davor, lassen sich Schmuckstücke zeigen. Was nehmen? Oder da: Kunstvolle Pralinen, eingepackt in bunten Glitzerdosen, Lackschachteln oder Cellophan. Man(n) ist begeistert. „Oh, so viele Süßigkeiten gibt´s, lass´ uns schauen gehen!“ Hust. Dann bergeweise Tabac. Aufgestapelt als Malboro, Camel (Kamel, wie passend) Hochprozentiges. Brandwein, Feuerwasser. Hust. Das hört einfach nicht auf! Ich denke an die Natives. Halte unterdessen meine Hand auf den Oberbauch, Blut im Mund zwischen Dolce und Gabana, Hugo Boss und Channel. Es erschlägt mich inmitten dieses Umschlagplatzes. Ein Hangar. Eine eigene Welt wie eine Raumschiffstation inmitten der Wüste. Ein Einkaufshangar . Wer eine Kreditkarte, wer Geld hat kann hier einkaufen. Einkaufen bis zum abwinken. Ich unterdessen stürze so unauffällig wie möglich zum Klo. Während einlullende Musik läuft erbreche ich Blut. Ich hab grad andere Sorgen.

Über den Wolken

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Wie surreal es mir auch erscheint: Sie kommt dann doch: Die Zeit, wo der Termin für den Abflug näher rückt. Blick auf Uhr. Tick. Tack. Termine. Zeiten. Man kann sie vereinbaren, absagen, wahrnehmen oder vorbeiziehen lassen. Wie viele Termine hat man denn so im Leben? So generell? Ach herrje…..schon viele….! Blick auf Uhr. Jetzt aber ma los. Herzlich willkommen bei Emirates. Na so was, das ist ja ein riesiges Flugzeug !!! Beim Anblick dessen frage ich mich erstaunt, wie so ein schweres Objekt denn überhaupt in die Luft steigen kann…? Anscheinend kann es das. Die Stewardessen grüßen freundlich. Chic sehen sie aus mit ihren roten Käppchen. Zwick, nein, ich bin nicht im Wald, ich besteige das Flugzeug. Eine kühle Brise empfängt uns. Mensch, wie aufgeräumt! Frisch geputzt. Die Decken fein säuberlich auf die Sitze platziert. Kopfhörer liegen auf den Sitzen bereit. Rosa und violette Kissen laden zum entspannten Sitzen ein. Ich fühle mich willkommen. Viele Hände waren da am Vorbereiten. Sieht man! Ich nehme wahr, WIE viele….nicht nur im Flugzeug, auch UNTER ihm…betanken, checken, Gepäck einladen…..“He, nicht stehenbleiben Sian! Weitergehen!“ sagt Dim-Hie-Trie. „Durchgehen, Sitzreihe suchen. Schau auf die Nummern, Ziffern, Zahlen. Ah hier, schau DA Sian.“ Oh, VIEL Platz. Beinfreiheit. JETZT aber mal nachspüren. Wie viel Hände….

Man ist ja erst mal beschäftigt. Wohin was packen, wohin was legen, plazieren … „Sian, kannst mal halten?“ Klar! Halten, solang warten, bis der andere es verstaut hat. Ha, wie sinnbildlich schon wieder! Gepäckstücke hochnehmen, wieder runternehmen, was vergessen? Klar, ich halte. Generell die Frage: was braucht man? Oder was glaubt man zu brauchen? „Sian, Du denkst zu viel.“ Wer sagt das? Kommt aus der Handtasche diesmal. Ah je, die WESEN sind ja noch im Handgepäck. Schnell mal die Kleinen da ausnehmen. „Fliegen wir schon?“ Nein. „Geich fliegen wir“ freuen sie sich. Jetzt aber mal anschnallen. Wo is´n bloss der Gurt…? Den Gurt suchen. Kram, puhl raus. Grau der Gurt. Hm. Wie geht das denn gleich…? So nicht jedenfalls. Verkehrt herum? Komischer Gurt, was nützt der überhaupt…? Na gut, muss sein. Vorschrift. Er klemmt. „Öhm….Bitte kannst mir helfen?“ „KLar. Schau so.“ Ah, danke. Roll auf die Startbahn unterdessen. „Wie aufregend“ singen die Wesen im Chor. Warten auf Freigabe. Huch, beschleunigt, ah steigt schon. Tatsächlich: Kommt hoch! Na, wer hätte das gedacht, sooooo groß das Flugzeug! Druck im Ohr, Magen rebelliert. Uhhh ….. „Soll ich mal Hand drauf legen?“ „Oh BITTE ja!“ Ahhh….geht gleich besser. „DANKE“ ….“Gern geschehen.“ Das Erfrischungstuch kommt zum Einsatz. Willkommensdrink, Snack, Tomatensaft. Oh TOMATENSAFT…an wen denke ich spätestens da…? An die Jennifer, ist ja klar. Hi Jenny! Superliebes Herzgrüßchen an Dich schick. Den Tomatensaft fotografierend, dabei an Dich denkend. Was machst gerade? Arbeiten, der Uhr nach. Sieglinde auch? Der Uhr nach schon. Vieleicht Außendienst? Reinspüre. Alles ok? Vieleicht zu Hause? Grüßchen schick, sie denkt an mich. Was machen die anderen? Silke ist am wandern. Wandern? Eher am Rast machen. Wo gerade? Grüßchen schick. Patrizia im Laden steh? Fühlt sich so an. Grüßchen in die Schweiz schick. Manu blickt auf. Hat sie gespürt? „Klar!“ sagt sie. Lächel….

Handy rauskram. Kopfhörer rauskram. Einstöpsel. Such. Wo iss es nur..? Im Mailorder. DA. Ron´s Lied anhör…so schön….an Ron denk, Grüßchen schick. Was macht er? Hausaufgaben mit der Großen? Mathe? Nein, keine Mathe.

Kinderstimmen höre. Diskussion. Ah je. Türen ins Schloss fallen höre. Die zwei Buben spüre. Mäh, die Maya quengelt? Mama Jasmin ist wie immer am orden, so lieb. Grüßchen schick. den Papa Timo nicht vergessen. Natürlich nicht! An Timo Energie schicke. Angekommen, super. Wolken betrachte, von oben. Gleiten. Über den Wolken. Sonnenschein. Energie von Sonne an Timo schicke….angekommen. Die Schüler… sie bedeuten mir so viel. Ich liebe sie. ich liebe sie alle. ich liebe sie so sehr. Rosa, die gute Fee….Jochachim vor mir sehe, Brigitte am denken spüre, Petra am was Wahrnehmen spüre, den Harrald vor mir sehe. Die Naturwesen vor mir sehe. Aruna, Arun, Aruna, die Kleine….ahhhh…. Sonja denkt…Peter am Auto fahren spüre, Judith fühle. He, alles ok bei Euch da unten….? Ja, alles ok. Zurücklehn. Ah…Daniela! Hi Danni! Die Kinder? Alles ok? Immer was los, klar! Energie schick. Mama Danni hat alles im Griff. Energie schick. Die Mamas… Wer kommt mir da noch in Sinn? Mama Anja. Lächel. Anja. Die Ruhe in Person. Caffee. Torte. Zuchinikuchen. Blumengebinde. Basteln. Einfach großartig die Anja! Die Kinder haben eine Osterkarte geschickt. Ich wollte sie nicht vorher öffnen. Ostern, da bin ich gar nicht zu Hause…bei den Kindern…aua. Ach so ein Mist aber auch. Das tut weh. Tränen spüre. Josua, wo bist? Sitzt im Bus nach Hause. Handy spielend. Stimmen im Bus. Gespräche mitbekomme. Dialekt. Ein Kuss schicke. Angekommen. Mit Hand die Wange abwisch, was war das? Eine Fliege? Haha. Andreij spüre. Hi auf Facebook is er, aber nee, is ja fast nie im Internet, is klar. Küsschen schicke. Lächelt. Meine Süße wahrnehme. Am denken, von wem sie das wohl hat…? Bussi an Dich meine Süße. Was bring ich Dir Schönes mit? Hab`da so eine Idee…

„Was möchten Sie trinken?“ Trinken? Stewardessen. Sie stehen im schaukelnden Flugzeug wie ein Felsen in der Brandung steht. Sie schauen Dich mit festem Blick an. Das Flugzeug unterdessen schwankt wie ein Schiff auf hoher See. Ich denke unwillkürlich an Schiffschaukeln im Europa Park….Uh mein Magen….nein, besser auf den Horizont schauen, ewiger Sonnenschein über den Wolken….ah, gleich besser. Sie stehen da, besonnen, lächelnd. Sie schenken Sicherheit. Und sehen immer soooo gut aus. Ich lächle. Die Zeit vergeht. Ich denke an die Zeit. Sie ist eine Konstante im dualen System. Durch sie kann man etwas ermessen. In der Dualität zu einer Zeit Erfahrungen machen. Vergangenheit, JETZT, Zukunft. Wir reisen ja quasi in die Zukunft. Und während Miriam in Cleveland in der Vergangenheit ist, von „uns“ in Deutschland aus gesehen, reisen wir mal eben in die Zukunft. Lustige Vorstellung. Währenddessen über den Wolken Sonnenschein.

Surreal

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Gedanken gehen durch meinen Kopf, während die Welt vorbeifliegt. Was tun, wenn man eine Kluft entdeckt hat? Wenn man in aller Deutlichkeit den Graben spürt, der sich zwischen Menschen, Freundschaften, Beziehungen, Welten aufgetan hat? Davor sitzen und ihn anschauen? Ihn akzepieren, sich mit ihm zufrieden geben? Oder sich lieber mit ihm auseinandersetzen? Oder doch lieber weglaufen, gar nicht mehr anschauen, in was Neues „stürzen“? Hm, nee…! An ihm verzweifeln, aufgeben? Naah…wie wär´s denn mit hinuntersteigen? Denke ich, das wär´s doch wohl. „Hinuntersteigen? Dann aber mit Kletterausrüstung“ sagte die innere Stimme leise und deutlich „mit trinken und essen“ fügt sie hinzu. Lustig die Stimme, die denkt ja an alles. Hm, eine Brücke könnte man ja auch darüber spannen. Eine feine, geschwungene, leichte, mit einem Geländer zum Festhalten. Mit Blumenampeln, gar Rosengeranien. Die duften so schön und verbreiten eine Weite und Leichtigkeit, die RAUM schafft. Rosengeranien, so die seelische Bestimmung ihrer in der Welt des Menschen ist: „SIE, die den RAUM erweitern, so dass alles sein darf, ohne Ziel oder gar Wertung“ … hach ja, was für eine schöne Vorstellung, ich verschmelze mit ihrer Bestimmung….und kann sie schon wieder riechen, die feinen Rosengeranien…. spüre schon die Leichtigkeit des Seins….schwebe… sehe Menschen leicht und frei über die Brücke  gehen … ohne Zwang, ohne „muss“. Es darf einfach sein, die Begegnung … „Doch mag man das überhaupt wirklich?“ frägt da ganz leise aber bestimmt die innere Stimme. Und fügt auch gleich noch hinzu: „und warum willst Du das überhaupt? Und mag das denn der Andere, das INDIVIDUUM, das SELBST des Anderen, das selbst seine eigene Geschichte erlebt hat, die andere Welt, welche dann die Brücke verbinden wird ebenfalls?“ Hm, ja. DAS sind weitere Überlegungen wert!

„Nun, man kann jedenfalls immer nur individuell entscheiden, für sich selbst Entscheidungen treffen“ Denke ich so vor mich hin. „Und genau dadurch Lösungen sehen/finden.“ Spüre ich. Wir alle sind doch auf einem Weg. Doch wohin führt er uns? „Wohin wir ihn steuern. So einfach.“ Ah ja, die innere Stimme, so präzise wie ein Uhrwerk. Leise ist sie, beständig wie das Uhrwerk. Wundervoll, ich liebe sie. Wir steigen aus dem Zug aus, schauen, wo wir hin „müssen“, nämlich zum Check-In Schalter. Wo dieser wohl ist? Ach je, es gibt so viele….Rolltreppe runter, Rolltreppe rauf. Naah… wieder runter, hm verfehlt. Dann doch gefunden. Stehen davor. Hat noch zu, sowas. Was mit der Zeit anfangen? Wie? man hat noch Zeit? Darüber denke ich schon wieder nach….Was gibts denn vieleicht noch zu erledigen? Gibt ja meistens noch was. Wie sinnbildlich. Wir geben für Guido noch ein Poststück auf, suchen dann hierfür den Briefkasten. Ich laufe schließlich zur Information. Deshalb, weil wir ihn nicht fanden. Äh, ja: wir standen ja auch zu nah davor, mussten darüber auch sehr lachen, was so befreiend ist und steuern dann den den Check-In Schalter an, Zeit ist ja vergangen inzwischen. Wir geben unser Gepäck auf. Wie sinnbildlich.

Wir laufen weiter. Zeit scheint im Überfluss vorhanden. Kreuz und quer. Gewusel, überall. Anstrengend. Wir wollen Ruhe finden. Wie sinnbildlich. Wir finden ein französisches Restaurant. Voll schön und sehr empfehlenswert. Frischgepresster Orangensaft. Vitamine. Wie passent! Essen. Hm, lecker. Geniessen. Schweigen. Gleich werden wir fliegen. Das Gepäck ist unterwegs. Die Fahrkarte ist eingelöst. Ich kann nur eins denken: Wie sinnbildlich das alles. Wie passent. Und wie unglaublich surreal So surreal wie im Traum, der dennoch geschieht. So surreal erscheint mir das alles, dass es fast schon schmerzt.

Auf dem Weg

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Frankfurter Flughafen. 20. April 2011. 13 Uhr.

Tanja steht am Bahnsteig und winkt. Während ich sie betrachte spüre ich in meinem Herzen dem Wiederhall ihrer Worte nach, das wir nun gemeinsam die Reise machen werden. Sie hatte uns gewünscht, dass wir gesund zurück kommen. Die Türen schließen sich. Ich versuche den Blickkontakt mit ihr zu halten. Doch der Zug fährt ab. Hu, wie schnell er wegfährt! Die hohen, schlanken Gebäude rasen vorbei. Ich sehe im Spiegelbild der Fenster Menschen verschiedenen Alters und Aussehens auf ihren Sitzen sitzen oder sich an den Griffen festhalten. Die Blicke scheinen allesamt  in die Gedankenwelt hinein zu gehen. Jeder scheint für sich zu sein. „auf seiner Reise zu sich selbst ist jeder für sich.“ denke ich. Wie sinnbildlich, dass wir ausgerechnet in einem ZUG sitzen! Hm, alleine? Auf der Reise zu sich selbst? Jeder….? „Ah nein“ denke ich erleichtert „wir sind doch zu zweit! Wir sind doch nicht alleine! Wir sind zusammen unterwegs. Wir reisen zu zweit! Wir sind nicht alleine! Es ist eine gemeinsame Reise. Ein gemeinsamer Weg. Wir werden reisen! Nach Indien. Nicht irgendwo hin, sondern zu Sai Baba!  Ahhhh, wie schön sich das anfühlt! Sai Baba! Puttaparthi! Wir werden nach Puttaparthi reisen um dort in Sai Baba´s Ashram  zu wohnen! Wir werden seine Energie spüren, ihn vielleicht sogar sehen, vielleicht sogar mit ihm sprechen dürfen….oh wie schön sich das anfühlt! Mein Herz ist ganz warm. Ich spüre ihn in meinem Herzen. Er ist ganz nah….ahhh…wie schön! Ich fühle es, ganz deutlich.

Dann sehe ich, wie wir reisen, unterwegs sind und spüre, dass wir auch nach Kodaikanal gehen werden…..zu Sai Baba´s  Haus am See…ich höre plötzlich indische Klänge, Musik! Spüre die kühle Brise, die über den See streicht….sehe weiße und zartviolette Seerosen blühen….das Glitzern der Sonne im See…. Oh wie schön sich das dort am See anfühlt! Mein Herz ist nun ganz weit, ganz froh. Hoffnungsvoll blicke ich Guido an. Ich erschrecke. Der Blick ist Eis. Nicht wie gerade eben. Das ganze Wesen von ihm scheint verändert. Nichts mehr ist so, als Tanja noch dabei war. NICHTS. Ich kenne das schon und doch erschrecke ich. Eis.

Eine Millisekunde Blickkontakt. Hoffen, eine Brücke zu finden. Doch er schaut weg. Mein Herz setzt aus. Trotz aller Wärme in meinem Herzen ist mir plötzlich eiskalt geworden. Ich fühle es, klar und deutlich. Eis. Meine Hände zittern. Ich kann mich nicht mehr festhalten, verliere den Halt an der Stange, rutsche aus, stolpere, falle fast hin. Etwas rammt in mein Bauch. Ein Gegenstand aus dem Rucksack meines Vordermannes. Aua. Das tat weh.  Ich bin beschäftigt, mein Handgelenk wieder so hinzudrehen, wie es vorher war. Mein Bauch tut weh. „Ah je“ denke ich, auf den Boden blickend, die Tränen unterdrückend „4 Wochen. Das ist eine lange Zeit.“ Ich fühle die Zeit. Die Zeit eines Tages und einer Nacht in Stunden, in Minuten, in Sekunden. Es ist LANG. Am liebsten mag ich den Zug anhalten. Aussteigen. Jetzt sofort. Umdrehen. Doch eine leise Stimme in mir sagt: Nein, du wirst jetzt nicht weglaufen. Du hast die bewusste Entscheidung, dass Du Dir alles anschauen willst getroffen und den Mut besessen, die beiden Flüge zu buchen. Ich höre hin. Die Stimme ist nicht aufdringlich. Sie ist leise, aber ganz bestimmt. Sie klingt beständig, ruhig und ist ganz klar. Sie ist wie eine Quelle. Ich atme in diese Quelle und schöpfe aus ihr Kraft.

Ich werde also auch da hinschauen. Ob es mir weh tut, schmerzt, mich haltlos macht: Ich werde hinschauen. Auch wenn ich nichts ändern kann. Ich mache das alles nicht für jemand anderes, wie ich es gewohnt war. Ich mache das ab sofort für MICH. Ich werde es FÜR MICH tun. Die Reise. Sie ist nicht „nur“ eine Reise zu Sai Baba oder um zu begreifen, wie man Darshan´s gibt. Sie ist nicht „nur“ um zu begreifen, wie ein Darshan Ablauf gemacht wird, um all das Organisatorische zu verstehen, das Leben in einem Ashram zu leben, „das Licht anzuzünden“. Es ist auch eine Reise zu MIR. Ich schaue hin. Auch MICH gibt es. MICH, Sian. Nicht „nur“ als öffentliche Person, als Licht. Auch verletzlich. Ich schaue nicht weg. Ich schaue HIN. Für MICH. „Jeder ist im Grunde auf sich selbst gestellt.“ denke ich. Ja. SO ist das. GENAUSO. PUNKT. Wie sage ich immer? „Letztendlich hat man immer noch sich selbst.“ Wie wunderschön, das in DER Tiefe verstanden zu haben! In mir keimt Freude auf. Ein Abenteuer beginnt. Die Reise zu MIR SELBST hat bereits begonnen. Ich sitze im Zug. Jeah.

Kodaikanal

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Durch die starken Regengfaelle hat es nun einen Erdrutsch  gegegeben, welcher die offizielle Strasse nach Kodaikanal unpassierbar gemacht hat. Doch wir haben nun einen Fahrer gefunden, der uns nach Kodaikanal bringen wird. In 10 Minuten fahren wir.

Bilder der Reise

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Da Sian leider immer noch nur kurzzeitig Internet hat, wenn überhaupt, hat sie mich nun gebeten einige Bilder Ihrer bisherigen Reise hier einzustellen.

LG

Lunaris

Beginnen möchte ich mit einem Post von Sian den sie am 3. Mai im Naturweltenforum gepostet hat:

„hallo ihr Lieben, Ich denke ganz viel an Euch und spuere Euch auch sehr. Ich freu mich so, dass es Euch gibt und danke Euch fuer Euere guten Energien, so schoen und hilfreich! Also sie erreichen mich. DANKE.

Ich haette ja so gerne im Blog geschrieben, aber bisher einfach nicht die Möglichkeit gehabt. Ein kurzes Update: Im Flugzeug hatte ich in 10000 Meter Höhe über Indien bereits intensivsten Kontakt zu Sai Baba gehabt und war fast nicht weckbar fuer den Landeanflug. Wir waren eingeladen in seinem Geburtshaus zu weilen und lernten so Verwandte von ihm kennen. So wunderschön.

Dann steuerten wir erst mal Bangalore an. Von dort aus durfte ich weiteren intensivsten Kontakt mit Sai Baba erleben. Im Park beim See hörte ich, dass er sterben wird, er seinen physischen Körper verlassen wird. Und ich bin so froh, dass er erloest wurde denn er hat so viel gegeben und geschenkt, es ist mehr als genug, wirklich. Er hat so viele Gespräche mit mir geführt, ich könnte Bände füllen! Da es mir gesundheitlich leicht besser geht folgen nun seinen Anweisungen und sind auf dem Weg nach Kodaikanal. Dort erhalten wir eine Energieuebertragung sagte er. Überall, wo wir hinkommen ergiesst sich Regen über das Land, in Strömen. Erst in Bangalore, wo es nie regnet um diese Zeit, dann in Mysore und nun, wo wir in Ooty sind regnet es nun auch. Aber sowas kennt ihr ja von mir, smile. Regen ist ja so wunderbar.“

P.S.> Hier blueht eine ganz besondere Blume, die Kurinji Blume. Sie blueht violett und nur alle 12 Jahre. Sie kommt aus dem Elbenland, daher alle 12 Jahre…

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 Die Reise

21. April, nachts. Zwischenlandung in Dubai

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Gruppenbild mit Sian

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im Krishna/Radatempel

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Church Street, Bangalore

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Mysore, Elefanten im Maharadschapalast

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Im Sari, mit echten Jasminblueten  im Haar

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Oberhalb von Mysore

auf dem heiligen Berg vor dem Tempel der Durga. Das weiße Kälbchen hatte

mich ja immerzu angestubst hi..! So schoen auch der Lichtkreis …

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Wildpferde in eine der Hill Station´s Ooty:

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auch dabei:

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Hab heut einen Punkt geschenkt bekommen

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die Süßen:
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Juhu, gefunden !!! Das Cafe das auch Kaffee hat !!!

Kaffee mit Engelschaum…hmm….

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So sieht es von unserer Seite aus wenn uns alle angucken

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Sogar der Kopf wird hingedreht….

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Alle freut`s, so schön, all die Kinder !!!

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sogar die kleinsten gucken

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Oh ja… Wir sind DIE Attraktion…

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…und alle wollen mit aufs Foto:

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So lieb die Kinder !!!

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Ahh… und überall so große Bäume…

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ein Junge hackt mit seiner Machete Kokosnüsse auf

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Affen

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Vor dem Tempel:

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Ooty im Tempel :

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Auf dem Bergkamm der Nilgiris

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Platz der Heilzeremonie in den Bergen der Nilgiris:

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als die Büffelherde kam:

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 Ja, schon sehr nah die Büffel ….. !!!

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hier das Leittier:

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inmitten einer Kuhherde waren wir…ja, SEHR nah…

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die Wildpferde im Hochmoor:

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Nebel kommt auf…

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Am Samstag geht es nun nach Kodaikanal……

Kein Internet

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Sian hat momentan leider keinen Internetzugang. Sobald sie wieder einen Zugang zum Web gefunden hat, was in Indien manchmal gar nicht so einfach ist, geht`s dann mit dem Blog weiter :o)

liebe Grüße

Stephan Lunaris

Die Reise beginnt

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Mittwoch, den 20. April

Noch für eine Stunde ins Bett fallen…dann aufstehen. “Mein” Hauszwerg Geramain schaut mich an. Er hat seinen weiblichen Anteil gezeigt und das kleine Naturwesenbaby, das vor einigen Tagen zurückkam bei sich persönlich aufgenommen. Das Kleine gähnt. Uah, gut geschlafen? Ja, danke der Nachfrage. Dim-Hie-Trie, schon seid TAGEN auf gepacktem Koffer sitzend schaut erwartungsfroh. Dim-Hie-Trie, so feinstofflich wie er ist kommt selbstverständlich mit, aber die beidem im Filz auch? Hm, was wenn sie am Flughafen bei der Kontrolle…oder “abhanden” kommen…? Aber echt hier lassen…? Schnell einpacken und dann Richtung Freiburger Bahnhof. “Juhu, wir dürfen MIT !!!” Psst…. 10.00 Abfahrt, Gepäck verstauen und schon rollt der Zug los. Stephan Lunaris winken, autsch. Mir ist mehr als nur etwas klamm zumute. Ob das alles gut geht….? Geramain und das Baby freuen sich und schauen aus dem fahrenden Zug. In Offenburg steigt ein älterer, sehr sympathischer Herr ein. Sein Platz ist neben unserem. Auf der Weiterfahrt schreibe ich noch meinen Eltern eine Mail. In Baden-Baden wurde ich geboren. Wir fahren daran vorbei. Am Bahnsteig kann ich den Namen lesen. Erinnerungen steigen hoch. Ich schaue in die Weite der Landschaft. Hier bin ich aufgewachsen…. Ich schicke liebevolle Gedanken hinaus. Die Landschaft rast vorbei. Schnell fährt der Zug Richtung Frankfurt. Dort werde ich auf Guido und Tanja treffen. Silke schreibt eine Mail. Sie wandert gerade von Haslach nach Freiburg und schickt mir gleich dazu noch ein Bild mit. Ein Waldweg inmitten von Bäumen. Ein Blätterdach. Die Sonne scheint sanft durch die Blätter. Glitzerlicht. Oh ist das schön. Ich freue mich sehr über ihre Nachricht und über das Bild. Ich spüre die lieben Gedanken, das “an mich denken”, die Kühle im Wald, das sanfte Moos, die Stille….Zwischenstopp in Mannheim. Ich denke an meine Schulfreundin Susanne. Hier hat sie mal eine Zeitlang gewohnt. Ich denke an unsere gegenseitigen Besuche: Schwarzwald-Mannheim. Mannheim-Schwarzwald. Ich denke an Fabriken, an Uferspaziergänge und Bergbesteigungen. Wie unterschiedlich! Geramain und das Kleine trällern im Chor Grüße und bewundern den Bahnhof.

12.06 Einfahrt nach Frankfurt. Wie kann man sich nur so ausbreiten! Ich packe alles zusammen. Der Herr fragt mich freundlich und interessiert, wo es denn hingehen wird…? Nach Indien. Oh, Indien? Ja wie schön! Wohin denn genau? Nach Bangalore. “Na so was, vor haargenau einem Jahr war er auch in Bangalore! Also welch´ ein Zufall!” erfreut er sich. Es sei unwahrscheinlich heiß gewesen dort, so um diese Zeit. SEHR heiß. Er wünscht mir alles Liebe. Ich steige aus. Tanja und Guido zu finden ist ganz leicht. Ein gutes Zeichen. Es ist schön, dass Tanja mitgekommen ist. Ich freue mich sehr sie wieder zu sehen. Sie hat ihr Haar zusammengebunden. Es sieht super aus. Guido trägt einen Strohhut. Es sieht verry britisch aus.

Wir gehen zusammen ein Stück. Nehmen einen von den Rollwagen für unser Gepäck. Guido schiebt. An eine der Rolltreppen bleiben wir stehen. Hm….DA runterfahren….? Ob das geht….? Sogleich kommt jemand und zeigt, wie das geht. Fährt gleich die ganze Rolltreppe mit runter. Wie freundlich! Er wünscht uns lachend eine gute Reise. Dann heißt es….Laufen, laufen, laufen. Wo ist das Gate? Welches Gate war das nochmal gleich? Immer weiter laufen. Hoch zur Schwebebahn. Hier ist der Zeitpunkt, wo sich auch Tanja verabschiedet. Wir steigen ein, die Tür schließt sich. Tanja steht am Bahnsteig und winkt.

Indienreise-Meine Vorgeschichte

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Nun, ich hab mir lange, ich habe mir sogar SEHR lange überlegt, ob ich das, was ich gleich schreiben werde wirklich öffentlich schreibe. Einige wissen viel, viele wissen nichts oder nur wenig. In ein paar Stunden bin ich auf dem Weg nach Indien und frage mich: Was hab ich denn zu verlieren? Hat man überhaupt etwas zu verlieren?

Friedenskongress am Seepark in Freiburg 2004

Der Verein „Heiler Mensch heile Erde“ läd Natives und Elders ein. Häuptlinge, Medizinmänner, jemand aus Findhorn. Ich stehe hinter der Bühne und lerne Chief Elk, Rod Skandore, Häupling der Black Food kennen. Ich hatte die Gastgeschenke gestaltet und geräuchert, er gab mir von seinem Süßgras. Die Wesenentsprechungen, Faune und Naturwesen werden feierlich an die Elders überreicht. Vor 800 Menschen. Alle wollen mich daraufhin kennenlernen. Doch ich flüchte in den Park. Eine kleine Gruppe jedoch folgt mir. Ich setze mich hin und erzähle von den Naturwesen. Und vom Materialisieren. Wie das geht? Nun, so halt, ganz einfach. Und materialisiere einen Feenstein. Er glitzert regenbogenfarben in der Sonne. Ahhh…man will mehr sehen…ich flüchte….zu Rod, der gerade eine Zeremonie durchführt. Vorher zog ich eine energetische „Unsichtbarwand“. Alle denken, ich häbe mich aufgelöst. In dieser Gruppe sind zwei junge Frauen. Ich gehe später hin und kläre das auf. Die zwei Frauen sind dennoch so begeistert und so perplex, dass sie daraufhin nach Indien pilgern. Zu Sai Baba. Dieser, so hatte man gehört, könne materialisieren. Sie wollen erkunden, wie sowas geht. Dort erzählten sie, was sie hier gesehen haben. Ich hier erzähle jedoch nur meinen Schülern, was ich „kann“. Ansonsten halte ich mich unauffällig und bedeckt. Nicht auffallen, das ja immer mein Credo. Ich gebe lieber ganz „unauffällig“ und praktisch an Schulen, Kindergärten, Fachhochschulen und in Kinderwerkstätten Filz und Färbekurse, halte Vorträge über das Wirken von Naturkräften, gründe ganz im Stillen die „Akademie für die hohe Schule der Naturwelten“, wir rennovieren das Haus, bauen dort ein Lädchen, eine Werkstatt, ein Medizinrad ein und hüten Edelsteine. Das Leben ist abwechslungsreich, aber auch super anstrengend. Gesundheitlich gehts bei mir bergab. Erst beachte ich das nicht, doch es geht mir zusehends schlechter. So gehe ich dann eines Tages doch lieber mal zum Arzt. Nach vielen Untersuchungen wird bei mir die Diagnose „Krebs“ gestellt. SCHOCK. Doch ich lasse mich nicht operieren und suche lieber nach den Ursachen. Sie sind, „wie alle Krankheiten auf der seelischen Ebene zu finden und wollen der Seele auf ihrem Weg helfen“ so Maria. Gesund essen, regelmässig schlafen….( oh, ich bin gemeint…?) Viel Arbeit. Ich erzähle diese Diagnose nur einem kleinen Kreis verlässlicher Menschen, möchte es nicht zementieren. Ich mache große Fortschritte. Bald „vergesse“ ich, was war. Doch nun, nach all den vielen, vielen, vielen Ereignissen, die eine Gruppe Menschen und ich innnerhalb nur eines halben Jahres erlebten, was eindeutig in ein einziges Leben passen würde, denn JA, SO VIEL war es… erbreche ich Blut. Die Diagnose ist wirklich niederschmetternd. Sogar ich komme nun an meine Grenzen. Eine der beiden Frauen ruft in der Oragnisation an. Daraufhin erhalte ich eine persönliche Einladung. Ich höre: „Das eine Licht zündet das andere wieder an.“

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Freitag den 8. April

Viel Arbeit die letzten Wochen. „Wochen? SIAN…“ so Dim-Hie-Trie “ …es sind Monate….nein Jahre !!! “ Jaaaa, zugegebenermaßen doch letzeres. Egal. JETZT zählt. Die letzten Vorbereitungen für das Festival laufen. Koffer packen wollte ich auch noch.  Es ist schon weit nach Mitternacht. Habe immer noch nicht alles gepackt und bin doch auch gar nicht müde. 5.00 Uhr ist aufstehen angesagt.  Also warum überhaupt hinlegen? „Ach“ meint Dim-Hie-Trie mit einem süßen Lächeln „ein bisschen kann ja nicht schaden.“  4.30 Uhr. Der Wecker klingelt. Also doch eingeschlafen. Fühle mich erfrischt, als hätte ich 10 St geschlafen. Wie er DAS wohl wieder gemacht hatte…?  Es ist noch sehr kühl draußen. Die Luft riecht wie immer wundervoll im Schwarzwald. Schlängelnd fahren wir langsam die steilen Kurven den Berg hoch. Oben, auf der Villinger Hochebene liegt Nebeldunst über dem Land. WOW. Faun hatte mal ein Lied geschrieben….“…zaghaft reckt sich… am Rand der Welt… die Sonne und auf den frühen Nebeln des Morgens reitend verließen die Männer das Dorf..“ So genau fühlte sich das hier an. Dann geht die Sonne auf. Glitzernde Lichtpunkte, überall. Wundervoll. 7.00 Uhr, Autobahnauffahrt Richtung Stuttgart. Ich fühle im ganzen Körper, wie Sai Baba mit mir einen Dialog hält. Er ist jung und erzählt mir aus seiner Jugend. Es ist sehr, sehr SEHR intensiv.

Um und in Stuttgart holt mich dann die Realität ein. Denn wir stehen…. im STAU. Dahinter dann: Stau. Hinter dem Stau: oh, sowas Stau!  Um  9.30 habe ich den Eindruck, dass wir uns noch Lichtjahre von München entfernt befinden. Meine Freundin Danni sagte mir, dass ich aber um SPÄTESTENS 10.30 Uhr den Visumsantrag abgegeben haben sollte. Selbstverständlich muss man da vorher eine Nummer gezogen haben, also bis dahin. Also wie egsagt SPÄTESTENS. Dann, aber nur dann könne ich das Visum auch um 16.00 abholen. Blick auf die Uhr. Blick nach vorne: STAU. Oh je, meine Nerven liegen blank. Wie soll denn DAS gehen? Ich bekomme eine SMS: „Hab von Dir und Erzengel Mi´Chael geträumt. Hab Vertrauen.“ Ah, schön, hab ich ja, aber ich steh im Stau! HALLO !! Hm, ich bräuchte statt einem Auto wohl eher einen Flugdrachen. Oder keine Autos. Binnen 3 Minuten sind ALLE Autos verschwunden. WOW. Freie Fahrt. München, wir kommen!

 

Man glaubt es nicht, aber in München scheinen alle, alle Zeit der Welt zu haben. Das Navi schickt einen in Sackgassen…die Uhr tickt… ahhhhh…..doch….3 Minuten vor halb elf stehe ich tatsächlich vor dem Gebäude. Unfassbar. Ich renne rein, stemple „die Zeit“ erhalte dadurch eine Nummer. Ich lache über diese Komik. Die Uhr zeigt auf 10.29. Ich muss nur ganz kurz warten um dann von einem sehr freundlichen Herrn bedient zu werden. Dieser bearbeitet meinen Visumsantrag. Zaghaft frage ich höflich an, ob es möglich ist, dass mein Antrag noch heute… bearbeitet werden könnte…? Er schaut auf. Mein Herz klopft bis zum Hals, ich atme nicht. Er lächelt plötzlich und sagt, dass er die letzten Tage sehr viele Anträge gehabt habe. Und dass im Vergleich zu heute nur sehr wenig los gewesen sei. Es also möglich ist. Ich strahle und wäre fast um den Schalter gelaufen um ihn zu umarmen.

Ich bin sehr glücklich und möchte daher beten gehen. Ich wünsche mir eine Kirche. Nur einen Katzensprung entfernt ist eine wundervolle Kirche. Ein Parkplatz wird frei. Direkt gegenüber. Vor der Kirche ist eine Feuerwehrprobe und in der Schule neben der Kirche ist gerade große Pause. Lachende Kinder spielen im Pausenhof. Eine entspannte Atmosphäre. In der Kirche ist es still. Die Stimmen von draußen erscheinen weit weg und sind gedämpft. In der Kirche, sie ist Anna geweiht (Ana heisst auf elbisch Licht) ist ein wunderschöner Marienaltar. Gekachelt aus blau-grün-rosa-goldenen Blumenornamenten. Die Maria schaut uns an. Egal, wo immer wir stehen. Aus ihrer Himmelskrone strahlt ein helles Licht. Stephan Lunaris  zündet eine Kerze an.  

Dann fahren wir in die Stadt. Auf dem Weg dahin kommen wir an der goldenen Engelstatue vorbei. Ah Berlin lässt grüssen! Dim-Hie-Trie freut`s. Ich frage ich mich unterdessen, ob es wirklich klug ist, in meinem „Zustand“ nach Indien zu gehen…? Heilung geschieht doch innen, dann die lange Reise, der Weg…  genau in diesem Momet fahren wir an dieser nicht übersehbaren Statue vorbei:

Hm, ich sage, wenn wir in die Stadt rein „sollen“ dann wird auch ein Parkplatz frei. Genau in diesem Moment wird ein Parkplatz frei. Eine Rikscha fährt vor. Ich muss lachen. Das ist ja schon wie in Indien, und das mitten in München!

Ich fühle mich nun sehr fit und möchte in den Münchner Dom gehen. Auf dem Weg dorthin wird es mir schlecht. Ich übergebe mich fast. Nur mit Mühe erreiche ich den Dom. Dort angekommen bin ich völlig erschöpft und spüre große Schmerzen. Aber auch Marienenergie. Sehr lebendig die Maria. Ich höre, wie sie über den Rosenkranz spricht. Sie hatte darüber in ihrer ersten Durchgabe in der Krypta gesprochen. Es gibt einen Stand mit Rosenkränzen. Ich mag mir einen aussuchen und spüre daher in jeden hinein…welcher liegt gut in der Hand? Die Verkäuferin spricht englisch mit mir. Aha…? Ich habe mir einen von den bauen ausgesucht. (Unten auf dem Bild sieht man ihn) Er ist so blau wie ihr Umhang. Maria lässt ihre Energie hineinströmen. Es ist wundervoll. Es geht nicht um „gebenedeit“ sondern um Kraft, Liebe und Hoffnung. Es geht darum, sich mit seiner Kultur, seinen Wurzeln zu verbinden und dies mit dahin zu nehmen, wo man hingehen wird.

Um 16.00 Uhr stehe ich inmitten anderen Wartenden wieder vor dem Gebäude, wo das Visum ausgehändigt wird. Eine Gruppe junger Männer, die sich wohl bereits vom Vormittag kennen. Sie lachen miteinander, bilden einen Halbkreis. Dann singen sie zusammen. Es hört sich wunderschön an.

 

 

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